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Wappen im Mittelalter

Wappen im Mittelalter

Die ersten Begegnungen mit der Geschichte machen die meisten mit Ivanhoe, Robin Hood und edlen Rittern in ihren hübsch herausgeputzten Rüstungen. Oft erkennt man seinen Turnierfavoriten nur durch das Wappen auf seinem Schild. Doch warum hat er sich genau für dieses Symbol entschieden? Welche Geschichte steckt hinter dem Tier, der Anordnung der Symbole auf dem Schild?

Ein Wappen auf einem Schild oder einer Flagge war und ist der Identifikationspunkt unter dem man sich vereinigt (fühlt). Eine stilisierte Lilie weckt in einem Franzosen immer noch andere Gefühle als in einem Norweger, beispielsweise. Georg Scheibelreiter geht in seinem prachtvoll gestalteten Werk diesen Ursprüngen auf den Grund. Er sieht sein Buch nicht als Einführung in die geheimnisvolle Welt der Wappen und Symbole. Vielmehr ist es ein lesenswertes Nachschlagewerk für alle Geschichts- und Kulturinteressierten.

Im Mittelalter begann die Geschichte der Wappen sich zu einem festen Bestandteil des Lebens auszuweiten. Noch heute können wir in Museen farbenfrohe Abbildungen von Schlachten und Alltagsszenen bestaunen. Ohne das Wissen um Wappen und deren Bedeutung wären es nur vermummte Krieger auf Pferden in Kampfesposen. Die Wappen verraten uns die Zugehörigkeit zu einem Land, Staat oder Fürstentum. Auf die Schildformen sind unterschiedlich. Da gibt es Tartschen, Rautenschilde und Dreiecksschilde in verschiedenen Ausführungen. Ebenso die Helme.

Wer also Ritterfilme in Zukunft mit einem wissenden Auge sehen will, kommt an diesem Buch nicht vorbei. So ganz nebenbei wird der Blick für die Geschichte geschärft. Die bereits erwähnten farbenfrohen Abbildungen sind eine echte Augenweide. Sie erzählen nun genauer die Geschichte des Bildes. Wer wirbt da um Wen? Oder um welche Schlacht handelt es sich bei diesem Bild? Fragen, die in Zukunft einfacher zu beantworten sind. Für jedermann!

Mona Lisas dunkles Lächeln

Mona Lisas dunkles Lächeln

Dieser verdammte Krieg dauert noch fünfzig Tage. Wenn Emmerich Pöchmüller, der Direktor der Saline in Altaussee, das wüsste, würde sein Leben sicher anders verlaufen. Doch so bekommt er den Befehl von Gauleiter Eigruber die Saline zu sprengen. Warum nur? Diesen Befehl zu verweigern, wäre sein Ende. Und das seiner Leute. Die mögen ihren Chef, weil er für sie immer ein offenes Ohr hat.

Die Saline ist aber nicht irgendeine Saline. Hier lagert die wohl größte Ansammlung wertvoller Kunstschätze. Die Nazis gaben Unmengen aus, um die gigantischste Kunstsammlung der Welt zusammenstellen zu können. Der Größenwahn machte auch vor der Kunst nicht halt. Und jetzt soll alles mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln vernichtet werden. Werke von da Vinci, Rubens, Rembrandt – alles weg? Alles soll vernichtet werden?

Die Russen haben Wien schon fast eingenommen. Amerikaner, Franzosen und Briten knabbern dem tausendjährigen Reich immer mehr Tage ab und Wochen ab. So manch einer nimmt die Beine in die Hand, andere wollen nur noch verbannte Erde hinterlassen.

Emmerich Pöchmüller versucht Gauleiter Eigruber von seiner wahnwitzigen Idee abbringen die Saline zu sprengen. Schließlich wird hier auch Salz für die Wehrmacht abgebaut. Solche Argumente ziehen immer. Fast immer. Doch der bleibt stur.

