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Krakau MM-City

Die höchste Dichte an Nahrungsaufnahmemöglichkeiten. Ehemalige Hauptstadt. Die einzige Stadt der Welt, in der die jüdische Gemeinde wieder wächst. Wir sind in Krakau. Und Jan Szurmant und Magdalena Niedzielska-Szurmant sind die Reisebegleiter. Sie sind Wegweiser und Fabuleure zugleich. Über 300 Seiten und zahlreiche Karten helfen sich in der Stadt zurecht zu finden. Wenn man es ganz nüchtern betrachtet, ist die Buchbesprechung hier zu Ende. Alles drin, mehr braucht man nicht! Fertig, Aus, Ende! Doch dann hat man den Reiseband nicht richtig gelesen und schon gar nicht die Stadt erkundet!

Seit Kurzem zeigen sich die Kostbarkeiten der MM-City-Reihe im modernen Margenta. Inhaltlich hat sich nicht viel verändert, nur zum Besten allenfalls. In diesem Fall sind es vierzehn Spaziergänge durch die alte Königsstadt, von denen man gern auch mehrere an einem Tag „erledigen kann“. Denn teilweise gehen die Spaziergänge ineinander über. Die beiliegende Karte hat das richtige Format, um sich nicht umständlich zu verheddern. Ausgangspunkt ist fast immer die Altstadt, Stare Miasto. Hier befinden sich die meisten Sehenswürdigkeiten, doch auch außerhalb des turbulenten Platzes gibt es mehr als „nur ein paar Sachen noch zu sehen“. Die präzisen Angaben, wann man den Blick senken bzw. heben muss, wann sich ein Blick nach links oder rechts lohnt, wann man wohin abbiegen muss, wann man einfach dem Instinkt folgen kann, sind unerlässlich, wenn man Krakau erkunden will.

Zum Beispiel Tour Zehn. Da hat man die Altstadt schon hinter sich gelassen. An der ehemaligen Fabrik von Oskar Schindler, ja, genau der mit der Liste geht’s los. Beziehungsweise verharrt man erst einmal. Denn in der Fabrik ist nun ein Museum. Die Gegend drumherum ist nicht gerade ein optisches Highlight, drinnen im Museum dafür umso mehr. Schon vor Öffnen der Türen, sammeln sich erste Touristen und Besuchergruppen. Vorher also im Internet buchen – das steht nicht nur so im Buch, es ist auch so! Fact checking (das Wort wird ja heute gern benutzt) abgeschlossen und Hinweis aus dem Buch bestätigt) abgeschlossen. Kleiner Tipp: Wenn man zur Fabrik geht, am besten am Ufer der Weichsel entlang laufen. Der Blick auf die Burganlage Wawel vom anderen Ufer ist unbezahlbar. Und wer will kann ganz leicht immer wieder über die zahlreichen Treppen „nach oben steigen“ und hier und da in die kleinen Straßen reinriechen. Weiter geht es dann ins ehemalige Ghetto und dem Platz der Helden des Ghettos. Auch hier wieder ein Tipp, den man beherzigen sollte. Nicht über die Straßen laufen, sondern die Unterführung nutzen. Denn die Polizei steht tatsächlich da und kassiert kräftig bei denen ab, die die Straße queren. Und außerdem gibt’s in der Unterführung einen klitzekleinen Laden, der die leckersten und größten Äpfel der Stadt hat…

Kurz danach erreicht man die Rekawska. Keine besonders schöne Straße. Eine typische Straße für und in Krakau. Doch am Ende, wenn man die Reste der ehemaligen Ghettomauer passiert hat, rechts abbiegt, die Straße über den Zebrastreifen, die es hier zuhauf gibt, quert, und wieder rechts abbiegt, befindet sich ein Haus mit Geschichte. Denn hier wohnte vor seiner erfolgreichen Flucht Roman Polanski. Vorher kommt man an einem kleinen Stück Natur vorbei, wo man sich genau vorstellen kann, wie der kleine Roman hier rumstromerte. Ein bisschen weiter, bergauf, steht man nun vor der Wahl: Rechts in den Park Bednarskiego mit seinen über einhundert verschiedenen Baumsorten – herrlich ruhig und ideal zum Eichhörnchen beobachten – oder weiter über eine große Wiese, vorbei an einer Kirche, die nur zweimal im Jahr geöffnet hat, einer alten Ruine, über deren Schicksal noch entschieden wird, und dann immer dem Lärm nach. Diese Angabe ist nicht ganz so präzise. Ist aber auch nicht schlimm. Denn egal welchen Weg man wählt, das Ziel hat man immer vor Augen: Den Kraku-Hügel. Man kann sich ein wenig verlaufen. Doch Krakau ist ideal zum Verlaufen. Es gibt immer was zu sehen. Und hat man den Hügel erklommen, wird man mit einem grandiosen Rundblick belohnt.

