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In 80 Fettnäpfchen um die Welt

In 80 Fettnäpfchen um die Welt

Stellen Sie sich vier Karikaturen vor! Ein blasser Typ lässt einen Ziegelstein fallen. Ein Blonder (nein, jetzt kommt kein Blondinenwitz) tritt in ein Klavier. Ein korrekt gekleideter Mann tritt in eine Schale. Und zum Schluss trampelt ein Mann mit Baskenmütze in einen Teller. Sieht witzig aus. Tollpatschig. Hat auch was von Vorurteilen. Alles vier Bilder sagen Ein und dasselbe aus: Achtung Fettnäpfchen! Jede Sprache hat dafür einen Ausdruck. Schon erraten, woher die vier Karikaturen stammen? Auflösung am Ende des Textes.

Was an einem Ort als höflich gilt, ist andernorts ein Affront sondergleichen. Und umgekehrt! Françoise Hauser hat sich auf die Kultursuche gemacht und verschiedene Sitten miteinander verglichen. Globalisierung per Zwerchfell. Denn die Ergebnisse ihrer Recherchen sind nicht nur nützlich für alle, die gern Menschen in fremden Ländern besuchen, sie sind vor allem auch eine schmunzelnder Verne-Trip (Achtung Wortspiel!). Schon Jules Verne als geistiger Namensgeber des Buches ließ seine Helden „In achtzig Tagen um die Welt“ in mehr als ein Fettnäpfchen treten. Wer kommt heute noch auf die Idee eine rituelle Opferung zu stören?

Schon kleine Gesten können die schönste Zeit des Jahres zu einem Horrortrip geraten lassen. Es muss ja nicht immer gleich ein Schmähgedicht sein… Wenn man in Deutschland oder den USA jemanden seinen Respekt für eine besondere Leistung zeigen will, Daumen hoch! Wenn in Israel eine Frau auf die Art scheinbar die Würdigung anzeigt, hat das auch was mit Leistung zu tun. Allerdings will sie dem Empfänger eine besondere Art Leistung anbieten. Im Iran, Irak oder Australien sollte man der Aufforderung Folge leisten, und sich aus dem Staub machen.

Die Peinlichkeiten im Ausland beginnen oft früher als man denkt. Françoise Hauser unterteilt die Kein-Fettnäpfchen-Auslasser in mehrere Klassen. Von überambitionierten Adaptionisten (die, die alles mitmachen), Besserwisser (muss man nicht erklären, die hat jeder in seiner engeren Umgebung – wird man als Leser dieser Buches eigentlich zu Selbigem?) oder auch Kolonialherren (früher war alles besser, und ohne die einstigen Herren kann es ja nur schiefgehen) und auch Senior-Reisende, die eben nicht nach Wrocŀaw fahren, um sich die Feierlichkeiten der Europäischen Kulturhauptstadt Europas 2016 anzusehen, sondern steif und unerschütterlich ins (schlesische) Breslau fahren – am besten mit doppelt scharfen S.

Es gibt so wunderbar herrliche Fettnäpfchen, die man bewusst oder im Vorbeigehen einfach nicht auslassen kann. Das ist aber auch nicht schlimm. Man ist schließlich fremd, und wenn man sich nicht allzu sehr danebenbenimmt, kommt man meist damit auch durch. Freundlichkeit hat noch niemandem geschadet. So sollte man es halten. Dennoch ist die Lektüre dieses Buches keine vergebene Liebesmüh. Man kann nicht alles im Kopf behalten, was in diesem Buch beschrieben ist. Doch immer mal wieder reinschauen, auffrischen – besonders vor einer Reise – schadet nicht. Im Gegenteil, es schärft den Blick für das Neue, das Fremde und hilft es zu verstehen. Außerdem werden Einem selbst anhängende Eigenarten in ein anderes Licht gerückt. Das nimmt so mancher extremistischen Strömung den Wind aus den Segeln.

Und hier die Auflösung der Rätsels vom Beginn: Der, der den Ziegelstein nicht festhalten kann, ist Engländer, der Klaviermalträtierer ist Schwede, der Korrekte natürlich Deutscher und der Tollpatsch, der in den Teller tritt, kommt aus Frankreich.

