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Götter am Nil – Ägyptische Mythologie für Einsteiger

Götter am Nil

Ägyptische Gottheiten? Wer kennt sie schon? Amun wie in TutenchAMUN. Aton wie in EchnATON. Aus so manchem Historienschinken kennen viele noch RA, den Sonnengott. Der heißt eigentlich Re. Und da beginnt das Dilemma.

Garry J. Shaw hat sich den Mythen und Göttern am Nil angenommen und ein wenig Ordnung geschaffen. Keine leichte Aufgabe, wie er einleitend selbst zugibt. Und doch wird „Götter am Nil – Ägyptische Mythologie für Einsteiger“ schnell zum Lesebuch. Mit überzeugender Einfachheit nehmen Mythen Gestalt an, werden Zusammenhänge klar und so mancher Gott bekommt ein Zuhause.

Mythen, die Gestalt annehmen – so stellt sich auch die Erschaffung der Welt am Nil dar. Nun heißt der Übeltäter. Er ist es, der der Welt auf die Welt half. An dieser Stelle kann nicht auf jede einzelne Gottheit eingegangen werden – Garry J. Shaw kann das außerdem viel besser. Beim Lesen erstaunt immer wieder wie viele Namen doch bekannt sind, immer wieder in unserem Leben auftauchen. Neben den bereits erwähnten Amun und Aton sticht bei Filmfans besonders der Name Seth hervor. Seth Geckos Name setzt sich aus der Gottheit Seth und dem raffgierigen Gordon Gecko aus „Wallstreet“ zusammen. Seth, dieser Name ist Programm.

Osiris – Gott des Jenseits, bekannt aus Cinemascope-Blockbusters in Technicolor. Meist kein gutes Zeichen, wenn Osiris erscheint. Er wird ermordet. Von Seth. Auch bei den ägyptischen Göttern ist ein Kommen und Gehen. Priester und Pharaonen nahmen sich ihrer an, nutzten ihren Ruf, um die eigene Macht zu stärken. Dabei wurde in der Moderne viel Schindluder mit den Göttern getrieben. Jedem, der ich eingehender mit der Materie beschäftigt, graust es bei Anschauen der cineastischen Machwerke.

Garry J. Shaw bringt nicht nur Ordnung ins Gewühl um die Vorherrschaft der Götter am Nil. Der holt unbekanntere Gottheiten aus der Versenkung und erlaubt ihnen mitzuspielen im Konzert der Großen. Mit Geduld und Akribie forscht er im Dickicht der Mythen. Ein Lesebuch mit Lehrcharakter.

Sizilien: Ein Streifzug durch Kunst, Kultur und Geschichte

Sizilien - Ein Streifzug durch Kunst, Kultur und Geschichte

Wow was für eine Reise! Diesen Ausspruch kennt man, wenn man aus Sizilien zurückkehrt. Neidisch lauschen Freunde und Familie den Schilderungen der Reisenden. Es kann aber auch als Fazit dieses Buches gelten. Bleiben wir bei Letzterem.

Das Autorenduo Weber / Sehn beginnt mit einem literarischen Rundumschlag. Sie zeigen anhand sizilianischer Autoren, die über Sizilien schreiben, wie Sizilien ist, wie die Menschen ticken. Zitate und Analysen verschaffen dem Leser und Sizilienenthusiasten einen umfassenden Überblick über das, was die Insel ausmacht. „Die Königin der Inseln“ offenbart sich am besten in Büchern, keine Binsenweisheit – eine Tatsache. Pirandello, di Lampedusa, Camilleri und Sciascia und viele andere gaben ihrer Heimat eine Stimme. Den historischen Zusammenhang der Bücher stellen Kurt-Heinz Weber und Hans-Gerd Sehn unumstößlich dar.

