Halt Dich an Deiner Liebe fest

Halt Dich an meiner Liebe fest

Man stelle sich vor, dass es im deutschen Fernsehen ein Castingshow gibt, die die Nachfolger von Ton Steine Scherben sucht. Einmal kurz schütteln! Prrrh! Noch einmal! Ein näselnder Juror fragt: „Wer bist Du? Woher kommst Du? Was machst Du?“ Und dann steht da einer in Baggy pants, ein Totenkopf mit Glitzersteinchen auf dem Shirt, offene Sneaker und behauptet er sei Punk. Jeder Zuschauer, der schon völlig verdreckt im Ratinger Hof in Düsseldorf  Pogo zu den „klängen“ von ZK getanzt hat oder in irgendeinem Dorfgasthof Amateurbands bei ihren ersten Bühnenerfahrungen eine Bierflasche an den Kopf geworfen hat, bricht nun in schallendes Gelächter aus. Das soll Punk sein? Agit-Rock womöglich? Um Himmels Willen. Die Ära ist vorbei. Sie existiert nur noch in den Erinnerungen. Und in Büchern.

Gert Möbius hat nun ein Buch herausgebracht, dass an einen der bekanntesten, eine der schillerndsten Personen, einen wahren Poeten der Aufruhr erinnert: An Ralph Möbius, seinen Bruder. Vielen, vielleicht sogar den meisten, ist er als „König von Deutschland“, Rio Reiser bekannt.

Seine Eltern ermöglichten ihm und seinen beiden Brüdern soweit und sooft es ging alles. Eng waren maximal die Lebensverhältnisse, die Gedanken durften immer frei geäußert und vor allem gelebt werden. Schon früh waren die Möbius-Sprösslinge als Theaterleute erfolgreich. In einer Beat-Oper sollte Drafi Deutscher die Hauptrolle spielen, wurde aber abgelehnt, weil er sich vor Gericht wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses verantworten musste. Wie die Zeiten sich ändern…

Der steile Karriereaufschwung kam, ungewollt und garantiert nicht geplant, mit Ton Steine Scherben. Gleich mit der ersten Single „Macht kaputt was Euch kaputt macht“ wurde die Band zum musikalischen Taktgeber der aktiven politischen Szene. Sie waren auch Feindbild für alle, die sich im zufriedenen Schaukelstuhl der noch nicht gänzlich aufgearbeiteten deutschen Geschichte einigelten.

Gert Möbius versucht Distanz zu halten – es gelingt nicht immer. Was gut ist! Einem Bruder, einem jüngerem Bruder, ein literarisches Denkmal zu setzen, funktioniert nur mit Emotionen. Und so kommen Anekdoten zum Vorschein, die dem Leser bisher verborgen blieben. Als Bindeglied zwischen Bekannten und Neuem fungieren die Zeilen aus den Erinnerungsbüchern Rio Reisers. Auch Gert Möbius kann so manches beisteuern. Beispielsweise wie ihn Otto Schily, ja, der Otto Schily, über den Tisch ziehen und einen Vertrag unter selbigem verschwinden lassen wollte. Jahre später, als Gert Möbius das Tempodrom eröffnete, und die Scherben spielten, half Rio Reiser eben diesem Otto Schily über die Absperrung zu klettern. Wie die Zeiten sich ändern…

„Halt Dich an Deiner Liebe fest“ ist nicht einfach nur eine Biografie, ein Erinnerungsstück an einen Künstler, der vor zwanzig Jahren viel zu früh gestorben ist. Dieses Buch setzt Himmel und Hölle in Bewegung, damit Verehrer Rio Reisers nicht länger als blinde Passagiere mit dem Kopf durch die Wand gehen. Gert Möbius nimmt den Leser mit für immer und dich, um bei Junimond dem König von Deutschland zu huldigen. Wer die Geschichten für alles Lüge hält, bewirbt sich zwischen Null und Zero auch bei Castingshows, um als Nachfolger von Ralph Christian Möbius berühmt zu werden.

Rendezvous in Paris

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Manchmal reicht ein winziger Moment aus, um das Leben umzukrempeln. Und dann wieder alles in den Originalzustand zu versetzen … ein sinnloses Unterfangen. Das klappt nie!

Es ist Dienstagabend. Irgendwo in Berlin wird getanzt, gelacht, geschmust. Die Tennismeisterschaften sind vorbei, der Sieger gekrönt und mittendrin tanzen Frank, der amerikanische Geschäftsmann, und Evelyn, die Frau des Landgerichtstrates, gedankenverloren miteinander. Nur noch Minuten, dann muss Frank den Zug nach Paris besteigen. Minuten, die beide zwischen Hoffnung, Skepsis und momentanem Glück schwanken lassen.