Wer so gut gerüstet in den Urlaub startet, kann viel erzählen. Der Reiseblog 
www.travelepisodes.com ist eine gute Adresse, um seine Erfahrungen der Welt 
mitzuteilen. Zusammen mit dem Malik Verlag hat nun jeder die Möglichkeit dazu. 
Aber bitte nur echte Abenteuer. 
"Wichtig ist uns das persönlicher Erlebnis, das eine Reisereportage lebendig macht. 
Der Leser muss das Gefühl haben, selbst vor Ort zu sein, ob auf Bali oder am Bodensee. 
Wir wünschen uns Autoren, die uns intensiv teilhaben lassen am grandiosen Abenteuer 
die Welt zu bereisen.", so Johannes Klaus Herausgeber der Website und des ersten 
Reportagebandes "The Travel Episodes - Geschichten von Fernweh und Freiheit".
Einsendeschluss ist der 30. Juni 2016.

Malta

Malta Gozo Comino

Während sich Fußball-Europa an den hauseigenen Fußballspielen ergötzt, treibt im Mittelmeer eine Insel vor sich hin, deren Bewohner auf lange Sicht hin nur als Fans anderer Mannschaften mitfiebern werden. Malta. Die kleine Insel „im Speckgürtel Sizilien“ ist das Kleinod für alle, die schon so vieles gesehen haben. Alle Mittelmeerinseln abgegrast, jede mediterrane Küste begutachtet, in jeder Einkehrmöglichkeit am größten Meer Europas schon den Sonnenuntergang genossen? Wer partout nicht weiß, wohin die nächste Reise gehen soll, landet schnell auf Malta. Nach dem Motto: Mal hierhin, mal da hin – Malta hin!

Das Mauerblümchendasein der Insel ist mehr als ungerechtfertigt. Mit einer durchschnittlichen Flugdauer von reichlich drei Stunden ist Malta auch nicht so weit von Zuhause entfernt. Und kulturell dürften auch Xenophobe keinerlei Schwierigkeiten mit den Insulanern haben. Denn Malta ist schon seit dem Mittelalter eine Insel, auf der unsere abendländische Kultur geprägt wurde. Man denke nur an den Malteser Orden. Numismatiker kennen Malta als Insel, auf der die eigenen Münzen im Gebrauch sind und beim Sammeln nicht gleich die gesamte Urlaubskasse versanden lassen.

Wer Malta sagt, meint eigentlich die Inselgruppe. Denn neben der Hauptinsel und Gozo ist noch Comino eingeschlossen. Comino ist die Wander- und Badeinsel. Und sie besitzt noch einen kleinen Ableger, Cominotto. Nur vier Menschen wohnen hier, zwei Polizisten achten tagein, tagaus darauf, dass die Ankerrichtlinien eingehalten werden. Mehr als Meer ist hier nicht. Gozo ist ebenfalls ruhig, jedoch in der Hauptsaison der Tummelplatz der Ruhesuchenden. Was gelegentlich zu einer Herausforderung gerät. Denn in Hochzeiten ist es vielerorts aus mit der Ruhe. Da muss man schon ein bisschen Zeit investieren, um dem Geheimnis der Ruhe auf die Spur zu kommen. Aber Autor Michael Bussmann kennt da ein paar „Schleichwege“…

Den Großteil des Buches nimmt natürlich die Hauptinsel Malta ein. Sie ist die größte Insel, sie ist die wichtigste Insel, sie ist das Eiland, das am meisten zu bieten hat. Das beginnt schon bei den Straßennamen. In der Hauptstadt Valletta sind meist der maltesische und der englische Name angegeben. Je weiter raus und je moderner die Schilder sind, desto häufiger trifft man nur den maltesischen Namen an. Im Buch verwendet der Autor die Namen, die auch wirklich für jedermann erkennbar sind. Apropos erkennbar. Malta ist für Cineasten ein Hochgenuss. „Troja“, „München“ oder auch „Popeye“ wurden hier gedreht. Wer die Details im Film sucht, fühlt sich auf Malta sofort heimisch.

