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Cuba

Cuba

Cuba ist ein geschundenes Land. Nicht erst seitdem Fidel Castro die Macht übernommen hat. In 55 Jahren Revolutionsherrschaft wurde ein System der Penetration und Überwachung geschaffen. Doch auch schon vor dem Sturm der Kasernen litt Cuba unter der Knute seiner Herrscher. Spanier und Amerikaner als auch die Mafiaschergen schufen sich hier ihr Paradies ohne Rücksicht auf Verluste.

Und in so ein Land soll man fliegen, um zu entspannen? Klar doch! Denn hier ist die Sonne zu Hause. Fragen Sie Wolfgang Ziegler. Oder besser: Lesen Sie seinen Reiseband.

Klar Havanna –die Perle der Karibik – die muss man gesehen haben. Prächtige Bauten, endlose Küstenstraßen, rassige Folklore. Doch Cuba ist mehr als die pulsierende Metropole. Guantanamo zum Beispiel. Die Provinz. Nicht das Foltergefängnis der Amerikaner, die dort übrigens gar nicht mehr sein dürften, würden sie ihren selbst unterzeichneten Vertrag einhalten. Nein die Provinz im Osten ist der wahre Geheimtipp der Karibikinsel. Wenig Touristen, unverblümt wuchernde Natur und ein Erholungspotential, das weltweit seinesgleichen sucht.

Um da von Havanna aus hin zu kommen, braucht man allein auf der beiliegenden Karte auch die Rückseite. Von hier stammt auch der berühmteste kulturelle Beitrag Cubas: Guantanamera. Das Volkslied hat es sogar in deutsche Fußballstadien geschafft („Es gibt nur ein Rudi Völler…“).

Doch zurück zur Natur. Die meisten in diesem Buch abgebildeten Fotos stammen vom Autor selbst. Und die haben es in sich. Nur wenige Orte können mit solch malerischen Orten und saftigem Grün auf sich aufmerksam machen.

Und wer immer noch glaubt, dass man in einer Diktatur nicht urlauben kann, der sollte sich mal überlegen, in welche Destination wir Deutschen so gern reisen. In Länder, in den die Todesstrafe praktiziert wird, in denen die freie Meinungsäußerung ein weit entferntes Ziel ist, in denen Frauen immer noch nur eingeschränkte Rechte haben. Cuba ist in vielerlei Hinsicht eine Reise wert. Weite Strände, urbelassene Natur, freundliche Menschen, grandiose Landschaften und eine leckere Küche. Vamonos!

Zwischen Windeln und Walen

Zwischen Windeln und Walen

Detlef A. Huber – das A steht wohl für Abenteuerlust – macht das, wovon andere nur träumen. Arbeiten, um sich einen Traum zu erfüllen, diesen Traum planen, Job kündigen, und ab in die Ferne. Argentinien, Chile, Uruguay, Paraguay, Brasilien. Klingt nicht nur verlockend, ist es auch. Doch der Abenteurer setzt noch einen (eigentlich zwei oder sogar drei obendrauf): Er fährt mit dem Wohnmobil durch den Kontinent. Und das mit Klara und Thilo, seiner fünfjährigen Tochter und seinem zweijährigen Sohn. Das schreckt schon viel ab.

Detlef A. Huber – das A steht wohl auch für Aufbruchsstimmung – war schon mal da, in Chile und Argentinien. Er kennt die Region also schon ein wenig. Doch nur so gut als dass er weiß, dass er sie nicht so gut kennt. Und das will er nun nachholen. Mit Kind und Kegel.

Wer nun eine wahrlich mannhafte Abhandlung über das Zwischenspiel von männlichem Windeln wechseln und verklärtem „Oh guck mal, ein Wal“ erwartet, wird eines Besseren belehrt. Insofern ist der Titel des Buches ein wenig irreführend. Vielmehr ist dieses Buch eine Liebeserklärung an Frau und Kind, an eine immer noch fremde, weit entfernte Welt und ein Beweis dafür, dass Planung und Abenteuer sich nicht von vornherein automatisch ausschließen müssen.

