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Lesereise Andalusien

Lesereise Andalusien

Unter andalusischer Sonne träumen. Bloß nicht aufwecken. Endloser Horizont. Nicht aufwecken. Kulturelles Erbe wohin man sieht und tritt. Psst, still. Der Leser träumt vom Urlaub in Südspanien. Da darf ihn eigentlich nur eine aus den Träumen reißen: Ulrike Fokken. Denn sie weckt nicht nur den Leser auf, sie beschwört Sehnsüchte herauf.

Wer Andalusien bisher nur als Grund und Boden für die Alhambra und Lieferanten für süffige Getränke im Sinn hatte, wird in diesem Buch auf eine stimmungsvolle Entdeckungsreise geschickt.

Dass die Alhambra als Zugpferd der Region eingespannt wird, verwundert wenig. Dass dies aber erst seit ein paar Jahrzehnten geschieht schon. Die zentrale Faschistenregierung Franco ließ die jahrhundertealte Maurenresidenz fast vollkommen zerfallen. In einer der ärmsten Regionen Spaniens ruhte bis in die 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts ein unermesslicher Schatz, der seit 30 Jahren zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.

Wie ein strahlender See mit Rosen treibt die Autorin durch die flirrende Landschaft zwischen Mittelmeer und Neukastilien. Sie findet die Menschen, die exemplarisch für Andalusien stehen. In einem Dorf östlich von Sevilla herrscht Anarchie. Naja, zumindest Kommunismus. Alle Einwohner des Dorfes beschließen gemeinsam, was gebraucht wird. Alle zusammen bauen Häuser, die anschließend verlost werden. So macht Kommunismus Spaß, nannte Bettina Röhl ihre Biografie Ulrike Meinhofs. Und hier in der südlichsten Ecke Europas funktioniert der Traum. Zumindest in Teilen. Und das schon seit fast 40 Jahren … länger als in so manchen Experimentalstaat.

Eine Reise mit den Augen und den kleinen grauen Zellen – das ist „Andalusien. Erdbeeren, Sherry und das ewige Morgen“. Wer sich die Reise ans südliche Ende Europas nicht gönnt, verpasst eine Menge, erlebt mit diesem Buch jedoch Vieles, was die meisten Pauschaltouristen niemals erleben werden: Andalusien aus erster Hand. Wer dem Sherry auf den – geistigen – Grund gehen will, besucht die Schlösser von Veterano Osborne, sofern es sie denn gibt. Ulrike Fokken besucht den Schlosser. Der war verantwortlich für die riesigen Werbetafeln, die hundertfach in ganz Spanien verteilt auf das Nationalgetränk aufmerksam machten.

Der Menschenschlag ist ein ganz besonderer wie Ulrike Fokken bemerkt: So schlimm die Zeiten auch sind, ein Andalusier zieht sich wahrhaftig immer am eigenen Schopf aus dem Schlamassel. Es sei denn es ist Siesta. Dann ruht die „autorecreadio“, wie dieses Phänomen sich nennt. Diese Ruhe wird den Leser erst erhaschen, wenn er seiner Sehnsucht nachgibt und Andalusien wahrhaftig bereist. Bis dahin ist dieses Buch ein erstklassiger Ersatz.

33 Tage

33 Tage

Eine gefährliche Gratwanderung, die Marko Rostek da unternommen hat. Nein, nicht die drei Jahre detailversessene Recherchearbeit, um die Geschichte von 33 Tagen nachzuerzählen. Vielmehr der Drahtseilakt, wahre – und zu allem Überfluss jederzeit überprüfbare – Geschichte in Romanform zu bringen. Um es vorwegzunehmen: Der Versuch darf als geglückt angesehen werden.

Am 28. Juni 1914 werden in Sarajevo Thronfolger Franz Ferdinand und sein Gattin Sophie ermordet. Es dauert noch 33 Tage bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges. An diesem verhängnisvollen 28. Juni änderte sich der Lauf der Welt dramatisch und nachhaltig.

