Erdbeerglück

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Erdbeeren können für so viel stehen: Den Sommer, Frische, Gesundheit. Aber vor allem für Lecker, Schlemmen und mmmhh. Sobald die ersten Erdbeeren aus der Region im Handel sind, verwandeln sich Erdbeerholiker (gibt es das Wort überhaupt? – egal, jeder weiß, was gemeint ist) in wahre Raubtiere. Erdbeertorten werden in Windeseile gebacken und genauso schnell vertilgt. Es gibt kein Halten mehr. Selbst ansonsten wohl erzogene Teenager können bei Kindergeburtstagen nicht mehr an sich halten und verleiben sich eine ganze Torte allein ein.

Doch Erdbeeren sind nicht nur für den schnellen Kick gut. Und schon gar nicht nur für Torten! Für alle Nussliebhaber – denn die Erdbeere ist eigentlich ein Nuss, wer genau hinsieht und mal kurz innehält, kann sie sehen, die kleinen Nüsschen – ist dieses Buch eine Art heiliges Buch. Smoothies, Pavolova (mit leckerer Sahne und Passionsfrucht) … kurze Pause gefällig? … denken Sie nicht an Erdbeeren, denken Sie nicht an Erdebeeren … funktioniert nicht?, okay, dann weiter – Financier, Hippen mit Erdbeersahne. Puh, da kommt man aus der Puste, und das schon beim Lesen des Inhaltsverzeichnisses.

Alle Rezepte sind schnell und einfach nachzubacken, -kochen, -machen. Die Zutaten sind in jeder gut sortierten Küche immer vorhanden. Fehlen nur noch die glücksbringenden Nüsse. Dass die Erdbeere nicht allein für den Genuss herhalten muss, zeigt unter anderem Rezept Nummer Zwei. Erdbeer-Melonen-Suppe. Beides in gleicher Menge mit Honig und Zitronensaft mixen. Ein bisschen Buttermilch dazu, abkühlen lassen. Danach noch einmal vier Esslöffel Buttermilch dazugeben, mit Minze und Erdbeerstückchen garnieren und … genießen.

Kleines Buch, große Wirkung. Jeder kennt im Bekanntenkreis oder unter Verwandten, der bei Erdbeeren die gute Erziehung vermissen lässt. Ein ideales Geschenkbuch, mit dem jeder gewinnt. Der Schenkende wird von nun an immer mit einem Lächeln begrüßt. Der Beschenkte freut sich darüber, dass er / sie so viele Möglichkeiten aufgezeigt bekommt, was möglich ist. Und beim Zusammentreffen gibt es immer Erdbeerschachbrettkuchen, Erdbeer-Carpaccio mit Nougat, Erdbeersalsa, Rucola-Erdbeer-Salat und ein dankbares Lächeln.

Amsterdam Magnetlesezeichen

Magnetlesezeichen Amsterdam

Eine Stadt wie Amsterdam lädt geradezu ein es gemächlich angehen zu lassen. Für Fußgänger (und Radfahrer) eine echtes Paradies zum Verweilen. Da bietet es sich an in regelmäßigen Abständen mal die Seele und die Beine baumeln zu lassen, die Schiffe in den Grachten an sich vorüberziehen zu lassen und ein wenig in einem Reiseband zu blättern. Schon vorher hat man sich kundig gemacht: Was muss man sehen in der von Wasserstraßen durchzogenen Stadt? Welches Museum lohnt sich? Wie war doch gleich der Weg zum Blumenmarkt?

Und schon geht die Blätterei los! Das war irgendwo zwischen … ach wie hieß das doch gleich?! Und schon ist die schöne Erholung flöten. Man hätte sich die Seite markieren müssen. Mit einem Zettelchen oder so was. ODER, mit einem Magnetlesezeichen. Aufklappen, Einlegen, Zuklappen. Passt, rutscht nicht und erspart Schweißtropfen auf der Stirn. Der Moses-Verlag hat mehrere Magnetlesezeichen-Sets zur Auswahl. Unter anderem auch zu Amsterdam. Typische Stadtszenen wie Grachten und die damit verbundenen Brücken, Tulpenfelder und Lippenbekenntnis, das jedem Besucher schnell über selbige kommt: „Amsterdam – Ik hou van jou“. Was das wohl heißt?

