Sobald man im Hafen ist, ist die Seefahrerromantik eines Kapitäns auch schon dahin. Man muss sich anmelden, Papiere vorlegen und ausfüllen, den ganzen bürokratischen Kram erledigen. Vorbei die Zeit, in der das Auge tage-, wochen-, manchmal sogar monatelang über das Wasser schweifte und der Horizont einfach nicht näher kam.
Und dann ist man endlich an Land. Ein neues Leben beginnt. All das vertraute der letzten Zeit weicht einem neuen Rhythmus. All das Vertraute der Zeit davor, beginnt sich wieder zu entfalten. Und das ausgezeichnete (warum ausgezeichnet? – sein Name wird es gleich verraten!) Nörgeln des Ersten Offiziers – Mr. Burns! – hat wohl nun auch endlich ein Ende. So ergeht es dem jungen Kapitän, der im Hafen einer nicht weiter benannten Insel ankert.
Und schon hat er Gesellschaft. Mr. Jacobus ist ein Redner, ein Händler, ein Kuppler wie er im Buche steht. Als junger Kapitän muss man sich da schon eine Strategie zurechtlegen, um nicht vollends über den Tisch gezogen zu werden. Als nicht gerade als Glückspilz geborener Kapitän, der dringend Ladung benötigt, um die klamme Kasse zu füllen, muss man noch vorsichtiger sein. Und man darf sich auf gar keinen Fall auf dubiose Geschäfte einlassen. Jeder Deal, der noch so verlockend erscheint, jedes noch so gute Angebot, muss man abwägen. Und doch lauert hinter jedem Halbsatz von Jacobus die Hoffnung, das man dieses Mal, man selbst, genau in diesem Moment vielleicht doch der eine Glückspilz ist, der den Unkenrufen und aller Vorsicht eine Nase dreht…
Joseph Conrad kannte die Tücken des Reisens. Er war einer der letzten Weltenbummler und Literaten von Weltformat. Seine „Reise ins Herz der Finsternis“ diente Francis Ford Coppola als Vorlage für „Apocalypse Now!“. Die Welt war sein. Den Menschen, die er traf, schaute er selbst ins Herz. Tragödien, Dramen, aber auch Glück und Zuversicht waren ihm nicht fremd. In dieser Geschichte tut er eine Grube auf, deren Boden tief im Dunkeln liegt. Stets möchte man den jungen Kapitän zurufen, dass er die Finger von diesem oder jenem lassen soll. Doch dann wäre die Spannung weg! Also folgt man ihm in die Dunkelheit und hält Ausschau nach dem Funken, der so oft als Hoffnung bezeichnet wird. Wird es dazu kommen?









