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Borneo, Myanmar und andere Exoten

Borneo, Myanmar und andere Exoten

Borneo, Laos, Kambodscha, Myanmar – das klingt doch schon nach Fernweh, nach Abenteuern, nach neuen Kulturen, fremden Sitten. Und für uns „Normalos“ nach ungewöhnlichen Essensritualen und Gerichten.

Sandra Wagner hat sich auf eine – wie sie schreibt – „glutenfreie“ Reise begeben. Denn die Autorin verträgt kein Gluten. Diese Unverträglichkeit bildet den Rahmen einer außergewöhnlichen Reise wie sie nur Backpacker erleben können. Zum Nachahmen zu empfehlen, durch die Preisinformationen im Text leicht nachzuvollziehen.

Fünf Monate reiste Sandra Wagner im Jahr 2010 durch Südostasien. Einmal quer durch die subtropische Region zwischen Indien und dem Pazifik. Aus Reiseführern wusste sie, was ansehenswert war, und was nicht. Dass hier und da die Ansichten darüber auseinandergingen, störte nur am Rande. Ein Schlangentempel zum Beispiel glich eher einem Spielzeugparadies für Kinder als einer echten gruseligen Attraktion.

So mancher Reiseführer entpuppte sich als gewiefter Gauner. Doch all die kleinen Rückschläge konnten die angehende Lehrerin nicht davon abhalten weiterzureisen. Und sie wurde belohnt.

Immer wieder – oft in ausweglosen Situationen, wenn zum Beispiel wieder einmal der angepeilte Bus nicht erschien oder schon abgefahren war – wurde sie von hilfsbereiten Menschen eingeladen. Immer, wenn sich eine Tür schloss, öffnete sich prompt die nächste. Asien für Abenteurer ist eben nun mal ein echtes Abenteuer.

Sandra Wagners Buch ist mehr als nur ein Reisetagebuch vom anderen Ende der Welt. Es ist eine Selbstbestätigung, dass Reisen in Asien immer noch auf eigene Faust unternommen werden können. Es läuft nicht immer alles glatt, aber es läuft. Wer den großen Trip in die unendlichen Weiten der Dschungel, der Großstädte Südostasiens machen will, wird in diesem Buch nützliche Ratschläge finden. Nicht nur zu Preisen, sondern auch zu traumhaften Ausflugszielen. Als Einstimmung auf einen unvergesslichen Urlaub ist dieses Buch ein treuer Wegbereiter.

Quer durch Athen

Quer durch Athen

Alltagsliteratur aus Griechenland, aus Athen ist im Moment – wenn man den Nachrichten glauben darf – eher trist und von Angst, Hass und Niedergang geprägt. Korruption, eine im Untergang begriffene Wirtschaft und ein Land, das vor großen Umwälzungen steht, sind die aktuellen Themen.

Petros Markaris verschließt in seinen Werken nicht die Augen vor dieser Situation. Doch er schafft auch ein Refugium der Gelassenheit, eine träumerische Reise in die Vergangenheit: Mit der Elektrischen durch die griechische Hauptstadt. Vom Hafen in Piräus nach Kifissia. Der Autor lebt seit Jahrzehnten in Athen und hat im Laufe der Jahre unzählige Geschichten seiner neuen Heimat gesammelt. Und nun fährt er mit dem Leser die Strecke der Stadtbahn von Anfang an ab. Links und rechts liegen nicht nur Zeugen der Menschheitsgeschichte, sondern auch die kleinen Schicksale, die eine Stadt ausmachen. Und so ganz nebenbei erhält der Leser Einblick in die Befindlichkeiten der Griechen.