Drei Lesezeichen im Set – das reicht erstmal für die ersten Erkundungen. Kein gestresstes Herumblättern mehr, alles sofort parat, mittendrin in der Stadt, die so viel zu bieten hat.

Für immer und jetzt

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Nichts auf der Welt wird so sehr herbeigesehnt wie die Liebe. Wie man sie bekommt, ist so facettenreich wie die Menschheit. Es zu sagen, ist die einfachste Sache. Die Liebe zu zeigen schon schwieriger. Und so unterschiedlich.

Liebe geht durch den Magen. Und durch die Nase. Durch die Nase? Kaum eine kommt heute noch auf die Idee, ihrem Angebeteten mit einem muffelnden Stück Obst ihre Zuneigung zu gestehen. Wobei die olfaktorische Wirkung schon nachgewiesen wurde. In Österreich gibt es den Apfelschnitztanz. Man vergnügt sich, tanzt, lacht. Die Mädchen stecken sich einen Apfelschnitz unter die Achsel. Und am Ende des schweißtreibenden Abends überreichen sie diesen ihrem Schatzi. Schöne Tradition, hilft vielleicht. Aber mal ganz ehrlich! Sie kommen abgetanzt, leicht angeheitert aus einem Klub. Und ihre Angetraute, ihr Objekt der Begierde überreicht ein matschiges, riechendes (wonach auch immer) Stück Obst. Wer denkt da an Liebe? Das muss es doch irgendwo auf der Welt ein geschmackvolleres Ritual geben.

Bleiben wir noch bei der amourösen Nahrungsaufnahme. In Wales, aber auch in anderen keltischen geprägten Gegenden gibt es die schöne Sitte des Liebeslöffels. Unvermählte Männer schnitzen an kalten Wintertagen Löffel mit reichen Verzierungen, die sie nach vollendeter Arbeit ihrer Auserwählten zum Geschenk machen. Die Kunstfertigkeit ist dann ein Symbol für Geschicklichkeit. In jeder Hinsicht…

Überall auf der Welt gibt es Rituale, Traditionen, die es Liebenden leicht oder schwer machen sich zu einander zu bekennen. In Kirgisien ist der Brautraub immer noch bzw. wieder ein gern genommenes Mittel, um die Angebetete an sich zu binden. Das passt leider nicht immer, wird trotzdem durchgezogen. Vorteil hierbei ist, dass auch zwei Menschen, die sich nicht lieben dürfen, analog zu den Capeluts und den Montagues, sich einfach kidnappen lassen und dann – ganz wie es die Regel verlangt – Mann und Frau sein dürfen.

In Kenia gibt es mancherorts ein erniedrigendes Ritual. Mann und Frau werden tagelang beschimpft und mit stinkenden Sachen beworfen. Wer das aushält, überlebt auch die Ehe.

Michaela Vieser macht es und dem Leser bringt es Spaß die alten Traditionen aufleben zu lassen. Denn viele Zuneigungsbekundungen sind zwar noch vorhanden, wie beispielsweise der Hongi-Kuss der Maori oder der Mailehen in einigen Gegenden des Rheinlandes. Doch die Herkunft und die wahre Bedeutung – okay, in der Regel geht es sowieso immer nur um das Eine – sind eigentlich nicht mehr existent. Und damit das nicht so bleibt, fügt die Autorin an jedes Kapitel kleine Rezepte oder Bastelanleitungen, die zum Nachahmen gedacht sind und letztendlich diese hehren (oft Herren-) Traditionen nicht gänzlich im digitalen Sumpf zu versinken lassen.

Sie zeigt aber auch, dass Traditionen keine Erfindung unserer Ahnen sind. Auch der homo sapiens der Moderne trägt (oft unbewusst) zum Fortbestand der Liebeszeugnisse bei. Der Beziehungsstatus – das lehren uns vor allem amerikanische Serien und Filme – spielt immer öfter eine große Rolle. So umgeht man das stammelnde „Ich liebe Dich“ per Knopfdruck.