Von Buenos Aires aus soll dieses riesige Land bis Weihnachten komplett durchquert werden. Denn in Ushuaia soll das Jahresabschluss-Geschenke-Fest gebührend begangen werden. So der Plan. Doch schon unterwegs wird klar: Dieser Plan wird über den Haufen geworfen. Denn zu viel gibt es auf den streckenweise menschenleeren Routen zu entdecken. Gerade als es so richtig rollt, rücken die Giganten der Meere ins Blickfeld. Also rechts ran, und Wale gucken. Wale, die verspielt im Meer herumtollen. Gar nicht so schlecht der Platz hier, denken sich Hase und Autor. So muss Urlaub sein. Lostuckern, und da halten, wo es am schönsten ist. Von nun an sind die Vier nicht mehr allein unterwegs. Der Leser sitzt immer mit vorn im Fahrerhaus. Ab und zu kommen weitere Reiselustige an Bord. Zeugen Jehovas aus dem Pott oder ein Koreaner, der seit vier Jahren um die Welt radelt und in den Anden auf ein neues Zelt wartet.

Detlef A. Huber – das A steht auch für Anders reisen – ist der ideale Erkunder. Das, was man sehen muss, wird angeschaut, doch die Erholung steht im Vordergrund. Da wird so manche Pisco-Verkostung schon mal zu sehr ausgedehnt, so dass die Weiterfahrt auch gern mal verschoben wird. Warum auch nicht?! Zu sehen gibt es genug: Zum Beispiel einzigartige Farbenspiel am auf dem Papier wohl ödesten Ort der Welt, der Atacamawüste.

Dreihundert Seiten Südamerika, und keine Seite ohne Abenteuer.

Optische Illusionen

Optische Illusionen

Wer täuscht hier wen? Bei diesem Spiel geht es nicht darum, ein Unfallfahrzeug richtig beschreiben zu können. Oder der Polizei einen Bankraub so exakt wie möglich zu schildern.

Seit Jahrtausenden spielt uns das Leben immer wieder einen Streich. Fata Morganas in der Wüste – davon haben wir alle schon mal gehört. Das Hirn sieht das, was es sehen will. Fast schon philosophisch. So ist die Wissenschaft. Ein Kreisel mit einer Scheibe, auf der eine Linie sich um das Zentrum schlängelt. Jetzt den Kreisel drehen. Konzentration! Und was sehen Sie? Ein wenig schummrig wird’s schon, oder?! Potz-Blitz! Es war nicht nur eine Linie, es waren zwei. Aber … äh … ich hatte doch… Keine Ausreden mehr!

50 Spielkarten, ein Drehkreisel mit zehn Aufsätzen, und ein Plastik-Fisch, der wächst und wächst, wenn man die richtig Karte ausspielt. Ein formidabler Partyspaß für anspruchsvolle Gäste. Oder auch ein einzigartiger Spaß, wenn man sich allein unterhalten will. Schauen Sie genau hin, entspannen Sie sich und lassen Sie Ihr Gehirn Ihnen einen Streich spielen!

Kochbox Pasta

Pasta

Egal, wo auf der Welt. Die Frage nach dem Lieblingsessen kennt nur eine Antwort: Pasta, Nudeln, Spaghetti! Basta! So verschieden die Welt, so verschieden auch die Spielarten der Nudel. Tagliatelle, Penne, Farfalle, Fusilli, Bucatini. Als Auflauf oder mit leckerer Bolognese-Soße. In jedem Kochbuch steht mindestens immer ein Rezept zur chinesisch-italienischen Spezialität. Um die ganze Vielfalt der Gerichte zu erfassen, benötigt man also mehrere Kochbücher. Da biegen sich die Balken. Und zwar die des Bücherregals. Die Zeiten sind vorbei. Diese Kochbox bietet 39 essentielle Rezepte rund um die Nudel. Scharf, puristisch, groß, klein – alles in dieser Box, mit 14 mla 7,5 mal 2,5 Zentimeter auf nun wirklich jedem Bücherregal Platz finden wird. Obwohl sie den nicht braucht. Denn sie wird immer in Benutzung sein…