Auch Athen hat seine Victoria-Station, genau wie London. Sie befindet sich unter den Kyriakou-Platz und wurde 1948 wiedereröffnet. In diesem Jahr fanden zum zweiten Mal die Olympischen Sommerspiele in London statt. Die Namensgebung geht auch auf die englische Königin Victoria zurück. Kyriakou-Platz ist immer noch eine gängige Bezeichnung für den Platz, obwohl er schon seit Jahrzehnten Victoria-Platz heißt. Neuerungen setzen sich nur schwer durch …

An jeder Station bitte Petros Markaris die Mitreisenden / Leser zum Aussteigen. Als eloquenter Stadtführer begleitet er die wissensdurstige Menge durch das Chaos der Metropole. Am Ende der Reise fühlt man sich wie ein Einheimischer und kann ebenso manche Anekdote widergeben.

„Quer durch Athen“ ist einer der wenigen literarischen Stadtführer, die es in den Olymp der Stadtrundgänge schaffen. Das liegt zum einen an der überaus interessanten und unendlichen langen Geschichte der Stadt, aber auch an der eingängigen Sprache des Autoren.

Petros Markaris ist vor allem durch seine Kriminalromane des Kommissars Kostas Charitos bekannt geworden. Seine Reisebeschreibung scheint wie eine Flucht aus den Zwängen der Ermittlungen, ein Ausstieg vom Alltag. Doch Markaris kann nicht von seiner Stadt loslassen. Im August 2013 erhält er für seine Verdienste um die Vermittlung der deutschen Sprache und den internationalen Kulturaustausch die Goethe-Medaille.

Konstanz – 2000 Jahre Geschichte

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Eine Reise ans größte Binnenmeer Europas, den Bodensee bleibt für lange Zeit in Erinnerung. Die heimliche Hauptstadt der Seeregion ist Konstanz. Eine Stadt voller Geschichte und Geschichten, die entdeckt werden wollen. Über zwei Jahrtausende weilt diese Stadt nun schon auf Erden. Einst eine Raststation und militärischer Stützpunkt der Römer, später Tagungsort der Kirchenoberen, verzaubert Konstanz heute den Besucher durch seine Eleganz und überbordende Schönheit im sich im Meer widerspiegelnden Sonnenglanz.

Dieses Buch ist mehr als eine Liebeserklärung an Konstanz. Es ist vielmehr der geglückte Versuch dem Geheimnis der Stadt auf die Schliche zu kommen, wie sie sich durch die Wirren der vergangenen Jahrhunderte immer wieder behauptete und zu dem wurde, was sie heute ist.

Autor Ralf Seuffert ist von Beruf Veranstalter von Kulturreisen und -führungen in Konstanz – er kennt die Stadt wie seine Westentasche und lässt nun den Leser an seinem Wissen teilhaben. Kein biederer Rundgang mit dem eintönigen Abspulen von Jahreszahlen – keine Angst. Diese literarische Stadtführung ist eine Wissensreise mit unterhaltsamem Wiedererkennungswert.

Umfassend wird der Leser in einer keltischen und später in einer römischen Siedlung in Empfang genommen. Mit dem Bau des Doms kam Leben in die Stadt. Höhepunkt des klerikalen Lebens waren die Jahre 14141 bis 1418 als hier das so genannte Konstanzer Konzil tagte. Eine ereignisreiche Zeit mit der Absetzung von Päpsten, dem Ende des Schisma in Westeuropa und der Verurteilung und Verbrennung von Jan Hus.

Als Bindeglied zwischen unterschiedlichen Staaten kam Konstanz schon früh eine besondere Bedeutung zu. Wer heute an der Promenade sich den Wind um die Nase wehen lässt, spürt dieses besondere Lebensgefühl. Rege Geschäftigkeit geht mit Präzision und einer gewissen Lässigkeit einher. Industrialisierung und Kriege konnten dem Ansehen der Stadt und der Lebensqualität nichts anhaben.

Konstanz ist eine Perle unter den Städten in Deutschland. Die Bewohner zählen sich zu den Zufriedensten in Europa. Ein Ausflug lohnt sich immer wieder. Und mit dem nötigen Hintergrundwissen sieht man nun so Manches mit anderen Augen.