Noch ein Wort zum Fact checking: Die beste Eisdiele der Stadt ist es auch wirklich. Und die preiswerteste. Die Zweitbeste (kann man alles nachlesen, muss hier nicht gesondert erwähnt werden) bietet zwar ein leicht cremigeres, doch nicht ganz so schmackhaftes Eis. Außerdem ist es in der „besten Eisdiele“ bedeutend preiswerter. Anstehen muss man in beiden. Die Wahl fällt also relativ leicht.

Wo gibt’s das beste Brot? Welche Museen lohen sich? Was gibt es außerhalb der Stadt zu sehen? Welche Geschichten verbergen sich hinter welchen Gebäuden? Wann lohnt sich ein Abstecher? Wie wurde Krakau das, was es heute ist? Fragen über Fragen, die den Besucher plagen und nur in diesem Buch beantwortet werden. Selten zuvor wurde eine Stadt so nah und so tiefgehend in einem Reiseband vorgestellt. Die beiden Autoren leben hier und bieten selbst auch Stadtrundgänge an. Das merkt man auf jeder einzelnen Seite, in jedem Abschnitt dieses unverzichtbaren Buches.

Der Pakt – Hollywoods Geschäfte mit Hitler

Wer sich auch nur ansatzweise im Hollywood der dreißiger und vierziger Jahre auskennt, wird von einer Sensation sprechen, wenn er über dieses Buch spricht. Hollywoods Hochzeit, auf dem Thron der Filmwelt, Filmkunst in Perfektion. An der Spitze der großen Studios saßen Männer, die einst aus der alten Welt ins gelobte Land gingen, um ihre Visionen zu verwirklichen. Ihre Angestellten, Regisseure, Schauspieler, Autoren, Kameramänner mussten teilweise alles stehen und liegenlassen, um nicht dem Naziterror zum Opfer zu fallen. Ganze Straßenzüge Hollywoods waren von Größen wie Brecht, Mann, Lang, Dietrich, Feuchtwanger, Bois, Veidt gesäumt. Und nun die kühne Behauptung, dass Hollywood sich dem Diktat eines einzelnen Mannes, der die Filme von beispielsweise Laurel und Hardy so sehr liebte, untewarf?

Ben Urwand stellt diese Behauptung auf. Und er kann sie unterfüttern und beweisen: Hollywood war schon immer der geldgierige Schlund, der wenig auf das gab, was ihn ausmachte: Seine Stars.

Auf deren Schicksale konnte keine Rücksicht genommen werden. Viele Filme mit vordergründiger Kritik am Naziregime wurden geschnitten oder erst gar nicht realisiert. Dafür durften MGM und Co. ihre Filme in Deutschland (gekürzt und geschnitten) zeigen. Ein enormer Markt. Mit enormen Gewinnen. Für beide Seiten. Denn das Geld floss nicht nur über den großen Teich zurück, sondern wurde Göbbels für seine Wochenschau zur Verfügung gestellt. Soweit die These, aber auch die Beweislage. Die Akten und Papiere waren immer da, nur verschollen. Ben Urwand hat sie wieder ausgegraben und ein kleines Erdbeben ausgelöst.

Zur Ehrenrettung muss man aber sagen, dass nicht alles, was filmisch gegen die perfiden Machenschaften des zwölfjährigen Reiches angedacht war, der selbstauferlegten Zensur zum Opfer fiel. Filme wie „Casablanca“ wurden dennoch gedreht und sind heut Klassiker. Auch wenn, gerade „Casablanca“ nicht gerade durch cinematographische Brillanz glänzt.

Viele Entscheider in Hollywood, wie Louis B. Mayer, Chef und daszweite M in / von MGM, – ein Karriere- und Menschenzerstörer erster Klasse –  waren jüdischen Glaubens. Undenkbar, dass gerade sie mit dem Teufel paktierten. Doch der schnöde Mammon hilft so manches Leid ertragbar zu machen. Und umgekehrt ist es nicht weniger unmissverständlich aufzufassen. Ein Nazihasser wie Göbbels paktiert mit den Juden? Ja, denn die haben das Geld, das ihm fehlt. Perfide, pervers? Ben Urwand enthält sich weitgehend der Stimme. Doch die Fakten, die er auf den Tisch legt, sprechen eine eindeutige Sprache. Die Medien als Mittel, um sich Gehör zu verschaffen, das ist nicht neu. Und kommt aber gerade wieder ganz groß in Mode. Mit seinem Buch „Der Pakt – Hollywoods Geschäfte mit Hitler“ kratzt Ben Urwand an der Leidenschaft fürs „große Kino“. Er desillusioniert ein wenig den Mythos Hollywood – und das ist gut so. So manchen Film sieht man nun mit ganz anderen Augen.

