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Das kleine Buch der Sprache

Das kleine Buch der Sprache

Es ist der erste echte Höhepunkt der Eltern: Das Kind spricht. Mama. Papa. Auto. Yippie. Jetzt geht’s los! Doch was da als Wort verkleidet die Außenwelt verzückt, sind Geräusche. Keine bewusst gewählten und geformten Artikulationen. Erklären Sie das mal der stolzen Mama, oder dem Papa, der bis über beide Ohren grinsend den Sprössling vor sich herträgt. Wen Sprache eine lineare Entwicklung wäre, würden wir täglich bis zu unserem zehnten Geburtstag weniger als eine Handvoll Wörter lernen. Babies lernen das, was sie hören. Der Rhythmus und die Melodie bestimmen die ersten Laute und Worte. Dudu, dada und ähnlich geartetes Verwandtengeschwätz haben da weniger Einfluss als gedacht. Ansonsten würden The Police immer noch touren, („De Do Do Do De Da Da Da“ wäre der Titel mit der längsten Chartplatzierung).

Sprache ist das primäre Unterscheidungsmerkmal der Kulturen. Jede Sprache hat ihre eigene Sprachmelodie. Wie oft hört man, dass das Italienische so melodisch klingt. Das Deutsche hingegen klingt für viel hart oder kratzig. Ein Vorteil in einer multikulturellen Gesellschaft ist das Wissen um die eigene Kultur. Denn wenn Andere ihre Eindrücke über das ihnen Fremde wiedergeben, lernt man so einiges.

Die Sprache hat auch eine mechanische Komponente. Nein, keine Roboter, Verstrebungen oder Seilzüge. Seilzüge ist vielleicht do gar nicht so verkehrt. Um einen Laut zu bilden, die Grundlage eines Wortes, was die Grundlage eines Satzes ist, der wiederum die Basis der Sprache ist … muss im menschlichen Körper was geschehen. Die Stimmlippen (Stimmbänder), die Lippen, der Kiefer und die Lunge sind unerlässliche Werkzeuge der verbalen Kommunikation. Je öfter die Stimmlippen schwingen, desto höher die Stimmlage. Umgekehrt genauso.

David Crystal beschreibt in seinem Buch das, was uns täglich umgibt. Von den ersten Lauten über die körperlichen Voraussetzungen bis hin zur Herausbildung von Slang und der Entwicklung der Sprache und ihrer Arten. Ohne abzuschweifen dringt er in die Tiefen der Wissenschaft vor, um kurzweilig und teils auch amüsant der allgegenwärtigen Sprache aufs Maul zu schauen.

Begräbnisse zum Totlachen

Begräbnisse zum Totlachen

Papa Shango lacht furchteinflößend in die erschrockenen Gesichter. Gevatter Tod schwenkt vergnügt seine Sense. Eine Brass-Band spielt fröhlich in den Straßen New Orleans‘ zum letzten Geleit. Der Tod kann auch fröhlich sein. Doch niemals so fröhlich wie in diesem Buch.

Kathy Benjamin hat Geschichten gesammelt, die einem die (Freuden-) Tränen in die Augen treiben.

Viele Rituale rund um die Toten haben sich bei den (noch) Lebenden eingeprägt. Die Ursprünge sind selten nachvollziehbar bzw. werden nicht hinterfragt. Zum Beispiel warum Tote mit dem Kopf nach Westen begrabe werden. Oder warum Tote mit den Füßen voraus getragen werden (damit man sie nicht am Kopf stößt?, mutmaßt die Autorin lakonisch).

Die Geschichten und Histörchen werden allesamt nicht so todernst genommen. Es ist ein heiteres Buch, das mit Bonmots von (teils bereits verstorbenen Komikern und Schriftstellern) gewürzt wird. Die kurzen Kapitel erlauben es, dass das Buch in vielen kleinen Abschnitten gelesen werden kann, was es zu einem dauerhaften Lesebuch macht.

Der Tod ist erstinstanzlich eine traurige Sache. Der Tote kommt nicht wieder zurück. Er wird nie wieder jemanden auf den Schoß nehmen, singen, lachen oder die Welt erklären. Man kann dem Tod auf verschiedene Art und Weise begegnen: Heulend, fluchend, verzweifelt. Aber auch mit einem Lächeln im Gesicht. Der Fratze die Stirn bieten. Die schöne Tradition des Leichenschmauses gehört zu Letzterem. Anregungen wie man ein letztes Mal des Verstorbenen gedenkt, bietet dieses Buch allemal.

