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Archäologischer Kalender 2019

Das Jahr 2019 wird ein Jahr des vollen Hauses. Schon am Ende 2018 schaut der Himmelsträger aus dem Schneckenhaus vorbei und kündet von weiteren Gästen, die in den nächsten reichlich zweiundfünfzig Wochen hier einkehren werden. Er selbst ist schon ziemlich betagt. Als kunstvoller Nachweis der Maya-Kultur erblickte er irgendwann zwischen 600 und 900 n.Chr. das Licht der Welt.

Gleich zu Beginn des Jahres kündigt sich ein Pärchen an. Sie sind noch älter, wurden knapp zweieinhalb Jahrtausende v.Chr. in der fünften Dynastie in Ägypten erschaffen. Ende Februar ist eine treue Gattin auf der Suche. Sumana heißt die Frau, und sie stammt aus Indien.

Der Archäologische Kalender aus dem Verlag Philipp von Zabern ist auch im Jahr 2019 wieder eine Zierde jeder Wand, die er mit seinem Füllhorn der Schönheit und der Pracht der Kulturen die Betrachter erstaunen wird. Zwei Wochen hat man nun Zeit sich sattzusehen und einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Denn auf den Rückseiten der Kalenderblätter werden die dargestellten Objekte detail- und kenntnisreich beschrieben. Statuen, Reliefs, Mosaiken aus Elfenbein, gemalt mit Tinte, Farbe oder Edelmetallen, aus Nigeria, China oder Italien regen ab dem ersten nur leichten Anheben der Blätter die Neugier an.

Einen Museumsbesuch erspart der Kalender nicht. Im Gegenteil: Er regt dazu an, sich endlich z erheben und die Originale in Tel Aviv, Rom oder Stuttgart einmal in ihrer vollen Pracht sich anzuschauen.

Kalender Mucha 2019

Alfons Muchas Werke sind unsterblich. Seinen Stil kopierten viel, doch erreicht haben sie ihn nie. Und doch ist die Person Alfons Mucha weniger Menschen bekannt als sein Werk.

Nun hat man ein ganzes Jahr Zeit sich noch einmal mit seinen Werken, zumindest mit einem Dutzend davon, auseinanderzusetzen. Und das wird man. Die reichen Verzierungen, ein typisches Stilmittel des Jugendstils, rhythmisch-geometrische Grundformen sind ein Markenzeichen der Plakatkunst des Jugendstils. Nicht ganz so erotisch und exotisch wie der Stil aus dem gar nicht so fernen Paris, doch immer noch anstößig genug, um die Gemüter zu erhitzen und gegen sich aufzubringen.

Lüsterne Orchideen umranken eine züchtige Dame. Alles fließt, und doch ist eine gewisse Dynamik im Bild erkennbar. Verspielte Linien und die meist sparsam verwendete Farbpalette lassen das Auge entspannen. Und dann wieder Werbung. Alfons Mucha begann seine Laufbahn in Paris als Plakatmaler. Zufällig erfuhr er, dass Sarah Bernard, die damals wohl berühmteste Actrice ihrer Zeit, einen Künstler suchte, der ihr ein Plakat binnen kurzer Zeit kreierte. Mucha bot sich an, man nahm ihn an, er wurde unsterblich. Er entwarf Plakate für die Weltausstellung 1904 in St. Louis genauso wie für nestle oder Biscuit. Briefmarken und Geldnoten waren dank seiner Kunst nicht nur Zahlungsmittel, sondern Kunst für jedermann.

Als die Nazis in seiner Heimat Tschechien einmarschierten, wurde Mucha verhaftet und weggesperrt. Er starb 1939 an den Folgen einer Lungenentzündung.

Kalender Bäume 2019

Wie leckerer Pudding am Schneebesen hängt der Schnee an den Bäumen. Ein genussvoller Start ins Jahr 2019. Schon einen Monat später scheint schon wieder die Sonne wie auf Teneriffa und lässt einen Drachenbaum erstrahlen. Ob verwunschene Eiche oder witterungsgestählter Olivenbaum im Reigen des Lavendel – dieser Kalender wird bewundernde Blicke hervorzaubern. Knorrige Äste, durch die Jahreszeiten geformte Rinden, die, wenn sie sprechen, Geschichten erzählen könnten. Ein Farbenspiel der Natur, das den Betrachter wie in einem Museum erstarren lässt.

