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Amsterdam

Amsterdam MM City

Unter den Metropolen der Welt sticht Amsterdam nicht nur heraus, weil es die meisten Buchstaben hat: Neun an der Zahl. Nein, Amsterdam ist der Schmelztiegel der Welt. So verwundert es nicht, dass das kulinarische Angebot so breitgefächert ist wie der Erdball rund. Oft werden die reichhaltigen holländischen Gerichte mit exotischen Gewürzen nicht nur verfeinert, sondern auf ein höheres Niveau gehoben. Das ist einer der ersten Eindrücke von Amsterdam.

Doch Amsterdam hat noch viel mehr zu bieten. Das weiß auch Annette Krus-Bonazza. Und nach dem Lesen auch der hoffnungsfrohe Besucher. Kaum eine Stadt der Welt hat ein derart reichhaltiges Staun- und Erholungsangebot. Flussfahrten, Museumsbesuche, ausgiebige Stadtrundgänge, exzellent erhaltene Architektur und ja, es kommt ja schon, auch ein imposantes Nachtleben. Amsterdam ohne einen Abstecher in den Red-Light-District ist irgendwie nicht dasselbe wie mit. Bunte Lichter, die stolpernden Touristen (hier darf der Mann noch Mann sein, also sich wie ein typischer Mann benehmen), die flackernden Lichter, die sich in den Grachten spiegeln. Es gehört halt irgendwie dazu. Doch immer mehr Bars lassen auch Frauen als Gäste zu. Emanzipation und Progressivität gehörten schon immer zur Grachtenmetropole. Um Missverständnissen vorzubeugen: Das Rotlichtviertel als Augenschmaus – ein Muss. Sich als „aktiver Stadtentwickler“ zu betätigen, muss jeder mit sich selbst ausmachen.

Amsterdam ist auch eine Museumsstadt. Nicht nur das berühmte Rijksmuseum mit einem reichen Arsenal an Rembrandts und Vermeers, auch kleinere Museen sind es wert besichtigt zu werden. Doch Vorsicht! Jeder, der ein paar günstig gelegene Quadratmeter mit ein paar scheinbar zusammenhängenden Exponaten füllen kann, macht ein Museum auf. Oft ist man nach ein paar Minuten wieder draußen und denkt sich im günstigsten Fall, „dieser kleine Gau…, hat er mich erwischt!“ Besser vorher jemanden fragen, der sich damit auskennt.

Zum Beispiel Annette Krus-Bonazza. Preiswerter und anhaltend ereignisreicher sind auf alle Fälle die elf Spaziergänge, die die Autorin für die sechste Auflage des MM City Reisebandes zusammengetragen hat. Und vor allem bunter. Die farbig abgesetzten Infokästen sind die eigentlichen Stars des Buches. Immer wieder kurz und knackig formulierte Tipps, detaillierte Hintergrundinformationen und kleine Anekdoten dienen nicht nur der Unterhaltung. Wie an einer Ampel weiß man: „Achtung, es geht gleich los!“. Immer wieder geben diese kurzen Abrisse den Blick frei für Neues und Interessantes.

Der MM City Reiseband Amsterdam ist das einzige Souvenir, das man selbst nach Amsterdam mitbringt. Für alles andere sorgt die Stadt von ganz allein!

Rom

Rom MM City

Auch wer im Geschichtsunterricht sein müdes Haupt auf dem Pult niederlegte weiß: Hier tobte seit jeher das Leben! Rom, Roma, die Ewige Stadt. Reiseanbieter locken mit Angeboten, die nie und nimmer stimmen können. Drei Tage Rom und keine Sehenswürdigkeit verpassen. Von wegen! Das klappt nur, wenn man drei Tage in diesem Buch blättert!

Drei Tage braucht man schon, um die knapp dreihundert Seiten zu durchforsten. Um dann alles zu sehen, braucht man ein Leben lang. Wer nicht so viel Zeit aufwenden kann, braucht – und das ist die logische Konsequenz – einen umfassenden, kompakten, detaillierten, klar gegliederten Reiseband, der alle Sinne anspricht. Das leise Knistern, wenn man das Buch zum ersten Mal öffnet. Der Geruch des frischen Buches steigt in die Nase. Man kann es fühlen, fast schon schmecken und bereits der Einband lässt es erahnen: Hier scheint die Sonne nur für den Besucher.

Sabine Becht hat sich die einfachste und die schwerste Aufgabe gesucht, denn sie hat einen Reiseband über Rom geschrieben, den man benutzen kann. Einfach deshalb, weil Rom voller Geschichte steckt, die erzählt werden muss. Und genau deshalb ist es auch die schwerste Aufgabe. Was ist wichtig, was weniger wichtig. Wichtig und interessant ist hier eh alles! Kaum ein Meter via, der nicht vom Hauch der Vergangenheit gestreift wurde. Kaum eine piazza, über die nicht ein Weltenbeweger geschritten ist. Kaum eine regione, die nicht den Anfang einer noch nicht beendeten Geschichte ist.