Soll es das nun gewesen sein? Eine kurze, glückliche, verheißungsvolle Zeit in den Armen eines Fremden? Soll es das nun gewesen sein? Eine kurze, glückliche, abenteuerliche Zeit in den Armen einer Frau, die so sehr nach mehr zu lechzen scheint? Soll der Abend schon zu Ende sein? Droht nun wieder der Alltag mit dem lästigen Prozess, der so zu schaffen macht?

Drei Menschen: Evelyn, Frank und Kurt, Gatte von Evelyn. Alle Drei erleben ein und denselben Tag. Jeder hat seine Sichtweise, auf das Jetzt und die Zukunft. Jeder hat seine eigenen Sorgen und Nöte.

Evelyn wagt den Sprung ins kalte Wasser. Frank hat sie zu sich gelotst. Sie in Paris. Ihr Gatte im Gerichtssaal, die Kinder wohlbehütet daheim. Frank voller Vorfreude in Paris, seine Verhandlungen mit den französischen Geschäftspartnern laufen schwierig, aber sie laufen. Ist Evelyn nur der amüsante Zeitvertreib zwischen Verhandlungen und Vertragsunterzeichnung?

Wie in einem Tagebuch seziert Vicki Baum die wenigen Tage, die Evelyns Leben so stark veränderten. Jeder der Beteiligten – Evelyn, Frank und Kurt – wird zum Chronisten des Zerfalls. Für Kurt ist Evelyn auf dem Lande bei Marianne, der energischen Freundin Evelyns. Frank und Evelyn genießen anfangs die gemeinsame Zeit. Doch sie sind rational genug zu wissen, dass ihre amour fou ein rasch nahendes Ablaufdatum hat. Es sei denn, …

Wer schon immer mal einen echten Liebesroman – mit allen seinen Höhen und Tiefen – lesen wollte, kommt mit „Rendezvous in Paris“ voll auf seine Kosten. Kein Kitsch, sondern ausgefeilte Szenarien umgarnen den Leser und lassen ihn erst wieder los, wenn das Buch zugeklappt wird. Wer Vicki Baums Roman liest, ist versaut für die nachkommenden Werke. Es ist schwer an ihr emotionales Sprachgewitter heranzukommen.

Telling Time Kalender 2017

 

Telling Time 2017

Wer (bzw. was), wenn nicht die Zeit, soll uns erzählen? Vom Miteinander der Menschen, Kulturen, Religionen. Mehrdad Zaeri ist Illustrator und mit Marie Wolf hat er dem Buch Martin Bubers „Ich und Du“ ein bzw. vierundzwanzig eindrucksvolle Gesichter gegeben. Zwei Bilder pro Monat, die man selbst wählen kann. Denn jeder Monat wird komplett angezeigt, hat aber zwei Bilder. So kann man jeden zwischen Tagen die Bilder tauschen oder nach zwei Wochen oder oder oder …

Doch der Kalender ist kein reines Tagesanzeigeobjekt mit grafischer Aufarbeitung. Die Bilder sind der Hauptbestandteil des Kunstwerkes. Das Buch „Ich und Du“ stammt aus dem Jahr 1923. Martin Buber war Religionsphilosoph. Ihm ging es um den Dialog der Menschen, um sich kennenzulernen und einander zu verstehen. Denn nur, wer sich mit dem Anderen auseinandersetzt, kann ihn auch verstehen. Wie aktuell das Thema nach fast einhundert Jahren immer noch ist, wird jedem klar, der mit offenen Augen die Welt geht. Selbst die, die Augen vor Vielem verschließen dürfte das klar sein.

Mit jedem Umblättern – ob nun jeden Tag oder im Wochenrhythmus – wird dem Dialog ein Bildstatement gesetzt. Der gebürtige Iraner Mehrdad Zaeri und Marie Wolf, die in Berlin Kommunikationsdesign studierte, setzen Textpassagen aus „Ich und Du“ in Bilder um. Mit jedem Betrachten kommt man der Thematik näher. Immer wieder entdeckt man neue Facetten des Themas und setzt sich so mal bewusst, mal unterschwellig damit auseinander.

Flucht und Vertreibung sind mehr als nur ein Sommerthema, um die Saure-Gurken-Zeit zu überbrücken. Für aktive Politiker ist es die Herausforderung, die sie mehr oder weniger gut annehmen (können). Es ist Wahlkampfthema, Populismusfutter und der Grund für Zerwürfnisse ungeahnten Ausmaßes.