Im dreißigsten Jahr

Muss es in einem Buch über die Liebe immer um Titten, pralle Ärsche und brennende Lenden gehen? Nein! Es geht auch anders. Zumal, wenn es sich um die Liebe zum Beruf, der Leidenschaft mit Zahlungseingang geht. ,

Lojze Wieser ist so ein Glückspilz, der aus seiner Leidenschaft einen Beruf gemacht hat und diesen mit nicht enden wollender Hingabe ausfüllt. Lojze Wieser ist Verleger. Als er anfing wurde ihm ein Vierteljahrhundert voller Entbehrungen vorausgesagt, im Zweifelsfall können daraus auch dreißig Jahre werden. Und die sind nun um. Zeit Rückschau zu halten.

Vielleicht ist Verleger aber auch ein undankbarer Beruf. Undankbar, weil man – der Zahn der Zeit – immer nur Rückantwort von Lesern bekommt, wenn denen etwas nicht passt. Das kann zuweilen auch hässlich werden. Lob bekommt man aus der Branche, wenn man etwas gut gemacht hat. Aber, wenn man es zu gut gemacht hat, kommt der Neid. Den hat man sich dann wiederum verdient. Also doch nicht undankbar, sondern anstrengend. Genug des Negativismus!

Denn der Verlegerberuf ist einer der schönsten der Erde. Ma bringt Freude und Licht ins Dunkel des Alltags. So hofft man, Lojze Wieser kann sich sicher sein, dass es so ist. Dieses Buch ist eine Liebeserklärung an die Branche, an die Autoren, die Übersetzer (die werden fast immer vergessen, doch ohne deren Sprachgewalt und –wissen wäre Literatur nur eine bloße Ansammlung von Worten), an Veranstalter, Messebekanntschaften, und auch an die Leserschaft. Eine vierhundert Seiten starke Danksagung an alle, die lesen, sich für fremde Kulturen interessieren und mit dem Wieser-Verlag ihrer Leidenschaft fröhnen.

An den Verleger denkt niemand, wenn er in der Buchhandlung in einem Buch herumblättert. Es gefällt oder eben nicht. Die Entschlusskraft hängt von vielen Faktoren ab. Bei Lojze Wieser hat man immer das Gefühl, dass er seine Bücher und Autoren mag. Die liebevollen Worte, die er auf eben diesen  vierhundert Seiten findet, lassen keinen anderen Schluss zu. Die Schriften des Ostens haben zum Erfolg des Geschäftsmannes Wieser beigetragen. Als der Eiserne Vorhang fiel, tat sich für den Verleger ein Paradies auf. Und die Leser betraten mit ihm blühende Landschaften, die voller süßer Poesie waren, deren Stammbäume vor Kraft strotzten und die bis heute trotz alledem um Aufmerksamkeit kämpfen müssen. Literatur ist eigentlich kein Geschäft, mit dem man Profite erwirtschaftet. Aber auch kein Verlustgeschäft. Je nachdem, ob man nur an die Penunzen denkt oder dem Verfasser gerecht entlohnen möchte.

Diese Erinnerungen sind auch an die Leser gerichtet. Sie sollen, sofern sie es wünschen, dem Verleger über die Schulter schauen dürfen. Mit ihm reisen. Aha-Erlebnisse garantiert! Stunden- ja manchmal tagelange Autofahrten. Gloriose Empfänge, weise Worte … die Aufzählung könnte seitenlang so weitergehen. Beispiel gefällig? Nein, so wunderbar wie Lojze Weiser in sein Lebenswerk verliebt ist, kann man es als Außenstehender nicht wiedergeben. Jede Seite ein Hochgenuss!

Die Deutschen und ihre Kolonien

Deutschland und seine Kolonien. Wenn man Großbritannien, Spanien und Frankreich betrachtet, spielte Deutschland keine große Rolle im Verteilungskampf der Mächte um die Welt. Nur jeder 40 Quadratkilometer  der kolonialisierten Welt hieß Fritz. Es gab zehnmal mehr Johns.

Schon im 17. Jahrhundert gab es Landstriche in Tobago in der Karibik und in Westafrika am Gambia-Fluss, die in deutschem Besitz waren. Aber sie als Kolonien zu bezeichnen ist irreführend. Da könnte man auch behaupten, dass so manche Autobahnraststätte Kolonie eines Fast-Food-Giganten wäre (auch wenn es sich vielleicht so anfühlt, ist dem nicht so).

