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Die geheimnisvolle Welt der Pilze

Die geheimnisvolleWelt der Pilze

Auch wenn dieses Buch für Kinder geschrieben ist, so ist es nicht allein nur für Kinder gemacht. Auch die Erwachsenen können – ja, sie sollten – dieses Buch in die Hand nehmen bevor es in die Pilze geht. „Das Natur-Mitmachbuch…“ heißt es im Untertitel. Eigene Aufzeichnungen und Bilder sind in diesem nicht nur willkommen, sie sind wichtig, um dieses Buch zu komplettieren. Ein unfertiges Buch? Nein, aber die eigenen Aufzeichnungen machen es erst zu einem wertvollen Nachschlagewerk, das jede Pilzsaison immer wieder zu Rate gezogen werden kann.

Pilze wachsen nicht in Konservendosen, sondern in der freien Natur – für viele die erste Erkenntnis. Gleich auf Seite Sechs ist der Leser zum ersten Mal gefragt. Wo wurden die ersten Pilze gefunden? Da viele Angst vor den schwer zuzuordnenden Pilzen haben, war es für die Autoren Frank Lüder wichtig diese Angst zu nehmen. Pilze kann man anfassen, essen nicht. Schon gar nicht roh!

Wer durch den Wald stromert, wird früher oder später auf den einen oder anderen Pilz stoßen. Was nun? Anschauen erwünscht. Anfassen – dass weiß der Leser ja schon – erlaubt. Abbrechen – muss nicht sein. In den Mund nehmen – bloß nicht, wenn man nicht weiß, welcher Art der Pilz angehört! Aufschreiben, wann und wo man den Pilz gefunden hat: Erwünscht!

Die detektivische Pilzreise trägt die ersten Früchte, wenn man liest, dass manche Pilze nur an bestimmten Bäumen leben können. Kleine Rätsel machen die Jagd zu einer echten Wissensreise. Die Lösungen gibt es am Ende des Buches.

Ein kleines Einmaleins der Speisepilze, den richtigen Umgang, Arten, Merkmale, Regeln beim Sammeln und viele andere Kriterien rund ums Pilzesammeln führen den Leser in die geheimnisvolle Welt der Pilze ein. Ob nun Groß oder Klein jeder wird mit jeder gelesenen Seit zum Experten. Immer wieder kann (und sollte) man eigene Entdeckungen niederschreiben. Wenn das Buch in der ersten Saison nicht vollständig wird, hat man in der Folgezeit immer wieder die Möglichkeit die Seiten zu vervollständigen.

Dieses Buch ist ein Buch für Generationen. Jede Aufzeichnung trägt dazu bei das angeeignete Wissen zu konservieren und auszubauen. Die zahllosen Abbildungen erlauben eine genaue Bestimmung und Einordnung der Funde. Und selbst, wenn man nicht die nötige Sorge walten ließ, gibt es in diesem Buch Hilfe unter anderem in Form von Links zum richtigen Verhalten bei Vergiftungen.

Schlangentanz – Reisen zu den Ursprüngen des Nuklearzeitalters

Schlangentanz

Wenn man eine Stadt oder eine Region mehrmals bereist hat, aber immer noch der Meinung ist Neues erleben zu können, dann ist es an der Zeit seine Urlaubsplanung thematisch auszurichten. Paris auf den Spuren Picassos. Oder Sizilien kulinarisch. Oder Belgien auf den Schlachtfeldern, ist ja gerade sehr angesagt. Doch wie plant man eine Reise in die Vergangenheit, zurück zu einem schrecklichen Ereignis? Zeitreisen sind und bleiben Phantasie.

„Schlangentanz“ ist real, Patrick Marnham auch. Und er macht eine Reise, die seit siebzig Jahren unternommen werden kann, auf die aber jeder Humanist gern verzichten kann: Eine Reise zu den Ursprüngen des Nuklearzeitalters. Oder zu den Wurzeln des Übels, den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki.