Das wussten auch die Protagonisten dieses Buches. Diese werden am Ende des Buches in Wort und Bild einzeln vorgestellt. Sie alle wussten um die bereits geschmiedeten Allianzen innerhalb Europas. Und sie suchten nach Möglichkeiten diese zu sprengen und zu ihren Gunsten auszulegen. Großmachtgehabe und Machtgier waren die Antriebsfedern. Diplomatisches Geschick und Einschüchterung – was oftmals oder meistens das Gleiche ist – waren die Methoden der agierenden Köpfe.

Österreichs Außenminister Graf Leopold Berchtold ist anfangs kein Freund eines Schlages gegen Serbien. Nach und nach – und vor allem auf Drängen seiner Arbeitgeber – sieht er im Krieg gegen Serbien die einzige Lösung für Vergeltung. Die Lage Russlands wird von fast allen Beteiligten falsch eingeschätzt. Man geht davon aus, dass Russland eh erst mobilmachen kann, wenn alles vorbei ist und Serbien unter der Donaumonarchie, Bulgarien und Rumänien aufgeteilt ist. Zur Sicherheit zieht Österreich sich lieber Deutschland auf seine Seite. Die Krise ist unabwendbar.

„33 Tage – Der letzte Sommer dies alten Europa“ schildert exakt wer mit wem gegen wen und warum zu Felde zog. Dieses Thema in Romanform anzugehen ist ein Wagnis, das in diesem Fall belohnt wird. Selten zuvor wurden die Missetaten der Politiker so schonungslos und wertfrei aufgezeigt. Eine Beurteilung der Geschehnisse entfällt, weil das Ergebnis absolut diskussionsfrei als Katastrophe globalen Ausmaßes angesehen wird. Aber um Ähnliches im Moment und für immer auszuschließen, ist es wichtig die Geschichte zu kennen. Und dazu hat Marko Rostek einen entscheidenden Beitrag geleistet.

Wer Erich Maria Remarques Meisterwerk „Im Westen nichts Neues“ kennt, weiß welch Elend der Krieg mit sich brachte. Marko Rosteks „33 Tage“ sind das sachgerechte Prequel zu dem, was Remarque so eindrucksvoll schilderte.

Picasso der Zeichner

Picasso Der Zeichner

Paris zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Stellen Sie sich vor, dass Sie ein Bar oder ein Café besitzen. Tagein, tagaus treffen sich hier wirre Querköpfe, um ihre Ideale von Kunst und Kultur zu diskutieren. Und wenn es ans Bezahlen geht, werden alle Utopien ganz schnell auf den Boden der Realität geholt. Da werden die Hosentaschen umgestülpt zum Zeichen dafür, dass es zwar allen gemundet hat, aber der schnöde Mammon derzeit auf Wanderschaft ist. Jetzt liegt es an Ihnen. Raus mit der undankbaren Bagage oder das Angebot annehmen eine Zeichnung als Anzahlung zu akzeptieren? Sie haben Glück, wenn einer der trinkfesten Kumpane Südspanier ist und auf den Namen Pablo Picasso hört. Denn dann sind seine auch noch so kleinen Zeichnungen heute ein Vermögen wert.

Eine schöne, verklärte Vorstellung von Picasso. Picasso = Reichtum. Die Formel stimmt aber nur, wenn man den monetären Wert außeracht lässt. Kaum ein Künstler hat über fast ein ganzes Jahrhundert die Kunst so geprägt wie Picasso. Unzählige Kunstschaffende der unterschiedlichsten Kunstrichtungen nennen ihn als ihr Vorbild, als Ideengeber, als Antriebsfeder.

Ein Bild von Picasso regt immer zum Nachdenken an. Seine Zeichnungen – allein in diesem dreiteiligen Band sind 300 versammelt – sind Alleinstellungsmerkmale, sind Vorlagen für Größeres oder einfach nur Fingerübungen. Picasso war beseelt vom Schaffen. Wer sich in seinem Werk in Interpretationen verfing, erntete oft Spott oder ein müdes Lächeln vom Meister.

Jeder der drei Bände wird von einem Vorwort begleitet, dass das Werk in einem anderen Licht erscheinen lässt. Man muss sich darauf einlassen (können). An einem Picasso geht man nicht vorbei und denkt sich: „Aha. Hund, Katze, Frau. Schick“. Man setzt sich vor einen Picasso und lässt ihn auf sich wirken. Strichführung zu erkennen, okay, das ist möglich. Beim Motiv wird’s schon schwieriger. Mythen interessierten ihn. Die Vergänglichkeit.