Von 1884 an besaß Deutschland dreißig Jahre lang Kolonien. Wer bei Oma und Opa auf dem Dachboden stöbert, findet vielleicht manchmal noch Zigarettenbildchen, die mehr als klischeehaft das Leben in Deutsch-Südwest (Namibia), Deutsch-Ostafrika (Tansania), Kamerun, Togo, den Marshall-Inseln, Samoa, Tsingtau oder Neuguinea zeigen. Mit dem Ersten Weltkrieg war dann Schluss mit dem Weltenspielgehabe. Und so ertragreich und vor allem nachhaltig war „das Engagement“ dann auch wieder nicht. Kein Chinese aus dem Nordosten wird heute noch über deutsche Hinterlassenschaften erzählen können. Zumindest nicht so vielfältig wie ein Inder über den Five o’clock tea, der er selbst noch als Kind erlebte.

Fernab jeder aktueller Befindlichkeit sind die Autoren bestrebt einen umfassenden Überblick über das kurzzeitige deutsche Kolonialreich zu berichten. Sie schaffen es. Mit einfachen Worten und durch die schnörkellose Darstellung von Zusammenhängen, die erst durch dieses Buch zutage treten. Die Vorstellung, dass eine exzellent strukturierte Armee mit Pauken und Trompeten bzw. Kanonen und Gewehren die Bevölkerung niedermetzelte und anschließend das schwarz-weiß-rote Banner in den Boden rammte, dass Blut aus ihm quoll, ist veraltet und größtenteils falsch. Ja, es gab Verbrechen gegen die Menschenwürde. Unentschuldbar! Aber im Großen und Ganzen wurde das deutsche Kolonialreich am Verhandlungstisch geboren. Auf der so genannten Kongo-Konferenz. Ein reichliches Dutzend Länder, bzw. deren Vertreter saßen über Landkarten, mit Lineal und Zirkel wurden Einflussbereiche bestimmt, wieder verworfen, und neuangelegt. Es wurde gestritten, taktiert und sich gegenseitig gratuliert. Nur die, um die es ging, blieben außen vor, wurden nicht einmal eingeladen. Ein ganz perfides Spiel.

Über hundert Jahre ist es her, dass kleine bunte Bildchen, den Einheimischen die Fremde näherbrachten. Wenn auch mit einem verklärten, die Realität verleugnenden Blick. Reisen in diese Länder – Namibia erfreut sich seit Jahren ungebrochener Beliebtheit bei Fernreisen ins südliche Afrika, dem einzige Land, in dem wirkliche Spuren hinterlassen wurden, wie auch immer man das bewerten will – tut ein Blick in die Geschichte gut, vieler Orten tut er Not. Den Autoren ist es zu verdanken, dass Spurensuche nicht immer mit einem schlechten Gewissen enden muss. Sie haben sich einen Maulkorb auferlegt, was Wertungen betrifft, und konzentrieren sich nur auf das, was niedergeschrieben wurde und in Archiven zu recherchieren ist. Informativ und eine echte Bereicherung für jeden Bücherschrank der Geschichte.

Die Straße zum 10. Juli

Vorsicht! Wenn Sie jetzt dieses Buch aufklappen, sind sie verhaftet – besser gesagt: Gefangen! Sie vergessen am besten alles um sie herum. Geben sich Nona Fernández hin und verschmelzen mit den Zeilen ihres Romans „Die Straße zum 10. Juli“. Anders überleben Sie dieses Buch nicht!

Auf der Straße zum 10. Juli stand einst ein Polizeirevier. Viele gingen hinein, nur wenige wieder hinaus. Juan, die kleine Leo, die Ubilla-Brüder, Greta. Sie waren damals eine verschworene Gemeinschaft. Traten ein für Gerechtigkeit. Damals im Gymnasium.

Heute gehen sie ihrer Wege. Juan geht wohl den extremsten Weg. Alles, was einmal war, zählt nicht mehr. Frau weg, Job weg, Juan … auch weg. Auf einmal. Kurz zuvor sorgte man sich noch um ihn. Ein Baulöwe bietet ihm eine ungeheure Summe für sein Geburtshaus. Eine Versicherungsvertreterin scheint sich sehr rührend um ihn zu kümmern. Aus seiner Akte – sie hat über jeden eine Akte, jeden! – liest sie, dass eine gewaltige Veränderung in seinem Leben voranschreitet. Doch alle Telefonate gehen ihm nur auf die Nerven. Er will sich nicht helfen lassen. Dann steht noch einmal Lobos, der Baulöwe vor der Tür, auf dem Dach, mit schwerem Gerät. Und Juan? Juan ist weg.

Greta ist auf der Suche. Auf der Suche nach Juan, nach der Puzzleteilen der Vergangenheit. In der Straße zum 10. Juli wird jeder fündig, der Puzzleteile sucht. Ein Ersatzteil-El-Dorado für alle, deren Wagen nicht mehr anspringt. Die Vergangenheit zusammensetzen geht hier am besten. Zumindest, wenn man nur Teile sucht.