Das Verblüffende ist, dass er nicht in Laboratorien seine Reise beginnt, oder mit Interviews mit Hinterbliebenen von Opfern und Wissenschaftlern, sondern in Belgien. Brüssel genauer gesagt. Im Justizpalast. König Leopold verleibte sich durch einen geschickten Schachzug Kongo ein. Belgisch-Kongo war jahrelang der dunkelste Ort auf Erden. Völkermord, gnadenlose Ausbeutung der Bodenschätze und ein nahezu rechtsfreier Raum entstanden. Hier wurde auch das Uran gefördert, das zu Forschungszwecken in die USA geliefert wurde und aus Angst vor dem „bösen Russen“ und den noch viel verachtenswerteren Naziregime in Deutschland die Grundlage der ersten beiden Atombomben diente. Das Ergebnis ist bekannt: Bis heute sind die Nachwirkungen von „Little Boy“ und „Fat man“ spürbar.

Die Reise führt ihn weiter nach New Mexico. Einen Staat, einer Region, dessen Geschichte auch nicht immer nicht immer von strahlender Zukunft geprägt war. Kriege, Massaker, Zankapfel zwischen Streitmächten gehören genauso zu New Mexico wie Jahrtausende alte Indianerkultur. Hier wurden die beiden Bomben mit den unverfänglichen Namen ersonnen.

Auf seiner Reise wird der Autor von vielen seiner Kollegen begleitet. Joseph Conrad und Aby Warburg waren genaue Beobachter der von ihnen besuchten Regionen und Kulturen. Conrad im Kongo, Warburg in New Mexico.

Ein weiterer Deutscher – Warburg war Deutscher, der Pole Conrad schipperte von England aus nach Afrika – Joseph Oppenheimer gehört zu illustren Reisegesellschaft. Als Vater der Atombombe sollte er in die Geschichte eingehen, ein Ruf, der ihn ein Leben lang anhaftete und der ihm nicht schmeckte.

Alles was mit Atom zusammenhängt, hat einen bitteren Beigeschmack. Hiroshima und Nagasaki sind Synonyme für die perfide Verwendung der im Grunde fortschrittlichen Entdeckungen. Wohl auch daher rührt die Angst vor dieser Technologie. Erst vor wenigen Jahren wurde es wieder einmal offensichtlich, dass Forschung und Fortschritt auch gravierende negative Nebenwirkungen haben: Fukushima. Bis in eine weit entfernte Zukunft wird dieser Fleck Erde nicht mehr zu besiedeln sein.

John Marnham ist nicht der Erste, der durch das Atomzeitalter reist. Viele haben sich versucht und sind daran zerbrochen. Marnham ist aber kein Forscher auf dem Gebiet der Nukleartechnologie, er ist Beobachter, Geschichte-Erzähler in der reinsten Form. Er wertet nicht, er beobachtet und notiert. Dem Leser wird eine neue Sichtweise auf das Thema Atom eröffnet. Spannend wie nie zuvor, einem Krimi gleich – Marnham hat unter anderem auch eine Biographie über Georges Simenon veröffentlicht – reist der Leser zu fremden Kulturen, in ferne Länder und durch die Labore der Welt.

Man möchte immer lachen und weinen in einem

Man möchte immer weinen und lachen in einem

Ein Tagebuch zu schreiben ist der erste Schritt den Alltag und die Träume in Worte zu fassen. Ein Deutscher nutzt ca. sechs- bis zwölftausend Worte, um sich zu artikulieren. Bei über fünf Millionen verfügbarer Begriffe keine überzeugende Leistung (bis hierhin wurden etwas über dreißig verwendet…). Wenn ein (aus-)gebildeter Philologe Tagebuch schreibt, kann man davon ausgehen, dass er eher an der Obergrenze agiert. Victor Klemperer – auch wenn man es nicht nachzählt – hatte sicherlich einen Wortschatz, der locker die Zwölftausend-Worte-Grenze überwindet.

Sechs- bis zwölftausend Worte sind genug, um die eigenen Gefühle festzuhalten. Bei historischen Ereignissen wie das der letzten gewalttätigen Revolution des vergangenen Jahrhunderts in Deutschland 1918/19 erfordert das Ereignis allein Grenzen zu überschreiten. Victor Klemperer, der sprachgewaltige Sprachwissenschaftler und Humanist hatte die Möglichkeit seine Gedanken zur Zeitgeschichte zu veröffentlichen. Doch nicht alle Texte sind einem breiten Publikum zugängig gemacht worden. Oft konnten sie nicht veröffentlicht werden, da sie nicht rechtzeitig bis Redaktionsschluss vorlagen. So versauerten sie in Schubladen und der Zahn der Zeit ließ sie allmählich in Vergessenheit geraten. Bis jetzt!