Da tut es gut, wenn Künstler wie Mehrdad Zaeri und Marie Wolf leise Töne anschlagen. Siepoltern nicht gleich los, schwingen nicht einmal ansatzweise die Radikalenkeule, sondern beweisen einmal mehr, dass die Feder um einiges schwerer wiegt als die Axt. Mit unterschiedlichen Stilen, sofern ein Laie das beurteilen kann, mal karikaturistisch, mal farbenfroh, mal bunt, mal strikt in Schwarz und Weiß interpretieren sie die abgedruckten Auszüge aus „Ich und Du“. In jedem Bild werden ganze Romane erzählt. Picknick im Wald, Flussfahrten, Kaffeepausen – das Zusammenleben findet nicht nur statt, wenn man es benennen kann. Keine Angst vor großen Tieren! Jeder, egal wer er ist, woher er kommt, was er vorhat, ist es wert, dass man sich mit ihm beschäftigt. So sollte man auch diesen Kalender eine Chance geben. Nicht jeden Tag wird man minutenlang davor verharren und sich fragen, was der Künstler damit aussagen wollte. Aber wenn man nur einmal pro Bild kurz innehält und in die Welt von Mehrdad Zaeri und Marie Wolf eintaucht, wird man merken, dass Kunst doch nicht so unverständlich ist wie sie oft verschrien wird.

Styleguide Paris

Styleguide Paris

Einen Styleguide zieht man zu Rate, wenn man merkt, dass der eigene Style nicht mehr ganz … mmmh sagen wir mal … passt. Eine Stadt wie Paris, eine Stadt, die für jeden Touristen auf den ersten sich als Selbstläufer darstellt, eine Stadt, die sich immer wieder neu erfindet, braucht keinen Styleguide. Oberflächlich betrachtet mag das stimmen. Aber was ist mit denjenigen, die „auf der anderen Seite stehen“? Die, die Paris besuchen? Wenn man die tennisbesockten Sandalenträger in der Warteschlange am Eiffelturm sieht, haben die einen Styleguide mehr als nötig.

Dieses Buch ist für alle Parisbesucher, denen das Überangebot an extravaganten Hotspots die Sprache verschlägt. Und für diejenigen, die den Parisaufenthalt als Höhepunkt des Jahres ansehen. Bloß nichts verpassen! Auf gar keinen Fall irgendetwas vermissen müssen in der schönsten Zeit des Jahres.

Da ist man endlich in Paris. Die ersten Sonnenstrahlen des Tages in Montmartre genießen, am besten mit einem Croissant in der Hand. Doch wo bekommt man die besten Croissants? Wo den besten Café? Am besten frischgebrüht, mit frisch gerösteten Kaffeebohnen. Elodie Rambaud ist Pariserin, Fotostylistin. Dem Namen und dem Beruf nach die ideale Beraterin in Sachen Style und Paris. Sie ist der Styleguide Paris, wenn es um Essen, Einkaufen und Liebe geht. Egal wie lange man in Paris verweilt, mit diesem Buch ist man bestens ausgerüstet, um wirklich nichts zu verpassen.

Gleich zu Beginn des Buches gibt die Autorin eine kleine Anleitung wie man ein Wochenende in Paris verbringen kann. Kann! Elodie Rambaud gibt Ratschläge, keine sie macht keine Vorgaben! Wer länger belieben kann, blättert weiter und hüpft wohlgemut von Tapetenladen Diptyque zum Maison M, einer Boutique mit ausgewählten Schreibwaren, die es sonst nirgends in Paris gibt, um dann im Yveline Kurioses zu entdecken. Unterwegs kann man im Mahatsara allerlei Buntes und Nützliches aus Afrika bestaunen und shoppen. Oder im Pour vos beaux yeux sich von der Brillenvielfalt verzaubern lassen.

Sicherlich sollte ein Urlaub dazu dienen sich zu erholen. Die einen tun dies, indem sie tagelang am Strand faulenzen. Andere kraxeln lieber Berge hinauf und wieder hinab. Als Städtebesucher erliegt man leicht der Versuchung durch die Shops der Stadt zu tingeln und hier und da sich mit dem „Nötigsten“ einzudecken. Und wie überall ist die Gefahr groß sich nichtssagenden Tinnef ins Reisegepäck zu stopfen, den man zuhause eh bloß versteckt. Der Styleguide Paris ist die Präventivmedizin für alle, die gar zu schnell im Rausch der Zeit dem Rausch des Konsums verfallen. Nicht das „mehr“ ist besser, sondern „besser“, „origineller“ lautet das Gebot der Stunde. Globalisierten Mainstream findet man in diesem Buch nicht. Jeder einzelne vorgestellte Ort ist ein Symbol für Paris, seine Eigenständigkeit als Marke stellt Paris auch mit seinen extravaganten, einzigartigen Shoppingaltären, die die Flaniermeilen der Citytripper links und rechts nicht nur füllen, sondern Paris immer wieder neu kreieren.

Die gekonnte, eigenwillige Aufmachung des Buches verführt zu mehr als dem bloßen Herumblättern. Ein Bildband im Taschenformat, der eine zweite Welle der Impressionen in Bewegung setzt.