Literarisch geht es auch weiter, wenn Sizilien als Reiseland entdeckt wird. Rund zweieinhalb Jahrhunderte erst wird die größte Insel des Mittelmeeres als Reiseziel wahrgenommen. Natürlich war auch Goethe hier, dem es fast die Sprache verschlagen hat. Johann Gottfried Seume war Sizilien einen Fußmarsch wert. Von Sachsen aus lief er zu Fuß nach Sizilien. Heutzutage ist das schon wieder ein eigenes Buch wert…

Die folgenden Kapitel sind den Wurzeln Siziliens gewidmet. Griechen, Deutsche, Normannen und Araber haben allerorten ihre Zeugnisse hinterlassen, die teils heute noch besichtigt werden können. Kenntnisreich und moderat führen die Autoren durch die wechselvolle Geschichte der Invasoren und Herren Siziliens. Das Zeitalter des Barocks hat in Sizilien zahlreiche, überbordende Denkmäler hinterlassen. Da hier die Erde sehr oft bebte und immer noch bebt, wurde so mancher Ort dem Erdboden gleichgemacht. Noto im Südosten wurde barock und farbenfroh wieder aufgebaut. Nur halt ein paar Kilometer weiter. Fachkundig und begeistert zugleich berichten die beiden Autoren von den nicht zu übersehenden barocken Besonderheiten der Stadt.

Bei einem Streifzug durch Sizilien dürfe zwei Dinge nicht fehlen: Die Küche und die Mafia. Nach über zweihundert Seiten Geschichtsunterricht, der auf keiner der Seiten auch nur ansatzweise langweilig wird, nun der folkloristische Teil. Hier verlassen die Autoren ihre Sach-Komfortzone und geben handfeste Tipps. Zum Beispiel geben sie den Ort preis, an dem Commissario Montalbano, Andrea Camilleris Vorzeige-Kommissar, am liebsten seine Leibspeise einnimmt. Und wenn wir schon bei Ermittlern sind, ist die Mafia nicht weit. Sie ist untrennbar mit Sizilien verbunden. Man sieht sie nicht immer und überall, jedoch ist sie da. Seit jeher. Auch dafür haben Weber und Sehn ein Auge. Von den Ursprüngen, die nur selten erwähnt werden, bis hin zum aktuellen Stand wird dem Mob auf den Zahn gefühlt.

Literaturliste, Geschichtsbuch, Legendenbildung, Kochtopfneugier – Sizilien wird bei Kurt-Heinz Weber und Hans-Gerd Sehn zum umfassenden Leseerlebnis. Sizilien ist ein Reiseziel für Kopf und Herz. Beides wird in diesem Buch hervorragend gefüttert.

Fabelhaft französisch

Fabelhaft Französisch

Schaufensterbummel. In Lille die köstlichen kleinen Dessert-Törtchen mit Früchten, die so überschwänglich die Auslagen zieren. In Lyon die Gaumenfreuden verheißenden Aushänge der Gourmet-Tempel. Einfache und schmackhafte Galette in Rennes. Wer Frankreich besucht, kommt an den lukullischen Kostbarkeiten nicht vorbei. Frankreich und Haute cuisine sind für viele Reisende ein und dasselbe. Aber wer kann schon jeden Tag die verzückendsten Speisen zu sich nehmen? Oder gar ganze Menüs?

Apropos Menüs. Food-Fotografin Kathrin Koschitzki hat Küchenchefin Cathleen Clarity über die Schulter und in die Töpfe geschaut. Ein Dutzend Menüs haben die beiden kreiert und in Szene gesetzt. Beim ersten Durchblättern weiß man gar nicht warum einem das Wasser so fontänenartig im Munde zusammenläuft. Sind es die Bilder oder die „Objekte“.