Auf Malta Urlaub machen heißt auch Kultur tanken, aber ohne den üblichen Overkill an Eindrücken. Hier ist alles ein bisschen angenehmer, bedächtiger und übersichtlicher. Da bleibt einem auch mal Zeit den Fischerbooten beim Ein- und Auslaufen zuzusehen. Wer genau hinschaut, entdeckt an den traditionellen Fischerbooten meisterhafte Schnitzereien. Das Horusauge ist ein weiteres Detail, das auf die lange Geschichte der Insel verweist.

Kleine Tipps wie der vom Horusauge sind in den gelben Infokästen zuhauf versammelt. Sie sind es, die den Reiseband neben den exakt recherchierten Hinweisen zu Unterkunft, Ausflügen, Restaurants, Sehenswürdigkeiten und einzuschlagenden Wegen, zu einem ständigen Begleiter machen. Ein kleiner Praxistipp am Rande: Der Einband ist mit einer rutschfesten Folie eingeschlagen. Wer also längere Touren gern mit Wissen unterfüttert und somit das Buch etwas länger als nur zum schnellen Überlesen in der Hand hält, braucht keine besonderen Kräfte. Bis das Hand einem aus der Hand rutscht, vergeht schon eine sehr lange Zeit, in der man mal hier hin wandert, mal da hin läuft – einfach Malta entdeckt, ohne dabei das Gefühl zu haben im realen Geschichtsunterricht zu versauern.

Florenz & Chianti mit Siena und San Gimignano

Florenz und ChiantiWillkommen bei „Was bin ich!“ – dem heiteren Destinationsraten aus der ersten Reihe der Reisebücher! Welches Schweinderl hätten’s denn gern? Das Rote oder das Weiße? Das Rote, bitteschön. Machen Sie bitte noch eine typische Handbewegung. Die Handflächen sind aneinander gepresst, öffnen sich nun gleichzeitig im gleichen Winkel.

Der Guido fängt an: Gehe ich recht in der Annahme, dass Sie eine Region im südlichen Europa sind? Ja. Griechenland? Nein! Kloing, schon wandert das erste Fünf-Euro-Stück ins Schweinderl. Und weiter geht’s mit der Marianne. Sind Sie in Italien beheimatet? Ja! Mmmh, da gibt es ja viele schöne Regionen. Ich selbst bin ja gern am Gardasee. Sind Sie der Gardasee? Nein! Und wieder scheppert‘s im Schweinderl. Hans: Das macht es jetzt auch nicht einfacher für mich. Marianne, Du hast recht, Italien ist voller schöner Regionen, in denen man erstklassig urlauben kann. Muss ich weit fahren, um Sie zu besuchen? Bitte nur Fragen, die man mit Ja oder Nein beantworten kann! Entschuldigung, ich bin schon fast im Urlaub. Also gut, sind Sie Sizilien? Nein! Kloing! Annette, bitte! Ich war ja schon oft in Italien. Und in München, wo ich arbeite und wohne, fühlt man sich ja besonders im Sommer wie im Land von Vino und Pasta. Meine Lieblingsregion ist ja die Toskana. Florenz mit seiner reichhaltigen Renaissance-Kultur, den Uffizien, Siena mit dem historischen Palio, der exzellente Chianti und San Gimignano mit dem Palazzo del Podestá. Ich riskiere es jetzt einmal: Sind sie die Toskana? Ein leichtes Kopf-Hin-Und-Her-Bewegen. Jjjjjein! Ja wie jetzt? Ja oder Nein. Der Spielleiter gibt schlussendlich nach und bejaht. Es ist zwar die Toskana, jedoch ein Reiseband über Florenz und Chianti sowie Siena und San Gimignano.

Und im Schweinderl sind genau die 16,90 Euro für dieses Buch.