Der letzte Granatapfel

Der letzte Granatapfel

Freundschaften pflegen können, Freundschaften ein Leben lang pflegen können, ist nur auf dem Papier heutzutage eine Leichtigkeit. Die sozialen Medien machen es möglich. Aber echte Freundschaften fußen nicht auf Worten und Emoticons, sie werden erst durch Taten zu dem, was sie sind. In einer Welt, die ganze Völkerstämme auf Wanderschaft gehen lassen, Familien schmerzhaft auseinanderreißen, existieren echte Freundschaften oft nur noch in Erinnerungen und bestehen aus Emotionen.

Muzafari Subhdam und Jakobi Snauber waren einst dicke Freunde. Sie teilten alles. Als Heranwachsende auch den Kampf. Als Peschmerga, kurdische Freiheitskämpfer, standen sie Seit an Seit, und stiegen in die Führungsriege auf. Trotz aller Martialität pflegten die beiden eine tiefe Freundschaft.

So beginnt das Buch „Der letzte Granatapfel“ von Bachtyar Ali. Muzafaris Subhdam sitzt im Gefängnis, einem Schloss. Ein Schloss wie es sich die beiden Freunde einst ersehnten. Irgendwo im Nirgendwo, umgeben von der namenlosen Wüste. Jakobi Snauber schickt ihm regelmäßig kleine Briefchen. Einundzwanzig Jahre geht das nun schon so. Gefangen im Ort seiner Träume. Träume, die keine mehr sind. Nach und nach verblassen auch die Erinnerungen an Damals. Damals als Muzafari und Jakobi ein Herz und eine Seele waren. Die Poesie der Worte, die Bachtyar Ali dem ewigen Gefangenen in den Mund legt, wird nur durch die Zahl Einundzwanzig (einundzwanzig Jahre Einöde, einundzwanzig Jahre Gefängnis, einundzwanzig Jahre Sand) mit der Realität verwoben.

Der Autor meint es gut mit dem kurdischen Grafen von Monte Cristo. Er lässt ihn aus der Isolation entkommen. Wieder mit Jakobi Snauber zusammentreffen. Und vielleicht auch mit seinen Kindern… Den nuancenreichen, wortgewaltigen, poetischen Part übernimmt ab hier Mohamadi Glasherz. Das Meer hat ihn an den Strand gespült. Zu zwei Schwestern, deren Namen Weißer Wind und Weißes Königsmeer bedeuten.

Auch Mohamadi ist auf der Suche. Wie Muzafari sucht er sein Paradies. Doch Mohamadi scheint dem Ziel nicht so weit entrückt zu sein…

Wer im unendlichen Heer der Flüchtenden der Erde nur die Gier nach dem scheinbar materiell besseren Leben sieht. Wer ihnen lediglich die Furcht vor Repressalien und Kugelhagel als „Ausrede“ für Flucht zu gesteht, wird mit diesem Buch eine weitere Komponente für Heimweh und Flucht in seine Überlegungen einbeziehen müssen. Flucht ist immer auch ein Weggehen von Heimat. Heimat nicht als Ort, wo man herumstromert und zufrieden den Tag verlebt. Heimat als emotionaler Anker des eigenen Selbst. Die Vertreibung aus dem selbst geschaffenen Paradies ist die schlimmste Folter von allen. Davon berichtet Bachtyar Ali in „Der letzte Granatapfel“. Es sind keine außergewöhnlichen Worte, die dieses Buch zum literarischen Highlight des Sommers 2016 machen. Es ist die gefühlsvolle Zusammenführung selbiger zu einem gefühlvollen Teppich aus Emotionen, Poesie und dem Drang nach Erlösung ohne menschliches Heldentum. Alle handeln konsequent und versichern sich herzensgut und aufrichtig ihrer Liebe. Die Aktualität der realen Geschichte macht die fiktionale Geschichte greifbar und wühlt mit jeder Zeile das Leserherz auf.

Manet – Sehen

Manet sehen

Bild – Skandal – Revolution … wie geht’s weiter? Manet! Edouard Manets Bilder waren zeitlebens ein Aufreger. Doch man konnte sich der Anziehungskraft der Werke nicht entziehen. Kritiker und (einstige) Freunde gerieten sich regelmäßig in die Haare, wenn Manet ausstellte.

Schon Mitte der 60er Jahre des vorletzten Jahrhunderts fanden in Paris regelmäßig Salons statt. In denen stellten die Künstler ihre Exponate aus. Tausende Exponate. Wer auffallen wollte – und Manet wollte auffallen – musste sich schon was Besonderes einfallen lassen. Edouard Manet traf den Nerv der Zeit. Und vor allem den der Betrachter. Ein wohl gesonnener Kritiker traf den Nagel auf den Kopf, als er meinte, dass es immer ein Bild im Salon gibt, das heraussticht. Und das sei immer ein Bild von Manet.

Noch bis zum 4. September 2016 kann man dies in der wieder eröffneten Kunsthalle Hamburg überprüfen. Denn hier sind alle herausstechenden Bilder versammelt. Der begleitende Bildband / Katalog ist ein Füllhorn an Wissen zum Wegbereiter der Moderne. Kann der Besucher dem Blick der Exponate standhalten? Wenn ja, hat man den Titel der Ausstellung „Manet – sehen“ schon verinnerlicht und nach der Lektüre vollständig verstanden.