Nun fällt es nicht schwer zwölf Menüs zusammenzustellen. Aber sie unter einem Thema zusammenzufassen, so dass jeder Gast meint zu wissen, was auf ihn zukommt, um dann doch überrascht zu werden, bedarf schon einiger Kreativität. Und spürt man mit jeder Seite. Es sind nicht einfach “nur“ Geburtstagsmenüs, die den Leser überzeugen, es sind vom „Frühlingslunch mit der Familie“ über Lunch für Teenager“ und „Dinner am Samstagabend – Erntedank“ bis hin zu „Fleisch wie im Sternerestaurant“, die die Augen satt werden lassen. Und erst das Nachkochen! Nur ein Beispiel: Im „Lunch für Teenager“ – der wohl am schwierigsten zufrieden zu stellenden Gästegruppe gibt es Hähnchenköfte mit hausemachter Sauce Tatar in warmem Pitabrot, danach Süßkartoffelspalten mit Krukuma, Caesar Salad mit krossen Knoblauchcroûtons, Bio-Karottensalat mit gerösteten Haselnüssen, Orangen und haselnussvinaigrette. Zum Dessert Mango-Litschi-Smoothie und Jumbo Chocolate Cookies. Klingt doch besser als Hähnchen-Döner mit Pommes, Grünzeug und Nüssen mit Saft und Kuchen zum Nachtisch, oder?! Jedes einzelne Rezept wird haargenau (das einzige Haar) beschrieben, so dass auch Anfänger kein Problem haben ihre Liebsten köstlich zu verwöhnen. Die zweihundert Abbildungen zeigen wie es auszusehen hat. Doch selbst, wenn die Bilder im Buch mal besser aussehen sollten als die Ergebnisse aus Topf, Pfanne und Backofen: Wichtig ist doch, dass die Rezepte gelingen. Mit den Anleitungen aus diesem Buch – kein Problem. Bon appetit!

Ins Bockshorn gejagt

Ins Bockshorn gejagt

Nun brat mir aber einer ‘nen Storch! DA war aber wieder einer fleißig wie die Bienen und hat nicht die Mücke, sondern sich die Mühe gemacht Sprichworten und Redewendungen auf den Grund zu gehen. Auf einhundertsechzig Seiten wird der Frage nachgegangen, welchen Einfluss Flora und Fauna auf unser Zusammenleben sprachlich haben. Es ist erstaunlich, wenn man die Fülle und Güte der Zitate betrachtet.

Im alltäglichen Umgang mit Familie, Freunden und Kollegen ist uns dieser Umfang kaum bewusst. Das laust einen der Affe, wenn man so manchen Schussel sieht, wenn er sich wie der Elefant im Porzellanladen benimmt. Belustigt verziehen wir die Mundwinkel, wenn ein Satz ins Schwarze trifft. Über dessen Ursprung machen wir uns natürlich keine Gedanken. Hauptsache wir verwenden den Satz richtig!

Bruno P. Kremer und Klaus Richarz geben in diesem amüsanten wie lehrreichen Büchlein Hilfestellung. Denn wer weiß schon woher der Satz stammt „Über den grünen Klee loben“? Da haben wir den Salat. Alle benutzen die Redewendung – richtig oder falsch – aber wo der Satz seinen Ursprung hat, weiß wieder mal keiner.

In Zeiten, in denen die Medien eine derart vorherrschende Rolle spielen, ist es wichtig sich auf die Wurzeln besinnen zu können. Das gilt nicht nur für den Satzbau, sondern auch für die zahlreichen Feinheiten, die Sprachen voneinander unterscheiden. Denn Redewendungen sind das unique Kulturgut eines Volkes. Kein Übersetzungsprogramm der Welt kann dem gerecht werden. Da haben wir Leser Schwein gehabt, dass es dieses Buch gibt, wir nicht länger als dumm Hühner gelten und unsere Schäfchen ins Trocken bringen können.

Die Welt des Sherlock Holmes

Die Welt des Sherlock Holmes

Baskerville, Dartmore, Baker street, Moriarty – jeder kennt diese Namen. Sie sind die Topographie des Bösen. Aber auch des genialen Reiseleiters durch die Untiefen der menschlichen Psyche. Schottland, Kricket und die Eltern sind die Ausgangsorte.

Schon auf den ersten Seiten lüftet Maria Fleischhack – Mitglied des Podcasts „The Baker Street Babes“ – so manches Rätsel. Zum Beispiel wie Arthur Conan Doyle auf die Namen der handelnden Personen kam. Bereits die kurze Biographie über den Autor des berühmtesten Detektives weltweit lässt die Spannung ansteigen.