Ab Dezember 1918 schrieb er einige Monate lang für Zeitungen über die Ereignisse in München, Stichwort Räterepublik. Die Ermordung Kurt Eisners, die Stammtischtiraden der Arbeiter und der „ganz normale Alltag“ werden erst durch die Sprachgewalt Klemperers für all die greifbar, die nicht direkt dabei waren.

Victor Klemperers Sympathie ist klar, das zeigt er deutlich. Dennoch vermeidet er es sich von einer der Seiten einnehmen zu lassen. Zwischen-den-Zeilen-lesen muss der Leser schon können. Schon nach wenigen Seiten ist man derart im Stoff, dass einem die teils zum ersten Mal veröffentlichten Texte wie ein Roman vorkommen. Nur mit dem Unterschied, dass hier ein Tagebuch gelesen wird. Alles ist so passiert. Victor Klemperer war zu dieser Zeit noch nicht der angesehene Philologe, sondern als Journalist vor Ort. Viele der in diesem Buch zusammengetragenen Texte schafften es – aus Zeitgründen – nicht in die Gazetten der Zeit, manche wurden im Nachgang erst Jahrzehnte später erstellt. Sie alle vermitteln dem Leser ein exaktes Abbild der Situation, in der sich das geschlagene Deutschland zu dieser Zeit befand: Zerstörung, Verstörung, Irreleitung, teil Anarchie, blinder Aktionismus, rohe Gewalt. Doch auch Hoffnungsschimmer, Lichtstahlen und Aufbruchstimmung. Chirurgisch seziert er die Ereignisse, die er selbst erlebt hat, gibt nichts auf Hörensagen.

Nach dem das vergangene Jahr vermeintlich im Zeichen des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges stand, Zeitzeugen wie Sand am Meer ausgebuddelt wurden, ist das Revolutionstagebuch ein intellektueller Vorgeschmack auf das Jahr 1919. Aber einer, der Appetit macht auf Deutschstunde und Geschichtsunterricht. Am Ende des Buches wird der Titel klar: Wein oder lachen? Lachen, weil man nun ein klareres Bild hat. Weinen, weil das Buch schon ausgelesen ist.

Matterhorn – Berg der Berge

Matterhorn - Berg der Berge

Samstagabend. Irgendwann in den 80ern. Hans-Joachim Kulenkampff führt elegant und charmant durch seine Sendung „Einer wird gewinnen“. Zwei Kandidaten – einer aus Finnland, mit gewaltigen Sprachschwierigkeiten – sollen anhand von Umrissen den Berg benennen. Den Fujiyama erkennen beide. Mount Everest, Mont Blanc .. da wird’s schon schwierig. Den Berg, den beide sofort erkennen, ist das Matterhorn. So einen Berg gibt es nur einmal. Vom schweizerischen Zermatt gesehen, sieht er aus wie eine unfertige Sphinx. Bergsteiger haben einen riesigen Respekt und nennen ihn nicht umsonst den Berg der Berge.

Mitte Juli 1865 wurde er nach achtzehn glücklosen Versuchen endlich erklommen, bezwungen. Nur ein paar Tage später sogar zum zweiten Mal. Sieben Bergsteiger nahmen – einige nicht zum ersten Mal – das bis dato unmögliche Unterfangen in Angriff. Drei kamen zurück, drei konnten nur noch tot geborgen werden. Einer ist bis heute verschwunden.

Wie ein riesiges Toblerone-Stück thront der Berg inmitten der Alpen in der schweizerisch-italienischen Grenzregion. Cervino nennen ihn die Italiener, die Walliser Hore. Einhundertfünfzig Jahre ist es nun her, dass die 4478 Meter von Menschenhand erobert wurden. In einer Zeit, in der es chic war Abenteuer zu planen, zu vermarkten und natürlich zu bestehen. Viele sind an diesem Berg zerbrochen, sprichwörtlich und buchstäblich.

