Im Moor treibt ein Ungeheuer sein Unwesen. Ein furchteinflößendes erbarmungsloses Geschöpf, das sich mit unbändigen Willen auf seine Opfer stürzt und ihnen den Garaus macht. Nebel, Moor, ein blutrünstiges Monster – wir sind in Englands Südwesten, genauer gesagt in der Grafschaft Devon. Vor mehr als hundert Jahren.
Hugo Baskerville hat es zum Leben erweckt als er seine junge Angebetete, die so gar nichts von ihm wissen wollte, durchs familieneigene Moor hetzte und sie schlussendlich von einem Hund angefallen wurde. Für den Köter ein Festmahl, für die Familie ein Fluch. Denn das Vieh lebt immer noch, schon seit über zweihundert Jahren. Und abermals füllt eine mysteriöse Geschichte die Gazetten der Weltstadt London. In der wohnt bekanntlich, in der Bakerstreet 221b, auch Sherlock Holmes. Zur Untermiete bei Mrs. Hudson. Geige spielend, Pfeife rauchend und ab und zu mal einen kniffligen Kriminalfall lösend verbringt er sein Leben und lässt ganz nebenbei Scotland Yard ziemlich trottelig aussehen.
Der Familienvorstand Charles Baskerville hat seinen letzten Atemzug getan. Henry, sein legitimer Nachfolger – inzwischen in Kanada lebend – soll bald auf dem Landsitz eintreffen. Der Testamentsvollstrecker Dr. Mortimer (Mortimer von mort, Tod – das ist kein Zufall!) sorgt sich um die körperliche Unversehrtheit seines Klienten. Er bittet um Hilfe. Na, wen wohl?! Sherlock Holmes. Mit Pfeife, Deerstalker und Doctor Watson im Schlepp wartet das wohl berühmteste Abenteuer des bekanntesten Detektivs der Welt.
Sherlock Holmes zu lesen ist wie eine Befreiung von all den bemüßigten Versuchen unzähliger Krimiautoren, die die Bücherregale zum Bersten bringen. Sir Arthur Conan Doyle bekam den Sir für seinen Sherlock Holmes verliehen. Obwohl der den Titel wohl auch gern verliehen bekommen hätte. Auch nach über 120 Jahren hat dieser Krimiklassiker nichts von seiner Anziehungskraft verloren. Aber Vorsicht – unbedingte Suchtgefahr! Abseits der zahlreichen Verfilmungen – vom begnadeten Basil Rathbone der 40er Jahre bis hin zu den Neuinterpretationen eines nicht minder begabten Benedict Cumberbatch – eröffnet das Buch eine neue Welt. Ganz ohne Effekte – der Nebel wabert auch ohne sichtbare Schwaden vor den Augen durchs Bild – erwachen aus Worten beeindruckende Bilder. Die Gedankengänge des genialen Detektivs ergeben nicht immer sofort Sinn. Doch wenn er seine Schlussfolgerungen erläutert, ist man ob der Verquickungen erstaunt wie ein menschliches Gehirn solche Leistungen erbringen kann.