Das Buch nimmt es einem nicht ab, dem Schatz seine Gefühle auszudrücken. Aber das Spektrum an neuen bzw. neu entdeckten Ritualen vereinfacht vielleicht die ganze Sache. Eine Möglichkeit ist zum Beispiel der Kauf dieses Buches. Welche Bedeutung außer der Liebe gibt es sonst noch, wenn man dieses Buch verschenkt? Auch als Wink mit dem Zaunpfahl…

Lesereise Vatikan

Lesereise Vatikan

Er ist das letzte Relikt einer vergangenen Zeit. Auf dem Papier ist der Vatikanstaat das rückschrittlichste Land der Erde. Bei näherem Betrachten ist das kleinste Land aber auch sehr fortschrittlich. Ein absolutistischer Herrscher, die bunteste Armee der Welt, aber auch die niedrigste Scheidungsrate. Der Regierungschef hat einen Migrationshintergrund, so wie eigentlich alle Bewohner. Und obwohl die Nähe zu Italien dagegen sprechen sollte, spielt die Fußball-Nationalmannschaft keine Rolle im Elf-Gegen-Elf-Weltgeschehen. Und noch was: Die Verwaltung des Landes ist der größte Immobilienbesitzer der Welt. Und zum Einkaufen allein fährt man auch nicht an den Petersplatz. Endlose Schlangen vor den Museen sind kein Argument hier ein paar geruhsame Tage zu verbringen. Warum also ist der Vatikan so beliebt bei Touristen, dass beispielsweise in den Heiligen Jahren – 2016 steht übrigens wieder eines ins Haus – mehr als die zwanzigtausendfache Menge der Einwohnerzahl an Touristen verkraftet werden muss.

Christine Höfferers Lesereise erklärt in ihren Reportagen warum es sich hier aushalten lässt und ein Abstecher ins Zentrum Roms mehr als nur lohnenswert ist. Noch einmal zurück zu den Warteschlangen. Wer unvorbereitet die Vatikanischen Museen besuchen will, braucht Stehfleisch. Besser anmelden. Dann klappt’s auch mit dem Reinkommen und man hat sogar Zeit und ein wie auch immer geartetes Lächeln für die Wartenden übrig. Zeitgemäß modern wie die christlich-sozialen Freunde in Bayern meint auch der Chef der Museen, dass hier Kontingente von Nöten seien, zumindest aber hilfreich sein könnten.

Die Schweizer Garde ist die wohl am wenigsten Schaden anrichtende Söldnerarmee der Welt. Wer mitmachen will, muss sich einer strengen Prüfung unterziehen. Wenn Alter, Größe, Herkunft, Konfession, Familienstand stimmen, gibt’s eine schicke Uniform. Und die schneidert Ety Ciccioni. Rund 150 Uniformen schneidert er pro Jahr. Die Farben setzen sich aus den Familienfarben früherer Päpste zusammen, das Blau von den Medicis und das Gelb-Rot aus dem Geschlecht der della Rovere. Wegen des Gehalts nimmt keiner der Gardisten diesen Job an. Tausendvorhundert Euro gibt’s jeden Monat vom Chef.

Die Lesereise Vatikan besticht durch die sorgfältige Auswahl der Themen und die lesenswerte Umsetzung selbiger. Christine Höfferer ist eine echte Kennerin der Geheimnisse des Vatikans. Als Tourist wird man dieses Buch verschlingen. Und immer wieder lesen. Und immer dabei haben. Sei es als Zeitvertreib in der Warteschlange, oder als Nachschlagewerk, wenn man vor Ort ist. Denn hier lauert nicht an jeder Ecke ein Histörchen, sondern im wahrsten Sinne des Wortes in Schrittlänge.

Das Format ist außergewöhnlich: Passt in jede Tasche, beult nicht aus und der Inhalt der Serie im Allgemeinen und dieses Buches im Speziellen trägt dazu bei den Urlaubsort eingehend zu begreifen.