Juans Verschwinden, die Nähe zur Colonia Dignidad, die perfiden Machtverhältnisse in Chile wirft Autorin Nona Fernández in einen großen schwarzen Kessel und rührt kräftig im Hirn des Lesers herum. Was ist echt, was Einbildung? Die Grenzen verschwimmen. Immer tiefer zieht sie die Akteure und die Leser in den Strudel der Ereignisse.

Die Colonia Dignidad war eine vom Deutschen Paul Schäfer gegründete Sekte, die Menschen bestialisch quälte, missbrauchte und unter dem Schutz der Junta Chiles, aber auch der deutschen Botschaft stand. Jahrelang waren die Machenschaften Schäfers und seiner Handlanger bekannt – unternommen wurde nichts. Selbst der freiheitsliebende Ex-Bundespräsident Joachim Gauck brachte es nicht fertig das Versagen der Behörden einzuordnen.

Die Gruppe um Greta, die sich wieder formiert hat – oder ist es alles nur Einbildung wie die Zwiegespräche mit dem verschollenen Juan? – beschließt dem Loch mit Tür einen Riss zu versetzen.

Nona Fernández ist eine Meisterin der Sprachbilder. Greta, die Ersatzteile sammelt, um den Bus von damals wieder flott zu bekommen, der ein Symbol der Einigkeit der Gruppe darstellt oder Juan einfach so verschwindet, um sich dann nur Greta wieder zu zeigen – sie alle fügen sich erst auf der letzten Seite zu einem großen Ganzen zusammen. Geduld und die Unterdrückung des Würgereizes (die Schilderungen der Zustände in der Colonia Dignidad lassen einfach niemanden kalt) gehören zur Grundvoraussetzung dieses Buch lesen zu können. Als Belohnung winkt ein Leseerlebnis, das so noch nie, ansatzweise nur vereinzelt, zu erhaschen war. Ein Thriller im Gewand einer historischen Aufarbeitung mit allen Zutaten, der die Erwartungshaltung mehr als übertrifft!

Für Christus und Venedig

Nur Wenige können eine echte Berühmtheit in ihrer Ahnenreihe vorweisen. Vielleicht mal ein Maler, der in einer Künstlerkolonie wirkte. Vielleicht ein Backgroundsänger bei einem echten (!) Superstar. Aber einer, der Geschichte schrieb, wird nur selten in Pausenerzählungen genannt. Sibyl von der Schulenburg kann da schon mit etwas mehr aufwarten. Feldmarschall Graf Johann Matthias von der Schulenburg – der Name macht schon was her. Auf der Insel Korfu im Ionischen Meer vor der Küste zwischen Albanien und Griechenland erlebte einen heißen Sommer 1716. Es war August. Wer Korfu schon einmal zu dieser Jahreszeit erlebt hat, kennt die klimatischen Gegebenheiten. Und zu dieser Zeit sollte sich das Schicksal des Eilandes entscheiden. Wird es weiterhin zum Abendland gehören? Oder werden die Horden aus dem Osten Korfu zu einer Insel ihres Reiches machen können?

Venedig ist damals das schützende Schild der Insel. Europa hat sich eingerichtet. Hier und da flackern Konflikte auf, doch hier im beschaulichen Mittelmeer sind die Wogen noch weitesgehend glatt. Das Osmanische Reich jedoch streckt seine Fühler gen Westen aus. Doch die Fühler verwandeln sich in nach allem greifenden Tentakeln. Wie ein Lauffeuer verbreitet sich die Nachricht, dass das Osmanische Reich dem Sonnenuntergang entgegenreitet und dem Westen östliche Manieren beibringen will.

Schnelles Handeln ist gefordert. Seit einiger Zeit steht Graf Johann Matthias von der Schulenburg in Diensten des Dogen von Venedig. Dem „gehört“ auch Korfu. So kurz vor dem europäischen Festland, dort, wo heute Albanien und Griechenland eine gemeinsame Grenze haben, ist es von nicht unerheblicher strategischer Bedeutung. Fällt Korfu, fallen die Türken von einer weiteren Seite in Europa ein. Europas Streitmächte ziehen von dann, um den Eroberungsplänen Einhalt zu gebieten. Doch so schnell wie man möchte, kommt man einfach nicht voran. Und immer mehr kristallisiert sich Korfu als Dreh- und Angelpunkt einer möglichen Wende im Kampf der Systeme heraus. Korfu darf nicht fallen! Aufopferungsvoll wirft sich der Graf in die Schlacht.