Manche Zeichnungen lassen sofort da Motiv erkennen, bei anderen muss man von den Vorwortschreibern an die Hand genommen werden. Doch auch ohne ihre Einführung ist man wie hypnotisiert. Mit der Erkenntnis der eingehenden Worte sieht man so manches aus einem anderen Blickwinkel. Und das ist es, was Picasso wollte. Drei Bände Kunstverstand, drei Bände Anleitung zur Kunst der Moderne, drei Bände Picasso zum Anfassen.

Fang den König

Fang den König

Schachspielen ist keine leichte Sache. Denn es erfordert permanent höchste Konzentration und Einfühlungsvermögen. Da ist es doch das Beste, wenn man schon im Kindesalter damit anfängt. Denn dann ist der Kopf noch offen für Neues und Strategisches. Kein Alltagsstress, der einem die Sinne vernebelt.

Was „Fang den König“ von vielen anderen Schachlernbüchern unterscheidet, ist die kindgerechte Aufbereitung des Themas. Nachdem die Figuren kennengelernt werden, muss man die Züge der Bauern, Türme, Springer und Läufer erstmal verinnerlichen. Das geht nur durch Wiederholen und kleine Belohnungen. Schon mal Schach mit Gummibärchen gespielt? Kleine taktische Spielereien und Anfängerspiele erleichtern den Einstieg in dieses komplexe und so alte Spiel, das heute noch nichts von seiner Attraktivität verloren hat.

Autor Peter Mitschitczek ist passionierter Schachspieler. Und er hat sogar eine Schachoper für Kinder ersonnen, mit der er auf Tour ist. Doch dieses Buch ist nicht nur für Kinder gedacht. Auch die Großen lernen so – spielerisch – den Reiz des Spieles kennen. Dem Autor geht es nicht um Missionieren der Ungläubigen Nichtspieler. Vielmehr will er den Startschuss geben sich Traditionen zu öffnen und ein Spiel vorstellen, das zwar keiner Vorstellung bedarf, vor dem sich jedoch so viel verschließen.

Der Wechsel zwischen Neulernen und das schon Gelesene anzuwenden macht aus jedem Anfänger sicherlich noch keinen Großmeister, weckt aber den Drang sich stets immer wieder auch in brenzlichen Situationen sich bewehren zu können.

Einst ein Kriegsspiel, wird Schach heute als Spiel der Könige betrachtet. Die angewendeten Taktiken lassen sich vielmals auf den Alltag übertragen.

Wer Schach spielen oder es seinem Nachwuchs beibringen will, kommt an diesem uneingeschränkt zu empfehlenden Büchlein nicht vorbei.

City Trip Antwerpen, Brügge, Gent

Antwerpen Brügge Gent

Fast scheint es als dass Antwerpen, Gent und Brügge einen Bogen um Brüssel machen. Wie ein Sichel führt der Weg von Antwerpen erst auf Brüssel zu, macht dann aber einen gekonnten Schlecker nach Westen, um Gent und Brügge zu erreichen. Rivalität? Nein! Brüssel wird sicherlich immer im Fokus eines Belgienurlaubs stehen. Manneken Pis, das Atomium und der Grand Place ziehen die Besucher in Scharen an. Warum auch nicht, sie sind eine Reise wert.

Doch Belgien hat mehr als seine Hauptstadt zu bieten. Brügge rühmt sich die Schokoladenhauptstadt zu sein. Da wird auch schon mal ein Schokoladen-Tequila kredenzt. Erst Salz, dann der Shot und dann … mmmh die zartschmelzende Schokolade. Und wer bisher immer einen Bogen um Museen gemacht hat, wird beim Schokoladenmuseum ein unvergessliches erstes Mal erleben. Ganz genau sollte man bei der Liebfrauenkirche hinschauen. Denn die Madonna wurde von keinem Geringeren als Michelangelo entworfen. Eigentlich war sie für den Dom in Siena bestimmt, doch Brügger Kaufleute waren schneller (und wohl auch betuchter). So weht ein Hauch von Toskana in der Stadt der Grachten, die hier Reien genannt werden. Auf denen schippert man ganz gemütlich durch die Prachtbauten der Stadt, vorbei an versteckten Gärten, malerischen Brücken und wunderschönen Stillleben.