Anna Ahlrich hat den beschwerlichen Weg von Dresden ins Salzkammergut auf sich genommen, um die Kunstschätze in der Saline, hunderte Meter unter der Erde zu katalogisieren. Eine Todesliste für Kunstschätze. Dabei fällt ihr eine Kiste auf. „Vorsicht Marmor – nicht stürzen!“ Wie ein Mantra brennen sich die warnenden Worte in ihr fest, denn beim ersten Rundgang fiel auch der Name der wohl berühmtesten gemalten Frau: Mona Lisa! Ist etwa auch dieses Gemälde hier im Berg versteckt?

Die Geschichte ist wahr – die Handelnden frei erfunden. Bergwerke waren und sind beliebte Unterbringungen für Kunstgegenstände. Eine konstante Temperatur und beständige Luftfeuchtigkeit sorgen dafür, das Gemälde nicht durch Klimaschwankungen beschädigt werden. Als die Alliierten die Saline nach dem Krieg übernahmen, fanden sie tausende (!) Kunstgegenstände vor. Zweiundzwanzigtausend sollen es gewesen sein. Ob die Mona Lisa wirklich darunter war, bleibt wohl für immer ein Geheimnis. Fakt ist, dass es mutige Menschen gab, denen die Kunst oft über ihr eigenes Leben ging. Sie waren Helden, allerdings ohne Pathos. Ihnen ist dieses Buch gewidmet.

Von Pontius zu Pilatus – Redewendungen aus der Bibel

Von Pontius zu Pilatus

Durch das Internet sind viele Behördengänge unnötig geworden. Noch vor zwanzig, dreißig Jahren waren lange Wartezeiten, unkontrolliertes Hin-und-Herlaufen an der Tagesordnung. Wie bei Asterix sagten damals viele. Oder, dass man von Pontius zu Pilatus geschickt wurde. Gott sei Dank hatte dann auch dieser Tag mal ein Ende. Man fühlte sich wie im siebten Himmel, nach dem man mit Engelszungen auf jemanden eingeredet hatte und nicht immer zu allem ja und Amen gesagt hat. Hatte man das gewünschte Formular, hütete man es wie seinen Augapfel, verlor man es, spuckte man Gift und Galle, weil einem alles über den Kopf wuchs und keine Menschenseele einem helfen konnte. Und zu Hause musste man höchstpersönlich die Hiobsbotschaft überbringen. Man kam einfach auf keinen grünen Zweig. Um das Dutzend voll zu machen: Man wurde auf Herz und Nieren geprüft.

Schon in diesen wenigen Sätzen ist ein Dutzend Sätze versteckt, die allesamt auf das Buch der Bücher zurückgehen. Egal, ob man religiös ist oder nicht: Die Bibel hat immer noch einen gehörigen Einfluss auf unser Leben. Niemand kann sagen, dass er seien Hände in Unschuld wäscht, wenn es um Sprachbilder aus der Bibel geht. Sprachbilder machen eine Sprache erst lebendig. Man kommt schon beim bloßen Durchblättern ins Staunen (Da stehen einem die Haare zu Berge), wenn man sieht, wie oft man selbst die Bibel zitiert bzw. auf ihr basierende Redewendungen verwendet.

Man muss deswegen kein schlechtes Gewissen haben. Man darf ruhig ein Herz und eine Seele mit der Sprache sein. Schlimm wird’s nur, wenn man das gesagte nicht erläutern kann, einfach etwas nachplappert, was andere vorgeben. Zum Abschaum der Menschheit gehört man deswegen noch lange nicht, aber es schadet nicht, wenn man weiß, warum man mit Engelszungen auf jemanden einredet.

Gerhard Wagner hat dem Volk und der Bibel aufs Maul geschaut – nein, das ist keine Redewendung aus der Bibel, nur, wenn er es stopfen würde, dann ja – und eines der interessantesten Sachbücher zum Thema Sprachgebrauch zusammengestellt. Er hat ja auch schon Übung. Aus seiner Feder stammen auch die Bücher „Das geht auf keine Kuhhaut“ und „Also sprach Zeus“, die sich mit Redewendungen aus dem Mittelalter und der Antike beschäftigten.