Mystische Orte in München

Mystische Orte in München

Muss eine Stadt wie München noch vorgestellt werden? Braucht die „Mia san mia“-Metropole überhaupt noch Erwähnung in gedruckter Form? Recht das nicht der allmächtige (FC Bayern) aus? Nein! Denn Christopher Weidner schafft es einen neuen Typus von Stadtgeschichte zu kreieren. Ja, im Jahr 2013 ist es noch möglich das Buchangebot zu revolutionieren.

Da tauchen Drachen neben Schlangen und Mönchen auf. Da springen Metzger durch die Nachbarschaft, Löwen thronen erhaben über Toren. München vor einem halben Jahrhundert noch eine Stadt im Tiefschlaf mit grandioser Umgebung, die nicht so recht touristisch genutzt wurde. Mit der Vergabe der Olympischen Sommerspiele, die 1972 stattfanden und trotz des unsagbaren Terrors als friedliche und fröhliche Spiele in Erinnerung geblieben sind, fand ein einzigartiger Wandel auch im Stadtbild statt. Wenn heute von der nördlichsten italienischen Metropole gesprochen wird, so liegt das nicht nur an den günstigen klimatischen Bedingungen.

Doch zurück zur Mystik der bajuwarischen Kapitole: Oft geht man achtlos an Bauwerken, an Denkmälern, an Brunnen vorbei. Die Schönheit und die Symbolik erschließt sich nicht jedem auf den ersten Blick. Doch Künstler haben nun mal die Angewohnheit ihren Werken eine gewisse Bedeutungsschwere innewohnen zu lassen. Christopher Weidner nimmt diese Schwere auf die leichte Schulter und löst so manches Rätsel über den Köpfen der Betrachter mit seinem enormen Wissensschatz auf.

Zum Beispiel im Hackenviertel, Kreuz-, Josephstital, Brunnen- und Damenstiftstraße. Hier blickt eine Maria mit dem Jesuskind im Arm auf die Passanten herab. Festgehalten von einem Birnenbaum, als Symbol für das Paradies.

Oder das Brautportal der Frauenkirche. Das mit der Sonnenuhr. Was, das kennen Sie nicht, obwohl Sie täglich daran vorbeilaufen? Schauen Sie doch mal vorbei und verweilen eine Zeit. Wem sich die Symbolik nicht erschließt, wird in diesem Buch fündig. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass es Bücher wie “Mystische Orte in München“ gibt. Stadtgeschichten erzählen, ist eine heikle Gradwanderung. Entweder gerät der Stadtrundgang zur trögen Geschichtsstunde mit Unmengen an Jahreszahlen oder über die zahlreichen Anekdoten vergisst man das eigentliche Ziel eine Stadt näher zu bringen. Die Grauzone ist schmal und überschaubar. Christopher Weidner verbreitert diese Grauzone und legt einen Hauch wabernden Wissens darüber. Diesen Schleier weht er umgehend beiseite und erschafft ein wissenswertes und modernes, zeitgemäßes Buch.

Kunst und Architektur – Paris

Paris

Paris – die Stadt der Liebe. Die Stadt der Lichter. Ein Genuss für alle, die Schönheit entdecken und in ihrem Herzen und in ihren Erinnerungen bewahren wollen und können. Da ist es wie eine göttliche Fügung, dass in diesem Jahr ein exzellenter neuer Reiseband auf Kunst- und Architekturhungrige wartet. Paris komplett zu erkunden, ist ein hehres Ziel. Schließlich gibt es hier einiges zu entdecken. Im Zeitalter der Digitalfotografie ist es nur noch eine Frage der Anzahl der Speicherkarten, die man mit sich führen muss, um auch nur einen Bruchteil der Sehenswürdigkeiten der Stadt festzuhalten.

Der Reisebildband besticht durch seine scheinbare Einfachheit. Wohl fein gesponnene Spaziergänge beispielsweise von der Opéra Garnier zum Centre Pompidou geben den Blick für eine verbaute und doch so beeindruckende Reise durch eine der betörendsten Städte der Welt frei.

Viele Städte rühmen sich ihrer Passagen. Doch nur hier versprühen sie diesen einzigartigen Charme, der einem den Atem stocken lässt.