Daniel Anker setzt diesen Menschen und ihrer Nemesis mit diesem Buch ein Denkmal. Als Bergsteiger kennt man so manche Geschichte über die die verschiedenen Herangehensweisen: Hörnligrat, Liongrat, Zmuttgart, Furggengrat. Man kennt auch die vier Wände, Ost-, West-, Nord- und Südwand. Die eine oder andere Anekdote sollte eingefleischten Alpinisten auch bekannt sein. Doch so konzentriert und umfangreich wurde das Matterhorn noch nie dargestellt. Die ewigen Kontrahenten, Werkzeuge, vergebliche Versuche, all die namenlosen Gescheiterten bekommen hier den Ruhm, der ihnen gehört. Und wer, wenn nicht der AS-Verlag aus Zürich sollte dem Walliser Naturdenkmal ein Denkmal setzen können. Schließlich ist hier das Heim der Bergmonographien. Höchste Zeit auch dem Matterhorn die nötige Ehre zu erweisen.

In einer Zeit, in der immer wieder gern auf Althergebrachtes als Neues verkauft wird, hat dieses Buch auch einen pädagogischen Charakter: Wenn also in naher Zukunft in einer Quizshow anhand von Umrissen ein Berg erkannt werden muss, oder noch etwas mehr Wissen dazu abgefragt wird, hält man mit diesem Buch den Hauptgewinn in den Händen. Auch wenn der Quizshow-Fall niemals eintreten sollte, so ist dieses Buch eine Augenweide: Die oft doppelseitigen Abbildungen lassen die Augen aufspringen und Fans wie Profis das Herz aufgehen.

Quartett Gefährliche Tiere

Quartett Gefährliche Tiere

Was ist bis zu neun Meter lang, wiegt zehn Tonnen und hat 56 Zähne? Kleine Gedankenstütze: Über das Tier wurden schon mehrere Filme gedreht. Genau, ein Orca. Gewaltige Ausmaße. Achthundertachtundneunzig Zentimeter kleiner, dafür aber halb so gefährlich, ist die Wespe. Nur zwei der zweiunddreißig Tiere, die in diesem Spiel die Hauptakteure sind. Glänzende Kinderaugen und glückselige Geräusche inklusive. Denn der Reiz des Gefährlichen ist unauslöschbar. Begegnen möchte man diesen Viechern nicht. Zumindest nicht in freier Wildbahn. Dann schon lieber hinter dickem Glas oder in diesem Spiel. Kein Spiel mit dem Feuer, kein Spiel mit der Angst. Einfach nur ein Quartett, das nebenbei spielerisch Wissen vermittelt und einen tierischen Spaß verbreitet. Die Kreuzotter ist eine Extra-Trumpf-Karte, denn sie ist weit verbreitet. Ob die zweiundvierzigzähnige Tüpfelhyäne oder die mit zehntausend Nesselzellen bestückte Feuerqualle, ob der mäßig schnelle Gemeine Vampir oder der schnelle Luchs – gefährlich wird’s für Jeden, der sich ungeschickt beim Quartett auf seine Joker verlässt.

Quartett Unsere Blumen

Quartett Unsere Blumenzum Verlag

Hand aufs Herz! Wie viele Blumen können Sie ohne Weiteres bestimmen? Garantiert keine zweiunddreißig. Na dann wird’s Zeit für den Joker! Der Klatschmohn zum Beispiel kann eine Höhe von 90 Zentimetern erreichen, die Blüten können bis zu einhundert (!) Millimetern groß werden, vier Blüten werden ausgebildet, er ist wenig giftig, und es gibt achtzig Gattungsarten.

So viel erfährt man, wenn man vorsichtig die Raschelfolie vom Quartettspiel „Unsere Blumen“ vom Moses-Verlag abzieht, nachdem man sorgsam den Deckel der exquisiten Blechdose geöffnet hat und das Deckblatt entfernt und die Spielanleitung beiseitelegt. Die Neugier ist größer als der Spieltrieb!

