Über sieben Milliarden Menschen leben auf der Erde. Jeder ist einzigartig, jeder hat seine ganz eigenen Fähigkeiten. Klar, dass man hier und da gehörig ins Staunen kommt. „True stories“ ist das Spiel, das jeden Mitspieler fasziniert. Ein Spieler liest die Frage von einer der dreihundert Karten vor. Die Fragen sind so irre, dass entweder alle möglichen Antworten richtig sein könnten als auch gar keine. Jetzt müssen die Anderen aus der einen richtigen und der einen vorgelesenen falschen Antwort ihre Tipps abgeben. Das geschieht vorerst geheim. Jeder hat eine Karte mit „A“ oder „B“. Wenn alle ihre Wahl getroffen haben, werden die Antwortkarten umgedreht. Wer richtig liegt, bekommt einen Punkt. Wer falsch liegt, gibt seinen Punkt an den Vorleser. Die Fragen kommen aus allen Bereichen der Gesellschaft. Manchmal muss man einfach raten, manchmal kann man sich die Antwort herleiten, wenn man es nicht weiß. Doch wer weiß schon wie reich der Sultan von Brunei ist, um sich was leisten zu können? Ein kurzweiliges Spiel mit andauerndem Aha-Effekt.
Paris Skyline in 3D
Anderthalb Meter Paris – wie soll das denn gehen? Ganz einfach. Vorsichtig das Leporello (upps, jetzt ist es raus – das Geheimnis und auch das Leporello). Aufklappen und noch einmal die schönste Zeit des Jahres Revue passieren lassen. Noch einmal in 3D am Eiffelturm, an Notre Dame, dem Musée d’Orsay vorbeischlendern und das Erlebte noch einmal erleben. „Weißt Du noch?“ wird zur häufig gestellten Frage. Nicht antworten! Schauen, gucken, betrachten, schwelgen, erinnern.
Krabbelkäfer Spielwelt
Ein ganzes Haus für unterwegs. Alle Mitglieder der Krabbelkäferfamilie finden darin Platz, um einen Ausflug ins Grüne zu machen. Biene, Schmetterling, Marienkäfer, eine Raupe und eine Schnecke verlassen ihr Haus, um im Grünen Klara zu begrüßen. Zum Picknick versammeln sich alle am Fliegenpilztisch. Das Blümchen reckt sich sehnsüchtig nach den ersten Sonnenstrahlen. Zu vorgerückter Stunde kommen alle wieder zusammen. Dann wird es Zeit sich im Haus ein lauschiges Plätzchen zu suchen. Tür zu. Henkel schnappen und ab geht es ins Herrenhaus. Morgen wartet wieder ein Tag voller Abenteuer.
Laufhühnchen
Lauf, Hühnchen, lauf! Fang den Wurm! Ostern ist das erste Fest nach dem großen Frühjahrsputz, an dem die eigenen vier Wände wieder geschmückt werden. Die graue Jahreszeit ist vorbei. Die Sonne lacht. Farbenspiele erfreuen Herz und Auge. Doch jedes Jahr die gleiche Deko? Da muss neuer Wind rein. Dieses niedliche neugierige Hühnchen ist auf der vergeblichen Jagd nach dem Wurm. Der zappelt fröhlich an der Leine, hängt vom Tisch herab und Hühnchen wackelt treu hinterher. Sieger bleibt jedoch der Wurm. An der Tischkante ist Schluss.
Pocketquiz Filmzitate
Kennen Sie auch die Kinobesucher, die jeden Satz nach- oder mitsprechen? Oder schlimmer noch: Vorwegnehmen! Hier kommt die Rache der Genervten! Nicht jedes Filmzitat zeugt von eingehender Strahlkraft. Man denke nur an „Rambo III“, wenn Sylvester Stallone phlegmatisch erklärt wozu blaues Licht gut ist. Doch in welchem Film braucht man keine Straßen? Star wars? Raumschiff Surprise? Falsch! Es ist … ach nein. Das muss jeder selbst herausfinden. Wer mit Zitaten umgehen kann, besticht durch Weltläufigkeit. Wer aus Filmen zitieren kann, lockert eine Gesprächsrunde auf. Mit den 150 Fragen und passenden Antworten ist man in jeder Situation gegen peinliches Schweigen gewappnet. Schauen Sie ihrem Gegenüber in die Augen, loben Sie den Geruch von Kaffee am Morgen (leicht abgewandelt, okay, aber der Film dürfte bekannt sein, oder?!) und am Ende des Tages gewinnt man oder verliert man. Drei Zitate, wer kann sie zuordnen?
