Sardinien

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Korsika oder Sardinien? Savoir-vivre oder dolce vita? Die Entscheidung fällt schwer. Die beiden Schwesterinseln ähneln sich und sind doch so verschieden. Die Eigenheiten einer jeden Insel herauszuheben, ist die verantwortungsvolle, aber auch dankbare Aufgabe eines Reisebandes. Und wenn es um Reisebände für Individual- wie Pauschaltouristen geht, lautet die erste Adresse Michael Müller Verlag, Erlangen. Seit über 30 Jahren erlangen die Reisebände aus der fränkischen Reisebuchmetropole Preise über Preise. Und das mit Recht!

Eberhard Fohrer stellt dies mit der 14. Auflage des Sardinien-Reisebandes einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis. Wenn man nachrechnet, behandelt jede Seite 34 km² Insel oder jede Zeile etwas mehr als einen halben Quadratkilometer. Das nennt man dann wohl ergiebige Recherche. Besonders für den Leser! Denn was macht man auf einer Insel im Mittelmeer, die so abwechslungsreich ist wie Sardinien? Man erkundet sie. Was erkundet man? Siehe Seite 1 bis 708 dieses Buches. Wo anfangen?

Natürlich zuhause im Sessel auf Seite Eins. Das schwärmt der Autor zu Beginn von der „Karibik Europas“. Und schon hat er den Leser gepackt. Es folgen Landeskunde, Tipps zur An- und Weiterreise auf der Insel sowie der reisepraktische Teil. Das ist Standard beim Michael-Müller-Verlag und trifft genau den Nerv des interessierten Reisenden.

Und dann geht es Schlag auf Schlag. Jedoch ohne Hektik. Die Kapitel sind nach den Himmelsrichtungen und dem Inneren der Insel gegliedert. Zahlreiche Touren und Übersichtskarten erlauben es die Insel von A bis Z kennenzulernen. Fast 300 Abbildungen – allesamt in Farbe, was einzigartig in der unendlichen Bibliothek der Reisebände des Mittelmeeres ist – verwandeln das geschriebene Wort in Eindrücke, die man selbst erlebt zu haben scheint. Aber noch steht die Reise vor der Tür. Hier ein Happen, da ein Bissen – der Reiseband funktioniert wie das Füttern eines Kleinkindes. Der Appetit wächst mit dem Essen. Leider ist es bei diesem Buch so, dass ca. ab Seite 130 die Augen zu groß für den Magen werden. Denn da gibt es die ersten handfesten kulinarischen Tipps. Ab jetzt wird das Buch zum Pulsbeschleuniger. Parallel sucht man im Internet schon die günstigsten Angebote heraus. Am besten gleich auf der Homepage des Verlages, denn dort gibt es nicht nur Bücher, sondern auch ein Reiseportal.

Aber zurück zum Buch. Eberhard Fohrer leitet den Leser geduldig und fast schon allwissend durch das dichte Gestrüpp der Informationen. Klar gegliedert weist er auf die wirklichen, besuchswerten Punkte der Insel hin. Mit 708 Seiten ist dieses Buch nicht gerade ein Leichtgewicht unter den Reisebänden, auch mit der beiliegenden Karte ein unverzichtbares Werkzeug, ein so genanntes Traveltool, auf einer der aufregendsten Inseln der Welt. Wer ihn nicht hat, muss sich halt mit Sardinen auf Sardinien begnügen.

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