Selbst eingefleischte Pariskenner werden hier noch das Eine oder Andere entdecken, das sie bisher nur im Vorbeigehen gestreift haben. Fast ist man geneigt zu sagen, dass eine Reise in die Sein-Metropole nicht mehr lohnt. Schließlich ist alles Sehenswerte in diesem Buch auf 480 kompakten Seiten zusammengefasst. So weit reicht der Einfluss des Buches nicht. Jedoch wird jeder Paris zu einer endlosen Souvenirjagd nach den Originalen, die hier abgebildet sind.

Eine magische Anziehungskraft übt immer noch das Marais aus. Einst eine Sumpflandschaft ist hier der Stadtteil, der Paris zum typischen Paris macht. Hier, wo einst der Hochadel es sich gut gehen ließ und von hier aus die Geschicke eines ganzen Kontinents leitete, sind die Bauten die einzigen Zeugen einer glorreichen Zeit. Da lohnt es sich mehr als nur einen Blick mehr zu riskieren. Das Hôtel Sully mit dem aufwendigen Fassadenschmuck am Corps des logis vereint das klassische Element der Renaissance mit der Üppigkeit des Barock.

Über Paris zu erzählen ist ähnlich endlos wie der Bestimmung der Zahl Pi. Man muss es erleben. Doch als Appetitmacher sollte man dieses Buch nicht einfach übersehen. Das kompakte Format liegt gut in der Hand. Zahlreiche Texte und die im Übermaß vorhandenen Bilder versprechen eine Traumreise in eine Traumstadt. Einfach mal die Seele baumeln lassen und ein bisschen in diesem Buch herumblättern. Das geht nicht gut. Akutes Reisefieber und der ständige Drang weiterzublättern erlauben kein ruhiges Betrachten. Da hilft nur eines: Auf nach Paris!

Košice – Eine kleine Stadtgeschichte

Kosice

Einmal der Mittelpunkt der Welt sein! So oder so ähnlich fühlten sich die Organisatoren, als bekannt gegeben wurde, dass Košice im Jahr 2013 (zusammen mit Marseille) sich als Kulturhauptstadt Europas präsentieren darf.

Košice? Wo ist das denn? Viele Fragezeichen über den Köpfen von Millionen Touristen überall auf der Welt.

Košice ist die zweitgrößte Stadt der Slowakei. Und sie existiert bereits seit dem ersten Jahrtausend. Zu erstem Ruhm gelangte die Stadt 1312 als Karl I. Robert ein ungarisches Heer vor den Toren der Stadt besiegte. Im Laufe der Zeit hinterließen immer wieder neue Herrscher ihre Spuren: Ungarn, Deutsche, Juden, Ruthenen und Roma. Die ostslowakische Stadt ging mit den Hinterlassenschaften sorgsam um, und so kam es, dass im 20. Jahr der Unabhängigkeit die Slowakei und somit Košice den Zuschlag bekam sich Kulturhauptstadt Europas nennen zu dürfen.

Der verheerende Stadtbrand von 1556, der große Teile der Elisabethkirche, Klöster und Türme in seinen Flammen verschlang, wurde durch umfangreiche Wiederaufbaumaßnahmen bald vergessen gemacht. Heute erstrahlt die historische Altstadt im alten Glanz und verzaubert Gäste aus aller Herren Länder. Wenn man so durch die Stadt schlendert, vorbei an den erhabenen Bauten links und rechts des Weges, erkennt man die Parallelen zu Metropolen wie Wien und Budapest. Dies ist der Hinwendung zu den großen Habsburger Städten zu verdanken.

Auch wenn Košice nicht dem Ruf Wiens oder Budapests nachhängt, so muss sie sich nicht hinter den großen Siedlungen an der Donau verstecken.