Im Hotel Régina

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Menschen im Hotel. Das geht es oft chaotisch zu, wenn man Hollywood glauben darf. Im Hotel Régina in Nizza ist die Stimmung auch ziemlich angespannt. Wir schreiben das Jahr 1954. Frankreich will schon länger einen seiner größten Künstler mit einer Medaille ehren. Eine Gedenkmünze für Henri Matisse. Doch alle Entwürfe weist er entschieden zurück. Als die Prägestätte einen neuen Versuch unternimmt den Künstler zu einer Zusammenarbeit zu bewegen, stimmt der nur unter einer Bedingung zu: Er selbst will den Künstler auswählen. Und ihm schwebt da auch schon ein Name vor. Alberto Giacometti. Wer in den vergangenen Monaten eifrig die Nachrichten verfolgt hat, weiß, dass seine Skulpturen mittlerweile zu den gefragtesten und vor allem zu den teuersten der Gegenwart zählen. Einhundertsechsundzwanzig Millionen Euro bot 2015 ein Sammler für die anderthalb Meter hohe Bronzeskulptur „Man Pointing“.

Und begab es sich, dass der Schweizer Künstler einige Tage im Sommer bei Matisse an der Côte d’Azur zubringen durfte. Matisse saß regungslos auf seinem Stuhl oder am Tisch. Von schwerer Krankheit gezeichnet, ließ er sich portraitieren. Er wollte die Skizzen nicht sehen. Das beeinflusse ihn und den Künstler.

Giacometti ritzte mehr als dass er malte – nach Matisse könne eh niemand malen, auch er nicht. Millionen von Museumsbesuchern sehen das wahrscheinlich anders. Wenige Striche genügten, das kann man heute noch in zahlreichen Museen betrachten, um dem großen Meister gerecht zu werden. Die Kunstfertigkeit erschließt sich nicht jedem auf Anhieb. Die einleitenden und abschließenden Texte von Gotthard Jedlicka, einem Freund Giacomettis, dem Giacometti-Spezialisten Casimiro di Crescenzo und Kunsthistoriker Michael Lüthy geben den abgebildeten Skizzen die passenden Erläuterungen und füllen die Wissenslücken mehr als kenntnisreich auf.

Wer sich noch nicht eingehender mit Matisse und Giacometti beschäftigt hat, kommt bei der Lektüre dieses Buches nicht mehr aus dem Staunen heraus. Wissenschaftliche Betrachtungen zu einem Künstler sind oft etwas sperrig zu lesen. Denn jeder Betrachter hat eine andere Sichtweise auf das Kunstwerk. Hier sprechen nun aber echte Experten, die in der Kunst mehr sehen als ein gefälliges Objekt. Sie überlegen nicht, ob es zur Wohnungseinrichtung passt. Sie rücken das Objekt gerade, ziehen Parallelen zum Leben, ordnen es ein. Spannend wie ein Glauser, detailreich wie ein Mosaik, unter der Lupe des Wissens erklärt.

Henri Matisse starb nur kurze Zeit nach der letzten Sitzung am 3. November 1954 in seinem Haus Cimiez. Alberto Giacomettis Todestag jährt sich am 11. Januar 2016 zum fünfzigsten Mal.

City Trip Breslau

CityTrip Breslau

Jedes Jahr dürfen sich zwei Städte in Europa mit dem Titel „Kulturhauptstadt Europas“ schmücken. Über Sinn und Unsinn des Titels lässt sich vortrefflich streiten. Den Städten bringt es über alle Grenzen hinweg Anerkennung und Bekanntheit. 2016 sind es das nordspanische San Sebastian und Wrocław in Polen. Der Name Wrocław ist für alle, die des Polnischen nicht mächtig sind ein wahrer Zungenbrecher, weshalb wohl auch die offizielle Homepage wro2016.pl genannt wurde. In Deutschland hat die Stadt als Breslau immer noch einen klingenden Namen.

