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Fidel Castro: Revolutionär und Staatspräsident – Hörbuch

Fidel Castro Hörbuch

Kuba – was für eine Leidenschaft diese vier Buchstaben hervorrufen. Weite Strände, Plamen, endloses Meer, Lebenslust unter karibischer Sonne. Doch auch seit über einem halben Jahrhundert ein Staat, der mit Kampf, revolutionären Ideen und einer Vision in Verbindung gebracht wird. Und einem Mann: Fidel Castro. Ein Name wie Donnerhall für seine Feinde, Erlösung und Balsam für die geschundene Seele für die ihm Dankbaren.

Elke Bader zeichnet mit ihrem Hörbuch ein differenziertes Bild des Máximo Lider. Stimmungsvoll untermalt mit Radio-Ausschnitten und Musik, erzählt von den markantesten Stimmen der Hörbuchszene Gerd Heidenreich und Johannes Steck sowie Murali Perumal. Vier CDs, die das spärlich vorhandene, oft verzerrte Wissen um den gewieften Taktiker und mitreißenden Redner um so manche Anekdote ergänzen und anreichern.

Knapp fünf Stunden lauscht man gebannt den Stimmen, wird zurückversetzt in eine Zeit, die die gar nicht, und wenn doch nur aus Dokumentationen kennen. Mit dem sprichwörtlichen goldenen Löffel im Mund aufgewachsen, waren Fidel Castro die herrschenden Sich-die-Taschen-stopfenden Lenker Kubas seit jeher ein Dorn im Auge. Seine Studien – er hat gleich mehrere Abschlüsse – nutzte er, um seiner Heimat eine seiner Meinung nach sonnige Zukunft zu bescheren. Schon Anfang der 50er Jahre desvorigen Jahrhunderts wurde ihm klar, dass den Diktatoren Kubas mit Worten nicht hinreichend beizukommen sei. Zumal sie mit den USA mächtige Rückendeckung besaßen. Der Angriff auf die Moncada-Kaserne war nur der erste Versuch mit Waffengewalt eine Veränderung herbeizuführen.

Mit Che Guevara bekam der Kampf eine Pop-Ikone an die Seite gestellt. Exil, detaillierte Planungen und eine hochmotivierte Truppe brachten endlich das ersehnte Ziel: Ein freies Kuba.

Doch die einstigen Machthaber und ihre Unterstützer ließen nicht locker. Embargos und Isolation folgten. Anbiederung trotz Vorbehalte an den sozialistischen Teil der Erde waren unumgänglich. Kuba, der einstige Sündenpfuhl Lateinamerikas, der der prüden Oberschicht des übermächtigen Nachbarn als lockeres Gegenstück der eigenen Verklemmtheit diente, wurde zum Vorzeigestaat des Marxismus-Leninismus. Als der Ostblock fiel, wankte Kuba ein wenig. Mehr aber auch nicht. Selbst als Fidel die Macht an seinen Bruder Raoul abgab, brachen noch lange nicht alle Dämme.

Die ruhige Erzählweise vermittelt ein fast schon komplettes Bild Fidel Castros. Schon früh musste er lernen sich durchzusetzen. Gegen Mitschüler, die den Ungetauften hänselten, gegen Lehrer, die ihn körperlich malträtierten. Schließlich gegen alle Widerständler, die seine Ideen nicht guthießen.

Das Ergebnis ist bekannt: Wenn Fidel redete, standen die Zuhörer stundenlang still. Solange er lebt, wird Kuba nicht fallen, heißt es. Fidel Castro ist eine Ikone, über die man nur sehr wenig weiß. Aber viel spekuliert. Und die so genannten weichen Fakten (die Anzahl der Ehen und Kinder sind ein willkommenes Fressen für die Klatschreporter) sagen nur wenig über den wahren Charakter des Staatsmannes aus.

Fünf Stunden, um einen Menschen zu beschreiben – reicht das? Nein, aber es reicht vollkommen aus, um aus einem vermeintlichen Phantom einen fleischgewordenen Revolutionär zu skizzieren. Denn sobald – und davon muss man ausgehen – Fidel Castro einmal nicht mehr ist, werden sich die Geier der Geschichtsschreibung auf seinen Kadaver setzen und ihn zerfleischen bis nur noch spärliche Reste vorhanden sein werden. Warum also nicht jetzt schon mal anfangen mit wohlklingenden und bekannten Stimmen deren Siegesgeschrei zu mildern?

Jane Austens Ratgeber für moderne Lebenskrisen

Jane Austens Ratgeber für moderne Lebenskrisen

Hätte er/sie mal jemand gefragt, der sich damit auskennt! Die Zeitungen und Zeitschriften sind voll mit Ratschlägen und vor allem Ratgebern zu allem möglichen Unrat. „Modellieren mit Kartoffelsalat“, „50 Kilo abnehmen im Schlaf“, „Wie kriege ich ihn / sie rum in 90 Sekunden“. Alles Quatsch und so nötig wie ein Geschwür. Hilft eh nicht und macht nur dumm. Doch der Ansatz sich zu belesen, um Fragen auf das eine oderandere Problem zu erhalten, ist nicht verkehrt. Es ist nur die falsche Lektüre!