Weiter geht die Reise nach Gent. Nicht zu verwechseln mit Genf. Im Designmuseum wird die Art-Nouveau zum Leben erweckt. Nur wenige Gehminuten vom Korenmarkt (der Treffpunkt in Gent) entfernt, wird der Besucher auf eine Zeitreise, von der er nie mehr zurückkehren will.

Antwerpen hat sich mit seinen vier Diamantenbörsen einen Weltruf erarbeitet. Hier werden weltweit die meisten Diamanten gehandelt. Sie befinden sich in der größten intakten jüdischen Gemeinde Westeuropas. Orthodoxe Juden mit typischen Haarlocken gehören hier genauso zum Stadtbild wie die junge stilvolle Mode. Denn Antwerpen ist auch eine Modestadt. Unzählige Boutiquen mit einem schier unendlichen Sortiment an kreativer Mode lassen das Herz eines jeden Geschmackliebhaber höherschlagen.

Günter Schenk zeigt mit seinem Reisebuch auf, das die flämischen Metropolen Antwerpen, Brügge und Gent mehr als nur eine Alternative zu Brüssel bilden. Tipps zu Unterkünften und köstlicher Einkehr wechseln sich mit Wegweisern ab. Ob per pedes oder mit dem Rad oder auf Kanälen, diese drei Städte wirken auf ihre eigene Weise nachhaltig auf den Besucher. Und mit diesem Buch in der Hand wird der Trip zu einem echten Erlebnis.

Wie wir für die Freiheit kämpften

Wie wir für die Freiheit kämpften

Menschen dürfen nicht nach ihrer Hautfarbe unterschieden werden. Im Südafrika der Apartheid ein frommer Wunsch. Nicht mehr. Nicht mehr? Auch in den noch so elendsten Ecken der Townships, der provisorischen – von den weißen Entscheidungsträgern erlaubten Siedlungen für Schwarze – gab es immer Hoffnung. Hier war nicht immer und alles trist. Hier gab es Menschen, die Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft nicht nur predigten, sondern Tag für Tag lebten. Und davon berichtet Rommel Roberts. Er selbst ist mit dem Stigma der nicht weißen Hautfarbe zur Welt gekommen. Doch er ist eben nicht ganz schwarz, ein Mischling mit indischen Wurzeln. So gilt zwar die Rassentrennung auch für ihn, wird jedoch nicht so brutal umgesetzt wie bei der schwarzen Bevölkerung.

Zu zwei dieser Engel, die versuchen den Himmel auf Erden zu bereiten gehören eine Ordensschwester und seine Mutter. Ihr aufopferungsvolles Leben für die Bewohner der Townships macht Schule. Selbst die Weißen von außerhalb kommen gern zu den beiden Frauen, um sich ihre Wunden versorgen zu lassen. Ein Bild, das Eindruck macht.

Rommel Roberts wird zum Vertrauten Desmond Tutus, dem – wenn man so will – religiösen Gesicht des Umschwungs in Südafrika. Roberts baut Netzwerke auf. Aber keine wie wir sie heute kennen. Er trifft sich mit Leuten in aller Welt, nicht um Ihnen ein „I like“ abzuluchsen. Seine Arbeit hat handfeste Gründe: Unterstützung sichern im Kampf gegen soziale Ungerechtigkeit und gegen die Rassisten.

Er und die vielen erstmals genannten Helfer haben ein Umdenken in Südafrika herbeigeführt. Sie sind die Köpfe und Hände hinter den markanten Köpfen, die bekanntesten sind Nelson Mandela und Desmond Tutu. Die nicht enden wollende Arbeit „hinter den Kulissen“ war die Grundlage dafür, dass Südafrika doch den Weg in die Demokratie wagen konnte. Ihre Namen sind in diesem Buch verewigt, als Mahnung, als Hoffnungsschimmer, als leuchtendes Beispiel.