Sherlock Holmes wurde in sechzig Geschichten verewigt. Er kann durchaus als Vater der Kriminalistik angesehen werden. Denn seine Art ein Verbrechen zu lösen, wird heute noch praktiziert. Nicht nur fiktional, sondern real. Finger- und Fußabdrücke zu nehmen, ballistische Untersuchungen, graphologische Expertisen – dass alles kennen die Kommissare der Gegenwart. Einige Verfahren, wie der Blutnachweis in verdünnter Form, wurden von Arthur Conan Doyle in der Welt der Wissenschaft recherchiert und durch seinen Ziehsohn Sherlock Holmes einem breiten Publikum zugängig gemacht.

Doch Holmes allein wäre kaum in der Lage all die kniffligen Fälle zu lösen. Arthur Conan Doyle gibt dem analytischen Geist den weltgewandten Watson an die Hand. Auch die Vermieterin Mrs. Hudson trägt unbewusst als Ruhepol in der Rückzugshöhle Baker street 221b zum Erfolg der Missionen bei.

Und was wäre Holmes ohne die Schurken? Sein literarischer Ruhm würde sich stark in Grenzen halten. Die einzelnen Charaktere werden von Maria Fleischhack genau unter die Lupe genommen (Sherlock Holmes ist der erste Detektiv mit diesem Werkzeug). Ihre Biographien und die der „Helfer“ lassen so manchen Sherlock-Holmes-Lesefan die Augen öffnen. Denn Arthur Conan Doyle verwendete zwar nicht immer viel Akkuratesse bei der Ausschmückung der „Nebenrollen“, doch gab er hier und da Hinweise auf deren Herkunft.

Wer Sherlock Holmes nur als den markanten Basil Rathbone oder den smarten Benedict Cumberbatch kennt, wird in den Romanvorlagen einen ganz anderen Ermittler erkennen. Wer sich an die Fersen von Maria Fleischhack heftet, wird die ganze Welt des Sherlock Holmes erkennen. Viele Romane muss man noch einmal lesen, die Filme noch einmal schauen, da so Vieles bisher unentdeckt blieb. Keine schlechte Ausbeute für die Detektive unter den Leseratten.

Englisch ist nicht easy

Englisch ist nicht easy

Die Queen grüßt selbstbewusst vom Cover und meint, dass man im Gegensatz zu ihr kein Englisch spreche. Das kann man nicht auf sich sitzen lassen. Wir alle hatten irgendwann über einen kurzen oder längeren Zeitraum Englischunterricht. Der war von öde bis hochgradig spannend. Im Osten Deutschlands bis vor einem Vierteljahrhundert auch ziemlich bizarr (Jenny and Dave are visiting the Palace of the republic. „What a beautiful town“).

Nun ist es so, dass man durch Anglizismen ein ungefähres Bild der Sprache Englisch hat. Manch einer ist beruflich gezwungen sich mit dem Englischen auseinanderzusetzen. Doch der deutsche Zungenschlag (oh baby, it’s not a tongue beat) lässt sich meist nie verleugnen. Was noch auffälliger ist, sind die eingedeutschten Begriffe, die eindeutig keine Anglizismen sind („Wir müssen das unbedingt implementen.“). EU-Kommissar Günther Oettinger ist seit seinen Eskapaden ein echter YouTube-Star – kaum einer würde ihn wohl als Stern bezeichnen, geschweige denn ihm einen verleihen.

Auswüchse, die Englisch sprechenden die Tränen in die Augen treiben. Tränen der Rührung, Schamesröte inbegriffen. Wie bemerkte schon Otto Waalkes in den Siebzigern? „In England gibt es sehr viel Umgangssprache.“

Diese gilt es zumindest ansatzweise zu beherrschen, wenn man das Vereinigte Königreich besucht. Viele Lernmaterialien sind nüchtern aufgebaut. Schließlich gilt es eine Sprache zu lernen, die man nicht mit der Muttermilch aufgesogen hat. Da sind Grundlagen wichtig, um nicht zu sagen die Basis – the basis is the basis. Mit Hilfe von eindeutigen Skizzen, Bildern, Grafiken werden so einfache Begriffe wie beispielsweise das menschliche Gesicht angliziert. Das leidige Thema Zeitformen, was schon in der eigenen Sprache für viele ein enormes Problem darstellt, wird in schwarz, weiß und rot anschaulich nahegebracht.