Sibyl von der Schulenburg hat uneingeschränkten Zugang zu den Archiven ihrer Familie und nutzt diesen Vorteil, um Geschichte für Geschichte aus der Geschichte auszugraben, zu analysieren und in diesem historischen Roman ihrem berühmten Vorfahren ein Denkmal zu setzen. Sie setzt ihm keinen Glorienschein auf. Wohl aber inszeniert sie ihren Urururur … großvater als wahren Helden, der diese Auszeichnung nur zu gern in Empfang genommen hätte. Als Leser, als Korfu-Besucher – übrigens hat die zweitgrößte Ionische Insel eine weitere adelige Persönlichkeit von Weltrang hervorgebracht: His Royal Highness Prinz Philip, Duke of Edinburgh, dem Gemahl der Queen – ist man dankbar für den liebevoll geschrieben und tiefgehend recherchierten Roman, den man als Strandlektüre genauso verschlingen wird wie als Wanderroutenbuch für Ausflüge über die Insel. Die Hitze im August ist übrigens immer noch die gleiche…

Der Riss

Ein Buch über einen Konflikt zwischen zerstrittenen Parteien im Krieg braucht eigentlich nur zwei Zutaten: Partei A und Partei B. Der sich daraus erschließende Zwist ist oft bekannt und das Buch bietet nur selten etwas Erhellendes. „Der Riss“ von Paolo Eimilio Petrillo – der Name lässt es erahnen, von welcher Seite das Problem/der Konflikt betrachtet wird – nimmt sich eines weiteren Themas an. Eines Themas, das man so nicht vermutet hat und dass auch sonst kaum Beachtung findet.

Deutschland und Italien in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Europa wird vom Mantel des Schreckens verhüllt. Menschenmassen werden ermordet. Und die Allianz zwischen dem Führer und dem Duce steht fest wie ein Fels in der Brandung. Ein Band, das auch die Alliierten nur schwer zerschneiden können. Doch dann kam der 8. September 1943. Italien löst die Verbindung zum Deutschen Reich. Wie kam es dazu? Und vor allem, welche Spuren hat die Vertragsauflösung hinterlassen?

Fünf Jahre hat Paolo Emilio Petrillo für die Recherchen zu diesem Buch aufgewendet. Fünf Jahre, die ihm viel Neues zeigten und nun als Buch auch auf Deutsch zu neuen Erkenntnissen führen werden. Die Komplexität des Buches erlaubt es nicht auf einzelne Begebenheiten in einer Buchbesprechung einzugehen. Irgendwas würde immer fehlen – und somit den ersten Eindruck verfälschen.

Dieses besagte Datum war ein Einschnitt im Verhältnis Deutschlands zu Italien. Und umgekehrt natürlich auch. Aber war es auch ein Bruch für die Italiener und Deutschen? Oder doch nur für das, was als Italien und Deutschland bezeichnet wird? Fakt ist, dass schon kurze Zeit später dieses Mal in friedlicher Absicht die Deutschen zurückkamen – als Besucher. Als Sonnenanbeter. Und die Italiener? Begrüßten sie mit offenen Armen. Doch kein Riss, der nicht zu kitten ist? Ein eindeutiges Ja!

Der Journalist und Deutschland-Korrespondent Petrillo nimmt sich die Verflechtungen der Jahre 1915 bis 1943 vor. Nicht einmal dreißig Jahre, die aber für Europa, für die Welt eine wegweisende Zeit war. Zwei Weltkriege ließen selbige aus den Fugen geraten, führten Veränderungen in ungeahntem Ausmaß in einer sehr kurzen Zeit herbei. Derartige Umwälzungen kannte man nicht. Und man (in Deutschland sowieso, im Rest der Welt mit unterschiedlichem Ergebnis) gewöhnte sich nur schwer daran.

Mit akribischer Recherche und nicht nachlassender Energie befragt Petrillo Historiker, Politiker und Diplomaten wie sie – mit einigem (zeitlichen) Abstand – sie den 8. September 1943 bewerten. Das Ergebnis ist ein abwechslungsreiches Abbild der Geschichte zweier Länder, die noch geographisch so nah, gefühlt aber weit auseinander liegen. Die Geschichte des zweiten Weltkrieges muss nicht neugeschrieben werden. Viel Neues wird es nie mehr geben. Doch Paolo Emilio Petrillo ist es zu verdanken, dass ein bislang unterbewertetes Kapitel in den Fokus gerückt wird.

Niemandsland

Der Traum von Europa – keine Erfindung der Neuzeit. Napoleon hat’s probiert, die Wahl der Waffen war gelinde gesagt unglücklich. Und dennoch hat die Vorstellung überlebt. Keine Kleinstaaterei mehr, Numismatiker bekommen bei dem Gedanken daran nicht mehr Münzen aus Monaco, San Marino, dem Vatikan oder Andorra sammeln zu können schwitzige Hände. Die müssen sich dann eben auf historische Münzen spezialisieren.