Man kann jetzt schon davon ausgehen, dass während des umfangeichenen Programms so viele Touristen aus aller Herren Länder die Stadt besichtigen werden. Und jeder Veranstalter wird einen kleinen Stadtführer für Ortsunkundige im Gepäck haben. Am Ende einer Woche hat man zahllose kleine (praktisch – damit wird jeder werben) Stadtführer, in denen immer das Gleiche steht. Als wissbegieriger Besucher stößt man damit schnell an die Grenzen.

Der CityTrip Breslau nimmt den Kamp mit der Flut von knappen Reiseführern auf und schreitet voran durch eine der interessantesten Städte Polens. Über tausend Jahre haben ihren Spuren hinterlassen. Als eines der bekanntesten Bauwerke gilt der gotische Dom, der im 13. und 14. Jahrhundert erbaut wurde. Weit über eine halbe Million Menschen dürfen Wrocław ihre Heimatstadt nennen. Somit gilt sie wohl als eine der größten noch unentdeckten Städte Europas.

Izabella Gawin macht ab der ersten Seite Lust Wrocław aus dem Dornröschenschlaf zu wecken. Für jeden ist was dabei. Sie beginnt mit den Schnellbesuchern: Ein Wochenende – eine Stadt. In Wrocław kein Problem. Backsteingotik, Flußfahrt, Geschichte und Szeneviertel. Kurz und knapp ohne dabei etwas Wegweisendes zu vergessen. Wie zum Beispiel die älteste Kneipe Europas. Seit 700 Jahren lässt man im „Schweidnitzer Keller“ bei Bier und Snacks den Tag ausklingen. Das Farbenspiel der Gaslaternen auf der Dominsel ist mehr als nur ein gelungener Abschluss eines ereignisreichen Tages.

Alle, die ein bisschen mehr Zeit in Wrocław investieren, werden aus dem Staunen nicht mehr rauskommen. Schon beim losen Durchblättern des Reisebandes fühlt man sich in die schlesische Metropole versetzt. Kunstgewerbeläden wechseln mit einladenden Cafés sich ab. Die Markthalle am Oderufer ist nicht nur zum Einkaufen da, hier lässt sich auch vorzüglich flanieren. Zahlreiche Museen zu allen Epochen und Kunstrichtungen verführen ebenso wie die zahlreichen Gärten Parks. Um die Altstadt herum führt ein grünes Band, hier vergisst man, dass man in einer Großstadt ist.

Wrocław zeigt sich dem begeisterungsfähigen Besucher von seiner schönsten Seite. Viele Orte, die es wert sind besucht zu werden, muss man suchen. Mit diesem handlichen Buch jedoch wird die Suche zu einer wahren Freude.

Wer dennoch nicht auf die kleinen Stadtführer verzichten will, weil da immer so kleine, hübsche Stadtpläne drin sind, wird mit diesem CityTrip nicht enttäuscht. Denn bei ReiseKnowHow gehört es zum Standard einen kleinen Faltplan beizulegen. Da fühlt man sich auch wieder als Tourist der alten Schule. Als Zugeständnis an die moderne Art des Reisens gibt aber für alle, die auch im Urlaub nicht aufs Smartphone verzichten wollen, eine Gratis-App.

Marionette des Teufels

01 Marionette des Teufels

Schon der Titel lässt auf eine schaurige Geschichte schließen. Und dieser Schluss ist vollends gerechtfertigt. Ein Mord an einer Sopranistin und eine zweite Leiche, Intrigen, ein Kommissar, der bald das berufliche Zeitliche segnet und eine wissbegierige, aufstrebende, junge Kollegin – das sind die exquisiten Zutaten dieses Passau-Krimis. Und beide Taten hängen irgendwie zusammen. Nur wie?

Berthold Brauser ist ein alter Hase im Kriminalgeschäft. Doch lässt ihn der Anblick der attraktiven Toten, die vor ihm auf dem Bett liegt, nicht kalt. Fachmännisch seziert er die Tote Sophia. Und ihm entgeht wirklich kein Detail. Anders liegt der Fall bei Franziska Steinbacher. Sie ist die Neue im Team. Brauser hat die aufgeweckte Kommissarin ins Herz geschlossen. Sie ist „sein Mädchen“.