Sprache ist formbar. Sie unterliegt ständiger Veränderung. Es ist wie immer: Bewährtes, Gutes hält sich. Dieses Buch wird auf lange Sicht ein Klassiker bleiben!

Typisch Kroatien

Typisch Kroatien

Wenn man von der östlichen Adria die Rede ist, meint man Kroatien. Hier wurde schon immer ereignisreiche geurlaubt. Endlose Strände, wenn auch nicht immer der feine Sand. Kultur und Geschichte wohin das Auge reicht. Hier wurden Kaiser geboren, von hier aus regierten sie Reiche. Lukullische Exzesse im besten Sinne gehören zu Kroatien wie die Sonne am Firmament. Friederun Pleterski wirft (nicht nur im Untertitel) einen Blick hinter die Kulissen.

Herauskommt eine Liebeserklärung an das Land der Sonne im Spiegellicht der adriatischen See. Mal melancholisch, mal neugierig, mal sachlich, doch immer voller Vorfreude auf den nächsten Tag verführt die Autorin den Leser zum Verweilen und Träumen. Der nächste Urlaub ist schon so gut wie gebucht! Kroatiens Tourismusminister sollte schon mal einen Orden ordern.

Das Buch ist für alle, die Kroatien schon immer auf der Rechnung hatten, aber es noch nicht schafften, Dubrovnik, Split, Zagreb und Rijeka zu besuchen. Jetzt gibt es keine Ausreden mehr. Friederun Pleterski führt gekonnt durch römische Stätten, vorbei an roten Sternen bis in die verstecktesten Ecken Kroatiens.

Arnold Pöschl setzt die Erkundungen der Autorin ins rechte Licht, seine Bilder wecken Fernweh.

Tiere im Zoo

Tiere im Zoo

Zoobesuche sind für kleine Menschen meist die erste Berührung mit der großen weiten Welt. Da sieht man Tiere, die man sonst niemals auf der Straße sehen würde. Maximal noch im Zirkus. Aber da muss mal still sitzen. Im Zoo ist man frei. Man kann herumtollen, Eis schlecken, oft wird man sogar herumgefahren. Und Mama und Papa haben den gleichen verzückten Blick drauf wie man selbst.

Die Verzückung wird noch gesteigert, wenn man Suri als Reisebegleiter hat. Suri, das ist die Abkürzung für Suricata suricatta. Auf deutsch: Ein Erdmännchen. (Randnotiz: Lieber Tom Cruise, bist Du sicher, dass Du bei der Namenswahl Deines letzten Kindes richtig lagst?) Suri ist ein vorwitziges Erdmännchen, das sich bestens im Zoo auskennt. Es kann zum Beispiel am Rüssel der Elefanten erkennen, woher sie stammen. Aus Afrika oder Asien. Piranhas, Orang-Utans oder Panther – sie alle sind Suris Freunde.

Mit Leichtigkeit erklärt Suri die Eigenarten der Nachbarn im Zoo. Zwischendrin kann man selbst etwas malen oder eigene Ideen aufschreiben. Ja, man darf im Buch herumkakreln. Am Ende wartet ein Quiz auf den Leser. Egal, ob Groß oder Klein.

Resteküche

Resteküche

Das überflüssigste Buch überhaupt! Denn wer Ingrid Pernkopf kennt, wer ihre Kochbücher kennt, wer ihre Kochkunst kennt, weiß: Hier bleibt nichts übrig! Alles Teller blitzeblank geleckt. Das ist kein Rest mehr da. Fertig! Geschirr abwaschen, abtrocknen, ab in den Schrank mit Teller und Besteck. Und doch gibt es dieses Buch. Über dreihundert Seiten.

Schon das Titelbild lässt einem das Wasser im Mund zusammenlaufen. So gelb kann ein Eidotter sein. Ein wahrhaft glückliches Huhn, das uns da beschenkte. Und die Champignons sind ja gar nicht glitschig. In welcher Dose werden die denn angebaut?

