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Tatort – Das Spiel

Tatort - Das Spiel

Ermitteln Sie anhand der folgenden Fakten das Verbrechen, den Täter und das Motiv! 336 Fragekarten, 15 Bonuskarten., 25 Chips, sechs Spielsteine, ein Notizblock. Ihr Ermittlungsgebiet umfasst 40 mal 30 mal 5 Zentimeter. Das Verbrechen: Mörderischer Spielspaß aus vier Jahrzehnten Fernsehunterhaltung. Der Täter: Es sind mehrere Täter. Zum Einen das Erste, die ARD. Zum Zweiten der moses-Verlag. Das Motiv: Warum nicht?

Seit mit „Taxi nach Leipzig“ vor über vierzig Jahren der erste Tatort in die Stuben flimmerte, ist der Tatort zu einer wirklichen Institution geworden. Wenn am Sonntagabend das Wetter für die nächsten Tage verkündet wurde, ertönt Klaus Doldingers eingehende Melodie. Im Fadenkreuz des Zuschauerinteresses stehen nun 90 Minuten lang menschliche Schicksale, perfide Täter und bemitleidenswerte Opfer. Manche Schauspieler kann man sich kaum noch in anderen Rollen als der des Kommissars vorstellen. Andere Ermittler wiederum hätte man sich nie als Staatsdiener vorstellen können. So abwechslungsreich wie die Geschichten und Darsteller sind auch die Drehorte. Münster beispielsweise verzeichnet seit dem Eintreffen von Axel Prahl und Jan-Josef Liefers einen enormen Anstieg bei den Übernachtungen. Wenn die Filmcrew sich für ein paar Tage und Wochen in einer Stadt einmietet, sind die Fans nicht weit.

Nach 44 Jahren und, ja wie viele Episoden gibt es eigentlich? – Ach ja, das erfährt man in diese Spiel – wird es Zeit, dass dem Dauerbrenner eine spielerische Ehre zuteil wird.

Francois Werner ist ein echtes Tatort-Lexikon auf zwei Beinen. Jetzt hat er sein Wissen in ein Brettspiel verwandelt. Durch Tatort-Wissen und mit ein bisschen Glück steigt man auf der Karriereleiter nach oben. Wer als erstes zum Ersten Kriminalhauptkommissar ernannt wird, hat gewonnen.

Die Fragen sind in die Kategorien Classics, Modern Times, Faktenchecks, Städte, Kuriositäten und Backstage eingeteilt. Vieles kann man wissen, nur wenige wissen alles. Und nicht immer ist es ratsam sich an der Spitze aufzuhalten. Denn wer hinten liegt, legt vor.

Ein kniffliges Spiel, das mehrere Runden dauert, das dem Kult Tatort huldigt und so manch verborgenes Geheimnis preis gibt.

Bestiarium

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Im Zoo ist das Staunen oft groß, ob der Dinge die die Insassen vollführen. Doch diese Tiere gibt es wirklich. Was ist aber mit den Arten, die in den Lexika der Fauna nur noch als Zeichnung existieren? Tiere, die mal waren, und die es nicht mehr gibt? Sollen sie dem Vergessen anheimfallen? Luc Semal hat ihnen ein prächtiges Denkmal gesetzt.

Neunundsechzig Tiere hat er in seinem Bestiarium gesammelt und die Ergebnisse seiner Recherchen niedergeschrieben.

In chronologischer Reihenfolge, nach dem Zeitpunkt ihres Aussterbens, gibt er dem Leser einen beeindruckenden Überblick über die Tiere, die man so nie wieder zu Gesicht bekommen wird. Nicht in Zoologischen Gärten und schon gar nicht in freier Wildbahn.

Dabei kommen zum Teil kuriose Gestalten zu Tage. Der Elefantenvogel wurde bis zu drei Meter groß. Und er wurde – das sind allerdings vage Vermutungen – in der Mitte des 17. Jahrhunderts ausgerottet.

Jedem Tier widmet der Autor eine Seite, gegenüberliegend ein großformatiges Bild des „Opfers“.

„Bestiarium“ ist durch die Gewalt der Bilder ein Mahnmal für Artenschutz. Denn dieses Buch ist mit über 160 Seiten dick genug. Da muss nicht noch ein Kapitel hinzugefügt werden. Der elegante Schwarzdruck – alle Seiten sind im bedeutungsvollen schwarz gehalten – verleiht dem Buch den nötigen Nachdruck. Wer noch keine Weihnachtsgeschenke hat, kann die Suche hier abbrechen. Dieses Buch ziert jeden Gabentisch!