Die Tote hatte offensichtlich jemanden zu einem romantischen Tête-à-tête erwartet. Unter ihrem Bademantel war sie nackt. Jetzt ist sie tot – die Mordkommission steht vor einer vertrackten Situation. Brauser sieht sich in Gedanken schon im verdienten Ruhestand. Dennoch kann er nicht so recht loslassen. Den Fall der toten Sopranistin könnte er getrost seinem Team überlassen. Und er könnte sich in den verbleibenden sechs Wochen dem toten Mercedes-Fahrer widmen. Der starb an einer Luftembolie, wurde aber – aus Sicherheitsgründen? – zusätzlich mit zwei Einschüssen gesegnet. Drogen? Racheakt? Die Ermittlungen gehen nur schleppend voran.

Mit wem die Ermittler auch sprechen, jeder der Befragten zeichnet ein anderes Bild der Toten. Der ermordete Mercedesfahrer, der Mann einer Politikerin, und ein Affäre? Niemals! Die tote Sopranistin und Drogen? Ja! Und Nein! Brauser und seine Kollegen kommen zwar der Wahrheit immer ein Stückchen näher, doch nicht wirklich auf die Spur. Franziska Steinbacher, die junge Kommissarin sieht in Walter, dem Bühnenmaler einen ersten Verdächtigen. Der ist ein ausgemachter Frauenheld, der nichts anbrennen lässt. Er und die schöne Sängerin, ein Paar? Möglich. Ein Mord aus Leidenschaft? Möglich.

Überhaupt ist sehr viel möglich in diesem Krimi. Nur eines nicht: Dass es langweilig wird. Dagmar Isabell Schmidbauer hat nicht einfach mal so beschlossen Krimiautorin zu werden. Der Auftakt zur Passau-Krimireihe besticht durch eine exzellent ausgearbeitete Geschichte, die sie geschickt in Szene setzt. Sie konstruiert nicht wild an einem erdachten Kriminalfall herum, ihre Folgerungen sind schlüssig. Dem Leser werden hier und da ein paar Brocken hingeworfen. Das Hirn arbeitet über 500 Seiten auf Hochtouren. Doch die Denkarbeit wird belohnt. „Marionette des Teufels“ ist der Auftakt zu einer Passau-Krimireihe, die es auf Anhieb in den Olymp der Regionalkrimis schafft. Der zweite Teil „Der Tote vom Oberhaus“ knüpft nahtlos daran an, der dritte Teil erscheint im Herbst 2013.

Der Tote vom Oberhaus

02 Der Tote im Oberhaus

So haben Sie Passau noch nie gesehen! Die Stadt an Donau, Inn und Ilz führt ein ruhiges Leben. Die Donau fließt mächtig und gemächlich dahin, der Dom Sankt Stephan scheint durch nichts zu erschüttern zu sein. Nur auf der Veste Oberhaus wird ein Mann ermordet. Er liegt mit einer Partisane im Körper, einer kunstvoll gearbeiteten Stoßwaffe, auf dem Boden und blockiert den Zugang zum Tatort. Und noch jemand kann seinen Tag nicht so recht genießen: Kommissarin Franziska Steinbacher. Die hatte eigentlich ein Date. Eigentlich…

Denn eigentlich trifft sie sich mit Walter Froschhammer, einem Verdächtigen aus einem anderen, abgeschlossenen Fall. Er ist Bühnenbildner und will sie malen. Doch das Date läuft schleppend an. Und dann klingelt das Telefon. Ein Toter. Dem Toten schien es gut gegangen zu sein: Rolex, BMW-Autoschlüssel und 20.000 Euro in der Tasche. Raubmord scheidet schon mal aus. Gefunden hat ihn die Museumdirektorin Samantha Halmgaard. Die ersten Ermittlungen verlaufen sehr zum Leidwesen von Kommissarin Steinbacher in eine ungute Richtung. Denn Walter Froschhammer war Einer von Zweien, die einen Schlüssel zum Tatort hatten. Xaver Mautzenbacher, das Opfer war ein Aufschneider, ein Blender, der seiner Umgebung immer nur eine Fassade präsentierte. Absolut mittellos war er. Sogar an seinem Stromkasten installierte er eine Zeitschaltuhr, um Strom zu sparen. Erst später entdecken die Kommissare, dass Xaver Mautzenbacher mehr als nur ein Leben hatte. Nicht unbedingt ein Hans-Dampf-in-allen-Gassen, jedoch geschickt darin seinen zahlreichen Gegenüber eine plausible Geschichte auftischen zu können.