Um es vorweg zu nehmen: Ingrid Pernkopf kocht frisch. Dabei fällt immer mal wieder was an, das der Hund oder die Katze nicht so schnell stibitzen können. Und daraus wird dann was Leckeres gekocht. Oder man hat sich schon seit Tagen die Wampe vollgeschlagen (alles, was sich reim ist gut), und jetzt gibt es noch einmal einen leckeren Nachschlag aus der Küche Pernkopf. Da kommt man ins Schwitzen. Es passt einfach nichts mehr rein. „Kein Problem“, sagt Ingrid Pernkopf. Dann machen wir aus den Resten eben morgen was Nahrhaftes. Und was? Für die Neugier reicht es gerade noch: Kokosbusserl aus gehackten getrockneten Ananasstücken, Datteln und Feigen. Die sind immer im Haus, wenn man bäckt oder kocht. Und wer schafft schon (ohne Probleme!) eine ganze Packung Datteln zu verputzen?

Zu Beginn eines jeden Kapitels gibt die Autorin einen kurzen Überblick darüber, was auf den nächsten Seiten aufgetischt wird. Schon mal eine Nudelette probiert? Nudeln schnippeln, Gemüse druntermischen. Anbraten, Parmesan drüber – fertig. Geht schnell, schmeckt köstlich. Nur der Biotonne knurrt nun der Magen.

Smoothies sind die It-Girls der Resteküche. Einfach ein paar nicht mehr ganz so ansehnliche Früchte (auch die kann man immer noch essen, sie gewinnen halt nur keinen Schönheitspreis mehr) zerkleinern und vermengen. Vitaminreich sind sie allemal noch.

Und hinterher einen Eier… na was kommt jetzt? … nee, kein –likör. Ein Eiercognac. Der Rest bei diesem Rezept bezieht sich auf Eier, nicht das geistreiche Gesöff.

Die „Resteküche“ ist kein Etepetete-Kochbuch. Hier wird ehrlich auf den Küchentisch gehauen und gegessen, was auf selbigem steht. Und zwar bis zum Tellergrund. Aber vor allem lecker!

Verschwundene Reiche – Die Geschichte des vergessenen Europas

Verschwundene ReichePuh! Knapp tausend Seiten Geschichte von Ländern, die es nicht mehr gibt. Ist bestimmt staubtrocken. So ein dicker Wälzer kann doch gar nicht spannend sein. Wie will man denn so lange die Spannung hochhalten? Ganz einfach: Wenn man Norman Davies heißt, ausgemachter Experte für Geschichte ist, jahrelange Erfahrung im Vorträge halten vor wissbegierigen Studenten ist – und die dabei mühelose bei Laune hält – ist das nun wirklich kein Problem!

Norman Davies schafft es durch die Jahrhunderte zu pflügen ohne dabei auch nur einen Grashalm zu beschädigen. Reichlich anderthalb Jahrtausende fasst er auf knapp tausend Seiten zusammen. So manches Reich kennt man. Burgund – man denke nur an das Nibelungenlied. Oder Etrurien, die „französische Schlange im toskanischen Gras“ wie es der Autor nennt. Aber auch die Eintagesrepublik Ruthenien in der heutigen Ostukraine (wie aktuell) und Westslowakei, die sich im März 1939 in den Wirren des heraufziehenden Unglücks bildete.

Das Buch macht Einigen wegen seines Ausmaßes ein kleines bisschen Angst. Doch keine Bange, das Buch liest sich wie ein spannender Roman. Geschichtliche Hintergründe werden mundegerecht aufgearbeitet. Figuren bekommen die passende Garderobe (im übertragenen Sinne). Allianzen werden dargestellt, Befindlichkeiten erläutert.

Wer im Geschichtsunterricht immer nur Entspannung fand, weil der Kopf stets in der Waagerechten sich befand, wird hier eine neue Art Geschichtsunterricht kennenlernen dürfen. Ganz ohne Morgenappell. Ganz ohne ideologischen Schnickschnack. Aber dafür mit ausholender Leidenschaft, die jeden packt, der auch nur einen Hauch Interesse an Vergangenem sein eigen nennt.