Gänseblümchen – ja, das kennt jeder – passt zu Bärenklau, aber nicht zur Wiesen-Glockenblume. Und Kohl-Kratzdistel schlägt Gundermann. Ähnlich den beliebten Autoquartetts siegt die höhere Zahl, außer beim Giftigkeitsgrad. Doch da kann man die Regel auslegen wie man will. Oder man spielt dieses Spiel eben wie es der Name schon vorwegnimmt als „ganz normales“ Quartett. Doch normal ist es nicht. Die liebevollen detaillierten Abbildungen zeichnen ein genaues Bild der Blumen, dass man das Spiel glattweg als Bestimmungslexikon beim nächsten Ausflug benutzen kann. Drei Wünsche auf einmal – das gibt’s sonst nur in der Werbung.

Europa isst vegan

Europa isst vegan

Das im unschuldigen Weiß daherkommende Europa im roten Meer der Fleischfresser? Naja, ganz so martialisch sollte man vegane Küche und dieses Buch nicht sehen und nehmen. Veganes Kochen ist keine Modeerscheinung, auch wenn man meint, dass jeder, der das Kochen ohne Butter und Fleisch ausprobiert hat gleich als Experte seine Weisheiten im Fernsehen kundtun muss. Veganes Kochen ist eine weitere Facette des lukullischen Buhlens um die Geschmacksknospen des Körpers. Außerdem ist veganes Kochen gesund.

Für Viele ist veganes Kochen die letzte Revolution und das letzte unbekannte Sachgebiet im Schlachtfeld Küche. Schlachtfeld ist sicher der falsche Begriff, denn Gemüse zubereiten ist eine unblutige Sache. Und es ist bei Weitem keine Modeerscheinung, wobei der Siegeszug der tierproduktlosen Küche scheinbar erst seit Kurzem existiert.

Der Aufwand beim veganen Kochen, also beim Kochen ohne jegliche tierische Produkte – schauen Sie mal auf ihren Tisch des heutigen Tages, Sie werden staunen, wie wenig übrigbleibt, wenn man auf Butter, Schmalz, Fleisch und Käse verzichtet – ist überschaubar. Im Gegensatz zum verzichtsfreien Kochen ist kaum ein Unterschied zu erkennen. Nur wer noch Frischling ist, ist bei der Nahrungssuche auf erfahrene Veganer angewiesen. Überall lauern Fallen. Gelatine ist ein gern genommenes Beispiel hierfür. Denn meist werden darin Reste vom Schwein verwendet. Also nicht verboten, aber es ist dann eben kein veganes Mahl.

Mark Reinfeld kocht schon seit Jahren vegan und ist erfolgreicher Chefkoch. Auf seinen Reisen hat neben den Sehenswürdigkeiten auch eine ganze Menge Restaurants und Küchen besucht und in die Kochtöpfe gelinst. Die gefundenen Rezepte hat er – nach Ländern sortiert – in diesem Buch zusammengefasst. Italien, Frankreich, Spanien und Portugal, Großbritannien und Irland sowie Griechenland und Deutschland werden ausführlich als vegan affine Nationen vorgestellt. Schon das Inhaltsverzeichnis lässt den Leser staunen: Gyros? Vegan? Ja! Am besten mit Pommes und Tsatsiki. Alles ganz ohne tierische Produkte. Die Zutatenliste ist nicht weiter ungewöhnlich: Olivenöl, Zwiebel, Paprikaschoten, Knoblauchzehen, Oregano, Rosmarin, Zitronensaft, schwarzer Pfeffer. Erst jetzt wird’s neuartig. Seitan ist Gluten mit fleischähnlicher Konsistenz. Auch Liquid Smoke klingt erst einmal fremd, aber macht neugierig – flüssiger Rauch. Hat was Magisches. Statt Seitan kann auch Tofu verwendet werden. Wie’s zubereitet wird, steht im Buch auf Seite 225. Alle Gerichte sind Fast-food-geeignet. Mehr als eine halbe Stunde braucht man nicht, um sich vegan, gesund und – ja jetzt kommt’s – fair zu ernähren. Ein Buch nicht nur für bereits Überzeugte, sondern für alle, deren Magen immer wieder für Neues offensteht.

City Trip Zürich

Zürich CityTrip

Regelmäßig versuchen sich Ratingagenturen am Katalogisieren der Welt. Bei den teuersten Städten der Welt taucht seit Jahren immer wieder eine Stadt auf: Zürich. Momentan irgendwo um Platz Acht oder Neun. Je nach Untersuchung. Unter dem Schlagwort „Die lebenswertesten Städte der Welt“ rangiert die größte Stadt der Schweiz auf Platz Eins. Tanja Köhler und Norbert Wank wissen warum.