Und der neue Chef will auch noch lückenlos über den Fortschritt der Ermittlungen Bescheid wissen. Josef Schneidlinger wurde von der Isar an die Donau versetzt und gilt allgemein als „harter Hund“. Der Tag hätte eigentlich so schön sein können. So schön. Eigentlich.

So mancher Autor hat an dieser Stelle bereits sein Pulver verschossen und macht seinem Werk kurzen Prozess. Dagmar Isabell Schmidbauer ist hier gerade mal mitten im ersten Viertel ihres Passau-Krimis. „Der Tote vom Oberhaus“ ist der zweite Fall des Ermittlerduos Steinbacher/Hollermann. Der erste Teil „Marionette des Teufels“ war ein Riesenerfolg, und am Ende des Buches macht die Autorin schon mächtig Appetit auf den dritten Teil – sie verrät sogar schon etwas vom neuen Fall…

Und wird sicher wieder gespickt sein mit Hinweisen auf den Mörder, bewusst falsch gelegten Fährten und einer gehörigen Portion Lokalkolorit.

Und dann kam das Wasser

Und dann kam das wasser

Langsam aber sicher bildet sich eine Schema heraus: Jedes Jahr im Herbst drängen Passau und die Donau in den Vordergrund des literarischen Interesses. Dagmar Isabell Schmidbauer kündigte bereits in „Der Tote vom Oberhaus“ Großes für den Herbst 2013 an. Und sie hielt Wort.

Doch die „zweite Jahrhundertflut“ veranlasste die Autorin den Roman noch einmal umschreiben und die Spannung noch greifbarer zu machen.

Kommissarin Franziska Steinbacher will endlich Urlaub machen mit ihrem Schatz. Doch schließlich sind wir in einem Krimi – und da kommt immer was dazwischen. Und da die junge Kommissarin bei der Mordkommission ist, kann es sich nur um eine Leiche handeln. Eigentlich kein Problem. Leiche bergen, obduzieren und schon hat man einen Anhaltspunkt. Dort, wo Donau, Inn und Ilz aufeinandertreffen, liegt eine Leiche in einem alten verlassenen Haus. Tja, und dann kommt das Wasser. Und keiner kommt mehr an die Leiche ran. Keine Leiche, kein Anhaltspunkt. Wo soll die Suche beginnen?

Das Erfolgsduo Hollermann / Steinbacher muss sich auf das besinnen, was sie in ihren Ausbildungen gelernt haben. Akribische Detektivarbeit.

Zumindest konnten sie den Leichnam noch einmal sehen, bevor das Wasser kam.

Das Haus, in dem der Tote lag, gehört einer Erbengemeinschaft. Vier Männer, die das Haus „in bester  Lage“ geerbt haben, teilen sich das Recht dieses Haus benutzen zu dürfen. Doch außer bei einem Auto, funktionieren vier Dinge niemals gleichzeitig, und schon gar nicht bewegen sie sich in eine Richtung. Drei der Vier wollen verkaufen. Einer nicht. Der Streit (und auch der Mord?) ist also vorprogrammiert. Nur, dass die Leiche keiner der Vier ist. Es ist der Anwalt der Erben, der ebenfalls einen Schlüssel für das nun überflutete Haus hatte. Doch der hat einen einwandfreien Leumund, er verschafft Immigranten Sprachkurse und Jobs. Warum sollte jemand diesen Gutmenschen umbringen? Und warum gerade in diesem Haus?