Gehen wir rund zweihundert Jahre zurück. Napoleon knechtet Europa. Kurz vor Moskau ist dann erstmal Schluss mit dem „Wie das Messer durch die warme Butter“-Gehen. Bei Leipzig wird ihm der Gnadenstoß versetzt. Europa ist frei. Frei vom N im Lorbeerkranz. In Wien wird der ganze Kontinent neu geordnet. Der ganze Kontinent? Nein, non, nee. Moresnet kommt davon. Mores … was? Ein kleines Gebiet, das an Belgien grenzt. Eine Zinkmine gibt es hier. Allerdings eine, die es in sich hat. Ein Günstling Napoleons, Jean-Jacques Daniel Dony hat sie übernommen, und mit einem wohl ausgefeilten Verfahren schafft er es reines Zink herzustellen. Zuvor war der der Badewannenhersteller des kleinen Mannes mit dem großen N. Ein ausgefuchster Tüftler, aber ein miserabler Geschäftsmann. Jedenfalls hat man in Wien beim Kongress Moresnet vergessen. Es gehört niemandem. Nix deutsch, nix holländisch, nix belgisch. Und nun?

Philip Dröge stellte sich diese Frage auch und hat sich auf die Suche nach dem Ort gemacht, den es eigentlich gar nicht geben dürfte. Er durchforstete Archive, Zeitzeugen konnte er keine mehr befragen. Und er formte aus seinen Ergebnissen ein Buch, das seinesgleichen sucht: „Niemandsland“. Während in Wien mehr getanzt wurde, statt sich zu bewegen, fummelten Kartografen am neuen Europa herum. Die Niederlande und Preußen sollten eine gemeinsame Grenze bekommen. Also sollten die holländische Ost- und die preußische Westgrenze einen gemeinsamen Verlauf haben. Hatten sie auch bis auf … eben dieses Moresnet. Es ist Februar 1816, der elfte. Da fällt es auf. Das Loch im Zaun. Das Loch, durch das Moresnet geschlüpft ist. Ein Jahr später – Europa war damals schon sehr träge – macht man einen Lokaltermin. Wieder einen langsamen, aber aus einem anderen Grund. Ist die Kutsche zu schnell, ist man vorbei an Moresnet. Ein kleines Gebiet, zweihundertsechsundfünfzig Einwohner, ein Tal und ein paar Berge. Und eine Mine, die besagte Zinkmine. So mancher meint nun sagen zu müssen: „Herrlich! Keine Regeln! Keine Gesetze!“ – kurzsichtig. Denn Neutral-Moresnet, wie es nun heißt, wird zum sprichwörtlichen Zankapfel. Wem gehört es? Welche Gesetzgebung gilt? Wer treibt die Steuern ein? Okay, diese Frage ist vernachlässigbar, weil die Einwohner von Kelmis, dem Hauptort (Moresnet gibt es in der Region gleich mehrmals, so dass selbst google maps Probleme hätte einen richtig zu leiten) zu bitterarm sind, dass ihre Abgaben nicht einmal die hohle Hand eines Adligen füllen könnte. Und wer regiert die paar Quadratkilometer eigentlich? Jetzt lohnt sich ein Blick ans Ende des Buches. Da stehen gelistet die Machthaber von Neutral-Moresnet. Und hier wird klar: Über hundert Jahre dauerte die Odyssee des Landstriches an. Und nicht immer hat einer den Hut auf. Paradiesische Zustände für Schmuggler, Gauner und sonstige Glücksritter. Denn eine echte Grenze mit Zaun usw. gab es nicht…

Philip Dröge gelingt es mit einfachen Worten und beharrlicher Recherche amüsant ein spannendes und weitgehend unbekanntes Kapitel Geschichte (wessen?) darzustellen. Er verzichtet darauf die große Politik zu verklausulieren und ebnet so den Weg für den Leser selbige endlich einmal zu verstehen.

Cadichon oder Alles gelingt, wenn man nur warten kann

Das waren noch Zeiten, als man mit Kerze, Kerzenständer, Zipfelmütze und Nachthemd sich bettete. Ja, so nannte man das damals. Heute haut man sich mit Shirt und Boxershorts in die Falle. Oder wie Oberts Klink aus der TV-Serie „Ein Käfig voller Helden“ im breitesten Sächsisch verkündete in die „Furzmulle“. Doch wir sind beim Sich-Betten. Die Nacht zieht herauf, der Mond ist der stille Beobachter des Treibens auf Erden. Lediglich die Tiere machen hier und da noch ein paar Geräusche. Alles schläft. Alles? Alle? Nein! Ein paar Lichtstrahlen schimmern durch die dunkle Nacht. Leselampenlicht. Endlich mal eine gute Erfindung der Neuzeit. Und die nutzt man, um Neues zu entdecken.

So wie „Cadichon – oder Alles gelingt, wenn man nur warten kann“ von – Achtung langer Name, nochmal Luft holen – Anna-Claude-Philippe de Thubìeres, de Grimoard, de Pestels, de Lévis, Comte de Caylus, der bereits Mitte des 18. Jahrhunderts verfasst, doch erst 1775 veröffentlicht wurde. Da war der Autor schon zehn Jahre tot. Und nun ist der Text endlich auch auf Deutsch erschienen. Schlaflos nennt sich die Reihe bei Ripperger&Kremers. Doch kein actiongeladenes Büchlein sorgt hier für offene Lider, sondern die Poesie der Vergangenheit im Gewand (noch so ein Wort, das kaum noch verwendet wird) eines Märchens.