Auf über dreihundert Seiten vergisst man schnell, dass man auf der Schulbank hockt und eine Fremdsprache lernt. Mit Witz und Charme wird dem Leser die Angst vor der Fremde und der fremden Sprache genommen. Was für Viele immer noch ein Grund ist die eigene Heimat im Urlaub zu erkunden, statt raus in die Welt zu gehen und andere Kulturen hautnah (skinclose is that wrong) zu erleben. Wer in London, England, der Englisch sprechenden Welt zurechtkommen möchte, kommt an diesem Buch nicht vorbei.

Wie man Baske wird

Wie man Baske wird

Ein herrlich provokanter Titel: Wie man Baske wird. Eine Anleitung die eigene Identität zu verleugnen und eine andere anzunehmen? Nein! Eher der Versuch Nicht-Basken darzustellen, dass das Baskenland und ihre Bewohner – die Basken – keineswegs nationalistische Fanatiker sind, die mit Bomben ihrer nationalen Identität Nachdruck zu verleihen. Was weiß man schon über die Basken? Bei der Tour de France gibt es ein Team namens Euskadi, der Fußballverein Athletic Bilbao beschäftigt ausschließlich Basken (was mehr ein Mythos ist als der Wahrheit entspricht, wenn man das „ausschließlich“ betrachtet), die Baskenmütze wird eher Franzosen zugeschrieben und wer aus Spanien kommt und ein X oder TZ im Namen hat, ist Baske. Hallo Vorurteil!

Ibon Zubiaur ist Baske, und er hat weder ein X noch ein TZ im Namen. Der Autor wurde 1971 in Getxo (mit X) in der spanischen (baskischen?) Provinz Biskaia geboren. Als er eingeschult wurde, begann auch das Programm die baskische Sprache als Unterrichtssprache einzuführen. Das Problem bestand und besteht immer noch darin, dass die Kinder in der Schule baskisch lernen, zuhause jedoch spanisch sprechen. Die Sprache als Identifikationsmerkmal Nummer Eins einzuführen, klappt bis heute nicht. Es fehlt einfach die Basis. Was aber nicht schlimm ist, glaubt man Ibon Zubiaur.

Auch eine Zugehörigkeit zu den Basken per Namensgebung hält er für falsch. Es gibt einfach zu viele Überschneidungen mit dem Spanischen. Außerdem hat eine Namensneuvergabe schon Jahrzehnte zuvor ein paar tausend Kilometer nordöstlich des Baskenlandes schon einmal verheerende Folgen gehabt…

Baske wird man nicht, man ist es oder man ist es nicht. Immer wieder gibt es Bestrebungen das Baskische in der Gesellschaft zu verwurzeln. Druck von oben bringt da nichts. Ein Baske fühlt sich als Baske oder eben nicht. Einzelne Organisationen, Parteien, Verbände geben da vielleicht Hilfestellung, aber grundlegend ändern können sie auch nichts.

„Wie man Baske wird“ ist ein Aufklärungsbuch. Aber ohne den Zeigefinger zu heben und den Anspruch auf einen eigenen baskischen Staat zu erheben. Der Essay (DAS Essay geht auch) ist ein kurzweiliger Ausflug in die baskische Kultur. Eine Kultur, die in der Literatur erst seit Kurzem Einzug gehalten hat. Baskisch ist als Sprache verankert, jedoch nicht in dem Maße wie man es sich in unseren Breitengraden vorstellt. Die baskische Kultur zu erhalten und auszubauen, muss nicht immer in Terror ausarten. Ibon Zubiaurs Ausführungen sind Integrationsbemühungen, die nicht im Sande verlaufen.