Fest steht: Die letzte Reise, die man unternimmt, wird nicht mit dem Kapitel „Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen.“ Und damit die Hinterbliebenen doch was erfahren, hat Kathy Benjamin mit diesem Buch schon mal vorgesorgt. Ein kurzweiliger Trip ins Reich der Toten.

Ins Bockshorn gejagt

Ins Bockshorn gejagt

Nun brat mir aber einer ‘nen Storch! DA war aber wieder einer fleißig wie die Bienen und hat nicht die Mücke, sondern sich die Mühe gemacht Sprichworten und Redewendungen auf den Grund zu gehen. Auf einhundertsechzig Seiten wird der Frage nachgegangen, welchen Einfluss Flora und Fauna auf unser Zusammenleben sprachlich haben. Es ist erstaunlich, wenn man die Fülle und Güte der Zitate betrachtet.

Im alltäglichen Umgang mit Familie, Freunden und Kollegen ist uns dieser Umfang kaum bewusst. Das laust einen der Affe, wenn man so manchen Schussel sieht, wenn er sich wie der Elefant im Porzellanladen benimmt. Belustigt verziehen wir die Mundwinkel, wenn ein Satz ins Schwarze trifft. Über dessen Ursprung machen wir uns natürlich keine Gedanken. Hauptsache wir verwenden den Satz richtig!

Bruno P. Kremer und Klaus Richarz geben in diesem amüsanten wie lehrreichen Büchlein Hilfestellung. Denn wer weiß schon woher der Satz stammt „Über den grünen Klee loben“? Da haben wir den Salat. Alle benutzen die Redewendung – richtig oder falsch – aber wo der Satz seinen Ursprung hat, weiß wieder mal keiner.

In Zeiten, in denen die Medien eine derart vorherrschende Rolle spielen, ist es wichtig sich auf die Wurzeln besinnen zu können. Das gilt nicht nur für den Satzbau, sondern auch für die zahlreichen Feinheiten, die Sprachen voneinander unterscheiden. Denn Redewendungen sind das unique Kulturgut eines Volkes. Kein Übersetzungsprogramm der Welt kann dem gerecht werden. Da haben wir Leser Schwein gehabt, dass es dieses Buch gibt, wir nicht länger als dumm Hühner gelten und unsere Schäfchen ins Trocken bringen können.

True stories

True storiesÜber sieben Milliarden Menschen leben auf der Erde. Jeder ist einzigartig, jeder hat seine ganz eigenen Fähigkeiten. Klar, dass man hier und da gehörig ins Staunen kommt. „True stories“ ist das Spiel, das jeden Mitspieler fasziniert. Ein Spieler liest die Frage von einer der dreihundert Karten vor. Die Fragen sind so irre, dass entweder alle möglichen Antworten richtig sein könnten als auch gar keine. Jetzt müssen die Anderen aus der einen richtigen und der einen vorgelesenen falschen Antwort ihre Tipps abgeben. Das geschieht vorerst geheim. Jeder hat eine Karte mit „A“ oder „B“. Wenn alle ihre Wahl getroffen haben, werden die Antwortkarten umgedreht. Wer richtig liegt, bekommt einen Punkt. Wer falsch liegt, gibt seinen Punkt an den Vorleser. Die Fragen kommen aus allen Bereichen der Gesellschaft. Manchmal muss man einfach raten, manchmal kann man sich die Antwort herleiten, wenn man es nicht weiß. Doch wer weiß schon wie reich der Sultan von Brunei ist, um sich was leisten zu können? Ein kurzweiliges Spiel mit andauerndem Aha-Effekt.

Der liebste Ort auf Erden

Der liebste Ort auf Erden

Seit fast dreißig Jahren treibt Kritiker und Zuhörer die eine Frage um: „Wo ist das Papier?“. 1987 trällerte Jürgen von der Lippes Ohrwurm „Guten Morgen liebe Sorgen“ durch den Äther („.. der Bettvorleger gibt uns Schwung bis direkt vor’s Klosett. Und wo wir schon mal hier sind, da bleiben wir auch hier … fertig … wo ist das Papier?“

Jetzt gibt’s endlich die Antwort! Es ist zwischen zwei Buchdeckel gepresst und mit (auf)rührenden, nachdenklichen, historischen, humorvollen, poetischen, ermahnenden Gedanken beschrieben worden. Herzlich grüßt das Cover. Der Riss, der es nicht teilen kann, verrät die Herkunft: Draußen, immer der Nase nach.