Schäfchen Anspitzer-Radiergummi
Bei Schokoladenosterhasen oder –weihnachtsmännern ist es immer zuerst der Kopf, der dran glauben muss. Bei diesem Radiergummi mit Spitzer und Auffangreservoir kann man zuerst die Wolle runterrubbeln oder mit den Füßen anfangen oder das Schaf mit der Nase auf die Fehler stoßen. Für fehlerlose Arbeiter ist einfach nur ein niedliches Accessoire, gut zu wissen, dass man etwas hat, das die Fehler wegmäht.
ABC-123-Papierklammern
Mal ehrlich: Wenn ein Stapel Papier auf den Schreibtisch flattert, landet der erstmal auf dem „zu erledigen“-Stapel. Dort fristet er ein kümmerliches Dasein als Fetzen Arbeit. Nichts daran, was einem die Freude auf das Abarbeiten versüßen könnte. Da wäre es doch schön, wenn beispielsweise witzige Büroklammern die Aufmerksamkeit auf die kommenden Aufgaben ein wenig schmackhaft machen würden. Als Zahlen oder Buchstaben erregen sie Aufmerksamkeit. Oder sie dienen als Ordnungssystem: Zuerst A, dann B, dann C usw. Oder Eins, zwei, drei… Eine weitere Möglichkeit ist, dass man mit den Büroklammern dem Nachwuchs Zahlen und Buchstaben beibringt. Bunt sind sie ja schon.
Wie kommt die Katze in die Oper?
Der Titel macht neugierig. Was hat denn eine Katze in der Oper mit römischen Impressionen zu tun? Klassikfans, aber nur die Eingefleischten kennen vielleicht die Anekdote über die misslungene Premiere von Rossinis „Barbier von Sevilla“. Da hatten Spötter eine Katze auf die Bühne gescheucht. Zusammen mit anderen Missgeschicken geriet die Aufführung zu einem Desaster erster Güte.
Doch Gerhard Fischer hat noch mehr auf Lager, wenn er denn so durch die Ewige Stadt schlendert. Er war oft in Rom. Kennt die Stadt wie nur wenige Besucher. Das kommt auch daher, dass er immer mit dem Zug am Roma Termini ankommt. Seiner Meinung nach ist das Ankommen der spannendste Moment. Wenn man das Buch nach diesem Satz kurz herunternimmt und die Worte sacken lässt, weiß man diese Weisheit zu schätzen. Die Spannung wächst, was wird man sehen, was erleben? Und in Rom nimmt die Reihe an Fragen einfach nicht ab. Es gibt wirklich nur sehr wenige Städte, die derartige vollgestopft sind mit Zeugnissen der Geschichte.
Deswegen hat sich Gerhard Fischer entschieden nicht auf die offensichtlichen Schönheiten Roms einzugehen. Es sind die Kleinode am Rande, die Geschichten herum, die er zum Besten gibt. Wie die Piazza Sant’Ignazio. Wer ihn nicht kennt, erfreut sich sicher an der Architektur (eine Abbildung vom Autor selbst gemacht bestätigt diese Annahme), aber was sich hinter den Fassaden verbirgt, weiß man nur, wenn man dieses Buch zur Hand hat.
„Wie kommt die Katze in die Oper?“ ist eine kurzweiliger Reisebegleiter, den man getrost immer dabei haben kann, wenn man Rom besucht. Bei einer Merenda (Zwischenmahlzeit) ein bisschen darin blättern und schon geht’s weiter.
Morgen werde ich zwanzig
Als Zehnjähriger hat man es nicht leicht. Überall auf der Welt, zu jeder Zeit. Michel ist zehn, es sind die Siebziger, und er hat es nicht leicht. Seine Freundin Caroline, die zwei Jahre älter ist und – wie Mama Pauline sagt „entwickelt“ – will ihn heiraten. Tonton Rene, Mama Paulines Bruder, ist ein waschechter moderner Kommunist. Marx und Engels verbindet er mit den Annehmlichkeiten der kapitalistischen Welt. Außerdem hat er es auf das Erbe der Mutter abgesehen. Und sitzt deswegen Mama Pauline ständig im Nacken. Papa Roger pendelt immer zwischen Mama Pauline und Mama Marine Hin und Her. Michel hat es echt nicht leicht.
Michels Welt dreht sich um Caroline, die plötzlich mit ihm Schluss macht, weil er ihr keine Gedichte schreibt (was „ihr Neuer“ natürlich macht). Sie dreht sich um Idi Amin Dada, den Menschenfresser aus Uganda. Und sie dreht sich um den gestürzten Schah von Persien. Das alles erfährt er von Papa Roger und dem neuen Radio, mit Rekorder. Papa Roger regt sich ungeheuerlich über das Weltgeschehen auf. Doch viel spannender sind letztendlich der Rekorder und die Kassette von dem Mann mit dem Schnurbart, der pausenlos von einem Baum singt. Michel findet das lustig. Doch der Rekorder muss geheim bleiben, niemand aus der Nachbarschaft darf davon erfahren. Denn Michel gehört jetzt zu den Kapitalisten.
