Wenn im Discounter um die Ecke ab dem Spätsommer/Frühherbst die ersten Weihnachtleckereien der vergangenen Saison zu Preisen der Zukunft den Weg versperren, weiß man sofort: Bald schon ist Weihnachtszeit! Und bald schon wird es früher dunkel. Das Wetter schlägt um. Man möchte sich einmummeln und wie ein Bär Winterschlaf halten. Dann verpasst man aber auch die lauschigen Abende, die Atemwolken in klirrender Kälte (an den wenigen wirklich eiskalten Tagen) und den abendlichen Lichterglanz. Und man verpasst Weihnachten! Geschenke! Die Familie!
Die Stimmung um Weihnachten herum ist meist eh die friedlichste im ganzen Jahr. Meistens! Mit Plätzchen. Aber auch – und jetzt kommt`s: Mit den schaurigsten Geschichten der westlichen Welt. Denn wo Licht, da auch Schatten. Und jeder kann sich noch daran erinnern wie ihm „gedroht“ wurde, dass bei Nichtbefolgung der Regeln das Weihnachtsfest – oder besser: Die Geschenkübergabe – ausfallen würde. Oh je, welch Schmach! Weihnachten ohne Geschenke – da bleibt man dann doch lieber ganz brav. Is ja nur für kurz!
Bleiben wir noch ein wenig bei der gruseligen Seite der Weihnachtszeit. Den Krampus kennen wir alle. Mit Schellen behangen besucht er die, die sich nicht um Weihnachtskonventionen scheren. Diejenigen, die niemals brav waren, es nicht sind und sowohl niemals sein werden. Sie ereilt ein schreckliches Schicksal. Statt ho ho ho, gibt’s ein markerschütterndes Geschrei.
In Italien kommt Anfang Januar Befana. Die hat sich in der jüngeren Vergangenheit zu einer milden Bestraferin entwickelt. Bravi bambini bekommen dolce. Nicht so brave haben Kohle in ihren Socken. Mal sehen wie sich der Brauch verändert, wenn die Kohlevorräte endgültig aufgebraucht sind?! Horten die Discounter eigentlich schon Kohlevorräte, um dann mit der geballten Wucht der Nostalgiewelle Kohlestücke für horrende Preise an die gestressten Eltern zu verhökern, die meinen dass man das jetzt so tun muss?
Sarah Clegg reist durch das weltweite Winterwunderland und schnüffelt die gruseligsten Weihnachtsbräuche auf. Von Schweden bis Island (hier wird’s richtig heiß für die Abtrünnigen, aber es gibt auch eine Katze…), von Österreich bis Frankreich (hier wird der Fleischer zum Peitschenmann) hat sie die denkwürdigsten Bräuche erlebt und gesammelt.
Vielleicht reicht es ja sogar schon dem ungeduldigen Nachwuchs ein paar Seiten aus diesem buch vorzulesen, um ihn zur Weihnachtsräson zu bringen… Wer weiß?! Auf alle Fälle bringt dieses Buch in diesem Jahr jede Menge Lesespaß und echte Gedanken zur Weihnachtszeit auf den (Gaben-)Tisch.