Zahlreiche, wahrhaftige Zeugnisse und Abbildungen bereichern das Buch. Zeit- und Ahnentafeln helfen beim Verständnis. Norman Davies bedient sich der alten Kunst Geschichte zu erzählen. Er benutzt Sprachbilder, die wie ein Film während des Lesens vor dem Auge des Lesers ablaufen. Norman Davies kommt ohne den Videobeweis aus. Denn er verfügt über die Macht der Worte. Fast wähnt man sich unter den Kriegern Borussias. Oder den Strippenziehern der Häuser Hannover und Wettin.

Ach Geschichte kann so anschaulich spannend sein. Nach diesen knapp eintausend Seiten will man mehr Vergangenheit atmen.

Die 40 bekanntesten historischen und archäologischen Stätten in Istrien

Die 40 bekanntesten historischen und archäologischen Stätten in Istrien

Es sind Bücher wie dieses, die einen Urlaub zu einer unvergessenen Zeit(reise) machen. Istrien, die Halbinsel, die sich Italien, Slowenien und Kroatien teilen, war schon in der Antike besiedelt. Schatzsucher können sich hier und da noch richtig austoben. Wolfram Letzner hat sich ausgetobt. Und er hat noch nicht genug. Vierzig Stätten, die exemplarisch für die Entwicklung Istriens (und längst verschwundener Reiche) stehen, hat er besucht und für den Leser seziert.

Bis in die Ur- und Frühgeschichte reichen die Fundorte. Monkodonja wird die Mykene Istriens genannt. Wer sich auch nur ein bisschen anstrengt, kann sich die Siedlung vor dreitausend Jahren vorstellen. Ein grandioser Ausblick bis zur Küste der Adria hin. Sehr gut erhaltene Mauerreste zeugen noch heute von der Geschicklichkeit der Handwerker.

Oder Milje, italienisch Muggia. Waffenschmiede einst, heute ein idyllisches Örtchen mit einer interessanten Geschichte. Die liest man aber lieber nach oder besucht Muggia selbst.

Die zahlreichen Abbildungen verstärken die Sehnsucht Istrien fernab vom Touristenmob zu erkunden. Wunderschöne Landschaften mit Resten von Tempeln, Festungsanlagen und noch intakten Gebäuden laden zum Verweilen und zu eigenen Nachforschungen ein. Wie ein kleiner Junge hüpft man von Mauerrest zu Mauerrest, stellt sich die Welt vor Jahrhunderten und Jahrtausenden vor. Aktivurlaub mal anders.

Die zahlreichen Übersichtskarten dienen als Landkarte durch die Vergangenheit und Wegweiser durch die Gegenwart. Und das Beste: Man lernt so ganz nebenbei noch was. Nach dem Urlaub, in geselliger Runde, kann man mit echtem Fachwissen glänzen. Während Andere sich an Souvenirständen mit allerlei Folklore eindecken, hat man selbst Folklore am eigenen Leib erfahren und erkundet. Der flexible, robuste Einband nimmt keinerlei Schaden, wenn man immer wieder drin blättert. Ein echter Reiseführer durch die Geschichte, vom Alten Rom bis in unsere Zeit.

Kopenhagen – Eine Biografie

Kopenhagen - Ein Biografie

Die dänische Hauptstadt Kopenhagen ist eng mit einer Märchenfigur verbunden, der kleinen Meerjungfrau. Sie verließ ihr angestammtes Terrain, um mit einem Prinzen an Land zusammen sein zu können. Der jedoch nahm eine andere. Die Meerjungfrau stürzte sich in die Fluten und schwebte nur als Geist über dem Land. Vor über hundert Jahren wurde eine Statue im Hafen Kopenhagens errichtet. Der Körper ist der Ehefrau des Bildhauers Edvard Eriksen nachempfunden. Das Gesicht der Primaballerina Ellen Price, die in dem gleichnamigen Ballett mit so viel Grazie die Meerjungfrau verkörperte. Das Wahrzeichen der Stadt – obwohl nur etwas mehr als einen Meter hoch – war des Öfteren Ziel vereinzelter Anschläge. Die Meerjungfrau, die heute Touristen als Fotomotiv gilt, ist also die Kopie der Kopie der Kopie …

„Kopenhagen – Ein Biografie“ ist Stadtgeschichte zum Anfassen. Zweiundvierzig Portraits von Künstlern, Denkern und Lenkern der Stadt Kopenhagen und des Königreiches Dänemark laden nicht nur zum Lesen ein. Die kurzweiligen Kapitel verführen geradezu zum Verreisen.