Wie immer stellt sich nun der Gast genauer vor: Ich bin das jüngste Kind der Italienreisebände aus dem Hause Michael Müller, und der Chef selbst hat mich erschaffen. Nach langer Recherche bringe ich 252 Seiten mit 107 Farbfotos in die Regale. Mein Anliegen ist es die Essenz der Toskana, ja vielleicht Italiens unters Volk zu bringen. Dabei verzichte ich – sehr zum Wohlgefallen vieler Kunden des Verlages – auf die üblichen (verdächtigen) Schemata wie zum Beispiel ellenlange Beiträge zur Renaissance und den ohnehin offensichtlichen Hotspots. Vielmehr hat mein schreibender Vater sein Augenmerk auf die unzähligen Sinnesschmeicheleien abseits der ausgetretenen Pfade gelegt. Er mag’s gern bunt – das sieht man schon am regenbogenfarbenen Buchrücken und den schon erwähnten 107 Farbfotos. Außerdem hat er kleine gelbe Infokästen, in denen die Leser und garantiert baldigen Besucher der Region kleine Anekdoten und Trivia finden. Da steht das, was sonst nirgendwo steht. Wenn man vor Ort kann man so immer etwas mehr erfahren und wissen als die Anderen, die sich genauso erschöpft ob der Pracht der Region kurz niederlassen.

Ich bin ein Sammelsurium an Informationen und echten Tipps für Jedermann, Neun Touren biete ich im Inneren an. Egal ob meine Leser gern essen, sich an Kultur nicht sattsehen können oder einfach nur Italien in seiner schönsten Form erleben wollen – wer mich im Reisegepäck hat, findet sich zurecht.

Interpol ermittelt – The art of asking the right questions

Interpol ermittelt

Eine Fremdsprache zu lernen, ist im Allgemeinen eine schwierige Sache je einsilbiger der Unterricht ist. Englisch lernen im Speziellen scheint immer einfacher zu werden. Es gibt eine Vielzahl an alternativen Bildungsangeboten – wie es neuerdings heißt – um die universelle Weltsprache zu erlernen und zu vervollkommnen. Die Einstufung der Sprachkenntnisse von A1 bis C3 ist dabei lediglich ein Hilfsmittel für sich selbst, um herauszufinden, was „alles noch benötigt wird“. Wer sich bereits auf Englisch verständigen kann, also im englischen Sprachraum keine Angst haben muss zu verhungern, für den ist es erstrebenswert die Feinheiten aus der Sprache zu kitzeln.

Wenn man schon einige Gespräche in der Fremdsprache Englisch erfolgreich absolviert hat, ist die Lust noch einmal die Schulbank zu drücken nicht gerade groß. Zu Vieles kennt man, fühlt sich gelangweilt und im falschen Kurs. Spielerisch die eigenen skills erweitern, bereits Gehörtes in den allgemeinen Sprachgebrauch einfließen lassen, und somit die Fremdsprache zur zweiten mother tongue erheben. Das ist possible. Und zwar mit diesem Spiel:

Krimis liegen in der Gunst der Leser schon immer ganz weit vorn. Wird es der killer schaffen die cops erneut zu foppen? Wird das victim gerächt? Wie schaffen es die Ermittler den case zu knacken, um endlich die file schließen zu können? Als Ermittler – und hier sind sich Deutsch und Englisch verdammt nahe – muss man die W-Fragen beantworten können. Wer – Was  – Wo – Warum – Wann und Wie (einziger Unterschied zum Englisch: Das einzige Fragewort mit „H“ für how). Sind diese Fragen geklärt, schnappt die Falle zu!

Daraus ein Spiel zu machen, dass Spaß und Lerneffekt miteinander verbindet – connectet wäre jetzt echt das falsche Wort, um die Bedeutung von Englisch klarzumachen – wäre somit das ideale Hilfsmittel, um sein Englisch zu perfektionieren. The art of asking the right questions  heißt es im Untertitel zu diesem Spiel der Reihe „Interpol ermittelt“, das es auch für Französisch, Spanisch, Italienisch und sogar Deutsch gibt. Denn nur wer die richtigen Fragen korrekt (!) stellt, bekommt auch die richtigen Antworten. Übung macht den Meister(detektiv)!