Wie in einem Märchenwald fühlt man sich. Das Moos hat schon vor Äonen den Baum in Beschlag genommen und verleiht ihm etwas Geheimnisvolles. Erhaben stehen sie fest im Boden und wiegen sich sanft im Winde. Die Stille dringt aus den Bildern hinaus in die Welt.

An diesem Kalender geht man nicht so schnell vorbei. Lediglich die angezeigten Tage verweisen darauf, dass die Zeit vergänglich ist.

Hofgenuss Kalender 2019

Erst, wenn man etwas so richtig nahekommt, erkennt man seine wahre Schönheit. Das können die unterschiedlichsten Dinge sein. Zum Beispiel eben auch eine Schinkenplatte. Lässt einen erst einmal schmunzeln. Doch wer das Glück im Februar 2019 diesen Kalender um sich zu haben, wird diese Worte spätestens dann verstehen, wenn er einen Monat lang an dieser – leider nur zweidimensionalen – Schinkenplatte innehält. Denn einfach nur vorbeilaufen kann man daran nicht.

Zwölf Mal wird man so ein Erlebnis haben und das immer einen Monat lang. Schon das Titelbild macht Appetit auf das neue Jahr. Mutig, einen Blumenkohl zu wählen. Denn so manche weniger gute Kindheitserinnerung hängt wohl mit diesem zu Unrecht verschmähten Gemüse zusammen. Und wer macht sich schon die Mühe sich so ein Gemüse mal genauer anzusehen? Kaum jemand, oder?!

Ein Abtropfsieb mit leckeren Johannesbeeren erregt im Allgemeinen schon eher die Aufmerksamkeit des Betrachters. Knalliges Rot, das das pure Leben in sich trägt. Saftiges Gurkenscheiben mit knackigen Paprika und frischem Käse, aufgespießt … der Juli wird zum Grillmonat. Nicht kleckern, heißt es im November, wenn das volle Glas Honig noch einmal die Sonnenmonate zurückzuholen versucht. Langsam, aber unaufhörlich rinnt der goldene Saft des Sommers am Glas herunter…

Der Kalender ist ein Farbenspiel von Mutter Natur. Hungrig nach Leben, neugierig auf das nächste Motiv macht dieser Kalender Lust auf die Vielfalt, was da von draußen auf unseren Tischen landen kann. Den größten Teil der Monatsblätter nehmen natürlich die Abbildungen ein. Nur am unteren Rand ist der so genannte Nutzteil zu sehen. Also die Wochentage. Die interessieren eh niemanden mehr, wenn die Motive erst einmal aufgeschlagen sind.

Paradiesvogel Kalender 2019

Na, das sind ja ein paar schräge Vögel! Und so erhaben. So bunt. So farbenprächtig! Das neue Jahr beginnt mit dem Silvesterabend dieses Jahres. Eine rauschende Party mit so manchem Paradiesvogel läutet das neue Jahr ein. Der Große Paradiesvogel macht den Anfang. Sein braun-gelbes Gefieder erlaubt es ihm ohne Unterlass unterm Himmelszelt herumzufliegen. Und nie den Boden zu berühren. Weswegen sie auch keine Füße haben. Legende? Nein. Real. Im pazifischen Raum, südlich Neuguineas, wo sie beheimatet sind, nennt man sie auch Göttervögel.

Neben der eindrucksvollen Abbildung hat man in dem kurzen Text schon wieder was gelernt. Aber vor allem das Auge verwöhnt. Ende Februar breitet der Grünflügelara sein Gefieder vor dem Betrachter aus. Geschickt krallt er sich an einem Zweig fest. Wer ganz nah an das Bild herantritt, erkennt die detailreiche Arbeit an den Federn. Wieder einen Schritt zurück und das Bild erscheint in einem völlig neuen Licht. So geht es über fünfzig Mal im kommenden Jahr. Elfenbeinspechte aus Nordamerika, der Arfak-Strahlen-Paradiesvogel (aha, es gibt also mehrere Paradiesvögel –wie im richtigen Leben) oder der Goldfasan, den man fast überall auf der Welt besichtigen kann, zeigen sich von ihrer besten – gezeichneten – Seite.

So verleiten sie den Betrachter zum Genauer-Hinsehen. Feinste Striche, elegante Schattierungen und eine üppige Farbpalette lassen das Auge kaum satt sehen. Die Schwarzkehl-Paradieselster verheißt auf den ersten Blick nicht gerade Farbenvielfalt. Vielmehr fällt das Verhältnis von kleinem Körper und langen Schwanzfedern als Erstes auf. Doch das Grün der Bauchfedern lässt einem schon mal einen genaueren Blick riskieren. Dann erst sieht man, dass Braun nicht automatisch gleich braun ist.