Wer Jane Austens Werke abschätzig als Mädchen- oder Frauenliteratur bezeichnet, tut nicht nur der Autorin, sondern vielen Lesern unrecht, die regelrecht in die Bücher vernarrt sind. Nur ein echter Kerl liest Jane Austen! Man wird sicher kein Frauenversteher, wenn man sich Emmas Schicksal widmet. Doch die Lektüre öffnet den Weg zu so manchem Herzen…

Natürlich hatte Jane Austen nie im Sinn Ratgeber für den Alltag zu schreiben. Das war eher ein Zufallsprodukt, dennoch kann so manche Zeile als Hilfestellung angesehen werden. Man muss nur die Gegebenheiten verändern. Schon das Titelbild weist vielsagend den Weg: Ein moderne Frau des frühen 19. Jahrhunderts mit einem Tablet. Nein, nicht Tablett, auf dem für den Gatten eine Tasse Tee steht. Sondern ein Tablet-Computer. Selbst Miss Austen konnte diese Entwicklung nicht voraussehen.

Rebecca Smith hat sich als „writer in residence“ in „Jane Austen’s House Museum“ intensiv mit der Schriftstellerin beschäftigt, ihre Schriften studiert und auf Brauchbarkeit in der Gegenwart untersucht. Die Parallelen sind frappierend! So modern die Bücher damals waren, so unverhohlen aktuell sind sie bis heute. Stress mit den Eltern oder dem Angebeteten? Das kann auch die Zeit nicht heilen! Jane Austen ist auch zweihundert Jahre nach ihrem Ableben 1817 (Achtung, Jubiläum im Jahr 2017!) immer noch ein gefragte Ratgeberin.

Rebecca Smith ist regelrecht in Jane Austen vernarrt. Kein Wunder, denn schließlich ist sie die Ururururgroßnichte (viermal „ur“) der viel zu früh gestorbenen Schriftstellerin. Liebe und Beziehung, Freunde und Familie, Arbeit und Karriere, Mode und Stil, Heim und Garten sowie Freizeit und Reisen – in diese Kapitel ist das Buch unterteilt. Eigentlich das ganze Leben! Manchmal muss man schmunzeln, oft jedoch nickt man freudig den beiden Autorinnen zu. Fast zwei Jahrhunderte trennen Austen und Smith. Zwei Jahrhunderte, in denen sich die Welt gravierend verändert hat. Umso erfreulicher ist es, dass es so manches gibt, dass sie hartnäckig weigert zu verschwinden. Und dass es immer noch Interesse gibt diese Probleme auf „altmodische Weise“ zu lösen.

Mit Fug und Recht kann man nach der Lektüre von sich behaupten, dass man ab sofort mit Stolz und vielleicht ohne Vorurteil als Emma, oder wie auch immer man nun heißen mag, durch Mansfield Park oder gleich durch das gesamte Leben schreiten kann. Die gute Jane Austen wusste vielleicht nicht alles, aber bei Weitem oft einiges besser als die heutigen Pseudo-Lebensberater, die ihre Zeile nur allzu gern in den bunten Blättern wiederfinden wollen.

Lanterne rouge

Lanterne rouge

Big Pharma ist wieder unterwegs! Man nennt sie auch Tour de France. Seit Jahren wird den Fernsehzuschauern und Sportbegeisterten die Lust am Radsport gehörig vermiest. Immer wieder neue Dopingskandale, neue Enthüllungen über Vertuschungsversuche (vor allem und oft angeordnet von höchster Stelle) und höchstfragwürdige Ausreißversuche an den unmöglichsten Stellen der größten Rundfahrt der Welt. Und doch schaut man hin, ist die Faszination Radsport ungebrochen. Viele schauen ja nur noch zu, weil es sonst keine so langen Reportagen über Frankreich gibt …

Max Leonard ist selbst Radfahrer aus Leidenschaft. Auch er hat sich schon mal eine Etappe der Tour de France probiert. Ist leider gescheitert. Zu kalt, zu windig, zu verregnet. Ist der deswegen ein Verlierer? In keinster Weise! Er hat es versucht. Mit modernen Mitteln, also nicht mit Pillen oder ähnlichem, sondern mit einem hochentwickelten Fahrrad. Hat alles nichts genützt. Das war einhundertacht Jahre nach der ersten Tour de France. Gewonnen hat damals Maurice Garin. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von knapp 26 km/h. Mit knapp 16 km/h kam Arsène Millochau ins Ziel. Allerdings benötigte er fast fünfundsechzig Stunden (!) mehr. Er war das Schlusslicht der allerersten Tour de France. Kleine Parallele zur Gegenwart: Maurice Garin nahm ein Jahr später wieder an der Grande Tour teil. Allerdings machte er es sich unterwegs in einem Zugabteil gemütlich. Er flog auf. Betrügen und Tour de France gehörten also schon immer irgendwie zusammen. Das mildert vielleicht etwas die Bauchschmerzen bei der nächsten Übertragung.