Dreißig Situationen muss der Sprachermittler bewältigen. Mit den sechs Fragekarten (WWWWWH) muss nun der Fall gelöst werden. Wie in so vielen Spielen gilt, wer die meisten Karten bei sich und seinem Team versammelt, gewinnt. Das Spiel kann man auch zu zweit spielen, in großer Runde (bis zu sechs Spielern) ist der Spaß- und Lerneffekt jedoch größer. Als Gejagter schlüpft man in eine Rolle, die wird auf der Rückseite der Plotkarten klar in ausformulierten Sätzen umrissen. Auf der Vorderseite steht das Verbrechen, der Tatort, der Verdächtige, das Motiv, eventuell die Tatwaffe und die Tatzeit. Ermittler bekommen „nur einzelne Worte als Hilfsmittel vorgesetzt“. Je nach Sprachkenntnissen dauert eine Runde ca. zwanzig Minuten. Je öfter man es spielt, desto routinierter wird man als Ermittler. Und vielleicht winkt ja am Ende gar eine Karriere beim Yard… who knows?!

101 Stockholm

101 Stockholm

Stockholm übt eine sagenhafte Faszination aus. Sie gehört nicht unbedingt zu den Hauptstädten der Welt, die man als erstes Reiseziel auf dem Schirm hat. Doch ist es mehr als wert besucht zu werden. Hat man die „angesagten Hauptstädte“ wie London, Paris und Amsterdam schon besucht, rückt die schwedische Hauptstadt ganz schnell um einige Plätze auf der Wunschliste nach vorn. Auch wenn man noch nicht so viel weiß über Gamla Stan, Riddarholmen und Strömsborg weiß man, dass man sich nicht als Weltenbummler bezeichnen darf, wenn man Stockholm nicht einmal live gesehen hat. Doch wo anfangen?
Die 101er-Reihe von Iwanowski’s bietet da mehr als nur einen Appetitanreger. Der Name ist Programm – einhundertundeinen Tipp für die Hauptstadt der Schweden, die auf vierzehn Inseln jeden Besucher verzaubern wird. Schon beim ersten Überlesen der generell auf zwei Seiten verteilten Tipps steigert sich das verlangen Stockholm nun endlich aufsaugen zu können. Auch wer nicht die Regenbogenpresse zur Pflichtlektüre erkoren hat, nicht die Promi- und Klatschsendungen im Fernsehen verfolgt, kennt die royale Pracht Schwedens. Kaum eine Woche vergeht, ohne dass nicht über Hochzeiten, Taufen oder gar Skandale berichtet wird. Umso logischer ist es, dass auch dieses Buch sich gleich zu Beginn mit den Bernadottes die Krone aufsetzt. Gamla Stan heißt der Stadtteil, den es zu erkunden gilt. Und da sich nicht alles auf zwei Buchseiten erzählen lässt, sind es gleich drei Kapitel, die sich diesem Fleckchen Stockholm widmen.
Klar strukturiert liest man sich durch die schönsten Ecken der Stadt. Kurze und längere Spaziergänge werden von Kunst und Kultur, Aussichtspunkten, architektonischen Highlights über Wasserwege bis hin zu ausgiebigen Shoppingtouren erläutert. Man muss nicht das ganze Buch durchleben – Stockholm ist zwar nicht sehr groß, umso größer die Chance letztendlich doch alles im Buch erwähnte zu sehen – doch sollte man Stockholm nicht ohne Reiseband erkunden. Es könnte so manches „vergessen werden“. Wie der Skogskyrkogården, der Waldfriedhof. Seit über zwanzig Jahren ist er Bestandteil des UNESCO-Weltkulturerbes. Oder Fläderholmarna, der Mini-Archipel rund eine halbe Stunde vom Zentrum entfernt. Ein Ort mit promillehaltiger Tradition. Sozusagen ein absolutes Ereignis. Kenner wissen jetzt Bescheid! Gemächlicher geht es auf dem Mälarsee zu. Kanuten finden hier ideale Bedingungen für ihr Hobby.
Das sind nur drei willkürlich ausgesuchte Orte, die man in Stockholm erleben kann. Auf eigene Faust in die Fußstapfen von Eroberern zu treten, tut jeder Reise gut. Doch dazu ist Planung erforderlich. Was nach Arbeit klingt, wird mit diesem Buch zum Erlebnis! Kurze, knackige Texte versprühen schon vor Reiseantritt Leidenschaft und einzigartige Erinnerungen. Es ist schon fast so als ob man gar nicht mehr nach Stockholm müsste, so umfang- und abwechslungsreich ist dieser Reiseband. Das wäre allerdings ein Fehler! Denn Stockholm selbst ist der einzige Ort, der dem Buch das Wasser reichen kann!