Städte an Seen faszinieren schon allein durch ihre Lage. Das wusste schon die alten Römer und errichteten hier eine Zollstation, Turicum. Bei einem Ausländeranteil von knapp einem Drittel ist es klar, dass hier auch unterschiedliche Kulturen ihren Spuren hinterließen.

Das Erste Kapitel ist mit „Auf ins Vergnügen“ überschrieben. Wohin die Reise geht, ist klar: Egal ob für einen Tag, ein Wochenende, ob als Genießer, Bummler oder Geldbeutelerleichter – Zürich bietet was für alle Sinne. Im Kunsthaus kann man sich an den weniger teuren Skulpturen Giacomettis erfreuen – erst kürzlich wurde der „Zeigende Mann“ für über 140 Millionen Dollar verkauft, Giacometti hält somit Platz Eins und Zwei der teuersten Skulpturen der Welt. Wem das noch nicht reicht, der sollte seinen Zürich-Besuch auf das erste Septemberwochenende legen. Denn dann findet die „Lange Nacht der Museen“ statt.

Nach so viel laufen und Staunen tut ein wenig Erholung gut. Dafür sind die Parkanlagen wie Zürichhorn oder der Belvoirpark an. Auch der Zoo bietet auf 27 Hektar Entspannung und einen herrlichen Blick über Stadt und See. Apropos See: Am Stadthausquai befindet sich das Frauenbad. Und ja, der Name lässt es leise anklingen, es ist nur für Frauen! Seit fast einhundertdreißig Jahren kann man hier planschend den Blick auf Grossmünster und Altstadt genießen.

Große Denker und Dichter hatten schon früh die Stadt für sich entdeckt: Friedrich Gottlieb Klopstock vergnügte sich hier ausgiebig, Gottfried Keller setzte mit seiner „Zürcher Verlobung“ der Stadt ein literarisches Denkmal, Lenin genoss hier ausdauernd sein Exil. Auch Revolutionäre machen mal Pause vom Kampf und erfreuen sich an den bourgeoisen Errungenschaften…

Wer Zürich besucht, braucht Hilfe. Hilfe beim Herausfiltern der zahllosen Attraktionen zwischen Finanzmetropole und lukullischen Höhepunkten, zwischen Shoppingrausch und Museumsbesuch. Die beiden Autoren geben umfassend und knapp zugleich einen kompletten Überblick, was man sich auf gar keinen Fall entgehen lassen darf. In der letzten Umschlagseite ist der Netzplan des öffentlichen Nahverkehrs abgebildet und für Puristen ein Stadtplan beigefügt.

Schwiizertüütsch

Schwiitzertüütschwww.reise-know-how.de, 144 Seiten, 7,90 €, ISBN 978-3-8317-6406-8

Wenn ein Schweizer in seiner Sprache so richtig loslegt einem was zu erzählen, wird’s für die meisten eng. Nichtschweizer Kabarettisten versuchen sich krampfhaft mit Krächzen und endlosen –lis am Ende der Substantive dem Schwiizertüütsch zu nähern. Sie sind alle zum Scheitern verdammt. Doch keine Angst: Ein echter Schweizer kann auch hochdeutsch.

Dennoch ist es doch gerade eine fremde Sprache, die einen Urlaub zu einem Abenteuer macht. Und ein paar Brocken zu beherrschen, lässt einem doch auch nicht einen Zacken aus der Krone brechen, oder?! Die Kauderwelsch-Reihe aus dem Reise Know How Verlag ist praktisch in vielerlei Hinsicht. Zum Einen ist der kleine Sprachführer so handlich, dass er bequem in die Hosentasche passt. Zum Anderen ist er klar gegliedert und hält für jede Situation die richtige Floskel parat. Auch wenn es kein einheitliches Schweizerdeutsch gibt, jede Region pflegt ihren eigenen Dialekt. Wer die Aussprache beherrscht, hat schon mal die Hälfte des Sprachweges hinter sich. Ein h hat im Schwiizertüütsch keine Dehnungsfunktion, sondern wird deutlich gesprochen. Wird ein Vokal lang ausgesprochen, wird er verdoppelt. Das n am Ende von Verben wird weggelasse. Und wenn ein Schweizer eine d Pfane auf den Herd stellt wird erstmal s Rüebli (das e ist stumm und dient dazu das ü lang zu sprechen) im Wasser gekocht und nicht gebraten.