Die nostalgischen Abbildungen sind ein Hingucker und eine Zierde für jede Wohnungswandgestaltung. Und jede Woche gibt es ein neues paradiesisches Wunder.

Küste & Meer Kalender 2019

Das Leben entstand bekanntlich im Meer. Und als es an Land kam, hinterließ „im Kindergarten“ einiges, was bis heute für Überraschungen sorgt. Da schwimmen Fische, die flach wie eine Scholle sind. Oder Seesterne, deren Farbigkeit und Formenvielfalt für offene Augen und Münder sorgen. Oder Muscheln, die in Form und Farbgestaltung jeden Malermeister und jeden Stiftakrobaten vor Neid erblassen lassen.

Jedes einzelne Wochenblatt ist ein Augenschmaus und Glücklichmacher. Die nostalgischen Zeichnungen sind einfach nicht zu übersehen und laden zum Verweilen ein. Schatzsuchen am Strand, Beobachtungen in Meeresnähe und Tauchgänge werden von nun an von der Sehnsucht getrieben die Abbildungen nun endlich einmal in realer Umgebung sehen zu dürfen.

Die kurzen Erläuterungstexte informieren kurz und knackig, sie wecken den Forschergeist im Betrachter.

Da ist es fast schon zu schade, dass das Jahr nach nur zweiundfünfzig Wochen schon wieder vorbei ist. Kreisel- und Purpurschnecken, Schirmquallen (allein dieses Kalenderblatt Mitte August wird sieben Tage lang für Innehalten sorgen – also nichts vornehmen für die Zeit vom 12. bis 18. August), Strandastern oder der Weißschwanz-Tropikvogel im Spiel mit dem Fregattvogel erzählen Geschichten, die man in keinem Buch der Welt so kompakt wiederfindet.

Ma

Paris ist für Massiré Dansira, Ma genannt, nicht das Paradies. Vielmehr ist es der Ort, der ihr die Möglichkeit bietet ihre Familie „durchzubringen“. Denn die lebt noch in Mali, mitten in Afrika, einem Land, das hierzulande nur durch Blauhelmmissionen und Attentate bekannt ist. Und sie bringt vier Kinder zur Welt. Einen Sohn als Erstgeborenen, welch ein Glück. Und dann ein Tochter.

Sie ist in Frankreich geboren. Ist also Französin, wird aber von ihrer Mutter, Ma, mit den Traditionen Malis gegängelt. Zumindest empfindet die aufsässige Tochter es so. Tradition ist wichtig, das wird ihr immer wieder eingeimpft. Und so wird zuhause Bambara gesprochen. In der Schule, auf der Straße, mit Freunden ist Französisch die Sprache der Tochter. Beide, Mutter und Tochter haben so ihren Kampf, der ihr Leben prägt. Nur mit dem Unterschied, dass Ma ihre Kämpfe schon hinter sich wähnte.

Die Tochter ist es auch, die mit Liebe und Würde von ihrer Mutter spricht und schreibt. Denn Ma ist nun nicht mehr da. Der Rückhalt, der ihr all die Jahre alles ermöglichte, den sie verfluchte, doch tief im Inneren verehrte und bis Ende liebte, ist nicht mehr. Sie erzählt vom Leben in der Fremde. Für Ma eine Welt, die sie nicht kannte. Nicht einmal vom Hörensagen. Die Verbindungen in die Heimat waren Mas Rückhalt, aber auch Fluch. Denn die Traditionen wurden auch hier in Paris von Männerräten hochgehalten. Freie Entfaltung Fehlanzeige.

Der Tochter geht es da schon einen Tick besser. Sie findet Zuflucht im Boxen. Ihr ist Mali so fremd wie es Paris einst ihrer Mutter war. Und sie ist erfolgreich…