50 Tiere, die unsere Welt veränderten

50 Tiere, die unsere Welt veränderten

Wenn man sich den Titel durchliest, kommt man automatisch ins Grübeln. Klar, mein Fiffi hat mein Leben bereichert. Und Miezi ebenso. Aber dann darüber ein Buch zu verfassen, scheint reichlich übertrieben. So weit, so richtig. Wenn es denn nur um Hunde und Katzen gehen würde. Wenn man sich weiter mit dem Thema beschäftigt, kommen Einem noch ganz andere Viecher in den Sinn. Ratten – wer will die schon um sich haben? Wanderfalken sind mancherorts so teuer wie hierzulande hochpreisige Autos. Rinder – na klar, als Steak, Milchlieferant, Bekleidungssichersteller etc.

Eric Chaline hat noch weitere Tiere gefunden, die unser Leben nachhaltig beeinflusst haben. Vor gar nicht mal so langer Zeit, wenn man bedenkt wie alt unsere Welt schon ist, wurden unteranderem Lampen mit Fischöl betrieben. Im Zeitalter von „Stecker rein – fertig“ undenkbar.

Löwen haben unser Leben ebenso verändert. Ganz simpel: Man denke nur daran wie viele Wappen und Flaggen durch einen Löwen gekrönt werden. Oder wie viele Menschen sich einen Löwenkopf als Tattoo stechen lassen. Unzählige Reliefs, Bilder und Statuen ziert ein Panthera leo.

Beim Lesen verfällt man schnell in eine Staun- und Wissensstarre. Staunend liest man von Tieren, die man zwar kennt, aber über deren Bedeutung man niemals auch nur einen Gedanken verschenkt hat. Sie waren halt da. Ein Pferd zum Beispiel. Das kennt man. Sieht man oft genug im Fernsehen. „Lieblingsspielzeug“ von Mädchen. Ob als Springpferd, zum Ausreiten, zum Striegeln – in historischen Filmen sieht man Pferde als Nutztiere, die den Acker pflügen. Alles schon mal gesehen. Bei Pferdewurst hört der Spaß allerdings auf.

Eric Chalines Buch öffnet die Augen für die Bedeutung von Tieren, mit denen wir seit Ewigkeiten zusammenleben. Sie bereichern nicht nur unser Leben, sie haben es entscheidend beeinflusst. Und das Buch trägt zum Nichtvergessen bei. Oder haben Sie schon mal einen Dodo gesehen? Und warum hat der Kabeljau unser Leben verändert? Und welchen Einfluss hat ein Pärchenegel auf unser Leben?

Brunos Kochbuch

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Erfolg dauerhaft halten – ein schwieriges Unterfangen. Martin Walker hat mit seinem Bruno chef de police schon ein halbes Dutzend Mal bewiesen, dass es möglich ist. Fans des Lebemanns warten schon sehnsüchtig auf Band sieben, acht, neun … Und normalerweise muss man immer ein Jahr warten bis ein neues Abenteuer in die Buchläden kommt. Dieses Jahr ist ein besonderes Jahr. Denn Martin Walker beglückt seine treue Leserschaft mit einem ganz besonderen Buch: Brunos Kochbuch.

Die Romane um den sympathischen Ermittler leben von allerlei Zutaten. Zum Ersten – natürlich – von den spannenden Fällen, die er lösen muss. Zum Anderen von der unbändigen Lebenslust, die im Perigord, dem Handlungsort der Krimis, vorherrschen muss. Will Bruno sich entspannen, stellt er sich an den heimischen Herd. Dann wird gekocht, dass einem das Wasser im Munde zusammenläuft. Selbst ein schnödes Omelette wird mit Trüffeln zu einem Hochgenuss mit Sternepotenzial.

Doch dieses Kochbuch darf nicht einfach nur als Kochbuch angesehen werden. Es ist eine amuse gueule, ein Appetitanreger auf das Perigord, auf savoir vivre, auf Leben wie Gott in Frankreich, auf urtypische Märkte, auf Geschmacksexplosionen. Auf alles, was die Krimis um den chef de police ausmacht.

