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Pocketquiz Filmzitate

Pocketquiz FilmzitateKennen Sie auch die Kinobesucher, die jeden Satz nach- oder mitsprechen? Oder schlimmer noch: Vorwegnehmen! Hier kommt die Rache der Genervten! Nicht jedes Filmzitat zeugt von eingehender Strahlkraft. Man denke nur an „Rambo III“, wenn Sylvester Stallone phlegmatisch erklärt wozu blaues Licht gut ist. Doch in welchem Film braucht man keine Straßen? Star wars? Raumschiff Surprise? Falsch! Es ist … ach nein. Das muss jeder selbst herausfinden. Wer mit Zitaten umgehen kann, besticht durch Weltläufigkeit. Wer aus Filmen zitieren kann, lockert eine Gesprächsrunde auf. Mit den 150 Fragen und passenden Antworten ist man in jeder Situation gegen peinliches Schweigen gewappnet. Schauen Sie ihrem Gegenüber in die Augen, loben Sie den Geruch von Kaffee am Morgen (leicht abgewandelt, okay, aber der Film dürfte bekannt sein, oder?!) und am Ende des Tages gewinnt man oder verliert man. Drei Zitate, wer kann sie zuordnen?

Wien abseits der Pfade, Band 1

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Wien liegt seinen Besuchern zu Füßen. Wie ein offenes Buch zeigt es, was es hat. Wien erkunden ist ein Leichtes. Doch das wahre Wien zu entdecken, bedarf einiger Kniffe. Einer dieser Kniffe ist Wolfgang Salomon gelungen. „Wien abseits der Pfade“ klingt auf den ersten Blick wie eines der abgedroschenen Bücher, die mit viel Tamtam Großes ankündigen und dann doch nur das Offensichtliche halten. Dieses Buch bildet die rühmliche Ausnahme!

Der viel zitierte Wiener Schmäh und die Todessehnsucht bekommt man als Tourist nur mit, wenn man Augen und Ohren offenhält. Sehr weit offen! Für viele ist der Zentralfriedhof deswegen der zentrale Ausgangsort für Erkundungen. Stundenlang kann auf ihm herumschlendern. Wolfgang Salomon überlässt dieses touristische Highlight den Touristen und trifft auf dem Friedhof des Kahlenbergerdorfes Monika Pluhar. Von hier hat man den schönsten Blick auf die Donau. Die in Deutschland vor allem als Schauspielerin bekannte Wienerin sinniert mit ihm über Marisa Mell. Ihr abwechslungsreiches Leben (sie drehte mit Mastroianni, verarmte und starb mit knapp über fünfzig an Krebs) machen diesen Ausflug zu einem bemerkenswerten Seelentrip ins Herz Wiens. Das am Rande gelegene Gebiet wird dadurch ins Zentrum gerückt.

Filmisch hat Wien so einiges zu bieten. „Der dritte Mann“ wurde hier gedreht. Eine Führung auf den Spuren des dritten Mannes lohnt sich vor allem für Cineasten. Doch auch hier gilt wieder: In Wien wurde nicht nur einmal für Höhepunkte gesorgt. Das Volxkino sorgt seit über zwei Jahrzehnt für Leinwandhöhepunkte. Nicht als Produzent, sondern als fahrendes Kino. Märkte, öffentliche Plätze und Parkanlagen werden zu Kinosesseln für blockbustermüde Augen und Ohren.

Der Fiaker-Willi ist selbst für einen erfahrenen Wiener wie den Autor ein Füllhorn an Geschichten. Schon vor dem Einsteigen wird einem klar, dass das nun Folgende einzigartig sein wird…

Wiens ausgetretene Touri-Pfade zu verlassen, kommt einer Pilgerfahrt gleich. Wolfgang Salomon sorgt mit seiner beschwingten Schreibweise für Kurzweil. Das Klappern der Hufe während der Fiakerfahrt, das Rascheln der Bäume, die ihre Geschichten erzählen oder das Schwelgen in transdanubischer Lebenslust, wenn er durch Floridsdorf schlendert, machen dem Leser den Mund wässrig. Als Zusatz zu einem Reiseband ist dieses Buch ein wahres Kleinod. Leider viel zu schnell zu Ende. Doch es gibt Hoffnung! Noch 2015 soll der zweite Band erscheinen.