Ja, in diesem Buch geht’s ums Klo, Klosett, Tö, Toilette, WC, 00, Abort, den Porzellanthron, das Sch… haus – ach was, sagen wir wie es ist: Scheißhaus. Und um die Geschäfte, die hier getätigt werden. Nase rümpfen? Nein, warum? Jeder tut’s. Keine Scham. Na klar weiß jeder, was man mit dem Toilettenpapier unterm Arm vor hat! Warum auch nicht? An diesem Ort sind alle gleich. Jeder tut’s, jeder muss es tun. Mal laut, mal leise, mal nachhaltig, aber immer erleichternd.

Die in diesem Buch zusammengetragenen Texte verblüffen nicht nur, weil es sich nicht gehört darüber zu sprechen (bei Tisch ist das ja noch okay, aber ansonsten kann man doch hier und da das eine oder andere Wort fallen lassen – schließlich kann jeder mitreden). Sie verblüffen wegen der schieren Masse die da zu Tage tritt. Bertolt Brecht, Erich Maria Remarque, Herta Müller, Joseph Roth – sie alle haben einige oder mehrere Zeilen der natürlichsten Sache der Welt gewidmet. Remarques Zeilen stammen aus „Im Westen nichts Neues“, dem eindrucksvollsten Buch über (und vor allem GEGEN) den Krieg. Brecht reimt sich was zusammen. Bei Herta Müller sind es eingebrannte Erinnerungen.

Die Frage wie man dieses Buch liest, erübrigt sich. Stückchenweise. Immer ein paar Seiten, je nach Länge des … Sie wissen schon. Es schließt sich der Kreis zu Jürgen von der Lippe. In seiner Sendung „Was liest Du?“ gab es eine Rubrik, die sich „Klolektüre“ nannte. Darin las er aus Büchern, die man in vielen kurzen Sitzungen lesen kann. Und was passt das besser als „Der liebste Ort auf Erden“?!

Ralf Schock und seinen unermüdlichen Helfern ist eine exzellente und angstnehmende Zusammenstellung mit Texten zum notdürftigsten Thema der Menschheit gelungen. Verhalten wie Goethe, direkt wie Robert Gernhardt, satirisch wie Hans Dieter Hüsch, intelligent wie Bodo Kirchhoff. Die Liste der Schreiber ist stilistisch abwechslungsreich und spannungsgeladen wie ein Vollgefressener. Sie lassen ihren Gedanken freien Lauf. Dem Leser wird jeder Gang zum Buch wie eine Erlösung vorkommen.

Sing mir ein Lied

Sing mir ein Lied

Dieses Buch ist eine Kopie! Dieses Buch ist echt! Eine echte Kopie. Keine Angst. Astrid Rosenfeld ist wirklich durch die USA gereist. Sie hat tatsächlich fast zehntausend Meilen zurückgelegt. Und dabei ihre Eindrücke niedergeschrieben. Zusammen mit ein paar Stories, die bei diesem Roadtrip in den Sinn kamen. Bei ihrer Rückkehr übergab sie ihr Reisetagebuch dem Diogenes-Verlag. Kurzerhand wurde das Original reproduziert und in unveränderter Form als Buch nun veröffentlicht. Dem Leser wird sozusagen ein echter Rosenfeld in die Hand gelegt.

Astrid Rosenfeld macht das wovon Viele nur träumen: Sie durchquert die USA. Einmal quer von Ost nach West. Wie einst die ersten Siedler.

Das Wohltuende an diesem Buch sind die fehlenden Klischees: Hektisches New York, verträumter Süden, Heimweh zur Weihnachtszeit.

Und die Typen, die sie trifft, haben diese Bezeichnung verdient: Echte Typen. Ein Straßenmusiker, der keinen Ton trifft und von sich behauptet neun Sprachen zu sprechen. Keines davon trifft zu. Doch haben sie, ihr Begleiter Johannes Paul Spengler und die beiden Straßenmusiker eine tolle Zeit.