Holzlokomotive und Badewannenschiffchen zum Aufziehen

Holzlokomotive

Wer am Rad dreht, kommt meist nicht weit. Hier jedoch liegt der Fall ein bisschen anders: Nur wenige Umdrehungen reichen, um ein Reiseerlebnis der besonderen Art zu erhaschen. Die Aufziehlok zischt los wie der geölte Blitz! Bis auf das Aufziehwerk und die Räder alles aus Holz und in kinderfreundlichen Farben bemalt. Reisen und Spielen wie anno dazumal.

Schiffchen

Eine weitere – schon Jahrhunderte bewährte – Fortbewegungsart ist die zu Schiff. Auch hier einfach am Rädchen drehen und schon kann die wilde Fahrt beginnen. Allen Puste-Winden zum Trotz tuckert das Schiffchen mit dem simplen, und so effektiven Antrieb über die Badewannenwellen dahin. Kinderlachen garantiert!

Paris City Trip 2017 Kalender

Paris 4c

Wie wird Sehnsucht geweckt? Man sieht etwas, immer wieder, hört davon, härt andere davon schwärmen. So nach und nach baut sich eine innere Unruhe auf. Es fehlt plötzlich was im Leben. Da ist ein Loch, das gefüllt werden muss. So wird das Jahr 2017 mit dem Kalender „Paris City Trip“. Zwölf Monatsblätter, die alle 28 bis 31 Tage ein neues Verlangen kreieren werden. Garantiert!

Eine typische Boulangerie, Holztäfelung an der Außenfassade, Jugendstilelemente an den Glasscheiben, stimmungsvolle Lichtakzente – gleich der Januar lässt die kalten Tage vor den heimischen Fenstern vergessen machen. Actionreicher wird es im Folgemonat. Die ehrwürdige Kathedrale Notre Dame im farbenprächtige Wintersonne, im Vordergrund ein Straßenkünstler bei der Arbeit. Und – wie unfair – ein lupenreiner blauer Himmel! Romantischer als der April in Paris ist der launische Monat nirgends. Die Seine plätschert vor sich hin und die Bäume beginnen ihre bunten Gewänder wieder zu tragen. Wer unter Romantik im Lexikon nachschlägt, wird dieses Bild entdecken.

Doch auch der Mai wird Paris gerecht. Anders! Ganz anders. Modern, kitschig koloriert schon fast. Moderne Architektur, klare Formensprache, aufwühlende grelle Farben. Ganz im Gegensatz zum Juli. Hier wird das savoir-vivre gefeiert. Entspannte Atmosphäre, leere Stühle in einem Café. Das, was man tagsüber nie zu sehen bekommt, wird zum Symbol der Nacht. Und trotzdem geschäftiges Treiben drumherum.

Ein Kurzurlaub in der Stadt der Liebe ist immer ein Erlebnis. Wer noch nie Paris en direct gesehen hat, es aber immer vorhatte, kommt nun nicht mehr daran vorbei die ersten Reisevorbereitungen zu treffen. Zwölf Monate hat man nun Zeit sich Paris noch einmal zweidimensional anzusehen. Dann wird es Zeit einen Schritt, eine Dimension, weiter zu gehen. Dieser Kalender lässt niemanden kalt, der sich für Ästhetik, Farbenspiele, Architektur, Lebenslust und die Magie der Bilder begeistern kann.

God’s Country

God's country

Wie wichtig ist es als Mann ein echter Kerl zu sein? Jock Marder kommt nach Hause. Doch anstatt das Essen auf dem Tisch steht und er liebevoll mit einem Kuss begrüßt wird, muss er mit ansehen wie ein paar Wildgewordene um sein Haus herumreiten, es mit Pfeilen beschießen, es in Brand stecken, seine Frau rauben und – was in den darauffolgenden Gesprächen im Ort als das Schlimmste zu gelten scheint – verpassen seinem Hund ein Piercing mit einem Stock. Wenn ein Tag so zu Ende geht, ist er noch nicht zu Ende!