Kräuterwissen aus dem Kloster

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Hilfe zur Selbsthilfe – eine gern benutzte Phrase. Doch wie? Wenn einem das Wissen fehlt. Dann doch lieber der Griff in den Apothekenschrank. Apropos Apothekenschrank. Heutzutage wird jeder Quadratzentimeter des weißen Giftschranks ausgenutzt. Alle Verpackungen haben gerade Kanten, lasen sich gut stapeln. Vorteil Pharmaindustrie. Doch wer wird schon von einer gut passenden Verpackung von seinem Leiden erlöst?!

Der Inhalt macht’s! Das trifft auch auf dieses Buch zu. „Nimm doch ‘ne Pille!“ wird nun durch „Blättere mal hier drin!“ ersetzt. Die satanische Bibel für „Big Pharma“. Es gab Zeiten, in denen es kein Aspirin oder ähnliches Teufelszeug gab. Da griff man auf Mutter Natur zurück. Und Mutter Natur wurde im klostereigenen Kräutergarten beobachtet und für die eigenen Zwecke benutzt. Das Wissen aus diesen Jahrhunderte währenden Beobachtungen ist in diesem Buch zusammengefasst worden.

Schon beim zufälligen Aufschlagen des Buches spart man Geld. Frauenmantel hilft gegen Darmkrämpfe und Durchfall. Ein Medikament aus der Apotheke muss man für einige harte erarbeitete Euro kaufen. Und dann kommen die Nebenwirkungen. Man braucht noch ein Mittelchen und dann noch eines und so weiter. Frauenmantel ist seit Hildegard von Bingen bekannt. Und wird immer noch verwendet. Leider ist das Wissen darüber durch angeblich schnell wirkende Medizin verdrängt worden.

Es sind Bücher wie diese, die unsere hochzivilisierte, bis ins Letzte durchorganisierte Welt immer wieder vor neue (eigentlich alte) Herausforderungen stellen. Natürlich ist der Weg in die Apotheke der einfachste Weg. Aber eben nicht immer der segensreichste. Und für die Gesundheit lohnt es sich mehr als nur einen Blick in dieses wissensreiche und zudem liebevoll gestaltete Buch zu werfen. Historische Abbildungen der Kräuter, verständlich geschriebene Texte und Anleitungen zur Selbsthilfe machen dieses Buch zu einem besonderen Schatz im Bücherregal und Apothekenschrank.

Es muss nicht immer die Chemiekeule sein, wenn es hier und da mal zwickt. Die hier beschriebenen Kräuter sind leicht zu beschaffen, da sie oftmals vor der eigenen Haustür wachsen und wuchern. Brennnessel, Kamille, Fenchel- das sind doch alles Sachen, die man kennt. Warum also nicht mal einen Schritt zurückgehen, um vorwärts zu kommen?!

Iran – Weltreich des Geistes

Iran - Weltreich des Geistes

Weltreich des Geistes – wenn man die Nachrichten verfolgt, bekommt man ein anderes Bild gezeigt von diesem so spannenden Land. Micheal Axworthy rückt die Realität ins rechte Licht.

Das persische Reich ist vielen ein Begriff. Dank auch der zahlreichen überlieferten Schriften über Alexander des Großen, der vor über zweieinhalb Jahrtausenden in Persien einfiel und seine bis heute sichtbaren Spuren hinterließ. Das Projekt Iran ist vielschichtig und umfangreich, so dass es einem schwer fällt an das Buch zu glauben. Doch Micheal Axworthy schafft es mit Eloquenz und Faktenwissen den Leser ans dieses Thema heranzuführen. Ein Rundumschlag in Weltgeschichte.