„Ma“ ist der zweite Roman von Aya Cissoko. Auch sie wurde in Frankreich geboren. Auch sie fand ein rettendes Ufer im Boxsport, war sogar Weltmeisterin. Bis eine Wirbelsäulenfraktur ihrer sportlichen Karriere ein jähes Ende bereitete. Sie weiß wovon sie schreibt. Sie kennt die Aufmüpfigkeit der Jugend, besonders der zweiten Generation afrikanischer Einwanderer. Heute lebt sie in Paris und ist Schriftstellerin und Politologin. Das Besondere an diesem Buch ist die schonungslose Offenheit, mit der die Tochter ihrer Mutter ein Denkmal setzt. Weit entfernt von tränenrühriger Geschichte, dafür ganz nah am Leben beschreibt sie den Mut der Mutter sich gegen alle Widerstände durchzusetzen. Auch das färbt natürlich auf die Tochter ab. Durchsetzungsvermögen und schnelles Erfassen sind im Boxsport genauso (überlebens-)wichtig wie im „wahren Leben“. Die Einblicke, die man als Leser in die ach so fremde Kultur Malis erhält, sind so einmalig, dass sich sofortiges Verständnis für die eine oder andere beschriebene Situation einstellt. Das fremde Mali ist von jetzt an Geschichte, die Wurzeln des Landes können nie mehr verleugnet werden. Dank Aya Cissoko.

Kalender „Two Of Us“

„Let’s Talk“, „Telling Time“ und nun „Two Of Us“. Soll die Kalender-Trilogie mit Werken von Mehrdad Zaeri und Freunden schon zu Ende sein? Dann wäre 2018 ein trauriges Jahr. Zwei Jahre haben seine Kalender den Betrachter durchs Jahr begleitet, haben die Bilder zum Nachdenken angeregt, ein Schmunzeln ins Gesicht gezaubert, die Kunstwelt bereichert. Doch sind wir optimistisch und wagen schon mal schon mal einen Blick ins neue Jahr.

In jedem Monat zeigen Mehrdad Zaeri und einer Freunde wie Reza Riahi, Ellie Zahedi, Marie Lafrance und Nelleke Verhoeff, wie sie sich Zweisamkeit vorstellen. Und wie in jedem guten „Schöner-Schreiben-Seminar“ kommen unterschiedliche Ergebnisse heraus. Schwarz-Weiß, knallbunt, Skizzen, Farbexplosionen, skurrile Charaktere, stilistische Brüche – die ganze Vielfalt der künstlerischen Phantasie wird auf Papier gebannt. Man kann es kaum erwarten nach zwei Wochen endlich umblättern zu dürfen.

Auch wenn man sich in Bildergalerien nicht heimisch fühlt, kommt man dem Geheimnis der Bilder schnell auf den Grund. Es sind die Perspektiven, die die Protagonisten einnehmen. Wenn zwei Schiffbrüchige sich auf dem Meer begegnen, ein Riese und ein Zwerg, dann erwartet man, dass der Zwerg flehentlich um Hilfe bettelt. Bei „Two Of Us“ wird die Welt auf den Kopf gestellt.

Apropos auf den Kopf stellen. Derzeit scheint ja nichts mehr sicher zu sein. Prognosen fallen ins Wasser wie ein riesiger Felsen am Meeresrand. Alle Analysten werden vollgespritzt mit dem Ergebnis dieses Falls. Ist die Welt aus dem Lot? Ganz so schlimm scheint es doch nicht zu sein. Solange der Humor noch atmen kann, ist Rettung noch in Sicht, ist sie greifbar. So sehen es auch die an diesem Kalender beteiligten Künstler. Mag die Welt auch noch so grau sein, es geht immer weiter. Man muss sich nur aufeinander einlassen können. Ob nun zu Zweit wie in „Two Of Us“ oder im „wahren Leben“.

Dieser Kalender ist zeigt wie man es machen kann, dass zwei mit-, neben- und füreinander da sind. Jedes Bild erzählt gleich mehrere Geschichten. Und jedes Mal, wenn man an diesem Kalender vorbeikommt, fällt einem eine andere Story ein.

Und vielleicht wird ja aus der Trilogie mal eine Tetralogie, Pentalogie, Hexa… Oder es kommt etwas ganz Neues – Hauptsache, dass Mehrdad Zaeris sinnliche Reisen weitergehen.

Thorbeckes Obst Kalender 2018

 

Die Aprikose als Kunstform. Der Apfel als Museumsobjekt. Die Süßkirsche als Bote des Hochsommers. Es müssen nicht immer die großen Meister sein, die uns unseren Alltag ins rechte Licht setzen. Nicht immer nur überladene massive Holztische, von denen die Trauben lust- und bedeutungsvoll so wohlig dargeboten werden. Es gab tatsächlich eine Zeit, in der Erdbeeren als eine Neuentdeckung galt. Und da man nicht mal schnell sein Smartphone zücken und diese Neuentdeckung posten konnte, waren es die Wissenschaftler, die mit dem Stift besonders gut umgehen konnten, die der Nachwelt zeichnerisch ihre Entdeckungen kundtaten. Und jetzt stelle man sich vor, jede Woche eine neue Expedition ins Reich der Vitamin-Fauna unternehmen zu können. Man muss nur den Blick geradeaus richten und sich auf das Abenteuer Nostalgie einlassen.