Wie bedeutend Manet ist, lässt sich nicht allein schon an der Liste der Leihgeber erahnen: Die Bilder stammen aus Paris, Sao Paolo, Boston, Zürich Stockholm, Chicago, Essen und vielen anderen Städten der Erde. Das Buch ist kein Leichtgewicht! Weder wortwörtlich noch sinnbildlich.

Wem Manet bisher nicht viel (außer dem Namen nach etwas) sagte, wird schon auf den ersten Seiten ein Déjà-vu erleben. Viele Bilder sind dermaßen im kollektiven Gedächtnis eingebrannt, dass man sie als kulturelles Welterbe ansehen kann. Nur der Produzent ist einigen unbekannt. Eine Nackte im Park mit zwei Männern, die sie betrachten, mit ihren Reden. Sie schaut lieber auf die, die nicht im Bild zu sehen sind, sondern davor stehen. „Picknick im Freien“ – würde auch heute noch Regungen beim Betrachter hervorrufen, wenn man Model und Maler im Park sehen würde. Nur, dass eben heute tausende von Handy-Fotos gemacht werden würden und in Klatschmagazinen darüber berichtet werden würde…

Die Autoren des Bildbandes sezieren das künstlerische Schaffen Edouard Manets ohne ihn dabei zu verletzen. Mit chirurgischer Präzision tragen sie Schicht für Schicht ab, um den Besuchern das Werk unzensiert nahezubringen. Eindrucksvoll berichten sie von den Schwierigkeiten, denen Manet, der Künstler mit dem ausgeprägten Ego, sich gegenüber sah. Es waren die Blicke, die Manets Werke so aufrührerisch erscheinen ließen. Künstler – Modell, Modell – Modell, Modell – Betrachter. Portaits im Maßstab Eins zu Eins lassen das gängige Verhältnis von Groß und Klein verschwimmen. Man geht an ihnen vorbei, achtlos. Um im gleichen Moment wieder umzukehren, und noch einen zweiten, dritten, vierten Blick zu riskieren. Das Risiko lohnt sich!

Wenn die Ausstellung Anfang September endet, ist der Nachklang immer noch spürbar. Manet ist immer eine Reise, einen Besuch wert. Dieser Bildband wird zukünftigen Besuchern nicht die Neugier auf kommende Ausstellungen nehmen, sondern vielmehr Appetit machen Edouard Manet in seiner Komplexität aufzusaugen.

Rost

Rost - Guy Helminger

Effehzweiodrei! Nochmal? Eff Eh Zwei O Drei. Oder einfach nur Rost. Es dauert eine Weile um aus Eisen und Sauerstoff eben diesen Rost herzustellen. Ein spannender Prozess .. für Chemiker … und alle, die genug Zeit haben dies zu beobachten. Da kann so einiges passieren.

Im Gegensatz zum chemischen Prozess der Transformation, ist der Weg der Protagonisten dieser Kurzgeschichten allerdings um einiges spannender! Zum Beispiel ein Junge, der kühn und keck behauptet eine Berühmtheit zu sein. Alle sind verwundert. Nehmen ihn auf den Arm. Der und berühmt. Sie fühlen sich sicher, ihres Sieges sicher. Bis er seine Behauptung effektvoll untermauern kann.

Oder: Stellen Sie sich vor, Sie liegen im Gras. Lauschen dem Wachsen der Grashalme. Eine weitere Person ist für Sie sichtbar. Alles ist weiterhin ruhig – Achtung Spoiler-Alarm! Es bleibt auch ruhig! Doch dann kommt irgendwie der Surrealist in dem Fremden durch. Buñuel und Dalì lassen grüßen!

Guy Helminger lässt den Leser zappeln. Und als versierter Preise-Angler lässt er ihn auch nicht mehr vom Haken. Für die Geschichtensammlung „Rost“ erhielt Guy Helminger unter anderem den Prix Servais, den Förderpreis des Landes Baden-Württemberg.

Wenn einem das Schicksal ereilt, muss man sich ihm stellen. Guy Helminger lässt dem Leser viel Spielraum für das, was dem Schock, dem Unerwarteten, dem Bösen folgen kann. Ihm geht es um das davor. Menschen sehen es auf sich zukommen, nehmen es wahr. Doch die Verarbeitung dessen, was da anrollt, dauert. Zu lange! Alles ist so ungewöhnlich, dass man es gar nicht in seiner Gesamtheit erfassen kann. Abwehrmechanismen greifen nicht, da alles so neu ist. Und es kommt wie es kommen muss: Aus, futsch, vorbei! Das Leben hat eine Kehrtwende gemacht und sich das eine oder andere Mal aus dem Staub gemacht.