Lothringer Kostbarkeiten

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Unermüdlich schreitet Klaus Bernarding Lothringen ab und findet auch jedes noch so kleine Stück Geschichte. Und dabei fördert er einen Trüffel nach dem anderen hervor. Kostbarkeiten, die jedem Reisenden es erlauben die Region im Nordosten Frankreichs einzigartig zu erleben.

Beispielsweise wird ein Spaziergang durch Epinal mit Klaus Bernarding zu einer Geschichtsstunde, die man nicht so schnell vergessen wird. Denn er weist nicht nur auf die Sehenswürdigkeiten hin. Er kennt auch so manche Geschichte, die sich dahinter verbirgt. Wer weiß schon, dass Epinal sich auch als „Hauptstadt der Bilderbögen“ einen Namen gemacht hat?

„Lothringer Kostbarkeiten“ ist mehr als ein Reiseband – als Wegbereiter durch eine von Kriegen und Zerwürfnissen geprägten Region ist dieses Buch, zusammen mit den beiden „Vorgängern“, den „Lothringer Passagen Teil 1 und 2“ ergeben sie eine fast schon als komplett zu erachtende Reisebegleitung.

Klaus Bernarding ist der Reiseleiter des Vertrauens. Er kennt sich aus und weiß, wo es lang geht bzw. man lang gehen muss.

Einziger Wehrmutstropfen dieses Buches: Eigene Entdeckungen werden durch die Fülle an Entdeckungen schwergemacht. Im Gegenzug wird aber auch der Tatendrang gestärkt – so gleicht sich alles wieder aus.

Hubble – Das Universum im Visier

WILEY VCH WEINHEIM GERMANY

Der Jahreswechsel ist eine willkommene Zeit das Geschehene noch einmal Revue passieren zu lassen, es in einem anderen Licht, aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Wie müssen sich die Forscher am Hubble-Teleskop erst vorkommen?

Wir, hier unten, auf der Erde betrachten das Um-Uns-Herum immer aus dem gleichen Winkel – von der Erde. Hubble hat das Ganze im Blick. Und liefert einzigartige, faszinierende Drauf- und Einblicke auf uns, gigantische Magnetstürme, ferne Galaxien.

Seit fast einem Vierteljahrhundert schwebt der Elf-Tonnen-Koloss rund 600 Kilometer über der Erdatmosphäre. Und immer wieder liefern die Bilder neue Erkenntnisse von der Entstehung unseres Lebens. Das ist für die Wissenschaftler ein unschätzbarer Wert. Für uns, hier unten, sind es schlicht und einfach grandiose Bilder.

Dieser Band zeigt nicht einfach nur diese „schönen Bilder“, obwohl die wohl den ersten Kaufimpuls auslösen. Dieser Band zeigt in beeindruckender Art die Arbeitsweise dieses von Menschenhand erschaffenen Himmelskörpers. Er berichtet von der Präzision, die die Erbauer an den Tag legen mussten, damit brauchbare Ergebnisse zustande kommen können. Allein der riesige Spiegel des Teleskops ist derart sensibel, dass schon das kleinste Staubkorn jegliche Aufnahme verfälschen kann.

Seite für Seite gerät man ins Staunen, was „da oben“ vor sich geht, welch prächtiges Farbenspiel Sterne und Planeten im Ringelreih der stellaren Welt möglich sind.