Eindrucksvolle Bilder (ganzseitig) und Rezepte wie süß-saures Gurken-Carpaccio, Zucchini-Krapfen oder Rotweinpfirsiche lassen den Leser erst einmal innehalten. Kurz schlucken. Einkaufsliste schreiben und sich dann das Perigord in die heimischen vier Wände holen.

Doch Bruno kocht nicht allein. Pamela – was Sie kennen Pamela nicht? Dann erstmal einen Martin-Walker-Krimi lesen! – kocht für den Leser ihre Fischpastete. Mit Lorbeer, Garnelen, Muskatnuss. Auf Französisch klingt das alles noch viel leckerer: Parmentier du Pecheur facon Pamela.

Wem die Rezepte noch nicht reichen, der sollte ganz schnell auf die letzte Umschlagseite blättern. Als Magenschließer gibt es zwei neue – kulinarische Fälle.

In Zukunft werden die Abenteuer von Bruno chef de police anders gelesen. Neben dem Leser liegt dieses Buch. Und immer, wenn Bruno kocht, wird sofort nachgeschlagen, wie dieses Rezept entstanden ist. Auch wenn es schwer fällt, legt man dann den Krimi kurz (!) beiseite, und kocht brunoesk wieder in Leselaune.

Die Getränke-Werkstatt

Getränke-Werkstatt

Prost Mahlzeit, mag sich so mancher Kunde in Supermärkten denken, wenn er das Getränkeangebot betrachtet. Alles aus einem Guss. Alles aus Konzentraten hergestellt. Klar, sonst hält es sich ja nicht! Was dabei auf der Strecke bleibt, ist der pure Geschmack. Der echte Geschmack.

Eine Erdbeer-Schorle ist was Leckeres, erfrischend. Aber wenn man dann genüsslich in eine selbst angebaute Erdbeere beißt, schmeckt die ganz anders. Die ist gar nicht so süß! So erdbeerig. Enttäuschung? Bloß nicht! Verärgerung? Schon eher. Und zwar darüber, dass man zwischen Original und Kopie nicht mehr unterscheiden kann, weil man nur die Kopie kennt.

Lindy Wildsmith – hier ist der Name Programm – gibt Anregungen und Tipps zur Rückbesinnung auf den echten Geschmack der Natur. Für ihre Limonaden, Liköre und Weine nimmt sie nur das, was sie in freier Wildbahn erhaschen konnte. Künstliche Zusatzstoffe sucht man in dem reich bebilderten und flüssig geschriebenen Ratgeber umsonst. Gut so!

Die zu häufig missbrauchten Floskeln von Regionalität und Saisonabhängigkeit bilden bei ihr die Grundlagen ihrer Ausführungen. Nun kann man sich einige Rezepte auch aus anderen Quellen als diesem Buch besorgen. Aber man braucht verschiedene Quellen. Bei Lindy Wildsmith gibt’s das komplette Rundum-Sorglos-Paket.

Angefangen beim richtigen Equipment über die verschiedenen Arten der Herstellung bis hin zur qualitätserhaltenden Lagerung gibt sie einfach nachzuvollziehende Hinweise. Und erst die Rezepte: Italienischer Limetten-Sciroppo, Florida-Cocktail-Sirup. Schon die ersten beiden Rezepte verheißen Geschmacksexplosionen und fruchtige Durstlöschung.

Wer’s gern ein bisschen prickeliger mag, für den gibt es Rezepte mit Kohlensäure. Schon mal Holunderblüten-Champagner probiert? Dafür braucht man nicht mehr als 3 große Holunderblütendolden, fein abgeriebene Schale einer Bio-Zitrone, 600 g Zucker, 30 ml Weißweinessig und kaltes Wasser. Und noch die entsprechenden Gefäße. Bye, bye Hugo!

Auch Bier und andere alkoholische Frischmacher hat die Autorin im Gepäck. 23 Liter gewürztes Ale – da kommt man erstmal eine Weile hin. Und die Zubereitung ist ganz einfach. Nachzulesen in diesem erstklassigen Buch, das die Kehle benetzt, den Körper erfrischt und den Kopf für den wahren Geschmack freimacht.

Fußball in München

Fußball in München

Wer in München wohnt, und sich auch nur ansatzweise für Fußball interessiert, wird schnurstracks vor die Wahl gestellt: Rot oder Blau-Weiß? Bayern oder Sechz’ger? Arena oder Grünwaldstadion? Erfolg oder Plackerei? Weltoffenheit oder Lokalpatriotismus? Doch die Geschichte des Münchner Fußballs beginnt vor der Rivalität zwischen dem FC Bayern München und dem TSV 1860 München. Das stellt Robert Schöffel eindrucksvoll in seiner kleinen Münchner Geschichte unter Beweis.