Der Effekt steht am Ende des Umwandlungsprozesses. Die Zuspitzung des Konflikts ist das fortwährende Spannungsmoment. Ganz im Sinne der asiatischen Weisheit „Der Weg ist das Ziel“. „Rost“ ist der Weg ins Ungewisse, Guy Helminger ist der Wegbereiter, der Leser ist der nicht immer still bleibende Beobachter. Da werden selbst glücksselige Wasserschweine aus ihrer Lethargie gebracht…

Fußball in Berlin

Fußball in BerlinIch bin ein Fan von Hertha! Is erstmal ‘n Statement. Aber welche Hertha? Literatur-Nobelpreisträgerin Hertha Müller? Politik-Dauer-Nörglerin Hertha Däubler-Gmelin? Oder doch Hertha Suurbier, die mit der eigenen Fahne…

Dann doch lieber Hertha BSC. Als Fußballfan eines Hauptstadtvereins hat man in England die Qual der Wahl – Chelsea, Arsenal, Tottenham ganz oben mit dabei, West Ham, Crystal Palace, Fulham eher Kellerkinder. In Frankreich ist es der Hauptstadtclub PSG, der seit einiger Zeit den Ton angibt – und wie! Italiens römische Vereine sticheln gern und oft, aber Meister kommen dann doch von „weiter oben“. Und in Deutschland? Von den 54 Vereinen, die jemals in der Bundesliga gespielt haben – ja, auch vorher wurde schon Fußball gespielt, aber … – hat sich der Hauptstadtclub auf Platz Zwölf der ewigen Bundesligatabelle eingerichtet. Nicht schlecht! Aber ohne Titel eben. Die letzte Meisterfeier stammt aus den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Im Ostteil der einst geteilten Stadt wurde dagegen regelmäßig der Meistertitel gefeiert. Allerdings hatten da höhere Mächtige ihre Hände im Spiel, echte Menschenfreunde wie sie meinten…

Noch einmal zur Ewigen Tabelle. Ein Berliner Verein führt diese an – allerdings nur, wenn man sie auf den Kopf stellt: Der SC Tasmania 1900 Berlin. Acht kümmerliche Punkte nach der Dreipunktregel. Zur aktiven Zeit  der Verein ist mittlerweile Pleite – waren es sogar nur sechs Punkte. Zwei Siege, zwei Unentschieden. Und sagenhafte einhundertacht Gegentore. Das ist Fußball in Berlin! Nicht ganz. Meint zumindest Henry Werner, Autor des Buches „Fußball in Berlin“. Und er hat recht!

In Berlin wurde 1897 der erste Fußballverband gegründet, im „Dustren Keller“ in der Bergmannstraße 107, unweit des Flughafens Tempelhof. Das Buch ist mehr als ein Almanach der Punkteverteilung. Historische Plakate wie dem von den Internationalen Fußball-Wettspielen, fotografischen Zeugnissen u.a. von Viktoria Berlin und den Gründungsvätern des BFV oder auch athletischen Momentaufnahmen des Weltsports Fußball. Die Texte strotzen nur so von Fachwissen.

Über einhundert Jahre Fußballgeschichte aus und in einer der bedeutendsten Städte der Welt, deren Veränderungen Jahrzehnte, gar Jahrhunderte bewegten und immer noch bewegen. Auch wer kein Fußballfan eines Berliner Vereins ist – und Vereine gibt es hier mehr als Baustellen – wird sich an diesem Buch erfreuen können. Immer wieder streut der Autor kleine Anekdoten ein, die man einfach nicht kennen kann, wenn man es nicht selbst erlebt hat. Wie die der „Spartaner“. Ernst Fuhry gründete diese sektenartige Mannschaft in der dunkelsten Zeit Deutschlands. Nationalsozialistische Ideologien paarten sich mit kruden Idealen, die den Spielern wirklich jeden Spaß am Leben verdarben. Doch ihr Spielstil war einzigartig: Fair, ritterlich, aufopferungsvoll und ohne Fouls und Tacklings. Das war selbst den Machthabern suspekt. Fuhry selbst wurde denunziert, verfolgte aber – ganz Sportsmann – stur seine Linie. Die Spartaner wurden dem Post-SV untergeordnet, das war das Ende der Spartaner. Dennoch wurden sie in der Saison 1937/38 ungeschlagen Berliner Meister. In 27 Spielen kassierten sie lediglich 17 Gegentore.