Edwin Powell Hubble hätte es sich in seinen kühnsten Träumen nicht ausgemalt, welch enormen Wert sein Name und seine Forschungen eines Tages für die Wissenschaft bedeutet. Als Zugabe gibt es in diesem Buch eine DVD mit einer spannenden Dokumentation. Dieses Buch ist nicht nur Ästheten gemacht, es ist durch die Zusammenarbeit mit European Space Agency die einzig akzeptable Art der Spionage. Riskieren wir einen Blick in unsere Vergangenheit und eine mögliche Zukunft.

Motus!

Amila - Motus!

Es ist ein raues Leben, unten an der Schleuse. Dort, wo Dédé seinen Lebensunterhalt verdient. Reich geheiratet hat er, müsste also gar nicht mehr hier in der Gosse menschlicher Rohheit sich verdingen. Doch er sieht seine Arbeit als Berufung – er mag diesen besonderen Menschenschlag.

Seine Frau Jacqueline und seine beiden Kinder geben ihm das, wonach er immer suchte: Ruhe und Zufriedenheit.

Doch dann wird die alltägliche Idylle inmitten des Flusses erheblich getrübt: Der Kopf des Kapitäns der Hémitate schwimmt halterlos im Wasser, ein Arm hängt nur noch in Resten am Rumpf des leblosen Körpers. Düster liegt die Nacht über der Szene.

Ein Verdächtiger ist schnell gefunden. Coutre. Dédés Chef und Schleusenwärter. Er hat sich kurz vorher mit dem Opfer in der Wolle gehabt. Er habe ihm seine Faust zwischen die Zähne geschoben, mehr nicht. Als er ihn von sich stieß, waren noch zehn Meter zwischen dem späteren, noch lebendigen, Opfer(!) und dem Wasser. Alle glauben ihm, alle. Außer der Gendarmerie. Pflichterfüllt wird Coutre in Gewahrsam genommen.

Die eingeschworene Gemeinschaft am Wasser ruft zum Streik auf. Währenddessen gerät Dédé in arge Bedrängnis. Zuerst wird er zusammengeschlagen. Sein Schwager ist auch keine Hilfe. Vielmehr schlagen sich die beiden fast die Köpfe ein. Die Folge: Aus der Pistole, die Dédé in seinen Händen hält, löst sich ein Schuss. Jacquelines Bruder ist tot! Lucien, ein Freund, und Dédé lassen die Leiche verschwinden. Kein guter Zeitpunkt. Denn noch immer gibt es keinen sicheren Täter für den Mord am Kapitän der Hémitate, die Gendarmen schnüffeln überall herum. Jetzt fehlt also auch noch einer aus der Gemeinschaft.

Doch dann taucht jemand auf, mit dem niemand gerechnet hat…

Jean Amilas Milieustudie an den Ufern des Flusses gehört zur ersten Liga der schwarzen Serie. Zeile für Zeile liest man sich durch das Dickicht der Verschwiegenheit. Motus! ruft man in Frankreich jemandem zu, der sein Maul zu weit aufreißt, gegenüber Leuten, die man nicht kennt, denen man nicht vertrauen kann. Das Gebot des Schweigens gilt auch hier. Auch 60 Jahre nach Erscheinen gibt es Parallelen zur Gegenwart. Wem kann man noch Vertrauen, wenn es um den eigenen Job geht? Die eigene Haut nach außen schützen. Familiensinn und Zusammengehörigkeit sind oft wichtiger als die Moral.

Desperate Angels

Desperate Angels

Im Herzen Virginias, umgeben von prachtvoller Natur werden drei Mädchen gefunden. Alle aus mehr als gutem Hause, fern jeglicher finanzieller Sorgen. Ihre makellosen Körper wurden sorgsam wie Engel drapiert. Am Herzen trug jede ein Tattoo mit Engelsflügeln. Ein romantisches Bild, wäre da nicht die Tatsache, dass die Drei grausam ermordet wurden. Zu allem Überfluss hat der Mörder Sperma-Spuren auf den leblosen Körpern hinterlassen.