Über die Erfolge der beiden Vereine müssen wir an dieser Stelle nicht reden – die sind hinlänglich bekannt. Das Buch ist vielmehr eine Warnschrift, dass die frühen Erfolge der Münchner Vereine nicht im Freudentaumel um Triple, Millionentransfers und Unterschlagungsskandale untergehen. Denn der Münchner ist mehr als Rot und Blau-Weiß.

Die ersten Spiele fand um die Jahrhundertwende vom 19. Zum 20. Jahrhundert statt. München war schon eine Großstadt mit knapp einer halben Million Einwohnern. Das war Platz teuer. Ein Fußballplatz schwierig zu finden. So zogen Terra Pila, der I. Münchner FC 1896, der FC Nordstern 1896, der FC Bavaria 1899, aber auch die Bayern und die Sechz’ger permanent von Spielstätte zu Spielstätte. Den Anfang mit einer festen Spielstätte machten der TSV 1860. An der Grünwalder Straße entstand das bis heute die Massen anziehende Stadion. Auch wenn die Arena vor den Toren der Stadt als das Stadion der Münchner Vereine gilt.

Es sind die kleinen G’schichten in diesem Buch, die es lesenswert machen. Da tauchen Persönlichkeiten wie der Haxentoni auf. Schon bei dem Namen muss man einfach hellhörig werden und weiterlesen! Oder Alois Predl. Er war seinem TSV ein Leben lang treu geblieben. Als Mittelfeldregisseur dirigierte er seine Mannschaft 1931 ins Finale der Deutschen Meisterschaft, die leider verloren wurde. Er starb – es muss ein Traum für ihn gewesen sein – dort, wo alles begann: Auf dem Platz, bei einem Spiel der Altherrenriege des TSV.

Das Wechselspiel zwischen den Bayern und dem TSV um die Erfolge ging immer Hin und Her bis die Bayern ihre ersten Erfolge feiern konnten. Ab da ging es nur noch für einen Verein bergauf.

Die Reihe „Kleine Münchner Geschichten“ ist nicht nur für Einheimische Geschichte zum Anfassen. Als Besucher Münchens sind es doch diese kleine Anekdoten, die einen Urlaub, einen Kurztrip so ereignisreich machen. Wer als Besucher mal ein Spiel der Bayern oder einer anderen Mannschaft an der Isar besuchen will, möchte mehr wissen als das, was in neunzig Minuten auf dem Platz passiert. Hier erfährt man es, alles!

Regensburg

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Sollte man eine Aufstellung von deutschen Städten machen, die in der Gunst der Touristen ganz oben liegen, wären Städte wie Berlin, München, Nürnberg und Dresden ganz vorn. Wer Zeit hat, nimmt sich dann die Zeit für Ausflüge in die Umgebung, um Leipzig, Bamberg und Regensburg zu besuchen. Apropos Regensburg. Diese Stadt hat es verdient, dass man sie besucht. Denn hier weht der Hauch von zwei Jahrtausenden durch die alten, engen, hübsch herausgeputzten Gassen. Das weiß man entweder weil man schon mal da war oder man dieses Buch gelesen und vor allem mit den Augen verschlungen hat.

Thomas Ferber hat mit seiner Linse die Schönheiten ins rechte Licht gerückt und Peter Morsbach hat den visuellen Preziosen den textlichen Rahmen verpasst. Entstanden ist so eine gedruckte Hommage an eine der eindrucksvollsten Städte Deutschlands, und ganz nebenbei an den Verlagssitz des Herausgebers.

Die Römer erkoren den Platz an der Donau zu einer ihrer Niederlassungen auf dem Weg gen Norden. Hier kreuzten sich schon vor hunderten von Jahren die Handelswege in alle Herren Länder. Die steinerne Brücke über die Donau gehört nicht nur zu den beeindruckendsten Bauwerken in optischer Hinsicht, sie ist ein technisches Meisterwerk. Schließlich führt sie nicht über ein kleines Rinnsal, sondern über einen Fluss, der Jahr für Jahr noch heute die Menschen vor besondere Herausforderungen stellt diesen in Krisensituationen zu bändigen.