Bildband oder Nachschlagewerk? Das ist hier nicht die Frage! Fußballfieber zwischen zwei Buchdeckeln trifft es eher. Das Großformat trägt der Bedeutung der Stadt als Fußball-Dauerbrenner Rechnung. Wer Berlin besucht, kommt irgendwann auch am Olympiastadion vorbei – auf der letzten Umschlagseite mit der „Berliner Fußball-Karte“ übrigens als Standort „3:10“ gekennzeichnet. Spätestens hier wird auch der neutrale Beobachter vom Fußballfieber gepackt. Für echte Fans müssen nicht immer die Alte Försterei oder der Jahnsportpark sein…

In 80 Fettnäpfchen um die Welt

In 80 Fettnäpfchen um die Welt

Stellen Sie sich vier Karikaturen vor! Ein blasser Typ lässt einen Ziegelstein fallen. Ein Blonder (nein, jetzt kommt kein Blondinenwitz) tritt in ein Klavier. Ein korrekt gekleideter Mann tritt in eine Schale. Und zum Schluss trampelt ein Mann mit Baskenmütze in einen Teller. Sieht witzig aus. Tollpatschig. Hat auch was von Vorurteilen. Alles vier Bilder sagen Ein und dasselbe aus: Achtung Fettnäpfchen! Jede Sprache hat dafür einen Ausdruck. Schon erraten, woher die vier Karikaturen stammen? Auflösung am Ende des Textes.

Was an einem Ort als höflich gilt, ist andernorts ein Affront sondergleichen. Und umgekehrt! Françoise Hauser hat sich auf die Kultursuche gemacht und verschiedene Sitten miteinander verglichen. Globalisierung per Zwerchfell. Denn die Ergebnisse ihrer Recherchen sind nicht nur nützlich für alle, die gern Menschen in fremden Ländern besuchen, sie sind vor allem auch eine schmunzelnder Verne-Trip (Achtung Wortspiel!). Schon Jules Verne als geistiger Namensgeber des Buches ließ seine Helden „In achtzig Tagen um die Welt“ in mehr als ein Fettnäpfchen treten. Wer kommt heute noch auf die Idee eine rituelle Opferung zu stören?

Schon kleine Gesten können die schönste Zeit des Jahres zu einem Horrortrip geraten lassen. Es muss ja nicht immer gleich ein Schmähgedicht sein… Wenn man in Deutschland oder den USA jemanden seinen Respekt für eine besondere Leistung zeigen will, Daumen hoch! Wenn in Israel eine Frau auf die Art scheinbar die Würdigung anzeigt, hat das auch was mit Leistung zu tun. Allerdings will sie dem Empfänger eine besondere Art Leistung anbieten. Im Iran, Irak oder Australien sollte man der Aufforderung Folge leisten, und sich aus dem Staub machen.

Die Peinlichkeiten im Ausland beginnen oft früher als man denkt. Françoise Hauser unterteilt die Kein-Fettnäpfchen-Auslasser in mehrere Klassen. Von überambitionierten Adaptionisten (die, die alles mitmachen), Besserwisser (muss man nicht erklären, die hat jeder in seiner engeren Umgebung – wird man als Leser dieser Buches eigentlich zu Selbigem?) oder auch Kolonialherren (früher war alles besser, und ohne die einstigen Herren kann es ja nur schiefgehen) und auch Senior-Reisende, die eben nicht nach Wrocŀaw fahren, um sich die Feierlichkeiten der Europäischen Kulturhauptstadt Europas 2016 anzusehen, sondern steif und unerschütterlich ins (schlesische) Breslau fahren – am besten mit doppelt scharfen S.

Es gibt so wunderbar herrliche Fettnäpfchen, die man bewusst oder im Vorbeigehen einfach nicht auslassen kann. Das ist aber auch nicht schlimm. Man ist schließlich fremd, und wenn man sich nicht allzu sehr danebenbenimmt, kommt man meist damit auch durch. Freundlichkeit hat noch niemandem geschadet. So sollte man es halten. Dennoch ist die Lektüre dieses Buches keine vergebene Liebesmüh. Man kann nicht alles im Kopf behalten, was in diesem Buch beschrieben ist. Doch immer mal wieder reinschauen, auffrischen – besonders vor einer Reise – schadet nicht. Im Gegenteil, es schärft den Blick für das Neue, das Fremde und hilft es zu verstehen. Außerdem werden Einem selbst anhängende Eigenarten in ein anderes Licht gerückt. Das nimmt so mancher extremistischen Strömung den Wind aus den Segeln.

Und hier die Auflösung der Rätsels vom Beginn: Der, der den Ziegelstein nicht festhalten kann, ist Engländer, der Klaviermalträtierer ist Schwede, der Korrekte natürlich Deutscher und der Tollpatsch, der in den Teller tritt, kommt aus Frankreich.

Wer so gut gerüstet in den Urlaub startet, kann viel erzählen. Der Reiseblog 
www.travelepisodes.com ist eine gute Adresse, um seine Erfahrungen der Welt 
mitzuteilen. Zusammen mit dem Malik Verlag hat nun jeder die Möglichkeit dazu. 
Aber bitte nur echte Abenteuer. 
"Wichtig ist uns das persönlicher Erlebnis, das eine Reisereportage lebendig macht. 
Der Leser muss das Gefühl haben, selbst vor Ort zu sein, ob auf Bali oder am Bodensee. 
Wir wünschen uns Autoren, die uns intensiv teilhaben lassen am grandiosen Abenteuer 
die Welt zu bereisen.", so Johannes Klaus Herausgeber der Website und des ersten 
Reportagebandes "The Travel Episodes - Geschichten von Fernweh und Freiheit".
Einsendeschluss ist der 30. Juni 2016.