Im Schlafzimmer findet er Bücher. Unter anderem von Arthur Rimbaud. Sie faszinieren ihn. Wenn immer möglich zieht er Vergleiche mit dem großen Dichter. Rimbaud, die geschassten Oberhäupter Irans, Ugandas oder Zentralafrikas schwirren im Hirn des kleinen Michel herum. Trotzdem ist er in der Schule nur Durchschnitt. Doch die Gedankengänge lassen ihn und Caroline wieder enger zusammenrücken.
Alain Mabanckou erzählt mit der Leichtigkeit eines Kindes aus dem Leben eines Jungen, der der Zeit das Beste abzuringen versucht. Materiell geht es ihm gut, doch deswegen versteht er noch lange nicht die Welt der Erwachsenen, zu der ja auch eines Tages gehören wird.
Doch eigentlich ist er schon mittendrin. Tagtäglich hört er die Nachrichten. Sie sind Bestandteil seines Lebens. Er fragt sich, warum immer nur Schlechtes in der Welt passiert. Michel ist viel früher erwachsen als ihm lieb sein kann. Er nimmt es mit der Unbekümmertheit eines Kindes hin.
„Morgen werde ich zwanzig“ ist aus der Sicht eines Jungen geschrieben, der dem Leser Afrika zeigt wie kaum jemand zuvor. Alain Mabanckou trifft mit jeder Silbe die Seele Afrikas.
Wien abseits der Pfade, Band 1
Wien liegt seinen Besuchern zu Füßen. Wie ein offenes Buch zeigt es, was es hat. Wien erkunden ist ein Leichtes. Doch das wahre Wien zu entdecken, bedarf einiger Kniffe. Einer dieser Kniffe ist Wolfgang Salomon gelungen. „Wien abseits der Pfade“ klingt auf den ersten Blick wie eines der abgedroschenen Bücher, die mit viel Tamtam Großes ankündigen und dann doch nur das Offensichtliche halten. Dieses Buch bildet die rühmliche Ausnahme!
Der viel zitierte Wiener Schmäh und die Todessehnsucht bekommt man als Tourist nur mit, wenn man Augen und Ohren offenhält. Sehr weit offen! Für viele ist der Zentralfriedhof deswegen der zentrale Ausgangsort für Erkundungen. Stundenlang kann auf ihm herumschlendern. Wolfgang Salomon überlässt dieses touristische Highlight den Touristen und trifft auf dem Friedhof des Kahlenbergerdorfes Monika Pluhar. Von hier hat man den schönsten Blick auf die Donau. Die in Deutschland vor allem als Schauspielerin bekannte Wienerin sinniert mit ihm über Marisa Mell. Ihr abwechslungsreiches Leben (sie drehte mit Mastroianni, verarmte und starb mit knapp über fünfzig an Krebs) machen diesen Ausflug zu einem bemerkenswerten Seelentrip ins Herz Wiens. Das am Rande gelegene Gebiet wird dadurch ins Zentrum gerückt.
Filmisch hat Wien so einiges zu bieten. „Der dritte Mann“ wurde hier gedreht. Eine Führung auf den Spuren des dritten Mannes lohnt sich vor allem für Cineasten. Doch auch hier gilt wieder: In Wien wurde nicht nur einmal für Höhepunkte gesorgt. Das Volxkino sorgt seit über zwei Jahrzehnt für Leinwandhöhepunkte. Nicht als Produzent, sondern als fahrendes Kino. Märkte, öffentliche Plätze und Parkanlagen werden zu Kinosesseln für blockbustermüde Augen und Ohren.
Der Fiaker-Willi ist selbst für einen erfahrenen Wiener wie den Autor ein Füllhorn an Geschichten. Schon vor dem Einsteigen wird einem klar, dass das nun Folgende einzigartig sein wird…
Wiens ausgetretene Touri-Pfade zu verlassen, kommt einer Pilgerfahrt gleich. Wolfgang Salomon sorgt mit seiner beschwingten Schreibweise für Kurzweil. Das Klappern der Hufe während der Fiakerfahrt, das Rascheln der Bäume, die ihre Geschichten erzählen oder das Schwelgen in transdanubischer Lebenslust, wenn er durch Floridsdorf schlendert, machen dem Leser den Mund wässrig. Als Zusatz zu einem Reiseband ist dieses Buch ein wahres Kleinod. Leider viel zu schnell zu Ende. Doch es gibt Hoffnung! Noch 2015 soll der zweite Band erscheinen.