Nach 1945 wuchs Košice zu einer Industriestadt mit intellektuellem Charme heran. Hochschulen entstanden, die Künste wurden gefördert. 1966 wurde der urbanturm durch einen Brand arg in Mitleidenschaft gezogen. In den Folgejahren wurde er wieder aufgebaut. In dieser Zeit verdoppelte sich auch die Einwohnerzahl. Das zweitgrößte Wohnungsbauprogramm – nach Prag – beschied Košice einen Bauboom enormen Ausmaßes.

Ein Besuch der Stadt lohnt sich nicht nur, weil hier gerade an allen Ecken und Enden Kunst verschiedenster Couleur geboten wird, sondern auch weil die Slowakei im Euro-Raum ein Mauerblümchendasein fristet. Entdecker werden – auch und gerade mit diesem Buch im Gepäck – ein frisches, aufstrebendes Land und eine quicklebendige Stadt vorfinden, die darauf wartet erkundet zu werden.

Kleine Geschichte Stockholms

Kleine Geschichte Stockholms

Unter den Hauptstädten Europas gehört Schwedens Kapitale nicht zu den Städten, die man sofort mit einer speziellen Sehenswürdigkeit in Verbindung bringt. Kein Tower, kein Eiffelturm, kein Colosseum, keine unvollendete Kirche oder eine besondere Ausgrabungsstätte. Stockholm ist einfach nur Stockholm. Zeit, um sich genauer mit der Geschichte dieser Stadt zu beschäftigen, die – wenn man den Fernsehbildern und Klatschpostillen glauben darf – nur aus dem Königspalast und ein paar Schären besteht.

Seit mehr als 750 Jahren dürfen sich Schweden Stockholmer nennen. Ein idealer Handels- und Verteidigungsplatz war der Fleck, den wir heute als Stockholm kennen. Der Name Stockholm lässt sich auf die Begriffe Stock für Pfahl oder Stamm und Holm für kleine Insel zurückführen. Wie Venedig und Amsterdam wurde die Stadt auf Pfählen errichtet.

Autorin Ingrid Bohn weiß so manche Anekdote aus den Archiven zu erzählen. Zum Beispiel die Geschichte, warum die Stadt in einem strahlenden Gelb erscheint. Das kommt von … das muss man schon selber nachlesen. Denn dieser Ausflug in die Geschichte macht Spaß. Kein Lehrer, der mit erhobenem Finger Aufmerksamkeit einfordert. Hier sitzen die Schüler / Leser brav und still da und lauschen den Ausführungen. Wer Stockholm mehr als nur ein Wochenendausflugsziel anerkennt, und mehr als nur die Touri-Tour machen will, kommt an diesem knackig geschriebenen Band nicht vorbei. So manche, was links und rechts des Wegesrandes steht, bekommt eine neue Bedeutung. Fassaden lösen sich aus ihrer Starre und werden lebendige Figuren im Spiel der Jahrhunderte. So macht Geschichte Spaß.

Und heute? Trendhauptstadt Europas in Sachen Mode – wird sie von Modeexperten genannt. Ausgedehnte Spaziergänge durch die Stadt auf vierzehn Inseln versprechen Abwechslung und entspannte Atmosphäre. Die Geschichte ist präsent, aber nicht aufdringlich. Jetzt, da der Leser mehr über diese außergewöhnliche Stadt weiß, gibt es keine Alternativen mehr: Koffer packen und die gelesene Geschichte erleben und aufsaugen!

Römische Villen und Paläste

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Einmal die eigenen Erlebnisse für alle Ewigkeit bewahren können. Einmal echten Profis über die Schulter schauen. Einmal nur. Massimo Listri lässt sich über die Schulter schauen. Bei seinen Streifzügen durch Rom. Seine Besuche in den Villen und Palästen der Ewigen Stadt sind ein Hingucker. Nein, sie sind mehr. Sie sind die Abziehbilder unserer Phantasie. So stellen wir uns Rom vor. Weitläufige Gartenanlagen. Elegant geschwungene Aufgänge. Protzige Fassaden. Rom ist voll von solchen Gebäuden. Und sie sind exzellent erhalten. Nur nicht für jeden besuchbar.