Silvester im Süden. In einem schäbigen Hotel. Wie mit der Stoppuhr gemessen schildert Astrid Rosenfeld den Verlauf der Nacht – vom dazugehörigen Rausch und nicht ganz so legalen Agrarprodukten, von kitschigen Plastikhüten bis zu einem herzerwärmenden Jungen, der jeden zum Tanze animiert. Als Beweis dienen die Fotos ihres ständigen Begleiters.

In Texas treffen sie einen Cowboy – also doch noch ein Klischee. Ein echtes Raubein. Augenklappe, Narben im Gesicht. Wenn Not am Manne ist, springt er bei Dreharbeiten auch gern mal als Cowboytyp ein.

Und noch ein Klischee – das muss dann aber auch reichen: Wer durch die USA reist, kommt früher oder später mit dem Gesetz …, nein nicht in Konflikt, aber mit den Gesetzeshütern ins Gespräch. Ein Kurzausflug nach Ciudad Jaurez, Mexiko, sorgt bei der Rückkehr für Verwirrung. Das Visum ist abgelaufen, da die beiden Roadtripper das Land verlassen haben. Die Aussage, dass sie Huhn gegessen und Socken gekauft haben, sorgt letztendlich aber nur für Verwunderung und zieht den ernsten Hinweis nach sich, dass die mexikanische Seite von El Paso (Ciudad Juarez) zu den gefährlichsten Orten der Welt gehört.

Auf der Reise treffen die beiden Gleichgesinnte. Alle sind irgendwie auf der Reise. Manche haben fast schon ihr Ziel erreicht, Andere merken gar nicht wie sehr sie vom Reisefieber gepackt sind.

„Sing mir ein Lied“ ist mehr als nur ein Tagebuch. Es ist der kurzweilige Beweis, dass der Weg das Ziel ist.

Animalikon

Animalikon

Was benötigt man, um die Beziehung von Mensch und Wildtier zu beschreiben? Ein offenes Auge, oder gleich zwei. Besser vier Augen. Eine Leinwand. Acrylfarbe. Gold, viel Gold – Blattgold. Tusche. Und einen mutigen Verleger, der die Gedanken in gedruckter Form an interessierte Leser bringt. Dann hat man ein perfektes Produkt.

Doch ganz so einfach ist es dann doch nicht. Eine künstlerische Ader braucht man auch, um a) eindrucksvolle Bilder zu erstellen und b) entsprechende Texte formulieren zu können. Dann klappt’s auch mit dem perfekten Produkt. Produkt ist aber auch nicht das richtige Wort. Denn hier sind Emotionen im Spiel. Emotionen kann man katalogisieren, typisieren kann man sie. Also: Man hat – wenn alle genannten Kriterien erfüllt sind – das perfekte Geschenk!

Vierundzwanzig Abbildungen mit vierundzwanzig passenden Texten – da war doch was mit 24?! Na klar. Dieses edle Büchlein ist die perfekte Alternative zum Adventskalender. Jeden Tag eine Doppelseite mit Bildern und Erinnerungen aus der ganzen Welt. Von Kalifornien über Florida, den Bodensee bis auf griechische Inseln.

„Animalikon“ klingt nach einer klassischen Tragödie. Es ist jedoch eine moderne Faszination. Wer kennt schon einen Speichenlecker? Oder hat schon mal einen Delphin hautnah erlebt? Passionsfischer findet man sonst nur am Seerhein in Konstanz.

Ob man dieses Buch nun als alternativen Adventskalender betrachtet oder einmaliges Geschenk für Freunde oder einfach nur al beeindruckenden Bildband ist völlig egal. Jede einzelne Seite besticht durch ihre Extravaganz und den Schimmer des Besonderen. Besonders schon allein dadurch, dass die Auflage nur dreihundert Stück beträgt, durchnummeriert und signiert von Ralf Staiger und Chris Inken Soppa.

Parmesan

Parmesan

Wie viele Kochzutaten gibt es weltweit? Zehntausend? Hunderttausend? Es sind wohl eher Millionen! Und wie viele Kochbücher, die sich rund um nur eine einzige Zutat drehen, gibt es? Hundert? Tausend? Eher weniger. Wenn man die qualitativ hochwertigen heranzieht, bewegt sich die Zahl wohl mehr im Dutzendbereich. Doch dazu mehr am Ende dieses Textes.