Zoroaster, den man heutzutage auch als Zarathustra kennt, über die Achämeniden, Parther und Sassaniden bis hin zu den ersten Arabern, die den Islam im heutigen Iran verwurzelten und den Herrschern der jüngsten Vergangenheit – der Autor lässt kein Detail aus. Um auszuruhen (bei so viel Geschichte auf einmal braucht man auch mal eine Verschnaufpause) flechtet er das ein, was die Menschen des Iran auszeichnet. So kann ein erstaunlich hoher Anteil der Bevölkerung ganze Gedichte der Nationaldichter auswendig. Das ist Nationalstolz. Man frage doch mal die PEGIDA-Demonstranten, ob sie den „Osterspaziergang“ oder gar „Die Glocke“ aufsagen können. So viel zum Nationalstolz.

Die Geschichte Irans – das Land hieß schon immer so, seit dem letzten Schah ist es auch „offiziell“ – ist geprägt vom Hin und Her der Herrschenden. Aber auch von wissenschaftlichen Forschungen, die uns auch noch zugutekommen. Erst in den vergangenen Jahrhunderten wurde der Iran teils zum Spielball der Großmächte.

Die einstigen Machthaber wie Ayatollah Khomeini und Mahmud Ahmadinedschad trieben es auf die Spitze und die Strategen in den Ministerien der USA, Großbritanniens und andere Länder in den Wahnsinn. Geradlinigkeit im Iran gehört nicht zu den Sachen, auf die man sich verlassen kann. Nichtsdestotrotz erfährt der Tourismus in den Iran seit ein paar Jahren einen nie dagewesenen Höhenflug. Städte wie Isfahan, Yazd, Shiraz und Teheran werden von immer mehr Touristen besucht. Stätten wie Persepolis laden auf ihre Art zum Verlaufen ein.

Nicht nur deswegen ist es wichtig sich mit dem Iran vor einer Reise mehr als nur aus einem Reiseband zu informieren. Das Land ist eine Reise wert. Dieses Buch allemal.

Das Rätsel der Königin von Saba

Das Rätsel der Königin von Saba

Dank der unzähligen Gazetten der Yellow-Press wissen wir heute so ziemlich alles über die gekrönten Häupter der Welt. Und wenn nicht, so kennen wir doch die Namen der Regenten und Repräsentanten. Die sagenhafte Königin von Saba hingegen ist und bleibt ein Rätsel. Selbst ihren Namen kennen wir nicht. Hieß sie Miriam? Oder gab es sie überhaupt?

Ulfried Kleinert macht sich auf Spurensuche und findet tatsächlich Hinweise, die darauf deuten, dass es diese sagenhafte, kluge und – wiegen wir uns in diesem Glauben – schöne Frau gab. Sie taucht sowohl im Alten als auch im Neuen Testament auf. Sie ist gewitzt, neugierig und mit einer gewissen Schläue beschlagen. Was ihr am Hofe von König Salomo in Jerusalem nur Vorteile einbringt. Denn als sie abreist, wird sie mit Kostbarkeiten überhäuft. Soweit die Legende.

Das Königreich Saba lag dort, wo sich heute der Jemen befindet. Wer viel, und vor allem gern reist, dem läuft bei dem Gedanken an prächtige Souks und fremde Gerüche das Wasser im Munde zusammen. So ähnlich ging es wohl auch dem Autor. Voller Elan machte er sich ans Werk und durchforstete Bibliotheken nach Schriften und Deutungen der Königin von Saba. Dem Leser soll’s recht sein. Denn er ist mittendrin in Mythendschungel der Antike.

Und er beginnt gleich mit einem Paukenschlag. Ein Treffen zwischen dem König von Jerusalem (Salomo) und der Königin von Saba (?) hat es wahrscheinlich nie gegeben. Da interessiert man sich für die Bibelgeschichten, will an die Stätten der Geschichte reisen und dann wird man nie den Ort zu sehen bekommen, an dem sich die beiden getroffen haben… Wie schade.