„Wie wir für die Freiheit kämpften“ ist auch ein Beleg dafür, dass Kirche als sozialer Kitt Hoffnung geben kann. Aber auch, dass soziales Engagement auch ohne „Wink von oben“ möglich und nötig ist, egal, ob man einer und egal welcher Konfession man angehört. Humanitäre Hilfe abhängig von Bedingungen zu machen, ist ein Frevel. Rommel Roberts – und das stellt sich in seinem Buch ganz klar heraus – ist ein großer Humanist, der an Gott glaubt, sich aber nicht nur auf ihn allein baut. Das ist wahrer Dienst am Menschen.

Lothringer Kostbarkeiten

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Unermüdlich schreitet Klaus Bernarding Lothringen ab und findet auch jedes noch so kleine Stück Geschichte. Und dabei fördert er einen Trüffel nach dem anderen hervor. Kostbarkeiten, die jedem Reisenden es erlauben die Region im Nordosten Frankreichs einzigartig zu erleben.

Beispielsweise wird ein Spaziergang durch Epinal mit Klaus Bernarding zu einer Geschichtsstunde, die man nicht so schnell vergessen wird. Denn er weist nicht nur auf die Sehenswürdigkeiten hin. Er kennt auch so manche Geschichte, die sich dahinter verbirgt. Wer weiß schon, dass Epinal sich auch als „Hauptstadt der Bilderbögen“ einen Namen gemacht hat?

„Lothringer Kostbarkeiten“ ist mehr als ein Reiseband – als Wegbereiter durch eine von Kriegen und Zerwürfnissen geprägten Region ist dieses Buch, zusammen mit den beiden „Vorgängern“, den „Lothringer Passagen Teil 1 und 2“ ergeben sie eine fast schon als komplett zu erachtende Reisebegleitung.

Klaus Bernarding ist der Reiseleiter des Vertrauens. Er kennt sich aus und weiß, wo es lang geht bzw. man lang gehen muss.

Einziger Wehrmutstropfen dieses Buches: Eigene Entdeckungen werden durch die Fülle an Entdeckungen schwergemacht. Im Gegenzug wird aber auch der Tatendrang gestärkt – so gleicht sich alles wieder aus.

Hubble – Das Universum im Visier

WILEY VCH WEINHEIM GERMANY

Der Jahreswechsel ist eine willkommene Zeit das Geschehene noch einmal Revue passieren zu lassen, es in einem anderen Licht, aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Wie müssen sich die Forscher am Hubble-Teleskop erst vorkommen?

Wir, hier unten, auf der Erde betrachten das Um-Uns-Herum immer aus dem gleichen Winkel – von der Erde. Hubble hat das Ganze im Blick. Und liefert einzigartige, faszinierende Drauf- und Einblicke auf uns, gigantische Magnetstürme, ferne Galaxien.

Seit fast einem Vierteljahrhundert schwebt der Elf-Tonnen-Koloss rund 600 Kilometer über der Erdatmosphäre. Und immer wieder liefern die Bilder neue Erkenntnisse von der Entstehung unseres Lebens. Das ist für die Wissenschaftler ein unschätzbarer Wert. Für uns, hier unten, sind es schlicht und einfach grandiose Bilder.

Dieser Band zeigt nicht einfach nur diese „schönen Bilder“, obwohl die wohl den ersten Kaufimpuls auslösen. Dieser Band zeigt in beeindruckender Art die Arbeitsweise dieses von Menschenhand erschaffenen Himmelskörpers. Er berichtet von der Präzision, die die Erbauer an den Tag legen mussten, damit brauchbare Ergebnisse zustande kommen können. Allein der riesige Spiegel des Teleskops ist derart sensibel, dass schon das kleinste Staubkorn jegliche Aufnahme verfälschen kann.

Seite für Seite gerät man ins Staunen, was „da oben“ vor sich geht, welch prächtiges Farbenspiel Sterne und Planeten im Ringelreih der stellaren Welt möglich sind.

Edwin Powell Hubble hätte es sich in seinen kühnsten Träumen nicht ausgemalt, welch enormen Wert sein Name und seine Forschungen eines Tages für die Wissenschaft bedeutet. Als Zugabe gibt es in diesem Buch eine DVD mit einer spannenden Dokumentation. Dieses Buch ist nicht nur Ästheten gemacht, es ist durch die Zusammenarbeit mit European Space Agency die einzig akzeptable Art der Spionage. Riskieren wir einen Blick in unsere Vergangenheit und eine mögliche Zukunft.