Das vermeintliche Versagen beim Selbstversuch eine Tour-de-France-Etappe zu meistern bestärkte Max Leonard in seinem Bestreben nach einem Buch über die wahren Helden der Frankreichrundfahrt. Nämlich die, die durchhalten, egal, mit welchem Rückstand sie ins Ziel rollen (oder wanken). So entstand dieses einzigartige und mehr als lesenswerte Buch, das frei von unerlaubten Mitteln und trotzdem das Siegerbuch unter den Almanachs ist.

Der Autor setzt den Roten-Laternen-Trägern ein Denkmal für die Ewigkeit! Sie sind die wahren Sieger, stehen im Schatten der Großen, die sich von nun an (noch mehr) den Anfeindungen widersetzen müssen. In den vergangenen hundert Jahren hat sich viel getan. Die Tour ist länger geworden. Die Tour ist schwieriger geworden. Die Tour ist ein Reklame-Tross geworden mit sportlichem Anhang (kaum ein Sportler wird noch nach seiner Herkunft benannt, sondern nach dem Team für das er fährt – wo liegt eigentlich Alpecinien? Oder das Quick-Steppanien?) Die Kameras sind nach vorn gerichtet, auf tête de la course, und auf die Poursuivants. Das Peloton ist auch ab und zu mal im Bild. Doch die Letzten sind fast nie im Bild. Ganz hinten, kurz vor dem Besenwagen ist keine Kamera mehr. Das „internationale Bild“ hat dafür kein Auge. Max Leonard ist das Auge für die wahren Sportfans und hat ein Herz und die Leidenschaft für alle, die sich schinden und den olympischen Gedanken im Herzen am nächsten Tag wieder befeuern. Ihre Passion erlischt nie. „Lanterne Rouge“ strotzt vor Anekdoten. Ein Fest für alle, die den Radsport betreiben, sich an Übertragungen noch erfreuen können. Vielleicht trägt es ja dazu bei, dass im kommenden Jahr eine extra Kamera auf die enthusiastischen Cyclisten gerichtet ist. Schon vorher ist dieses Buch ein Must Have für Sportreporter, Radsportfans und vielleicht sogar Ansporn für den einen oder anderen Nachwuchsradler.

Christina von Schweden – Ich fürchte mich nicht

Christina von Schweden - Ich fürchte mich nicht

Was für eine Frau! In einer Zeit, in der fast ganz Europa – salopp gesagt – es modern findet sich zum Protestantismus zu bekennen, geht sie den umgekehrten Weg und wurde Katholikin. Sie verzichtet auf den Thron. Das wäre so als wenn heutzutage ein Afd-Politiker mit einer Blume im Gewehrlauf Flüchtlinge an der Grenze empfängt, um sie anschließend (und ohne Hintergedanken) in seiner von ihm geschaffenen Unterkunft eine neue Heimat gibt. Natürlich sorgte das damals für Unruhe, genauso wie der AfDler heute für Aufsehen sorgen würde.

Doch der Reihe nach. In Europa wütet der Dreißigjährige Krieg. Der Schwedenkönig Gustav II. Adolf eint so manche Armee und ist so was wie der Platzhirsch im Schlachtengetümmel. Zuhause warten Volk und Familie auf die Rückkehr. Vor allem Christina wartet. Sie wird einmal das Reich regieren. Nach dem Tod des Vaters wird sie maßgeblich an der Beendigung des drei Jahrzehnte dauernden Krieges beteiligt sein.

Christina konnte von ihrer leiblichen Mutter weniger Liebe erwarten als von ihren Kindermädchen. Sie war verliebt, durfte aber ihren Schwarm nicht heiraten. Doch die beiden waren sich immer zugetan. Bis sie ihm ihre Zuneigung entzog. Als erbitterter Feind war er maßgeblich an ihrer erzwungenen Abdankung beteiligt.

Eine Frau auf dem Thron war schon damals nicht für die Arrivierten. Und dann auch noch eine, die sich partout weigert zu heiraten – untragbar. Charlotte Ueckert legt lückenlos dar wie die immer noch starke Frau sich an den Papst wendet, Katholikin wird und im französischen Exil immer noch den Status einer Königin eines einst einflussreichen Landes genießt. Mit aller Macht verteidigt sie ihren Lebensstil. Wer ihr im Weg steht, tut dies nicht lang.