Bis hierhin hat man gerade mal ein Sechstel des Buches geschafft und eine ganze Menge gelernt.

Bis zu Globi, Knorrli und Täät Garee ist es noch ein weiter Weg. Sie können mit diesen Begriffen nichts anfangen? Im Buch wird Ihnen klar wie Sie zu reagieren haben, wenn es so über die Straßen schellt. Egal, ob im Restaurant oder auf der Straße – Konversation gehört nunmal dazu, um eine Stadt, eine Region, ein Land kennenzulernen. Ebenso wie das mehr oder weniger intensive Auseinandersetzen mit der Sprache des Landes. Dieses kleine Büchlein ist ein hilfreicher Ratgeber für jede Situation im eidgenössischen Verbund.

Der Vatikan – Architektur, Kunst, Zeremoniell

Der Vatikan - Verborgene Schätze

Wahrlich kein Leichtgewicht! Und sicher auch kein Reiseband, den man in den Rucksack steckt, mit sich herumträgt und bei einer kurzen Rast mal kurz rausholt, um das Eine oder Andere nachzuschlagen. Dieses Buch zieht man zu Rate, wenn man Rom besucht und den Vatikan in den Fokus seiner Reise stellt. Denn nur mal einen kurzen Blick reinwerfen – sowohl ins Buch als auch in den Vatikan – dafür ist es einfach zu schade.

Die päpstliche Macht wurde nach dem Trientiner Konzil von 1563 gestärkt. Und was machen Sieger? Sie feiern ihren Triumph mit Pomp und Glanz. Der Petersdom war zu diesem Zeitpunkt schon vorhanden. Eine Kirche wie viele andere auch. Doch jetzt ging es erst richtig los. Für die nächsten reichlich sechs Jahrzehnte wurde aus der Kirche ein Prachtbau, für den das Wort Luxusbau erfunden wurde.

Wenn man durch die Hallen wandelt, seine Blicke nicht von Decken- und Wandmalereien wenden kann, kommt man schnell ins Stolpern. Bei so einem Bau, mit solch einer kolossalen Bedeutung (nicht nur für Gläubige), wurden nicht irgendwelche Gemälde gefertigt. Jedes Bild, jede Verzierung, jedes Teil hat eine Bedeutung. Oft steht der Betrachter nach anfänglichem Staunen ratlos vor dem Objekt, das er bisher niemals begehrte.

Doch nicht nur der Petersdom als primäres architektonisches Reiseziel zieht den Besucher in seinen Bann. Der Vatikan hat außer ihm noch mehr zu bieten. Die Vatikanischen Gärten, der Apostolische Palast und Berninis Kolonaden stehen dem sakralen Prachtbau in Nichts nach.

Die Autoren sind allesamt ausgewiesene Experten in Sachen Architektur, Vatikan und der Bedeutung des Baus. Sie erläutern jedes auch noch so kleine Detail. Wer den Vatikan besucht, wird von der Wucht des barocken Bauwerks erschlagen. Dieses Buch erdet die Eindrücke und rückt sie ins rechte Licht, stellt Zusammenhänge dar und weist auf ohne dieses Buch versteckt bleibende Schätze hin.

Nach dem Besuch des Vatikans kann es passieren, dass man völlig baff kaum noch ein Wort herausbringt. Wenn man dann gefragt wird, wie es war, was man alles gesehen hat, kommt außer „Kirche“ nicht viel. So stark wirken die erstklassig erhaltenen Bauwerke, Gemälde, sakralen Gegenstände nach. Dann nimmt man sich in Ruhe dieses Buch zur Hand und lässt jeden Schritt noch einmal Revue passieren. Vieles erscheint im neuen Licht, man sieht klarer und wird ganz bestimmt noch einmal wiederkommen. Genauso wie man dieses Buch immer wieder zur Hand nehmen wird.