Bei italienischer Küche denkt man seit Kindestagen an Spaghetti. Man kann kaum laufen, aber „Schbageti“ geht jedem leicht über die Lippen. Mit Tomatensauce. Und Käse. Mmmh lecker! Mit fortschreitendem Alter bleibt diese Leidenschaft erhalten. Man geht dann zum Italiener. Dort isst man dann Pasta. Mit Tomatensauce. Und Parmesan! Ja, aus dem Käse wird für den verwöhnten Gaumen Parmesan, Parmigiano Reggiano. Einfach köstlich, wenn der goldene Regen auf das dampfende Gericht fällt, zerläuft und das Aroma in die Nase steigt! Der erste Bissen ist immer noch der Beste. So viel zur Leidenschaft.

Der originale Parmesan – bleiben wir doch bei der deutschen Bezeichnung – wird nur in der Zona Tipica (welche das Gebiet Modena, Teile von Mantua und Bologna, der Reggio nell’Emilia und der namensstiftenden Region Parma umfasst) angebaut. Das Heu der Kühe wird nach strengen Regeln kontrolliert. Die Milch des Vorabends wird mit der Milch des nachfolgenden Morgens zu gleichen Teilen vermischt und zu einer Köstlichkeit verarbeitet, die seit Jahrhunderten die Gaumen verzückt.

Es gibt sogar Banken, die ganze Käselaibe als Sicherheit akzeptieren.

Carmelo Greco wurde in Sizilien geboren, lernte im Piemont und kocht nun sternenhaft in Frankfurt. Er zeichnet in diesem Buch für die Rezepte zuständig. Tatari di fassona e Sbrisolona – das ist kein Zungenbrecher, das ist ein Zungenlöser! Rindertatar mit Parmesanplätzchen. Klingt auf den ersten Blick nicht so spektakulär, aber auf der nebenliegenden Seite kann man sich vom Gegenteil überzeugen. Kunstvoll gestapelt, gekonnt gesetzte farbige Akzente – da muss man einfach doppelt bestellen. Den ersten Happen verschlingt man im Ganzen. Einfach die Geduld vergessen und zubeißen. Die zweite Bestellung genießt man. Man schmeckt den Apfel, das Olio extra vergine, das Fleur de Sel, die Shiso-Kresse, die Pfeffer … alles muss man hier auch nicht verraten. Nachkochen! Geht ganz einfach, denn Carmelo Greco gibt exakte Anweisungen.

Um auf die Eingangsfrage zurückzukommen, wie viele Kochbücher es gibt, die sich nur einer einzigen Zutat widmen, muss man vor den Machern bei 99pages den Hut ziehen: Drei Kochbücher zu nur einer einzigen Zutat und jede davon eine Augenweide – das schaffen nur ganz Wenige. „Habemus Pasta“, „Fleur de Sel“ und nun „Parmesan“. Drei Zutaten, die einem das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen. Drei Kochbücher, die die Augen übergehen lassen. Dreimal Hochgenuss für die Sinne.

blick.dicht – Kuriositäten aus den sechs österreichischen Nationalparks

blick.dicht

Naturschutz und gut gemachte PR gehen nur selten Hand in Hand. Und wenigen Beispiele, bei denen die Steigerung des Bekanntheitsgrades (eines Produktes) und der Naturschutz verdienen es, dass man darüber redet.

Oder schreibt. So wie in diesem Buch. Nein, das Wort Buch wird dem Wert nicht einmal annähernd gerecht. So wie in diesem Prachtband! Das Ministerium für ein lebenswertes Österreich, der Umweltdachverband und die Nationalparkverwaltungen Österreichs wollten die sechs Nationalparks der Alpenrepublik bekannter machen. Besucher sollten angelockt und für den Naturschutz und die Schönheiten der Berge, der Wiesen, der Wälder, der Fauna sensibilisiert werden. Inwiefern dies geglückt ist, wird die Zukunft zeigen.