So eine starke Frau und kam ein Geschichtsbuch erwähnt sie. Gerade in Zeiten der Gleichberechtigung – und Schweden ist nach eigenem Bekunden da ganz weit vorn – ein Fauxpas historischem Ausmaßes. Denn selbst in ihrer Heimat ist sie nur wenigen wirklich bekannt. Der Name, ja, der sagt einigen was, auch wegen ihres berühmten Vaters. Aber über ihr Leben können nur wenige (Schweden) etwas sagen. Charlotte Ueckert ändert das mit einem einzigen Buch. Einhundertvierzig Seiten genügen, um der verschmähten Schwedenkönigin ein Denkmal zu setzen. Wer Geschichte nicht nur als bildhaftes Kriegsgemetzel mit Experten-Einspielern von TV-Professoren begreift, bekommt bei diesem Buch feuchte Augen.

Der Untertitel „Ich fürchte mich nicht“ ist mehr als nur eine bloße Floskel. Heutzutage wäre Christina von Schweden ein gern gesehener, streitbarer Gast in jeder Talkshow. Und sie hätte sicherlich so einiges zu sagen, was die Politik in Schweden, aber vor allem in Europa betrifft. Und vielleicht schaffen es die Geschichtsbuchschreiber bis zum 8. Dezember 2026 Christina von Schweden in ihre Werke aufzunehmen. Dann würde sie ihren 400. Geburtstag feiern können.

Mit dem Zeppelin nach New York

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Ein beliebtes Spiel ist Entfernungen oder Volumen zu schätzen. Klar, einen Liter kann jeder anzeigen. Eine Milchtüte bzw. Tetra-Pack kennt schließlich jeder. Aber wie sieht es mit 200.000 Kubikmetern aus? Schwer anzuzeigen und noch schwerer sich vorzustellen. Das ist das Volumen, das der Zeppelin Hindenburg als Gasreservoir mit sich führte. Zweihundertfünfzig Meter lang und Durchmesser von einundvierzig Komma zwei Meter. Das sind Dimensionen, die man Kilometer entfernt schon wahrnimmt.

So in etwa ergeht es auch dem 14jährigen Werner Franz als er als Schiffsjunge auf dem Riesenflieger 1936 anheuert. Nach Rio soll es gehen. Und die Überfahrt dauert fast zwei Wochen. Aktuell werden deutsche Olympioniken mit dem Flugzeug nur ca. einen halben Tag unterwegs sein. Soviel zum Abschätzen.

Mit großen Augen erkundet er die fliegende Zigarre. Brücke, Kombüse, Aufenthaltsräume – Rauchsalon, so was gibt’s heute auch nicht mehr – erforscht er mit kindlicher Neugier. Höhepunkt der Reise ist die Vorüberfahrt der Graf Zeppelin, einem weiteren Luftschiff, das in entgegengesetzter Richtung unterwegs ist. Das Treffen über dem offenen Meer erfolgt so nah, dass sich die Gäste zuwinken können. Dann kommt der Mai 1937. Deutschland ächzt unter dem Joch der Nazis. Die Hindenburg macht sich bereit für die große Überfahrt nach New York. Schneller als ein Schiff zu sein gilt es. Alles muss reibungslos ablaufen. Nur so wird das Unternehmen wasserstoffgefüllte Luftschiffe auch in Zukunft erfolgreich sein. Auf der anderen Seite des Atlantiks erwartet man gespannt die Ankunft des Zeppelins. Unter anderem ist Reporter Herbert Morrison dabei, der mit seiner flehenden Stimme bis heute, knapp achtzig Jahre später, immer noch Gänsehaut hervorruft. Werner kann sich in letzter Sekunde retten.

Sein Urenkel findet eines Tages die Mütze des Uropas auf dem Speicher des Großvaters und fragt ihn aus. Der hatte die Mütze schon längst vergessen, nicht jedoch die Geschichte seines eigenen Vaters.

Die verheerende Katastrophe vom 6. Mai 1937 in Lakehurst beendete mit einem zweiunddreißigsekündigen Feuerball die Ära der Zeppeline. Ein echtes Abenteuer, das man so heute nicht mehr erleben kann. Dieses Buch ist in Zusammenarbeit mit dem Zeppelin Museum Friedrichshafen entstanden, wo die Geschichte der Luftschiffe immer noch lebendig gehalten wird. Dieses Buch ist der richtige Appetitmacher auf solch einen Ausflug. Technische Details werden in kleine Infokästen erläutert, Skizzen und Zeichnungen zeigen die unglaublichen Ausmaße der Zeppeline deutlich auf. Das Buch ist vor allem für Kinder und Jugendliche gedacht, doch auch so mancher Erwachsener wird fasziniert sein. Entweder, weil er die Zeppeline noch nie live gesehen hat oder weil er zu den Wenigen gehört, die sie noch fliegen sahen.