Und da kommt der Fotograf Massimo Listri ins Spiel. Denn er darf. Er darf ins Innere der einstigen Macht- und Prachtbauten. Mit dem Auge fürs Detail führt er den jungfräulichen Leser gewandt durch gestandenes Mobiliar. Hier wurden die Geschicke ganzer Generationen bestimmt und gelenkt.

Das Titelbild zeigt den Ausblick in den Garten der Villa Medici. Ein weißer Prunkbau mit reich verzierter Fassade, die dem Besucher eine ordentliche Maulsperre verpasst. Zwei Löwen bewachen lebensecht den Zugang zur Villa. Verspielt hält einer der beiden eine Kugel in der Pranke. Die Anspielung auf das Machtstreben der toskanischen Familie, die im Mittelalter ganz Europa, inkl. Papsttum in den monetären Klauen hielt. Überladene Deckenmalereien lassen den Rundgang kurz stocken. Wie eine Erzählung aus vergangenen Zeiten schweben Engel und leichtbekleidete Grazien über dem Betrachter. Im Garten tummeln sich Statuen, Brunnen sind mehr als nur Wasserspender.

Doch „Römische Villen und Paläste“ ist mehr als „nur“ ein Bildband. Die ausführlichen und kenntnisreichen Texte von Carlo Cresti und Claudio Rendina erläutern jedes noch so kleine Detail. Sie sind die wahren Helden dieses Buches. Sachlich und darauf bedacht nicht auszulassen, geben sie den Blick frei, den Massimo Listri mit seiner Linse so gefühlvoll freigeschaufelt hat. Ihre Texte verleihen dem überirdischen Bildband die Bodenhaftung.

Ein Buch für Frühaufsteher, denn daran satt sehen, kann man sich nicht in ein paar Minuten. Ein Buch für Rom-Enthusiasten, denn so haben Sie Rom noch nie gesehen. Ein Buch für Ästheten, denn noch nie wurde ein Großstadt so grazil dargestellt.

Tango fatal

Tango fatal

Wenn man sich die vergangenen Jahre betrachtet, ragen Menschen aus einem Land besonders hervor: Argentinien. Alles überragende Fußballer wie Diego Armando Maradona und Lionel Messi. Ein Papst. Und seit neuestem Königin Máxima, Prinzessin der Niederlande. Des Weiteren bringt man Argentinien, und zwar nur Argentinien, mit einem weiteren kulturellen Erbe in Verbindung: Dem Tango. Zwar wurde auch Uruguay durch die UNESCO zum Erhalt des Tanzes „verdonnert“, doch ist nur die Region vom südlichen Ufer des Rio de la Plata bis nach Feuerland dafür berühmt.

Viele Sagen und Mythen ranken sich um den leidenschaftlichen Tanz. Ein getanzter trauriger Gedanke sei er. Oder eine Sucht. Oder ein Bordellreptil. Vieles mag stimmen, doch der Gedanke, dass der Tango ein getanztes Leben sei, verleiht dem Ran-tan-tan-tan die bedeutungsvolle Schwere.

Mauri Antero Numminen, der finnische Avantgard-Musiker bringt es in seiner Geschichte auf den Punkt. Ja, ein Finne bildet den Auftakt zu einem zutiefst lateinamerikanischen Buch. Denn der finnische Tango ist eine eigenständige Musikrichtung. Für Faktensammler lohnt sich der Erwerb dieses Büchleins schon allein deshalb.

Auszüge aus Henning Mankells „Die Rückkehr des Tanzlehrers“ und aus Jorge Luis Borges‘ Werk sowie ein „Vollständig unvollständiges Alphabet des Tangos“ von Jörg Krummenacher und zahlreiche kleine Anekdoten aus allen Ecken und Winkeln der Welt komplettieren dieses richtungsweisende Werk in Sachen Auszüge aus großen Werken zu einem Thema. Normalerweise sind Bücher wie diese reine Werbemaschinen, um Werke aus dem eigenen Verlag unters Volk zu bringen. „Tango fatal“ ist nur einem Ziel verpflichtet: Den Tango in die Bücherregale zu tragen.