Der Teltowkanal

Der Teltowkanal

Berlin vom Wasser aus erkunden, das ist kein Geheimtipp mehr. Vorbei an Reichstag, Brandenburger Tor und ein paar Ecken in Kreuzberg versucht man den Zeitgeist der Stadt zu erhaschen. Horst Köhler hat sein Buch einer ganz anderen Lebensader Berlins gewidmet, dem Teltowkanal. Er verbindet auf fast vierzig Kilometer die Havel und die Spree. Obwohl vor über hundert Jahren eröffnet, war er nur ein wenig länger als die Hälfte seines Lebens komplett befahrbar. Das lag an der Teilung Deutschlands, zu dessen Teil der Teltowkanal gemacht wurde. Jahrelang war er Teil der Mauer, des Antifaschistischen Schutzwalls, des Eisernen Vorhangs.

Das Buch ist zweigeteilt. Der erste ist für Geschichtsfreunde und Techniker von Interesse. Denn hier wird nicht ein Detail der abwechslungsreichen Geschichte des Kanals ausgelassen. Schleusen und Hafenanlagen bieten die ideale Grundlage für Schwelgen in technischen Meisterleistungen.

Für Touristen, die Berlin abseits der ausgetretenen Pfade erkunden wollen, ist der zweite Teil von Belang. Wobei der erste Teil nicht ausgeklammert werden sollte. Denn der Teltowkanal ist mehr als nur eine Wasserstraße um ein paar Kilometer zu sparen, wenn man von Ost nach West, aber Berlin umfahren möchte.

Entlang der Lebensader – der Name nimmt es quasi vorweg – entwickelte die Stadt ein florierendes Geschäftsleben. Werften und Fabriken gaben Vielen Arbeit. Die Industrieruinen zeugen noch heute vom geschäftigen Treiben. Ebenso laden sie zum Verweilen und Träumen ein. Denn wo einst Lagerhallen und Schornsteine den Horizont beschränkten, hat sich Mutter Natur ihren Anteil wieder zurückerobert.

Es fällt schwer dieses Buch einzuordnen. Zum Einen das umfassendste Werk über den Teltowkanal, zum Anderen ein exzellenter Ideengeber für Berlinbesucher, „die schon alles gesehen haben“, oder es zumindest meinen.

50 Vögel entdecken und bestimmen

50 Vögel

Wie viele Vögel können Sie erkennen? Drei, fünf, zehn? Die Artenvielfalt ist so breitgefächert, dass es schwerfällt alle zu (er)kennen. Jede der fünfzig Karten stellt liebevoll und detailgetreu einen der gefiederten Freunde dar. Ein kleines Rätsel stachelt den Forscherdrang an. Die Lösung gibt’s auf der Rückseite. Dort wird der Piepmatz genauer vorgestellt. Name, Größe, Brutzeit, Nahrung und andere Eckdaten sind hier kurz und knapp vermerkt. Genauso wie eine hervorstechende Besonderheit eines jeden Vogels. Auch für unterwegs ideal, das die Schatulle wenig Platz benötigt und die Karten sehr leicht sind.

True stories

True storiesÜber sieben Milliarden Menschen leben auf der Erde. Jeder ist einzigartig, jeder hat seine ganz eigenen Fähigkeiten. Klar, dass man hier und da gehörig ins Staunen kommt. „True stories“ ist das Spiel, das jeden Mitspieler fasziniert. Ein Spieler liest die Frage von einer der dreihundert Karten vor. Die Fragen sind so irre, dass entweder alle möglichen Antworten richtig sein könnten als auch gar keine. Jetzt müssen die Anderen aus der einen richtigen und der einen vorgelesenen falschen Antwort ihre Tipps abgeben. Das geschieht vorerst geheim. Jeder hat eine Karte mit „A“ oder „B“. Wenn alle ihre Wahl getroffen haben, werden die Antwortkarten umgedreht. Wer richtig liegt, bekommt einen Punkt. Wer falsch liegt, gibt seinen Punkt an den Vorleser. Die Fragen kommen aus allen Bereichen der Gesellschaft. Manchmal muss man einfach raten, manchmal kann man sich die Antwort herleiten, wenn man es nicht weiß. Doch wer weiß schon wie reich der Sultan von Brunei ist, um sich was leisten zu können? Ein kurzweiliges Spiel mit andauerndem Aha-Effekt.