Halt Dich an Deiner Liebe fest

Halt Dich an meiner Liebe fest

Man stelle sich vor, dass es im deutschen Fernsehen ein Castingshow gibt, die die Nachfolger von Ton Steine Scherben sucht. Einmal kurz schütteln! Prrrh! Noch einmal! Ein näselnder Juror fragt: „Wer bist Du? Woher kommst Du? Was machst Du?“ Und dann steht da einer in Baggy pants, ein Totenkopf mit Glitzersteinchen auf dem Shirt, offene Sneaker und behauptet er sei Punk. Jeder Zuschauer, der schon völlig verdreckt im Ratinger Hof in Düsseldorf  Pogo zu den „klängen“ von ZK getanzt hat oder in irgendeinem Dorfgasthof Amateurbands bei ihren ersten Bühnenerfahrungen eine Bierflasche an den Kopf geworfen hat, bricht nun in schallendes Gelächter aus. Das soll Punk sein? Agit-Rock womöglich? Um Himmels Willen. Die Ära ist vorbei. Sie existiert nur noch in den Erinnerungen. Und in Büchern.

Gert Möbius hat nun ein Buch herausgebracht, dass an einen der bekanntesten, eine der schillerndsten Personen, einen wahren Poeten der Aufruhr erinnert: An Ralph Möbius, seinen Bruder. Vielen, vielleicht sogar den meisten, ist er als „König von Deutschland“, Rio Reiser bekannt.

Seine Eltern ermöglichten ihm und seinen beiden Brüdern soweit und sooft es ging alles. Eng waren maximal die Lebensverhältnisse, die Gedanken durften immer frei geäußert und vor allem gelebt werden. Schon früh waren die Möbius-Sprösslinge als Theaterleute erfolgreich. In einer Beat-Oper sollte Drafi Deutscher die Hauptrolle spielen, wurde aber abgelehnt, weil er sich vor Gericht wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses verantworten musste. Wie die Zeiten sich ändern…

Der steile Karriereaufschwung kam, ungewollt und garantiert nicht geplant, mit Ton Steine Scherben. Gleich mit der ersten Single „Macht kaputt was Euch kaputt macht“ wurde die Band zum musikalischen Taktgeber der aktiven politischen Szene. Sie waren auch Feindbild für alle, die sich im zufriedenen Schaukelstuhl der noch nicht gänzlich aufgearbeiteten deutschen Geschichte einigelten.

Gert Möbius versucht Distanz zu halten – es gelingt nicht immer. Was gut ist! Einem Bruder, einem jüngerem Bruder, ein literarisches Denkmal zu setzen, funktioniert nur mit Emotionen. Und so kommen Anekdoten zum Vorschein, die dem Leser bisher verborgen blieben. Als Bindeglied zwischen Bekannten und Neuem fungieren die Zeilen aus den Erinnerungsbüchern Rio Reisers. Auch Gert Möbius kann so manches beisteuern. Beispielsweise wie ihn Otto Schily, ja, der Otto Schily, über den Tisch ziehen und einen Vertrag unter selbigem verschwinden lassen wollte. Jahre später, als Gert Möbius das Tempodrom eröffnete, und die Scherben spielten, half Rio Reiser eben diesem Otto Schily über die Absperrung zu klettern. Wie die Zeiten sich ändern…

„Halt Dich an Deiner Liebe fest“ ist nicht einfach nur eine Biografie, ein Erinnerungsstück an einen Künstler, der vor zwanzig Jahren viel zu früh gestorben ist. Dieses Buch setzt Himmel und Hölle in Bewegung, damit Verehrer Rio Reisers nicht länger als blinde Passagiere mit dem Kopf durch die Wand gehen. Gert Möbius nimmt den Leser mit für immer und dich, um bei Junimond dem König von Deutschland zu huldigen. Wer die Geschichten für alles Lüge hält, bewirbt sich zwischen Null und Zero auch bei Castingshows, um als Nachfolger von Ralph Christian Möbius berühmt zu werden.

Manet – Sehen

Manet sehen

Bild – Skandal – Revolution … wie geht’s weiter? Manet! Edouard Manets Bilder waren zeitlebens ein Aufreger. Doch man konnte sich der Anziehungskraft der Werke nicht entziehen. Kritiker und (einstige) Freunde gerieten sich regelmäßig in die Haare, wenn Manet ausstellte.

Schon Mitte der 60er Jahre des vorletzten Jahrhunderts fanden in Paris regelmäßig Salons statt. In denen stellten die Künstler ihre Exponate aus. Tausende Exponate. Wer auffallen wollte – und Manet wollte auffallen – musste sich schon was Besonderes einfallen lassen. Edouard Manet traf den Nerv der Zeit. Und vor allem den der Betrachter. Ein wohl gesonnener Kritiker traf den Nagel auf den Kopf, als er meinte, dass es immer ein Bild im Salon gibt, das heraussticht. Und das sei immer ein Bild von Manet.