Wo also anfangen? Wie weiter? Wo aufhören? Wer Rom besucht, sollte sich einen Plan zurechtlegen. Rom wurde schließlich auch nicht an einem Tag erbaut. Und deswegen dauert die Planung eben auch ein bisschen. Drei Tage mindestens…

Der Giro d’Italia 2016 führt an achtzehn Wettkampftagen durch Italien. Und spart Rom aus. Sabine Becht schickt den Leser auf zehn Spaziergängen durch die Stadt am Tiber und spart die Rundfahrt aus. Auch wer Rom schon kennt,  oder zumindest meint es zu kennen, entdeckt hier und da, wenn auch nur andeutungsweise, Neues. Ganz wichtig in Rom: Die Fortbewegung. Alles erlaufen, ist eine ordentliche Aufgabe. Nicht für jedermann zu bewältigen. Angst etwas zu verpassen, wenn man sich motorisiert fortbewegt, muss man nicht haben. Sabine Becht gibt rechtzeitig Bescheid, wenn man an einer Sehenswürdigkeit vorbei zu schlendern droht. Keine Inschrift, kein Denkmal, kein bedeutendes Objekt bleibt unbemerkt. Als lesender Besucher der Stadt muss man immer damit rechnen etwas zu entdecken. Jeder Rundgang ist mit einer exakten Karte ausgestattet, so dass Verlaufen unmöglich wird. Und wenn man doch einmal falsch abgebogen sein sollte, na und. Auch hier gibt’s was zu sehen. Wieder zurück auf die (richtige) Piste, und schon übernimmt Sabine Becht wieder die gedruckte Reiseleitung. Wenn der Magen knurrt, die Füße schmerzen, das Auge sich erholen muss, auch hier weiß der Reiseband wohltuenden Rat. Bei einem gediegenen Glas vino bianco, einer schmackhaften Pizza oder der besten Pasta der Stadt (damit wirbt eh jeder, doch die Autorin weiß, wo es auch wirklich zutrifft), blättert man noch ein wenig im Buch und bekommt sofort einen Eindruck von dem, was noch auf einen zukommt bzw. worauf man zugeht.

Wer Rom besucht, bekommt zwei im wahrsten Sinne des Wortes weltbewegende Städte zu sehen: Rom und den Vatikan. Auch hier weiß die Autorin so Manches zu berichten und spornt zu Entdeckungsreisen an.

I love Paris

I love Paris

Paris kulinarisch – ein Gedicht! An jeder Ecke gibt es eine lukullische Entdeckung zu machen. Wozu also ein Restaurantreiseführer durch die Stadt der Liebe? Ganz einfach, weil auch hier vieles der Qualitätsminimierung zum Opfer fällt. Paris hat tausende von Restaurants, Brasserien und ähnlichen Angeboten zu bieten. Mal ein Croque auf die Hand ist ja ganz nett, doch den Tag mit einem ordentlichen Mahl, besser einem Menü, ausklingen zu lassen, hat schon einen ganz anderen Stellenwert. Und schließlich ist man in Paris.

Da hat man ganz automatisch höhere Ansprüche. Doch wie soll man aus der scheinbar unendlichen Menge die Lokalität auswählen, die für einen das magenfreundliche, sinnestimulierende Mahl bereithält? Wen soll man fragen? Warum nicht beim Besten höflich anklopfen? Alain Ducasse gelang was noch keinem zuvor gelang: Dreimal drei Sterne vom Guide Michelin. Er muss es also wissen, wo es am besten schmeckt.

„I love Paris“ – so schlicht und auffallend zugleich, so reicht bestückt und voller Geschmack. Acht Gebiete von Paris, zwanzig Kategorien und fünf Preisklassen. Jedes Lokal mit zahlreichen Bildern und einem kurzen, knackigen Text, der schon beim Lesen Appetit macht. Das ist alles, was das Herz bzw. der Magen bzw. das Auge bzw. die Nase verlangen.

Jedes Restaurant, jede Cafébar, jedes Hotel, jede Vinothek oder Eisdiele bekommt die Würdigung, die es verdient. Und da jeder Paristourist nicht immer über ein flexibles (sprich unendlich dehnbares Portemonnaie verfügt) gibt ein weiteres Piktogramm die ungefähren Preise an. Das reicht von unter zwanzig Euro bis über 250 Euro. Doch wer die Texte aufmerksam liest, und dem dann das Wasser im Munde zusammenläuft, sollte wirklich von oben nach unten lesen. Denn erst am Ende kommt manchmal der monetäre Schock, der den Appetit vor der möglichen facture kapitulieren lässt. Dann sucht man sich eben was Preiswerteres aus dem Buch aus.