Fast fühlt man sich wie bei Jean Cocetaus „Belle et la bête“. Prinz Pétaud wird verstoßen, weil er ein Bürgerliche heiratet (wäre doch was für „Exclusiv“-Zuschauer, oder?!). Die arrangierte Hochzeit mit der, zum Zeitpunkt des Arrangements noch nicht geborenen, Tochter der Fee Gangan ist geplatzt! König und Königin, die nicht gerade durch übermäßiges Denken glänzen, sind empört. Doch der Prinz lässt sich nicht entmutigen. Zusammen mit seiner Frau und ihrem Vater lässt er es sich gutgehen. In seinem eigenen kleinen Reich. Nur der Nachwuchs lässt auf sich warten. Die Fee Gangan hat ihre Finger, bzw. ihren Fluch im Spiel. Siebenmal lässt sie Gilette, die Frau des Prinzen schwanger sein. Siebenmal am Stück! …Wer jetzt anfängt zu rechnen, kommt nie in Morpheus Arme – ja, es sind fünfeinviertel Jahre, die die beiden warten müssen, bis sich endlich Nachwuchs einstellt … Und wie es im Märchen ist – schließlich fängt alles mit „Es war einmal“ an – wird schlussendlich alles gut. Das darf man bei einem Märchen verraten.

Märchen für Erwachsene, Gute-Nacht-Geschichten als Alternative zu Castingshows und Schlagergedudel in der Glotze, Rückbesinnung auf das, was einmal war: Bücher, die einem nicht vor Langeweile die Lider schließen lassen, sondern einen friedlich ins Reich der Träume entführen und von paradiesischen Zuständen träumen lassen. „Cadichon oder Alles gelingt, wenn man nur warten kann“ ist nur der Anfang einer ganzen Reihe von Neuentdeckungen aus der Mottenkiste bzw. dem Bücherregal der Ahnen.

Royal Mary – Ein Mord in Tiflis

Und da sagt einer noch, dass Zeitreisen unmöglich seien. Abo Iaschaghaschwili sieht das anders. Und jeder, der „Royal Mary“ gelesen hat, auch. Tiflis, im Frühjahr 1889. Der Schah kommt aus Persien zu Besuch. Ihm will man ein besonderes Geschenk machen, ein Rennpferd. Namens Royal Mary. Und plötzlich ist das Vieh verschwunden und Stadtgespräch Nummer Eins. In der Straßenbahn, die zu dieser Zeit noch eine Pferdebahn ist, also von mindestens einem Gaul gezogen wird, zerreißt man sich das Maul darüber. Bis anderes wie ein Diebstahl interessanter wird…

Fieberhaft wird nach dem Tier gesucht. Gefunden wird eine Leiche. Die von Apollon Chrisantidis. Er war der Stallbursche des edlen Gauls. Das Messer wurde ihm in den Rumpf gerammt.

Für Georgien-Neulinge ist die Geschichte fast schon zweitrangig. Autor Abo Iaschaghaschwili – den Namen muss man sich mehrmals durchlesen und merken, er erhielt für seinen Roman „Royal Mary“ 2015 den SABA, den wichtigsten Literaturpreis Georgiens – zeichnet darin ein romantisches Bild der Hauptstadt Georgiens. Eines Georgiens, das so nicht mehr existiert. Jedoch immer noch Reste dessen, was hier beschrieben wird, in sich trägt. Ein Hauch von Paris, gemischt mit dem wilden Treiben in den Basaren des Orients, gewiefte Taktiker aus alter und neuer Welt vermitteln das Anrüchige Spionagegeflecht wie man es aus Istanbul oder Marokko kennt. Kaffeehausplaudereien sind niemals nur bloßes Gerede – hier wird Politik im Kleinen wie im Großen gemacht.

Abo Iaschaghaschwili gelingt eine Melange – im Buch wundern sich noch einige über dieses Wort – aus modernem Krimi vor der Leinwand der Wirtschaftsspionage des ausgehenden 19. Jahrhunderts und fast schon mystischer Romantik des Kaukasus.

„Ein Mord in Tiflis“ lautet der Untertitel. Doch „Royal Mary“ ist eben mehr als nur schnödes Abgemurkse. Als Leser möchte man den Roman sofort beiseitelegen und die Koffer packen, um schnellstmöglich vor Ort nachzuschauen, ob denn nicht der Eine oder Andere aus dem Buch hier noch sein Unwesen treibt. Ein Appetitmacher auf mehr!