Ein stringenter Rhythmus, melodisch, ja fast schon tragisch, durch ein Bandoneon in eine tanzbare Form gebracht – das ist Tango. Zumindest fürs Ohr. Doch Tango geht tiefer. Durch das Ohr ins Hirn, und von da direkt ins Herz, das die Impulse unweigerlich in die müden Knochen weiterleitet. Ein leichter Tonus durch zuckt erst die Arme, Hände und Finger. Dann können sich auch die anderen Extremitäten nicht länger zur Wehr setzen. Der ganze Körper taucht ein in das Feuer des Tangos.

Die Autoren verzichten weitesgehend auf die stereotypen sexuellen Verdächtigungen, die mit dem Tanz einhergehen. Vielmehr berichten sie von der Unmöglichkeit Tango in Berlin zu tanzen oder von der guten alten Zeit eines Carlos Gardel, dem größten Tango-Interpreten. Wer Tango liebt, dessen Liebe wird hier Seite für Seite, immer wieder und wieder neue befeuert. Die einzig zulässige Bücherverbrennung der Gegenwart!

Kleine Geschichte Istanbuls

Kleine Geschichte Istanbuls

Eine Stadt in Worte zu fassen, ihrem Lebenslauf darzulegen, ist eine schwierige Angelegenheit. Besonders, wenn sie seit über 2.000 Jahren existiert und ein so wechselvolle Geschichte wie Istanbul vorzuweisen hat. Brigitte Moser und Michael W. Weithmann haben sich der Mammutaufgabe gestellt und haben einen idealen Begleitband einer jeden Istanbulreise erschaffen.

Jeder kennt die Wahrzeichen der Stadt am Bosporus: Hagia Sophia, Blaue Moschee, die Bosporus-Brücke. Doch die Geschichten, die dahinterstehen, kommen oft zu kurz. Dabei sind sie erzählenswert. Auf den reichlich 180 Seiten erfährt der Leser schon vor der Abfahrt mehr über Istanbul als wenn er pauschal die Stadt erkunden will. Ein Flug nach Istanbul dauert mit Check-In und allem Drumherum ca. vier bis fünf Stunden. Stunden, in denen die Neugier auf den Zusammenprall von Orient und Okzident kaum noch auszuhalten ist. Hier eine Kontrolle, da eine Passage. Die Zeit sinnvoll zu nutzen, fällt wegen der Anspannung schwer. Mit diesem Buch im Handgepäck – Bücher sind allen Restriktionen nach 9-11 zum Trotz immer noch erlaubt – wird die unerträgliche Wartezeit zum Ausflug in eine andere Welt. Vor Ort kommt dem Reisenden der erweiterte Wissensschatz ab dem Flughafen zugute.

Selbst wer Istanbul nach eigenem Bekunden schon in- und auswendig kennt, wird hier noch die eine oder andere Anekdote herausfiltern können. Auf einzelne Geschehnisse einzugehen, würde an dieser Stelle zu weit führen. Zum umfangreiche ist das dargebotene Wissen.

Eine Stadt, die sich Zeit ihres Lebens Angriffen erwehren musste, und dies öfter als andere auch erfolgreich tat, lebt vom Mythos ihrer Unbezwingbarkeit und ihrem reichen kulturellen Erbe. Istanbul ist somit eine der reichsten Städte der Welt. Vierzehn Millionen Einwohner erleben jeden Tag, was es heißt in einer so genannten Megacity zu wohnen. Noch einmal knapp 50 Prozent davon kommen jährlich als Touristen hinzu. Sie sind es, die den Ruhm Istanbuls in die Welt hinaustragen. Sie künden von erhabenen Bauten und lebhaften Plätzen, von einzigartigen Touren durch eine der faszinierendsten Städte weltweit und von den Hinterlassenschaften von knapp drei Jahrtausenden. Und ab sofort kennen sie außerdem noch die Hintergründe, dank dieses Buches haben sie das Wissen Geschichte einzuordnen und weiterzugeben.