Nicht für den Leser! Er darf weiter mit Ulfried Kleinert reisen. Der erläutert exakt, wissensreich und wortgewandt archäologische Funde und setzt sie in den richtigen Kontext. Da vergisst man leicht, das nie stattgefundene Treffen. Wie im Fluge vergeht die Zeit, wenn man sich in die Geschichte hineinversetzt. Selbst wer nicht so bibelfest ist, wird Zeile für Zeile zum Kenner.

Mailand – Gesichter einer Stadt

Mailand - Gesichter einer Stadt

Ulrike Rauh war wieder unterwegs. Wieder Italien. Wieder eine zauberhafte Reisebeschreibung. Nach ihren Streifzügen durch Venedig, Sizilien, Ischia und Florenz zog es sie wieder in den (reichen) Norden, und zwar nach Mailand.

Bei ihren Streifzügen merkt sie ein ums andere Mal, dass Mailand mehr als Dom und Scala ist. Hier wirkten Verdi, Bellini und Donizetti. Leonardo da Vinci hinterließ hier mehr als nur einen Fußabdruck. Mailand ist auch mehr als eine der führenden Modemetropolen Europas.

Dennoch – oder gerade deswegen – macht sich Ulrike Rauh auf Spurensuche der bekannten Sehenswürdigkeiten. Denn nur weil sie bekannt sind, heißt es ja nicht, dass es nichts mehr zu entdecken gibt. Ulrike Rauhs Buch ist der lebende bzw. gedruckte Beweis. Es lebt von Mailands Flair.

Mit Ulrike Rauh durch Mailand zu schlendern gleicht einer Bootsfahrt. Leise und im gemäßigten Tempo folgt man dem Fluss durch die Häuserschluchten und Parks der lombardischen Metropople. Ulrike Rauh entdeckt aber auch überall etwas, dass es wert ist darüber zu berichten. Und das ohne dabei aufdringlich zu sein. Eine Anekdote hier, ein kurzer Lebensabriss da, Staunen allenthalben.

Der Dom als Wahrzeichen der Stadt ist zentraler Anlaufpunkt für jeden Mailandbesucher. Jeder, der die Stadt beschrieb, ließ sich dazu aus. Man kennt ihn. Nicht ganz! Da man auch nicht jedes Buch über den Dom gelesen habe kann, tun die Entdeckungen der Autorin doppelt gut. Sie hat viel gelesen, gehört aufgeschnappt und komprimiert ihr Wissen in den kurzweiligen Kapiteln ihres neuen Buches.

Dass Mailand den Spagat zwischen Tradition und Moderne meistert, beweist auch Ulrike Rauh gleich mit den ersten Zeilen des ersten Kapitels. Sie verknüpft die moderne Metro der Stadt mit Zitaten von Goethe und Stendhal. Nicht viele Städte können so viel Geschichte(n) vorweisen. Und noch weniger so informative und kenntnisreiche Bücher wie da von Ulrike Rauh über Mailand.

1914 – 1918 Krieg(e) in Luxemburg

Krieg(e) in Luxemburg

Das Jahr 2014 neigt sich dem Ende und somit auch die Berichterstattung zum Ersten Weltkrieg, dem Großen Krieg. Den Abschluss, den würdigen Abschluss bildet dieses Buch, weil es den Krieg aus verschiedenen Perspektiven, aus und in einem Land zeigt, das man nicht unbedingt mit dem Großen Krieg in Verbindung bringt: Das Großherzogtum Luxemburg.

Luxemburg war keines der kriegstreibenden Länder. Es war Auf- und Durchmarschgebiet besonders für die deutsche Armee. Die Schwerindustrie in dem verhältnismäßig kleinen Land war jedoch maßgebend. Das Buch ist in Zusammenarbeit mit der Université du Luxembourg entstanden. Und in zwei Sprachen, deutsch und französisch, erschienen. Schon beim Durchlesen der Inhaltsangabe staunt man nicht schlecht wie viele Aspekte man zu diesem Thema erörtern kann: Fotografie, Prostitution (ohne dabei einen Zusammenhang herzustellen), Landwirtschaft, Rotes Kreuz, um nur einige zu nennen.