Kriege konnten der Reichstagsstätte kaum etwas anhaben. Die Fliegerbomben der Alliierten machten einen großen Bogen um die Donaumetropole, so dass der Besucher heute durch eine Stadt gehen kann, die stetig verändert wurde, jedoch ihren Charakter nur schrittweise veränderte.

Das Buch ist gerade in einer –  wie der Verlag sagt – „aufgefrischten“ Neuauflage erschienen. Neben der Ausgabe in deutscher, englischer und italienischer Sprache, gibt es jetzt auch eine Ausgabe in Französisch, Spanisch und Russisch. Das deutet darauf hin, dass die Tourismusmanager der Stadt sich nicht nur auf die veränderten Reisegewohnheiten der Welt einstellen, sondern, dass die Welt sich auf Regensburg eingestellt hat. Und dieses Buch ist es wert, dass es auch in weiteren Sprachen erscheint…

Mona Lisa forever

Mona Lisa forever

Wenn man sich die Musikcharts – egal welches Jahres – anschaut, fällt auf, dass immer mindestens ein Titel mit einem Frauenname auffällt: Leonard Cohen brachte gleich zwei Damen ins Spiel, Suzanne und Marianne und  Paul McCartney grüßte seine Jude. Doch es gibt einen Namen, der alle Kunstgenres vereint: Mona Lisa. Vor mehr als fünfhundert Jahren pinselte Leonardo da Vinci die Lisa del Gioconda auf seine Leinwand. Heute schwadronieren Millionen Besucher an ihr vorbei.

Thomas R. Hoffmann hat sich intensiv mit dieser Frau auseinandergesetzt hat daraus einen Hit gemacht. Denn er verzichtet wohlwollend auf das ganz ausführliche Tamtam „Wer ist das?“, „Ist es gar Leonardo selbst?“ und die sinnlosen Untersuchungen zur Wirkung. Er reißt sie an, die Geschichten, doch sein Augenmerk liegt auf der Faszination der Mona Lisa in der Kunst. Denn das Portrait wurde sehr oft kopiert, dient noch öfter als Vorlage und unendliche Male als Inspirationsquelle.

Marcel Duchamp zeichnete seine Hommage mit Bart – allerdings mit deftigem Spruch. Dali tat es ihm gleich, jedoch ohne Hinweis auf den nicht sichtbaren hinteren Teil ihres Körpers. Andy Warhol vervielfachte sie. Das sind die Beispiele der Moderne, doch schon im 19, sogar schon im 16. und 17. Jahrhundert war die Mona Lisa Vorlage für Portraitmalerei. Leicht eingedreht, fast schon starrer Blick, die toskanischen Hügel im Hintergrund. Manche sind gelungen, manchen hätte ein Alternativmodell besser zu Gesicht gestanden, manche sind grandiose Weiterentwicklungen.

Der Autor gibt einen umfassenden Überblick in Bildern wieder. Jasper Johns, Oskar Kokoschka, sogar Pablo Picasso sind dem Reiz der Mona Lisa verfallen, genauso wie der Leser diesem Buch.

Wien

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Haben Sie Wien schon bei Nacht gesehen? Sicherlich ein Hingucker. Aber erst bei Tag! Annette Krus-Bonazza beweist auf 276 Seiten, dass Wien bei Nacht sehr reizvoll ist, bei Tagesanbruch sich in eine florierende Metropole im Herzen Europas verwandelt und im Laufe des Tages mit einer geballten Ladung Historie, Kunst, Kultur und unzähligen Wows aufwarten kann, um bei untergehender Sonne nichts davon verschwinden lässt.

Neun Touren hat sie durch die Stadt erstellt und keine davon sollte man auslassen. Klingt anstrengend. Ja, aber anstrengend schön. Und das Buch würde nicht beim Michael-Müller-Verlag erscheinen, hätte die Autorin nicht ausreichend Tipps für Leib und Magen im Buch verewigt.

Die Standards wie Stephansdom, Prater und Josefstadt werden auf eine andere Art erkundet. Sie stehen nicht im Mittelpunkt der Touren, sie sind vielmehr gleichberechtigter Bestandteil der gesamten Tour. Das erlaubt dem Besucher sich schon von vornherein als kleiner Wienkenner zu erkennen zu geben. Man stolpert nicht mit weit aufgerissenen Augen durch die Stadt, man ist erfahrener Kenner, der ohne Zögern die Schönheiten der Stadt realisiert und einzuordnen vermag.