Malta

Malta Gozo Comino

Während sich Fußball-Europa an den hauseigenen Fußballspielen ergötzt, treibt im Mittelmeer eine Insel vor sich hin, deren Bewohner auf lange Sicht hin nur als Fans anderer Mannschaften mitfiebern werden. Malta. Die kleine Insel „im Speckgürtel Sizilien“ ist das Kleinod für alle, die schon so vieles gesehen haben. Alle Mittelmeerinseln abgegrast, jede mediterrane Küste begutachtet, in jeder Einkehrmöglichkeit am größten Meer Europas schon den Sonnenuntergang genossen? Wer partout nicht weiß, wohin die nächste Reise gehen soll, landet schnell auf Malta. Nach dem Motto: Mal hierhin, mal da hin – Malta hin!

Das Mauerblümchendasein der Insel ist mehr als ungerechtfertigt. Mit einer durchschnittlichen Flugdauer von reichlich drei Stunden ist Malta auch nicht so weit von Zuhause entfernt. Und kulturell dürften auch Xenophobe keinerlei Schwierigkeiten mit den Insulanern haben. Denn Malta ist schon seit dem Mittelalter eine Insel, auf der unsere abendländische Kultur geprägt wurde. Man denke nur an den Malteser Orden. Numismatiker kennen Malta als Insel, auf der die eigenen Münzen im Gebrauch sind und beim Sammeln nicht gleich die gesamte Urlaubskasse versanden lassen.

Wer Malta sagt, meint eigentlich die Inselgruppe. Denn neben der Hauptinsel und Gozo ist noch Comino eingeschlossen. Comino ist die Wander- und Badeinsel. Und sie besitzt noch einen kleinen Ableger, Cominotto. Nur vier Menschen wohnen hier, zwei Polizisten achten tagein, tagaus darauf, dass die Ankerrichtlinien eingehalten werden. Mehr als Meer ist hier nicht. Gozo ist ebenfalls ruhig, jedoch in der Hauptsaison der Tummelplatz der Ruhesuchenden. Was gelegentlich zu einer Herausforderung gerät. Denn in Hochzeiten ist es vielerorts aus mit der Ruhe. Da muss man schon ein bisschen Zeit investieren, um dem Geheimnis der Ruhe auf die Spur zu kommen. Aber Autor Michael Bussmann kennt da ein paar „Schleichwege“…

Den Großteil des Buches nimmt natürlich die Hauptinsel Malta ein. Sie ist die größte Insel, sie ist die wichtigste Insel, sie ist das Eiland, das am meisten zu bieten hat. Das beginnt schon bei den Straßennamen. In der Hauptstadt Valletta sind meist der maltesische und der englische Name angegeben. Je weiter raus und je moderner die Schilder sind, desto häufiger trifft man nur den maltesischen Namen an. Im Buch verwendet der Autor die Namen, die auch wirklich für jedermann erkennbar sind. Apropos erkennbar. Malta ist für Cineasten ein Hochgenuss. „Troja“, „München“ oder auch „Popeye“ wurden hier gedreht. Wer die Details im Film sucht, fühlt sich auf Malta sofort heimisch.

Auf Malta Urlaub machen heißt auch Kultur tanken, aber ohne den üblichen Overkill an Eindrücken. Hier ist alles ein bisschen angenehmer, bedächtiger und übersichtlicher. Da bleibt einem auch mal Zeit den Fischerbooten beim Ein- und Auslaufen zuzusehen. Wer genau hinschaut, entdeckt an den traditionellen Fischerbooten meisterhafte Schnitzereien. Das Horusauge ist ein weiteres Detail, das auf die lange Geschichte der Insel verweist.

Kleine Tipps wie der vom Horusauge sind in den gelben Infokästen zuhauf versammelt. Sie sind es, die den Reiseband neben den exakt recherchierten Hinweisen zu Unterkunft, Ausflügen, Restaurants, Sehenswürdigkeiten und einzuschlagenden Wegen, zu einem ständigen Begleiter machen. Ein kleiner Praxistipp am Rande: Der Einband ist mit einer rutschfesten Folie eingeschlagen. Wer also längere Touren gern mit Wissen unterfüttert und somit das Buch etwas länger als nur zum schnellen Überlesen in der Hand hält, braucht keine besonderen Kräfte. Bis das Hand einem aus der Hand rutscht, vergeht schon eine sehr lange Zeit, in der man mal hier hin wandert, mal da hin läuft – einfach Malta entdeckt, ohne dabei das Gefühl zu haben im realen Geschichtsunterricht zu versauern.