Geglückt hingegen ist dieses Buch, pardon, dieser Prachtband! Chloé Thomas ist durch die Höhen der Nationalparks Gesäuse, Donau-Auen, Hohe Tauern, Kalkalpen, Thayatal und Neusiedler See – Seewinkel gewandert. Auf ihren Streifzügen hat sie allerlei Beeindruckendes gefunden und mit der Kamera festgehalten. Doch sie die gemachten Panoramen und Detailaufnahmen nicht einfach nur in einem Buch zusammengefasst. Sie hat eine Sinfonie der Sinne geschaffen. Beiliegende Karten geben einen geografischen Überblick. Ausklappbare Fotos zeigen die Natur in ihrer ganzen Pracht und beeindrucken durch Motivwahl, Bildausschnitt, und sie strahle die Eleganz aus, die die Naturparks auszeichnet. Solche Bilder schießt man mal nicht eben so im Vorbeigehen! Zahlreiche Bild-in-Bild-Kompostionen zeigen Lebensort und Bewohner der Parks. Zitate und Gedichte von Begeisterten Wanderern und Autoren geben in Worten wider, was so offensichtlich scheint, und doch Vielen verborgen bleibt.

Es sind Bücher wie diese, die es Naturschützern leicht machen auf die Probleme der Gegenwart hinzuweisen und die Notwendigkeit eines nachhaltigen Naturschutzes zu unterstreichen. Großformatige Aufnahmen lassen das Auge ruhen. Bloß nicht weiterblättern! Genießen. Eintauchen. Jedes Mal entdeckt man Neues.

Wer „blick.dicht“ liest, betrachtet, bestaunt, wird schnell vom Reisefieber gepackt. So was muss man sich auch mal aus der Nähe anschauen. Aber nur anschauen! Nichts anfassen oder niedertrampeln! So macht Naturschutz Spaß! Nachhaltig!

Tatort – Das Spiel

Tatort - Das Spiel

Ermitteln Sie anhand der folgenden Fakten das Verbrechen, den Täter und das Motiv! 336 Fragekarten, 15 Bonuskarten., 25 Chips, sechs Spielsteine, ein Notizblock. Ihr Ermittlungsgebiet umfasst 40 mal 30 mal 5 Zentimeter. Das Verbrechen: Mörderischer Spielspaß aus vier Jahrzehnten Fernsehunterhaltung. Der Täter: Es sind mehrere Täter. Zum Einen das Erste, die ARD. Zum Zweiten der moses-Verlag. Das Motiv: Warum nicht?

Seit mit „Taxi nach Leipzig“ vor über vierzig Jahren der erste Tatort in die Stuben flimmerte, ist der Tatort zu einer wirklichen Institution geworden. Wenn am Sonntagabend das Wetter für die nächsten Tage verkündet wurde, ertönt Klaus Doldingers eingehende Melodie. Im Fadenkreuz des Zuschauerinteresses stehen nun 90 Minuten lang menschliche Schicksale, perfide Täter und bemitleidenswerte Opfer. Manche Schauspieler kann man sich kaum noch in anderen Rollen als der des Kommissars vorstellen. Andere Ermittler wiederum hätte man sich nie als Staatsdiener vorstellen können. So abwechslungsreich wie die Geschichten und Darsteller sind auch die Drehorte. Münster beispielsweise verzeichnet seit dem Eintreffen von Axel Prahl und Jan-Josef Liefers einen enormen Anstieg bei den Übernachtungen. Wenn die Filmcrew sich für ein paar Tage und Wochen in einer Stadt einmietet, sind die Fans nicht weit.

Nach 44 Jahren und, ja wie viele Episoden gibt es eigentlich? – Ach ja, das erfährt man in diese Spiel – wird es Zeit, dass dem Dauerbrenner eine spielerische Ehre zuteil wird.

Francois Werner ist ein echtes Tatort-Lexikon auf zwei Beinen. Jetzt hat er sein Wissen in ein Brettspiel verwandelt. Durch Tatort-Wissen und mit ein bisschen Glück steigt man auf der Karriereleiter nach oben. Wer als erstes zum Ersten Kriminalhauptkommissar ernannt wird, hat gewonnen.

Die Fragen sind in die Kategorien Classics, Modern Times, Faktenchecks, Städte, Kuriositäten und Backstage eingeteilt. Vieles kann man wissen, nur wenige wissen alles. Und nicht immer ist es ratsam sich an der Spitze aufzuhalten. Denn wer hinten liegt, legt vor.

Ein kniffliges Spiel, das mehrere Runden dauert, das dem Kult Tatort huldigt und so manch verborgenes Geheimnis preis gibt.