Der Menschenschlag in der österreichischen Hauptstadt ist bekannt als ein bisschen besonders. Todessehnsüchtig sollen sie sein die Wiener. Ihr Schmäh ist weltbekannt. Die erstklassig erhaltenen Bauten vermitteln weltläufiges Flair. Prachtbauten, die vom einstigen Ruhm der Monarchie künden. Und das alles sieht man in Wien. Doch vieles übersieht man auch im Taumel der Gefühle.

Gut, wenn man einen erfahrenen Reisebegleiter hat. An dieser Stelle auf jede einzelne Tour einzugehen, würde den Rahmen sprengen. Und ein bisschen Spannung sollte man sich für das Lesen und die Stadtspaziergänge aufheben.

Annette Krus-Bonazza treibt den Leser an Wien zu erobern. Sie hält den Leser zurück, wenn er auszubüchsen versucht. Ihre Touren sind abwechslungsreich in jeder Hinsicht. Museen und Cafébesuche bilden genauso eine Einheit wie Nackenstarre (vom vielen Nach-Oben-Schauen) und erholsame Stunden auf einer Parkbank. Ihre Passion für die Donaumetropole ist auf jeder Seite spürbar. Das macht diesen Reiseband zu etwas ganz Besonderem.

Kuchenfest

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Um einen Kuchen zu backen, dafür braucht man keinen besonderen Anlass. Einfach mal so, für zwischendurch einen leckeren Kuchen in die Röhre schieben, abkühlen lassen, servieren und die Dankbarkeit in den Augen der Gäste ist garantiert.

Doch wenn besondere Anlässe ins Haus stehen, sollte es öfter mal eben auch was Besonderes sein. Nicht unbedingt ausgefallene, exotische Früchte auf dem Kuchen sorgen für Begeisterungsstürme, sondern die Präsentation steht dann im Vordergrund. Da muss alles stimmen, und da ist es gut, wenn man sich fachmännischen (fachfraulichen) Rat holen kann.

Annie Rigg ist da eine hervorragende Adresse. Sie ist Food-Stylistin. Das heißt sie weiß wie man Leckeres lecker anrichtet. Und sie hat beim Verlag Jan Thorbecke schon zwei Titel veröffentlicht, die ihr Können unter Beweis stellten, „Feine Macarons“ und „Brownies“.

Der Titel „Kuchenfest“ und vor allem das tolle Cover lassen das Buch nach viel Arbeit erscheinen. Für Ungeübte eine Herausforderung. Ach gar nicht! Das geflügelte Wort „Jeder kann backen“ wird hier eindrucksvoll bewiesen. Um den neugierigen Leser bei der Stange zu halten, beginnt die Autorin mit dem Wichtigsten: Der Deko. Streusel und Glitzer sind hier nicht das Salz in der Suppe, jedoch das Tüpfelchen auf dem i.

Dann geht es schon an die Grundlagen. Vanille-, Früchte- oder Schokoladenkuchen ist kinderleicht zu backen. Das wird auf den ersten Seiten klargemacht.

Danach ein paar Cremes und Füllungen. Und schon hat man den größten Teil der Arbeit hinter sich gebracht. Jetzt geht es ans Dekorieren. Wem schnell das Wasser im Munde zusammenläuft, muss jetzt ganz tapfer sein. Zitronen-Mohn-Torte (schlucken) mit Heidelbeeren und Zitronen-Baiser-Buttercreme. Diese Kreation muss man sich noch einmal durchlesen. Zitronen-Mohn-Torte (schlucken) mit Heidelbeeren und Zitronen-Baiser-Buttercreme. Und daneben dieses Bild! Göttlich! Kurz die Mundwinkel abputzen … so … kurz schlucken. Und ab in die Küche. Nachbacken. Wohlgemerkt, da befindet man sich erst auf den Seiten 24/25. Es kommen noch einhundert!

Und dort findet man vergoldete Schokoladentorte, Super Disco-Baisers, Himbeer-Zitronenrolle, Ingwer-Rum-Kuchen mit kandierter Ananas und Schleifen- und Bändertorte.

Die Dekotipps sind wie die Einführungen und die Rezepte sehr einfach beschrieben. Mit ein wenig Konzentration wird man vom Gelegenheitsbäcker zum Profi für die ganz großen Anlässe.