Noch bis zum 4. September 2016 kann man dies in der wieder eröffneten Kunsthalle Hamburg überprüfen. Denn hier sind alle herausstechenden Bilder versammelt. Der begleitende Bildband / Katalog ist ein Füllhorn an Wissen zum Wegbereiter der Moderne. Kann der Besucher dem Blick der Exponate standhalten? Wenn ja, hat man den Titel der Ausstellung „Manet – sehen“ schon verinnerlicht und nach der Lektüre vollständig verstanden.

Wie bedeutend Manet ist, lässt sich nicht allein schon an der Liste der Leihgeber erahnen: Die Bilder stammen aus Paris, Sao Paolo, Boston, Zürich Stockholm, Chicago, Essen und vielen anderen Städten der Erde. Das Buch ist kein Leichtgewicht! Weder wortwörtlich noch sinnbildlich.

Wem Manet bisher nicht viel (außer dem Namen nach etwas) sagte, wird schon auf den ersten Seiten ein Déjà-vu erleben. Viele Bilder sind dermaßen im kollektiven Gedächtnis eingebrannt, dass man sie als kulturelles Welterbe ansehen kann. Nur der Produzent ist einigen unbekannt. Eine Nackte im Park mit zwei Männern, die sie betrachten, mit ihren Reden. Sie schaut lieber auf die, die nicht im Bild zu sehen sind, sondern davor stehen. „Picknick im Freien“ – würde auch heute noch Regungen beim Betrachter hervorrufen, wenn man Model und Maler im Park sehen würde. Nur, dass eben heute tausende von Handy-Fotos gemacht werden würden und in Klatschmagazinen darüber berichtet werden würde…

Die Autoren des Bildbandes sezieren das künstlerische Schaffen Edouard Manets ohne ihn dabei zu verletzen. Mit chirurgischer Präzision tragen sie Schicht für Schicht ab, um den Besuchern das Werk unzensiert nahezubringen. Eindrucksvoll berichten sie von den Schwierigkeiten, denen Manet, der Künstler mit dem ausgeprägten Ego, sich gegenüber sah. Es waren die Blicke, die Manets Werke so aufrührerisch erscheinen ließen. Künstler – Modell, Modell – Modell, Modell – Betrachter. Portaits im Maßstab Eins zu Eins lassen das gängige Verhältnis von Groß und Klein verschwimmen. Man geht an ihnen vorbei, achtlos. Um im gleichen Moment wieder umzukehren, und noch einen zweiten, dritten, vierten Blick zu riskieren. Das Risiko lohnt sich!

Wenn die Ausstellung Anfang September endet, ist der Nachklang immer noch spürbar. Manet ist immer eine Reise, einen Besuch wert. Dieser Bildband wird zukünftigen Besuchern nicht die Neugier auf kommende Ausstellungen nehmen, sondern vielmehr Appetit machen Edouard Manet in seiner Komplexität aufzusaugen.

Fußball in Berlin

Fußball in BerlinIch bin ein Fan von Hertha! Is erstmal ‘n Statement. Aber welche Hertha? Literatur-Nobelpreisträgerin Hertha Müller? Politik-Dauer-Nörglerin Hertha Däubler-Gmelin? Oder doch Hertha Suurbier, die mit der eigenen Fahne…

Dann doch lieber Hertha BSC. Als Fußballfan eines Hauptstadtvereins hat man in England die Qual der Wahl – Chelsea, Arsenal, Tottenham ganz oben mit dabei, West Ham, Crystal Palace, Fulham eher Kellerkinder. In Frankreich ist es der Hauptstadtclub PSG, der seit einiger Zeit den Ton angibt – und wie! Italiens römische Vereine sticheln gern und oft, aber Meister kommen dann doch von „weiter oben“. Und in Deutschland? Von den 54 Vereinen, die jemals in der Bundesliga gespielt haben – ja, auch vorher wurde schon Fußball gespielt, aber … – hat sich der Hauptstadtclub auf Platz Zwölf der ewigen Bundesligatabelle eingerichtet. Nicht schlecht! Aber ohne Titel eben. Die letzte Meisterfeier stammt aus den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Im Ostteil der einst geteilten Stadt wurde dagegen regelmäßig der Meistertitel gefeiert. Allerdings hatten da höhere Mächtige ihre Hände im Spiel, echte Menschenfreunde wie sie meinten…

Noch einmal zur Ewigen Tabelle. Ein Berliner Verein führt diese an – allerdings nur, wenn man sie auf den Kopf stellt: Der SC Tasmania 1900 Berlin. Acht kümmerliche Punkte nach der Dreipunktregel. Zur aktiven Zeit  der Verein ist mittlerweile Pleite – waren es sogar nur sechs Punkte. Zwei Siege, zwei Unentschieden. Und sagenhafte einhundertacht Gegentore. Das ist Fußball in Berlin! Nicht ganz. Meint zumindest Henry Werner, Autor des Buches „Fußball in Berlin“. Und er hat recht!