Sofort wird eine Sonderkommission des FBI damit beauftragt die Jagd nach dem perfiden Mörder zu einem erfolgreichen und schnellen Ende zu führen.

Nate ist neu im Team. Als Spezialist für Kindesentführungen der richtige Mann. Sein neuer Partner in Tandra, die ist eine ausgewiesene Expertin für Sekten und Okkultismus. Denn eines steht von Anfang an fest: Der Mörder ist nicht irgendein dahergelaufener Irrer, der Gefallen daran findet junge Mädchen um die Ecke zu bringen. Ihm geht es um mehr. Schon die Tatsache, dass er bereitwillig seine DNA an den Opfern hinterlegt, lässt auf Schlimmeres schließen.

Nate und Tandra kommen ziemlich schnell einer Sekte auf die Spur. Getarnt als Paar infiltrieren sie die „Desperate Angels“. Das Paarsein ist aber nicht nur reine Tarnung – auch privat sind sich die beiden Alpha-Menschen näher gekommen. Immer tiefer dringen die beiden in die Machenschaften der Sekte ein. Doch es geht schief, was schief gehen kann. Tandra wird bestialisch ermordet. Und Nate muss mit anschauen wie seiner Freundin und Kollegin der Garaus gemacht wird. Auch ihm ergeht es nicht besser. Folter und Vergewaltigung bestimmen auch seinen Alltag in der Sekte. Und als sei dies noch nicht genug, bleiben ihm als immer währende Erinnerungen Tattoos.

Selbst als der Albtraum endlich vorbei zu sein scheint, geht der Horrortrip weiter.

E. M. Ross‘ Thriller „Desperate Angels“ ist ein solides Stück Horror. Wer auf ausgeklügelte Profiler-Action steht, kommt hier voll auf seine Kosten. Wem allerdings schon beim Anblick eines leichten Kratzers übel wird, der sollte die Finger von diesem Buch lassen. Spannung von der ersten bis zur letzten Seite mit einem furiosen Paukenschlag zum Abschied, verspricht und hält dieses Buch Lesespaß für jeden, der sich darauf einlässt.

Guardian Angels

Guardian Angels

Aus verzweifelten Engeln werden Schutzengel: FBI-Profiler Nathaniel Caim ist nun Sean Caver, und er hat die Seiten gewechselt. Keine Angst, er ist immer noch ein Guter. Nur unterrichtet er jetzt beim FBI in Quantico, statt selbst Mörder zu jagen. Zumindest meint er das. E.M. Ross lässt ihren Helden erneut auf eine Meute psychopathischer Killer los. Nach „Desperate Angels“ folgt nun der zweite Teil um den smarten Nat, an den sich der Leser als Sean erneut gewöhnen muss.

Doch die Ereignisse in der Sekte lassen ihn immer noch nicht los. Als eine Spur nach Deutschland führt, nimmt Nat seine beste Schülerin Catherine mit und die Ermittlungen auf.

Es gibt Bücher, über die sollte man gar nicht reden. Nicht, weil sie schlecht sind – okay über schlechte Bücher sollte man wirklich den Mantel des Schweigens legen – sondern, weil man sonst die gesamte Stimmung verdirbt. „Guardian Angels“ ist so ein Buch. Jedes Wort zu viel darüber, nimmt der Leser übel. Spannung bis zur letzten Zeile, düstere Machenschaften von knallhart kalkulierenden Tätern und die ross’sche Spürnase für Mystery machen die Fortsetzung von „Desperate Angels“ zu einem Buch, das man nicht so schnell wieder beiseitelegen kann.