Auf den ersten Blick ist Kopenhagen nicht das Reiseziel Nummer Eins unter Europas Metropolen. Aber nur auf den ersten Blick. Denn Kopenhagen ist voller Geschichte und Geschichten. Berühmte Forscher lebten und wirkten hier, Niels Bohr zum Beispiel. Weltverzaubernde Dichter nisteten sich hier ein, Hans-Christian Andersen, um nur einen zu nennen.

Ihre Hinterlassenschaften bilden den Rahmen für ausgedehnte Spaziergänge durch die idyllische Stadt am Øresund. In seiner 800jährigen Geschichte hat Kopenhagen viel erlebt. Und Matthias Bath hat die Interessantesten in diesem Buch zusammengetragen. Ohne viel Tamtam entwirft er in kurzen Kapiteln das Portrait einer Stadt, die es wert ausgiebig erkundet zu werden. Kenntnisreich und wortgewandt ist dieses Buch der ideale Reiseleiter durch Kopenhagens Historie.

Astrid Lindgren – Eine lebenslange Kindheit

Astrid Lindgren

Astrid Lindgrens Bücher gehören in einen Bücherschrank wie die Butter aufs Brot. Millionenfach verkauft und milliardenfach begeisternd. Ihr Michel, ihre Ronja, und natürlich ihre Pippi sind unsere Michel, unsere Ronja und unsere Pippi. Kaum ein Kind, das sich nicht in die Geschichten der heldenhaften Kinder vertieft hat.

Klar, dass es bei den zahlreichen Biografien der berühmtesten Schwedin auch zu Verwaschungen kommt. Birgit Dankert räumt mit so manchem Vorurteil auf und nähert sich sachlich-nüchtern der großen Schriftstellerin. Ihr Urteil, das sie im Untertitel fällt, ist „eine lebenslange Kindheit“.

Nun war Astrid Lindgren natürlich keine Träumerin, die den ganzen Tag nur Unsinn anstellte. So jemand kann gar nicht so nachhaltig schreiben und wirken. Doch die Liebe zu Kindern, ihr Kampf für deren Rechte waren beseelt von der eigenen Kindheit.

Als zweites von vier Kindern wuchs Astrid Ericsson auf dem Hof der Eltern auf. Die Natur gehörte zum Alltag wie der König zu den Schweden – ihre Eltern waren überzeugte Royalisten. Die Zuneigung zum Vater spiegelt sich auch in ihren Werken wider. Oft gab es einen harten Kampf mit ihrem großen Bruder Gunnar, wer denn nun beim Vater schlafen darf. Dass sie sich um die beiden „Kleinen“ sorgsam kümmerte, bezweifelt Birgit Dankert. Es war zwar die Aufgabe der Großen sich um die Kleinen zu kümmern, doch so besorgt wie man vermuten könnte, war das Mädchen Astrid wohl nicht.

Eine Lehrerin in der „Folkskolan“ weckt das Interesse für Bücher in Astrid. Jules Vernes Phantasien, Dumas Graf von Montecristo und Twains Tom Sawyer wurden ihre ersten geistigen Flüchte. Die übrigens auch heute noch keine schlechten Einsteiger sind… Die Bibliothek ist teilweise heute noch zu besichtigen.

Astrid Lindgren ist auch heute noch eine Institution, wenn es um die ersten Leseerfahrungen geht. Doch ihr Werk birgt mehr als nur bloße Kindergeschichten. Wer ihre Biographie kennt – und mit diesem Buch ist dies kein Problem mehr – wird in so mancher Geschichte Parallelen feststellen können.