Fotografie war Waffe, Dokumentationsmittel, Aufklärungswerkzeug und Propaganda zugleich. Auch von Luxemburger Seite wurde getrickst. Als besetztes Land durchaus erlaubt. Von allen Fronten wurden Postkarten an die Daheimgebliebenen geschickt – heute sind diese Funde Zeugnisse einer grauenhaften Epoche.

Der Prostitution konnte man auch hier nicht Herr werden. Ein Gesetz verbot zwar das „Geschäft mit der Liebe“, aber nicht überall. Zum Beispiel wurden Gaststätten ohne Alkohollizenz von dem Verbot ausgenommen. Auch so genannte Cremerien, dem Pedant zur Patisserie. Schlupflöcher lauerten schon damals überall.

Die Misere der Landwirtschaft wird anschaulich durch Tabellen dargestellt. Die Anzahl der Milchkühe sank um zwölf Prozent, die der Schweine sogar um mehr als ein Drittel. Auswirkungen, die mit dem Ende des Krieges nicht abgeschafft waren.

Die achtzehn Autoren dieses interessanten Buches lassen die Fakten für sich sprechen. Anhand von Tabellen, Zeitungsausschnitten, Buchtexten und zahlreichen anderen Quellen umgehen sie die Fallen des Wiederauflebens dieser schrecklichen Zeit. Sie bilden lediglich ab, was wirklich passierte und rücken die Sachlage zurecht.

Die kürzeste Geschichte der Wissenschaft

Die kürzeste Geschichte der Wissenschaft

Wenn ich groß bin, werde ich Wissenschaftler. Ein hehres Ziel. Aber auf welchem Gebiet? Liest man sich den Titel durch, kommt einem nur eine Gedanke in den Sinn: Welche Wissenschaft? Geht es um Physik, Chemie, Astronomie? Da könnte man auch gleich fragen, welche Wissenschaft die Wichtigste ist? Und was ist mit den Schnittstellen der Forschungsbereiche? Keine Angst vor dem Alltäglichen! Wissenschaft ist keine Hexerei, auch wenn sie oft als solche angesehen und verfolgt wurde.

William Bynum zieht einen weiten Bogen, vom Babylon der Antike bis ins heutige digitale Zeitalter. Vieles, was uns so selbstverständlich erscheint, hat uralte Wurzeln und ist … Wissenschaft. Unser Zahlensystem, Schrift und Kalender wären ohne Wissenschaft nicht vorhanden. Leichtfüßig hüpft der Autor von Wissenschaftszweig zu Wissenschaftszweig und zeigt dem interessierten Leser, was Wissenschaft alles so hervorgebracht hat. Er erklärt Phänomene und stellt ihre Entdecker und Forscher vor.

Der Anekdotenreichtum kennt keine Grenzen, ähnlich dem Universum. William Bynum kennt sie alle: Paracelsus und Ptolemäus, aber auch die unbekannten, unbesungenen Helden der Forschung.

Dieses Buch ist ein Genuss! Für jeden, der die Augen offenhält und sich die Neugier bewahrt hat. Hier treffen harte Fakten auf Schöngeist und Sprachgewalt. Ein Big Bang der Sachbücher! Und der Titel orientiert sich an einem der größten noch lebenden Wissenschaftsgenies, an Stephen Hawking. Dieser bezeichnet seine Bücher auch immer als „kürzeste Geschichten“. William Bynum steht ihm in nichts nach.

Pollock

Pollock

Jackson Pollock? Das ist der der, der nur auf die Leinwand gekleckst hat. Das kann ich auch! Bis zum 12. November 2013 war „No. 5“ von Jackson Pollock das teuerste Gemälde, das je bei einer Auktion verkauft wurde. Für 140 Millionen Dollar! So was kann dann doch nicht jeder.

Catherine Ingram geht dem gespaltenen und umstrittenen Maler auf den Grund. Als kleiner Junge zog Jackson Pollock oft mit seinen Eltern von einem Ort zum Anderen. Harte Arbeit kannte er von Kindesbeinen an. Diese Erfahrungen prägten sein ganzes Leben. Er sah sich mehr als Arbeiter, denn als Künstler.

