Alles auf Null gesetzt. Diese eine Chance. Das muss klappen. Dan Selby hat sich selbständig gemacht. Eine neue Technologie soll ihm und seiner Frau Rachel den ersehnten Wohlstand bringen. Warren ist sein Geschäftspartner, kümmert sich ums Marketing, die Homepage etc. Natürlich schwingt im Unterbewusstsein immer die Angst mit, dass das alles in die Hose gehen kann. Aber der Optimismus ist stärker. Bis…
Das Buch beginnt mit einer leicht nachvollziehbaren Szene. Dan, hat irgendwas an seinen Händen. Es klebt, ist feucht und tropft den Bürgersteig und die Straße voll. Da es sich bei „Alles endet hier“ NICHT um eine Liebesschnulze mit einer ergebenen langhaarigen Blondine auf dem Cover handelt, sondern um einen knallharten Krimi, kann man sich die Szenerie gut vorstellen. Besonders im Boston Accent muss es besonders eindrücklich klingen…
Nun gut. Warren entpuppt sich als wahrhaftes Ekel. Er ist cholerisch, das wussten Dan und Rachel. Und er ist schnell eingeschnappt. Aber das ist solange okay bis er die Reißleine zieht. Das gemeinsame Geschäft steht und fällt mit der Homepage. Die, die Warren konzipiert hat und allein verantwortlich ist. Dann will eines Morgens die Homepage öffnen – da prangt ihm ein dicker, fetter Stinkefinger entgegen. Jetzt ist er völlig durchgeknallt, denkt Dan und meint damit Warren. Was sollen die Kunden denken?! Der Streit, der der Lahmlegung der Seite vorausgegangen war, deutete schon auf eine Eskalation hin. Doch das Warren soweit geht? Dann will ihn zu Rede stellen. Dann die Eskalation. Es fließt zum ersten Mal Blut bzw. wird die (fünfte) Ehefrau von Warren verletzt. Polizei, Sirenen, das volle Programm inkl. Anklage, Verteidiger. Die ohnehin angespannte Finanzsituation von Dan und Rachel wird dramatisch weiter unter Spannung gesetzt.
Marat, ein russischer, optisch nicht unbedingt als Frauenheld dienender „Freund“ von Dan hat eine verrückte Idee. Er kenne jemanden, der jemanden kennt, der jemanden besorgen kann, der das Problem (Warren) löst, sofort wieder verschwindet und bis auf eine paar tausend Dollar weniger auf dem Konto, ist kein größerer Schaden entstanden. Dan wiegelt ab. Dan will in der Sache nicht noch mehr Öl ins Feuer gießen. Tja, ein Fehler macht einen anderen Fehler nicht wieder wett. Doch ein Fehler kann weitreichende Folgen haben … zum Beispiel etwas Feuchtes, etwas Klebriges an den Händen.
Dave Zeltserman dreht ordentlich an der Eskalationsspirale zweier Menschen, die den Status „nahe der Verzweiflung“ schon längst hinter sich gebracht haben. Und der, der – gerechtfertigt oder nicht – als enervierende Gleichgültigkeit seine Gegenüber das Weiße in die Augen schießen lässt, konnte nun wirklich nicht davon ausgehen, dass alles so kommt. Denn irgendwann ist auch mal Schluss! Der Weg dorthin ist an Spannung nicht zu überbieten. Die Welt ist schlecht. Aber auch unfassbar spannend nachlesbar!