Dieser Wochenkalender mit seinen sechsundfünfzig Blättern ist mehr als nur eine Zierde einer stilvoll eingerichteten Küche. Feinste Striche, kräftige Farben, klare Konturen zeichnen dieses kleine Kunstwerk für jedermann aus. Mal überladen, mal übersichtlich wie ein Almanach galoppiert der Betrachter durchs Obstjahr und kann sich in kurzen Texten ein wenig informieren, was er denn da sieht. Und schon bekommt man Appetit. Auf Mandeln, auf Papaya, auf Pfirsiche, auf Birnen, auf Reneklode … auf was? Reneklode! Was ist das denn? In der Woche vom 30. Juli bis zum 5. August wird man es erfahren. So viel sei schon verraten, es handelt sich um eine Pflaumensorte, deren Name royalen Ursprungs ist. Und schon hat man wieder was gelernt beim Museumsbesuch in den eigenen vier Wänden.

Oft kommt einem beim Spaziergang das Wort Pracht in den Sinn. Blütenpracht, die einen überwältigt, wenn die Natur in voller Blüte steht. Die Augen quellen über vor Freude über so viel Farben- und Formenspiel. Doch leider ist diese Zeit schnell vorüber. Mit diesem Kalender dauert sie nun exakt dreihunderteinundsiebzig Tage. Ein Jahr und dann noch sechs Tage von 2019. Und jede Woche kommt Obst in den Sinn, auf den Tisch, an die Wand. Und jeden Tag erfreut man sich an der Vielfalt der Natur. Und … und … und.

Es müssen nicht immer die selbst gemachten hochauflösenden Bilder sein, die Erinnerungen hervorrufen. Ein bisschen Nostalgie gefällig? Bitte sehr, hier kommt die Vitaminbombe fürs Auge!

Wolf und Leonard Erlbruchs Kinderzimmerkalender 2017

Wolf Erlbruchs Kinderzimmerkalender 2017

Alt und Jung, erfahren und neugierig, gelassen und ungestüm – oder einfach Vater und Sohn. Die Reibungspunkte sind genetisch vorgegeben, genauso wie die Beäugung von Anfang an. Das ungleiche und doch so ähnliche Paar zu beobachten, ist immer ein Blickfang. So auch bei Wolf und Leonard Erlbruch. Staffelübergabe inklusive. Denn passend zum Thema wird nun der Filius Kalender beim Peter-Hammer-Verlag gestalten. 2017 ist das Übergangsjahr, in dem beide zusammen ihr Können unter Beweis stellen.

Zwölf Mal darf nun der Betrachter vor den großformatigen Bildern verweilen und kommt schnell ins Nachdenken, nicht Grübeln. Der fürsorgliche Vater, der sich um ein warmes Umfeld für seinen Stammhalter sorgt und auch schon mal vermeintliche Mutteraufgaben übernimmt. Als Dank gibt es dann auch mal Ablehnung – so viel zu den Reibungspunkten. Nachahmer in Kinderschuhen, ein Bild, das man so oder ähnlich schon öfters gesehen hat.

Es ist ein Jahresfest sich diesen Kalender nicht nur als Dekoration ins Zimmer zu hängen. Unweigerlich spinnt man sich seine eigenen Geschichten zusammen. Ein planschender Bärenjunge, Papa Bär hängt am Sprungbrett. Hat der „Alte“ etwa Angst? Dem Jungen freut’s! Und wer‘s nicht gesehen hat, wird’s nicht glauben: Auch Gänse spielen Indianer, so richtig mit Pfeil und Bogen.

Noch nie waren vermenschlichte Tiere so authentisch und ohne Kitsch die bestimmenden Wandelemente. Fernab jedweder Klischees beweist das Vater-Sohn-Gespann Erlbruch, was jahrelanges Zusammenleben und Arbeiten hervorbringen kann. Farbenfroh, ironisch, naiv, lebensfroh, dramatisch – die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Vater und Sohn – ein Hingucker für jeden Tag!