In Berlin wurde 1897 der erste Fußballverband gegründet, im „Dustren Keller“ in der Bergmannstraße 107, unweit des Flughafens Tempelhof. Das Buch ist mehr als ein Almanach der Punkteverteilung. Historische Plakate wie dem von den Internationalen Fußball-Wettspielen, fotografischen Zeugnissen u.a. von Viktoria Berlin und den Gründungsvätern des BFV oder auch athletischen Momentaufnahmen des Weltsports Fußball. Die Texte strotzen nur so von Fachwissen.

Über einhundert Jahre Fußballgeschichte aus und in einer der bedeutendsten Städte der Welt, deren Veränderungen Jahrzehnte, gar Jahrhunderte bewegten und immer noch bewegen. Auch wer kein Fußballfan eines Berliner Vereins ist – und Vereine gibt es hier mehr als Baustellen – wird sich an diesem Buch erfreuen können. Immer wieder streut der Autor kleine Anekdoten ein, die man einfach nicht kennen kann, wenn man es nicht selbst erlebt hat. Wie die der „Spartaner“. Ernst Fuhry gründete diese sektenartige Mannschaft in der dunkelsten Zeit Deutschlands. Nationalsozialistische Ideologien paarten sich mit kruden Idealen, die den Spielern wirklich jeden Spaß am Leben verdarben. Doch ihr Spielstil war einzigartig: Fair, ritterlich, aufopferungsvoll und ohne Fouls und Tacklings. Das war selbst den Machthabern suspekt. Fuhry selbst wurde denunziert, verfolgte aber – ganz Sportsmann – stur seine Linie. Die Spartaner wurden dem Post-SV untergeordnet, das war das Ende der Spartaner. Dennoch wurden sie in der Saison 1937/38 ungeschlagen Berliner Meister. In 27 Spielen kassierten sie lediglich 17 Gegentore.

Bildband oder Nachschlagewerk? Das ist hier nicht die Frage! Fußballfieber zwischen zwei Buchdeckeln trifft es eher. Das Großformat trägt der Bedeutung der Stadt als Fußball-Dauerbrenner Rechnung. Wer Berlin besucht, kommt irgendwann auch am Olympiastadion vorbei – auf der letzten Umschlagseite mit der „Berliner Fußball-Karte“ übrigens als Standort „3:10“ gekennzeichnet. Spätestens hier wird auch der neutrale Beobachter vom Fußballfieber gepackt. Für echte Fans müssen nicht immer die Alte Försterei oder der Jahnsportpark sein…

God’s Country

God's country

Wie wichtig ist es als Mann ein echter Kerl zu sein? Jock Marder kommt nach Hause. Doch anstatt das Essen auf dem Tisch steht und er liebevoll mit einem Kuss begrüßt wird, muss er mit ansehen wie ein paar Wildgewordene um sein Haus herumreiten, es mit Pfeilen beschießen, es in Brand stecken, seine Frau rauben und – was in den darauffolgenden Gesprächen im Ort als das Schlimmste zu gelten scheint – verpassen seinem Hund ein Piercing mit einem Stock. Wenn ein Tag so zu Ende geht, ist er noch nicht zu Ende!

Jock ist eher ein pragmatischer Mensch. Er weiß, was er zu tun hat. Und er weiß auch, dass er pleite, ein Trinker und ein ungehobelter Klotz ist. Und er spielt gern, nur eben nicht erfolgreich. Und so wird der Versuch ein bisschen Geld zu verdienen, um die Suche zu finanzieren, zum Fiasko. Das verbrannte Stückchen Erde, dass die Wilden zurückließen und das Jock gehörte, ist nun auch weg!

Doch allein kann er den Ritt in den Sonnenuntergang nicht stemmen. Bubba heißt sein Gefährte, ein Ass im Spurenlesen. Nun sind wir aber im Süden der USA, und dann auch noch im 19. Jahrhundert, zu einer Zeit, in der George Armstrong Custer noch Colonel und noch nicht General Custer war. Den trifft Jock Marder auch. Um es abzukürzen: Ein Schwarzer – Percival Everett darf als Autor die rassistische, menschenverachtende Redewendung verwenden – hat wenig Chancen auf eine vernünftige Antwort, wenn er etwas fragt, geschweige jemanden sucht!

Ihr Roadtrip ist ein einziges Tohuwabohu. Nichts klappt. Stattdessen lernen sie skurrile Typen kennen. Wie zum Beispiel Taharry. Der heißt so, weil er vor jedes Wort ein „Ta“ setzt. Zum Totlachen! Genauso wie der gesamte Western. Wenn der Sänger Christian Steiffen der Retter des deutschen Schlagers sein sollte, dann ist Percival Everett der Erwecker des Westerns. Harte Kerle mit rauher Sprache in trostloser Umgebung – doch trotzdem hat der Leser das Gefühl allen geht es gut. Die witzig anmutenden Dialoge entschärfen so manche ausweglose Situation mit gewagten Formulierungen.