Wer nur das Drip-Painting kennt, wird sich an den ersten Werken kaum an den herausragenden Künstler der späten Jahre erinnert fühlen. Das wütende Element des Action-Painting trat in den frühen Bildern nur rudimentär in den Vordergrund. Cowboy-Phantasien wie in „Going West“ waren vorherrschend.

Als er eine Ausstellung mit Bildern amerikanischer Ureinwohner besuchte, machte es bei dem unterbezahlten Maler klick. Hier sah er seine Zukunft. Dass er mit seinen Werken einmal ausreichend Geld verdienen könne, war noch eine Wunschvorstellung. Doch sie wurde bald Realität. Spätestens als die Kunstmäzenin Peggy Guggenheim ihm, dem wilden, unberechenbaren Künstler eine Ausstellung widmete, war sein Name eine Begriff unter Kennern. Er wechselte die Techniken, die Manager, jedoch nie seine Frauen. Lee Krasner – ebenfalls Künstlerin – war seine Konstante. Sie ließ ihm die Freiheit, die er brauchte und trieb ihn immer wieder an. Auch in harten Zeiten, in denen das Geld nur spärlich floss, stand sie zu ihm. Auch wenn Abgabetermine näher rückten, rückte sie ihm nicht auf die Pelle, sondern gab ihm Kraft.

Doch der Alkohol machte ihm so manches Mal einen Strich durch die Rechnung. So passt es in die Biographie eines Getriebenen, dass Jackson Pollock wie ein Wahnsinniger mit seinem Wagen in den Tod raste.

Das Buch bietet einen umfassenden Einblick in Leben und Wirken eines bedeutenden Künstlers des 20. Jahrhunderts. Seine Reputation ist nicht einzig auf den Verkaufswert seiner Werke zurückzuführen. Vielmehr war er der wohl amerikanischste Maler unter den Malern Amerikas. Die einzelnen Kapitel sind durch kurze Comic-Strips aufgelockert, die einzelne Episoden aus dem Leben Pollocks eindrucksvoll untermalen. Die Bildtafeln vermitteln einen Eindruck vom Werdegang dieses Mannes, der immer noch umstritten ist und dessen Leben als Film (zurecht) mit einem Oscar belohnt wurde.

Das österreichische Weinkochbuch

Das österreichische Weinkochbuch

Der Küchenwein als bester Freund des Kochs? Und des Gastes, des zu Bekochenden. In Veltliner gebeizte Lachsforelle mit Marillenchutney, roh mariniertes Rabenwalder Bio-Saiblingsfilet mit Hirschbirnenmostkraut und Paprika. Zwei Gerichte, die nur ein Urteil erlauben: Lebenslänglich Wein zum / ans Essen. Da lässt man sich gern einsperren im Kerker des guten Geschmacks.

Isa Savec ist durch Österreich gewandert und hat Genuss-Geschichten gesammelt. Sie durchstöberte Küchen und Weinkeller und was ihr da an Wohldüften und aus Flasche und Topf in die Nase und an den Gaumen stieg, ist mehr als nur eine Probe wert.

Und jetzt kann man das alles nachkochen, kosten, genießen, sich verführen lassen. Winzer und Gastwirte kredenzten erst der Autorin und nun dem Leser ihre Schätze und ihr Können. Die einzelnen Weingüter und Gasthöfe werden vorgestellt – ideal zum Bereisen der Regionen, denn so weiß man schon vor der Reise, was einen erwartet – bevor die Rezepte genussreich und detailliert beschrieben werden. Die Weinempfehlung gibt es gratis dazu.

Wer sich gern kulinarisch verwöhnen lässt und einen guten Tropfen zu schätzen weiß, wird in diesem Buch einen befriedigenden Tischnachbarn haben. Die Vielfalt an Gerichten und Zutaten begeistert und weckt die Reiselust. Rehrücken mit Artischockengröstl und Lavendelsauce – schon beim Lesen läuft einem das Wasser im Munde zusammen. Kalbsbeuschel mit Brezenknödel – nicht nur das Bild macht Appetit.