Ein Rückblick ist immer ein probates Mittel einen Krimi aufzupeppen. Zwanzig Jahre gehen die Autorin und ihre buchstäblichen Kinder zurück. Im beschaulichen Garmisch-Partenkirchen wartet schon Peter Becker vom BKA auf die beiden. Gemeinsam vertiefen sie sich in Aktenberge und merken dabei gar nicht wie weit sie schon vorgedrungen sind…

Die „Angels“-Reihe von E.M. Ross wird noch 2013 um einen dritten Teil erweitert. Die Autorin – hinter E.M. steckt eine Elke – hat auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse nicht nur ihr neuestes Werk angepriesen, sondern gleich den Mund wässrig gemacht auf mehr engelhaften Suspense. Die USA und nun auch die Alpen werden nie wieder so ruhig sein, wie sie es vor diesen Büchern waren…

Fanatic Angels

Fanatic Angels

Die Freiheit ist eine gute Sache. Aber sie hat – wie alles im Leben – zwei Seiten. Denn so gibt es auch Menschen, die sich die Freiheit nehmen, eben diese Freiheit zu boykottieren, zu unterwandern und zu zerstören. Sie folgen ihrer eigenen Definition von Freiheit. Und allen, denen das nicht passt, wird kurzer Prozess gemacht.

Im selbst ernannten Land der Freiheit werden binnen kurzer Zeit drei namhafte Wächter der „eigenen Freiheit“ ermordet. Drei hochrangige Nazis fallen ihrer eigenen Ideologie zum Opfer. Sean Caver und Catherine Kampell müssen wieder einmal in die Spur, um dem rätselhaften Morden ein Ende zu bereiten. Sean ist davon überhaupt nicht begeistert. Noch tief sitzt der Stachel der Vergangenheit. Die Fälle der vorangegangenen Romane zehren noch immer an ihm. Einziger Lichtblick ist Catherine. Einst ein Opfer in einem seiner Fälle, jetzt die Frau an seiner Seite. Zukunftspläne beherrschen Seans graue Zellen.

Doch er schiebt die Emotionen beiseite und widmet sich zusammen mit seiner – privaten wie professionellen Partnerin – dem Treiben der Verblendeten. Schnell fassen die beiden Fuß im braunen Sumpf der „Weltenveränderer“. Doch ihr Auftauchen ruft Skeptiker auf den Plan. Je tiefer sie in die rechte Szene eintauchen, umso gefährlicher wird ihr Spiel. Die Ermittlungen laufen Gefahr aus dem Ruder zu laufen, und die beiden Agenten drohen aufzufliegen.

Sean wusste schon früh, warum er mit diesem Nazi-Mob nicht zu tun haben will. Mit Argumenten ist denen nicht beizukommen. Sie sind so stark in ihrer menschenverachtenden Ideologie verankert, dass … ja, wie kommt man dieser Art bei? Zwischen Abscheu und Verdammnis bewegen sich die Gedanken, nicht nur Seans, sondern auch die der Leser. Ein Auf und Ab der Gefühle, eine Achterbahnfahrt, bei der man sich nicht selten bei grausamen Ritualen ertappt, um dem Treiben ein schnelles Ende zu bereiten.

E.M.Ross‘ Angels-Reihe geht in die dritte Runde. Erst Verzweiflung, dann Beschützer, jetzt Fanatismus: Die Reihe der Ängste ließe sich beliebig fortsetzen. Nur E.M.Ross hält die Fäden in der Hand bzw. die Zügel locker. Alle Fans müssen jetzt ganz tapfer sein. Es ist ein vierter Band in Arbeit, der auch die letzten Rätsel um Nathaniel, Sean und Cat ins rechte Licht (in diesem Falle wäre wohl ins „richtige“ Licht setzt besser) rückt. Und es wird der letzte Band der Angels sein. Wem also in „Fanatic Angels“ noch etwas schleierhaft vorkommt, der sollte, nein! der muss die Vorgängerromane „Desperate Angels“ und „Guardian Angels“ lesen. Vollkommene Aufklärung wird es erst im vierten Band geben…