Kalabrien und Basilikata

Hier ist die Sonne zuhause! Kalabrien bedeutet vor allem erstmal Sonnetanken. Dann kommt der Sprung ins im Hochsommer niemals kühle Nasse. Darauf folgen unmittelbar Genüsse, die zuweilen gehörig auf der Zunge brennen. Nduja, die scharfe streichfähige Salami ist das nur die (bekannteste) Spitze des Genussberges. Die Einwohner von Spilinga (es sind nur etwas mehr als tausend) sind felsenfest davon überzeugt diesen scharfen Leckerbissen erfunden zu haben. Wenn, dann hier unbedingt probieren.

Reichlich fünfzig Kilometer südlich schlägt der Geschmack ins Gegenteil um. Worum handelt es sich wohl? Na klar: Gelato. Doch nicht irgendeines. Sondern das aus der Antica Gelateria Fortino. Weltmeisterlich, momentan die einzige squaddra, die mit diesem Titel hausieren gehen darf… Das Schokoladeneis wurde tatsächlich als das beste der Welt gekürt. Von Experten, nicht nur Leckermäulchen.

Das sind nur zwei kleinere Geschichten, die man so nur in diesem Reiseband über Kalabrien und Basilikata findet. Die Region Basilikata erlebt seit nicht einmal einem Jahrzehnt einen Aufschwung, der ohne Vergleich ist. Seitdem Matera, die Stadt, in der man immer noch in in den Felsen geschlagenen Grottenwohnungen übernachten kann (Allerdings nicht mehr zu Preisen wie vor zehn Jahren!) 2019 Kulturhauptstadt Europas war, wird die Stadt besonders im Sommer von Massen überflutet. Jeder macht das eine, einzigartige Foto dieser Sassi und denkt, dass er mit diesem einen Foto und den sozialen Medien für immer ausgesorgt hat. Francis Ford Coppola kommt von hier, der Regisseur des „Paten“. Und er hat hier auch ein Hotel. Wunderschön, aber auch zu Preisen, die im Hochsommer den Preis eines Kleinwagens locker übersteigen können.

Zerklüfftete Felsen, an denen sich das Meer bricht, endlose Sandstrände, die man nur selten für sich allein hat (es sei denn, dass man Autorin Annette Krus-Bonazza folgt, und ihren Tipps folgt) und ein sorgenfreier Urlaub sind die Hauptbestandteile dieser beiden Regionen. Lauschige Bergseen, idyllische kleine Städtchen und immer wieder die schwierige Frage, wie man sich des Tags oder am Abend genüssliche genug Energie aneignet, um am nächsten Tag das nächste Geheimnis Kalabriens und der Basilikata zu lüften. Denn davon gibt es immer noch jede Menge. Die Autorin gibt nicht nur die Richtung vor, sondern führt oft auch genau dorthin.

Auch wer sich noch nie traute in Kalabrien zu urlauben –  vorurteilsbeladene Gründe gibt es ja immer noch – kommt schließlich doch zu dem Entschluss, dass man sich hier göttlich erholen kann … man muss nur wissen, wo das am besten geht. Achtung Spoiler: Dieser Reiseband kommt der Lösung verdammt nah!