Jock ist eher ein pragmatischer Mensch. Er weiß, was er zu tun hat. Und er weiß auch, dass er pleite, ein Trinker und ein ungehobelter Klotz ist. Und er spielt gern, nur eben nicht erfolgreich. Und so wird der Versuch ein bisschen Geld zu verdienen, um die Suche zu finanzieren, zum Fiasko. Das verbrannte Stückchen Erde, dass die Wilden zurückließen und das Jock gehörte, ist nun auch weg!

Doch allein kann er den Ritt in den Sonnenuntergang nicht stemmen. Bubba heißt sein Gefährte, ein Ass im Spurenlesen. Nun sind wir aber im Süden der USA, und dann auch noch im 19. Jahrhundert, zu einer Zeit, in der George Armstrong Custer noch Colonel und noch nicht General Custer war. Den trifft Jock Marder auch. Um es abzukürzen: Ein Schwarzer – Percival Everett darf als Autor die rassistische, menschenverachtende Redewendung verwenden – hat wenig Chancen auf eine vernünftige Antwort, wenn er etwas fragt, geschweige jemanden sucht!

Ihr Roadtrip ist ein einziges Tohuwabohu. Nichts klappt. Stattdessen lernen sie skurrile Typen kennen. Wie zum Beispiel Taharry. Der heißt so, weil er vor jedes Wort ein „Ta“ setzt. Zum Totlachen! Genauso wie der gesamte Western. Wenn der Sänger Christian Steiffen der Retter des deutschen Schlagers sein sollte, dann ist Percival Everett der Erwecker des Westerns. Harte Kerle mit rauher Sprache in trostloser Umgebung – doch trotzdem hat der Leser das Gefühl allen geht es gut. Die witzig anmutenden Dialoge entschärfen so manche ausweglose Situation mit gewagten Formulierungen.

„God’s Country“ wurde von selbigem schon längst verlassen. Hier ist sich jeder selbst der Nächste. Priester, die Gottes Wort bzw. ihre eigene Interpretation kurzschlüssig in die Tat umsetzen, keifende Furien, raubeinige Gesellen sind die Zutaten eines Westerns, der alteingesessene Fans wie Neulinge gleichermaßen begeistern wird.

Bilder der Freiheit

Bilder der Freiheit

Freiheit: Ein wunderbar dehnbarer Begriff, der besonders Politikern, und noch mehr denen, die sich als Politiker fühlen, am Herzen liegt. Kann man so herrlich damit spielen. Und es gibt kaum jemanden, der den Begriff negieren möchte. Gewinner auf allen Seiten.

Freiheit bedeutet auch immer Ausbruch aus der Unfreiheit. Wolfdietrich Jost gibt in seiner Geschichte eine passende Argumentationshilfe. Sein Text „Zu neuen Ufern“ ist der Gewinner des diesjährigen Literaturwettbewerbs „Antho? – Logisch!“ und darf den Reigen der Texte in diesem Buch eröffnen. Sarkastisch und mutmachend zugleich nimmt er die Personalpolitik eines Unternehmens unter die Lupe. Entlassung als Chance?! Entlassung als Chance! Zweieinhalbtausend Mitarbeiter werden auf die Straße, frei gesetzt. Jetzt liegt es an ihnen etwas daraus zu machen. Zynisch? Nein! Er reiht die Fakten aneinander und schafft mit den Mitteln der Literatur eine Freizone der Gedanken.

Die in diesem Buch gesammelten Texte sind Zeilen für den Kopf. Kurz und prägnant zeigen sie die unendliche Gedankenvielfalt zum Thema Freiheit. Der Leser bekommt Zeile für Zeile Bilder vorgesetzt und kreiert seine eigenen Bilder (hinzu). Freiheit ist ein Wort, das oft inflationär gebraucht wird. Es ist individuell und gemeinschaftlich einsetzbar. Jeder hat seine eigene Definition, je nach Tagesform und Situation. Die Freiheit das zu tun, was man machen möchte, ist ein hehres Ziel. Doch genauso flexibel wie ein Gummiband. Freiheit geht immer mit Regeln und deren Einhaltung einher. Wer die Regeln befolgt, hat mehr Freiheiten als der, der sie nicht befolgt. Klingt komisch?