Gscheitgut Band 2

Gscheitgut 2

Wenn es eine Sparte im Verlagswesen gibt, die auch im Zeitalter von E-Books, Koch-Apps und dergleichen niemals aussterben wird, so ist es die Abteilung „Leib und Wohl“, sprich Kochbücher. Jeder muss essen. Jeder wird tagtäglich mit Tipps zur gesunden Ernährung bombardiert. Jeder will sich wohlfühlen. Fans von Kochbüchern sind die Einzigen, die beim Schlagwort „Fortsetzung“ nicht in Resignation á la „Oh nee, nicht noch eines“ verfallen. Wäre es so, so wäre „Gscheitgut, Band 2“ die rühmliche Ausnahme.

Vor knapp zwei Jahren wurde das Lieblingskind von Verlagschef Michael Müller aus der Presse gehoben. Nun bekommt es ein kleines Geschwisterkind. Der große Bruder wartet mit 19 Gastronomen und Köchen auf, der Frischling mit „nur“ 18. Der Große bleibt also der Große. Wenn man nach den Zahlen geht. Der Kleine beweist, dass 18 mindestens genau so viel wert sind wie 19.

Nachkochen wird zur Pflicht, wenn für die kalte Jahreszeit Meerretich-Panna-Cotta und Zwetschgenbames auf Rote-Bete-Scheiben angerichtet wird. Oder für den Frühling Zimtknödel mit Erdbeer-Schwarzwurzel-Füllung und Schokoladensauce“. Oder oder oder.

Franken als Schlaraffenland – mehr als nur eine sinnfrei hingeschriebene Floskel. Hier sind nicht irgendwelche mit Sternen behangene Topftyrannen mit Profilneurose am Werk – hier kochen die, die Franken kennen und den Ruf der fränkischen Küche begründen.

Während sich andere Pfannenzauberer immer wieder auf regionale Produkte, weil die ökologisch ja so gut sind (ein Kartoffelacker direkt neben einem Kohlekraftwerk kann keine gesunden Kartoffeln hervorbringen), zeigen die fränkischen Küchenchefs, was es wirklich heißt fränkische Küche über die Landesgrenzen hinaus bekannt zu machen: Zwiebelkäs-Törtla mit Waldbeeren, Maronensuppe, Ei’gmachta Kellerstaffl mit Klößen. Und das sind nur willkürlich herausgesuchte Beispiele. Koch mit „Gscheitgut Band 2“ ist kochen mit Zunge schnalzen und rollendem „R“, wie in leckerrrrrr!

Preiswert übernachten Deutschland 2014

Preiswert übernachten Deutschland 2014

Die Deutschen verbringen gern ihren Urlaub im eigenen Land. Und sie müssen genau so aufs Geld schauen wie der Rest der Welt. Da bietet es sich an einen exakten Plan zur Hand zu haben. Preise vergleichen – im Internet ein Klacks. Doch wer hat schon immer das Internet parat. Auf dem Smartphone ist der Bildschirm einfach zu klein, um ohne Scrollen und Wischen eine ordentliche Übersicht zu bekommen. Und da wir Deutschen eine Kulturnation sind, in der Bücher als Kulturgut gelten, liegt es nahe einen Schnäppchenführer für Übernachtungen zur Hand zu haben. „Preiswert übernachten Deutschland 2014“ erscheint schon in der 26. Auflage und bietet jedem Pfennigfuchser die Übersicht, die er braucht, um preisgünstig nach getaner Deutschland-Erkundung sein müdes Haupt zu betten. Das Buch ist nach Postleitzahlen sortiert. Auf den Namen mit Adresse und Homepage folgen Telefon- und Faxnummer. Die Sonderleistungen wie z.B. Schwimmbad, Aufzug, ob Haustiere erlaubt sind, Zimmerausstattung, Kinderermäßigungen etc. sind in Tabellenform aufgelistet. Mit diesem Ratgeber kann man gar nicht mehr an der falschen Stelle sparen. In Zahlen liest sich das so: 15.000 Unterkünfte in 6.300 Orten, Übernachtungen für max. 60 € pro Nacht.