Zum Quartett gehören Vier. Das ist unumstößlich. Sobald eine oder einer fehlt, ist es nicht mehr dasselbe. Und schon gar kein Quartett! Lorenzo Verro ist Mitglied des Musikerquartetts Arcimboldo. Sie sind erfolgreich, spielen Verdi, Brahms, Mozart. Nach einem umjubelten Touraufktakt wollen die Vier – das Quartett – noch ein bisschen feiern. In einem kleinen ristorante, ruhig, abgelegen, für sich allein. Lornezo schafft es nicht bis dahin. Er wird in einer engen Gasse erstochen. Um Mitternacht herum.
Commissario Di Bernardo leitet die Ermittlungen. Der Morgen beginnt wie er zu beginnen hat. Bei einem Caffè in seinem Büro. Alle sind da. Genießen die Vorzüge einer exzellenten Kaffeemaschine. Und die Ruhe vor dem Sturm, wenn der Chef wieder seine reden schwingt. Das Team kennt sich. Eine eingeschworene Gemeinschaft. Einer fehlt, was durch Giulia, die Neue aber erstklassig ausgeglichen wird. Dann kommen die Fakten zum Mordfall in der Nacht.
Es ist regnerisch im römischen Herbst des Jahres 2025. Das kann man schnell mal ausrutschen. Ein Ausrutscher war der Mord am ersten Geiger des Quartetts bestimmt nicht. Das war gut geplant und noch besser umgesetzt. Denn Di Bernardo und sein Team tappen verdammt lange im Dunkeln, und das liegt nicht an der Jahreszeit! Schnell ist klar, dass das Quartett Arcimboldo auf der Bühne einwandfrei funktioniert. Doch wie so oft – Di Bernardo hatte schon einmal einen Mord in Künstlerkreisen, sein Name war der titelgebend für den Vorgängerroman – herrscht hinter den Kulissen nicht nur ungetrübte Eintracht.
Die Neue, Giulia, macht sich gut in der Truppe, Manchmal etwas ruppig. Das gefällt Di Bernardo fast schon. Doch auch sie tut sich schwer mit dem Motiv für die Tat.
Natasha Korsakova ist Violinistin, selbst Künstlerin auf hohem Niveau. Ihre Kenntnis von der Branche und der Musik, gepaart mit dem Drang als Schriftstellerin auch andere Kunstinteressierte zu begeistern, machen auch dieses Mal nicht Halt vor großen Erwartungen. Sie erfüllt jeden Wunsch nach Spannung und geschickt verquickten Verbindungen. Sanft streicht der Spannungsbogen über den Klangkörper des Verbrechens. Der Täter summt noch im Verborgenen vor sich hin bis er im furiosen Finale die Waffen streckt und im Jammertal der Schuld sein Ende findet.
Und auf die Ohren gibt’s auch noch was! An mehreren Enden der Kapitel verführen QR-Codes zum Weiterhören. Von Verdi bis Mozart gibt es die passende musikalische Untermalung. Stimmungsvoller kann der Musiksommer 2026 nicht beginnen!