Bricht man den Begriff Freiheit immer weiter herunter, was an sich schon eine Befolgung der Regeln beinhaltet, kommt man schnell zu dem Entschluss, dass die Regeln der Freiheit nicht die Selbige behindern.

„Bilder der Freiheit“ ist für alle, die Freiheit nicht nur als leere Worthülse betrachten. Aus allen Bereichen des Lebens setzen sich die Autoren zusammen. Ihre Ansichten verleiten dazu so manchen Text noch einmal zu lesen. Immer wieder entdeckt man neue Facetten der Argumentation, die man vorher nicht wahrgenommen hat. Man muss sich nur die Freiheit nehmen die Zeilen sich entwickeln zu lassen. Das ist Freiheit in Reinform.

Gebrauchsanweisung für Rom

Gebrauchsanweisung für Rom_2

Rome – the place to be. Rom, die Stadt der Plätze, an denen man gewesen sein muss, an denen das Leben, das römische Leben spielt. Autorin Birgit Schönau begibt sich mit und für den Leser auf eine aufregende Schnitzeljagd durch die Ewige Stadt. Sie hüpft von Platz zu Platz und gibt mehr als nur ihre Eindrücke wieder. Sie erklärt, warum nie seine Faszination verloren hat und sie auch niemals verlieren kann.

Die Neuauflage des Buches hält zahlreiche neue Kapitel und Anekdoten parat, die den Gebrauchenden, den Reisenden, den Staunenden immer wieder überraschen werden. Wie zum Beispiel die Reportage über die Piazza Vittorio Emanuele. Hier, wo die Welt aufeinander trifft, miteinander lebt, leidet, feiert, so das skurrilste Kaufhaus der Stadt steht. Im MAS können sich Chirurgen einkleiden, Militaria- und Papst-Andenken-Sammler ihr El Dorado finden, Schnäppchenjäger sich austoben. Ganz Rom und seine Besucher werden hier fündig.

Mit Leichtigkeit setzt Birgit Schönau ihrer Stadt – denn seit Jahren wohnt sie hier, an immer wieder neuen Orten – ein leicht verdauliches Denkmal. Sie verzichtet auf das „Da müssen Sie hin“ und „Wer das nicht gesehen hat, kennt Rom nicht wirklich“, nein, sie gibt Rom ein anderes, freundliches, offenes, licht durchflutetes Gesicht. Keine hektische Betriebsamkeit, die jedem Gast die Lust an der Erkundung der jahrtausendealten Stadt nimmt. Mit einem Lächeln im Gesicht schreibt sie Anekdoten nieder, die dem Leser ein ebenso breites Grinsen ins Gesicht zaubern werden.

Diese Gebrauchsanweisung ist für Neuankömmlinge genauso erkenntnisreich wie für erfahrene Hasen. Letztere benötigen nur dieses Buch. Wer Rom noch nie gesehen hat, sollte diese Gebrauchsanweisung gleich neben den Reiseführer liegen haben. Denn wo Reiseleiter ihre Ausführungen beenden müssen, weil der Platz nicht mehr ausreicht, platziert Birgit Schönau ihre Geschichten. Man sollte sich die Zeit nehmen und kurz innehalten, ein bisschen lesen und die Piazza, an der man gerade rastet mit den Augen der Autorin sehen. Vieles erstrahlt nun im neuen, anderen Licht. Rom wirkt bunter, froher, familiärer, wenn man die kurzen Abschnitte aus diesem Buch immer und immer wieder liest. Fast konnte man meinen selbst ein Römer zu sein.

Die Neuauflage besticht durch den Abwechslungsreichtum der Autorin bei der Auswahl ihrer Texte und die Vielfalt der Themen. Von Fußball über Küchendüfte bis zu unverwechselbaren Klängen der Straßen und Plätze. Rom ohne Gebrauchsanweisung zu erkunden – kann man tun. Aber sollte man nie behaupten Rom wirklich zu kennen.