Franziska Steinbacher hat außer dem noch andere Sorgen. Walter, ihr Freund ist schon in den Süden geflogen. Nach Sizilien, dorthin, wo der Regen eine Erlösung und keine Herausforderung darstellt. Denn Walter hat eine Anstellung beim Theater bekommen. Und sie, Franziska, sollte eigentlich mit, für eine kurze Zeit. Was bleibt im Tränenmeer? Verzweifelte SMS eines verliebten Mannes, dem Franziska Steinbacher vertrauen kann oder nicht?

Es ist nicht einfach als Kommissarin im Gehirn von Dagmar Isabell Schmidbauer geborgen zu sein. Immer wieder hält die Autorin neue Charaktere – tot oder lebendig – parat. Immer wieder passiert etwas, dass die Protagonisten auf eine neue Spur lenkt. Und mittendrin der Leser, der sich vor Spannung fast ertrinkt.

PS: Es ist schon gute Tradition: Dagmar Isabell Schmidbauer macht schon Appetit auf den vierten Fall. Es geht also weiter im mörderischen Passau. An der mörderischen Donau. Mit mörderischen Geschichten…

Der Fengshui-Detektiv

01 - Der Fengshui-Detektiv

Gegensätze ziehen sich an. Sie gleichen sich aus. So ist es auch im Fengshui. Yin und Yang. Das Böse und das Gute. Soweit zu den Vorurteilen, die wir hegen und pflegen.

C.F. Wong ist Fengshui-Berater in Singapur. Seine Kunden bitten ihn um Rat, wenn sie ein Haus kaufen wollen. Denn ein Yin-Haus wird niemals ein Hort der Freude sein. Es wird ein einsames Haus sein. Wie gemacht wie für einen Mord, den keiner so schnell (oder am besten niemals) entdecken soll.

Mister Wong geht auch zu seinen Kunden. Richtet Räume und Möbel aus. Er ermittelt den besten Umzugstermin. Und er gibt Ratschläge in welche Richtung man ziehen soll. Das Rundum-Sorglos-Paket für alle, die an die Macht der Elemente glauben. In Singapur, im gesamten südöstlichen Asienraum ein einträgliches Geschäft. Mister Wong sieht seine Arbeit aber darin Zufriedenheit zu bereiten. Geld ist nur ein Nebeneffekt.

Einer seiner Kunden, beziehungsweise ein Freund seines Chefs, bittet ihn um einen ungewöhnlichen Freundschaftsdienst: Er soll dessen Tochter für eine gewisse Zeit als Assistentin bei sich aufnehmen. Das geordnete Leben des Mittfünfzigers wird durch die 17järhige Göre aus dem fernen Australien ganz schön durcheinander gewirbelt.

Doch hinter dem „ätzend“, „krass“ und „wie oder was“ steckt ein aufgewecktes Mädchen. Joyce McQuinnie oder einfach Jo ist der quirlige Gegenpol zum besonnenen C.F. Wong, der seine Gedanken gern niederschreibt. Sie ist direkt heraus, stößt ihr Gegenüber mit ihrer direkten erfrischenden Art ein ums andere Mal vor den Kopf. Jedoch niemals respektlos.

Bei ihrer Arbeit treffen die beiden immer wieder auf Verbrechen. Ein Verlag kommt trotz einer enthusiastischen Leserschaft auf keinen grünen Zweig. Schlechtes Verhältnis von Erde, Feuer, Metall, Wasser und Holz? Oder doch gezieltes Machenschaften eines Angestellten? Wie im Fengshui gibt es immer zwei Dinge, die sich gegenseitig beeinflussen. So auch in diesem Fall.

Nury Vitacchi lässt in seinen Kurzkrimis zwei Menschen aufeinander treffen, die nicht gegensätzlicher sein könnten. Nur zusammen lösen sie die kniffligen Fälle, die ihnen wie selbstverständlich vor die Füße fallen. Als Ausgangspunkt dient Singapur. Von hier aus reisen die beiden nach Indien, Vietnam und Malaysia. Das Verbrechen ist universell, genauso wie die Lehre von den fünf sich ausgleichenden Elementen.