„God’s Country“ wurde von selbigem schon längst verlassen. Hier ist sich jeder selbst der Nächste. Priester, die Gottes Wort bzw. ihre eigene Interpretation kurzschlüssig in die Tat umsetzen, keifende Furien, raubeinige Gesellen sind die Zutaten eines Westerns, der alteingesessene Fans wie Neulinge gleichermaßen begeistern wird.

Es sprach der Mond zur Erde

Es sprach der Mond zur Erde

Seit Hunderten von Jahren gilt Tahiti als das Sehnsuchts-Traumziel schlechthin. Das Rauschen des Meeres, die exotische Gastfreundschaft der Maori, das immer währende „schöne Wetter“ und und und. Fletcher Christian war der erste, der hier das paradiesische Leben genoss. Eine Romanfigur. Das war im 18. Jahrhundert. Rund hundert Jahre später kam einer, der echt war: Paul Gauguin. Angeödet, angewidert, enttäuscht vom Leben in Europa zog er sich nach Tahiti zurück. Kehrte wieder heim, war wieder angeödet, angewidert und enttäuscht und wand sich endgültig dem sorgenfreien Leben unter der Südseesonne zu.

Doch das Leben auf Tahiti war weder einfach noch erfüllend. Alles so fremd, alles so fern von daheim, und doch: So organisiert und überhaupt gar nicht so frei wie er es sich vorstellte. Denn die Kolonialmacht Frankreich hatte hier schon so einige Dinge eingeführt, um die Verwaltung zu vereinfachen. Und doch war es der Startschuss für ihn und seine Karriere. Wer Paul Gauguin bisher nur als Maler kannte, wird mit „Es sprach der Mond zur Erde“ verstehen warum es den Maler hier hielt. Die Farbenpracht der Inseln, die für ihn eigenartige, schillernde Hautfarbe der Menschen, vor allem der Frauen, faszinierten ihn.

Der Sprache gar nicht bis kaum mächtig, erobert er sich seine neue Welt. Alles ist neu. Selbst einfache Gesten sind ihm fremd. Doch er lernt schnell! Auch das Ritual der Vermählung, inkl. der achttägigen „Probezeit“. Ein junges Mädchen wird „ihm angeboten“, von der Mutter. Dann wird ihm ihre Mutter vorgestellt. Was? Noch eine Mutter? Ja und nein. Die eine hat die geboren, die andere gesäugt.

Das Klima ist ihm zuwider. Die Hitze macht ihm zu schaffen. Doch das Licht, die Eindrücke und letztendlich die Befreiung von alles Sorgen und Zwängen lassen ihn nicht weiter zweifeln: Hier ist er zuhause!

„Noa noa“ heißt in der Sprache der Maori Duft. Für Gauguin duftet es nach Abenteuer, obwohl er sich nie wie ein Abenteurer fühlt. In seinem Kopf schlagen die Ideen Purzelbäume. Malen, malen, malen – er kann an nichts anderes mehr denken. Ablenkung verschaffen ihm immer wieder der Alltag und die täglichen neuen Entdeckungen.

Die in diesem Buch niedergeschriebenen Erinnerungen (und kunstvoll hinzugedichteten Phantasien) stammen von der ersten Reise Gauguins nach Tahiti in den Jahren 1891/93. Ein bis heute nicht vollends geklärter Streit mit seinem Freund Vincent van Gogh, der dem Holländer ein Ohr kostete, die Erfolglosigkeit als Maler und die Zukunftslosigkeit trieben ihn weit weg von der Heimat. Auf Tahiti schöpfte er neuen Mut und Schaffenskraft. Und schlussendlich auch finanzielle Sicherheit. Denn die auf Tahiti entstandenen Bilder ließen sich in der Heimat tatsächlich verkaufen. Beziehungsweise fand er in Ambrose Vollard einen Gönner, der ihm regelmäßig Geld schickte. Und mit Tehura fand er die Frau fürs Leben.

Wer in Paul Gauguin bisher immer nur als den Maler mit den vielen „nackten Weibern aus einer weit entfernten Welt“ sah, wird in diesem Buch den Menschen hinter den Bildern kennenlernen und teilweise verstehen können. Wozu auch die zahlreichen Abbildungen von Gauguins Bildern beitragen. Die Rituale der Ureinwohner, Gauguins Sichtweise auf sein neues Leben und die Rückschau auf das, was war, vervollkommnen das Vorwissen über einen der eindrucksvollsten Maler der vergangenen anderthalb Jahrhunderte. Die Originalausgabe von „Noa noa“ wird um einige Briefe und Aufzeichnungen ergänzt, so dass das literarische Werk Gauguins immer mehr an Bedeutung gewinnt. Er war eben mehr als nur der Maler der „nackten Weiber aus einer weit entfernten Welt“.