Wer Paris schon bereist hat, kennt vielleicht das eine oder andere Restaurant. Und er kennt vielleicht auch das eine oder andere Restaurant, das er links (oder rechts) liegen ließ. Das wird nun nicht mehr passieren! Einhundert Adressen, Gourmetadressen – vom Wochenmarkt über Kaffeeröstereien bis zum „stellaren Verwerter“ – lassen die Vorfreude auf eine der schönsten Städte der Welt wachsen. Ein Gummiband hält alles zusammen, ein Lesezeichen erleichtert die Orientierung.

„I love Paris“ ist keine Neuerfindung. Reisebände über Paris gibt es wie Sand am Meer. Aber, und das ist ein großes Aber: Selten zu vor wurde so kompakt und umfassend zugleich, so leidenschaftlich und informativ die Stadt an der Seine als eleganter Futtertrog dargestellt. Ein Futtertrog für die Innentasche, den man immer zur Hand haben sollte. Sonst geht garantiert kein kulinarisches Bonbon verloren!

Amsterdam Magnetlesezeichen

Magnetlesezeichen Amsterdam

Eine Stadt wie Amsterdam lädt geradezu ein es gemächlich angehen zu lassen. Für Fußgänger (und Radfahrer) eine echtes Paradies zum Verweilen. Da bietet es sich an in regelmäßigen Abständen mal die Seele und die Beine baumeln zu lassen, die Schiffe in den Grachten an sich vorüberziehen zu lassen und ein wenig in einem Reiseband zu blättern. Schon vorher hat man sich kundig gemacht: Was muss man sehen in der von Wasserstraßen durchzogenen Stadt? Welches Museum lohnt sich? Wie war doch gleich der Weg zum Blumenmarkt?

Und schon geht die Blätterei los! Das war irgendwo zwischen … ach wie hieß das doch gleich?! Und schon ist die schöne Erholung flöten. Man hätte sich die Seite markieren müssen. Mit einem Zettelchen oder so was. ODER, mit einem Magnetlesezeichen. Aufklappen, Einlegen, Zuklappen. Passt, rutscht nicht und erspart Schweißtropfen auf der Stirn. Der Moses-Verlag hat mehrere Magnetlesezeichen-Sets zur Auswahl. Unter anderem auch zu Amsterdam. Typische Stadtszenen wie Grachten und die damit verbundenen Brücken, Tulpenfelder und Lippenbekenntnis, das jedem Besucher schnell über selbige kommt: „Amsterdam – Ik hou van jou“. Was das wohl heißt?

Drei Lesezeichen im Set – das reicht erstmal für die ersten Erkundungen. Kein gestresstes Herumblättern mehr, alles sofort parat, mittendrin in der Stadt, die so viel zu bieten hat.

Lesereise Vatikan

Lesereise Vatikan

Er ist das letzte Relikt einer vergangenen Zeit. Auf dem Papier ist der Vatikanstaat das rückschrittlichste Land der Erde. Bei näherem Betrachten ist das kleinste Land aber auch sehr fortschrittlich. Ein absolutistischer Herrscher, die bunteste Armee der Welt, aber auch die niedrigste Scheidungsrate. Der Regierungschef hat einen Migrationshintergrund, so wie eigentlich alle Bewohner. Und obwohl die Nähe zu Italien dagegen sprechen sollte, spielt die Fußball-Nationalmannschaft keine Rolle im Elf-Gegen-Elf-Weltgeschehen. Und noch was: Die Verwaltung des Landes ist der größte Immobilienbesitzer der Welt. Und zum Einkaufen allein fährt man auch nicht an den Petersplatz. Endlose Schlangen vor den Museen sind kein Argument hier ein paar geruhsame Tage zu verbringen. Warum also ist der Vatikan so beliebt bei Touristen, dass beispielsweise in den Heiligen Jahren – 2016 steht übrigens wieder eines ins Haus – mehr als die zwanzigtausendfache Menge der Einwohnerzahl an Touristen verkraftet werden muss.

Christine Höfferers Lesereise erklärt in ihren Reportagen warum es sich hier aushalten lässt und ein Abstecher ins Zentrum Roms mehr als nur lohnenswert ist. Noch einmal zurück zu den Warteschlangen. Wer unvorbereitet die Vatikanischen Museen besuchen will, braucht Stehfleisch. Besser anmelden. Dann klappt’s auch mit dem Reinkommen und man hat sogar Zeit und ein wie auch immer geartetes Lächeln für die Wartenden übrig. Zeitgemäß modern wie die christlich-sozialen Freunde in Bayern meint auch der Chef der Museen, dass hier Kontingente von Nöten seien, zumindest aber hilfreich sein könnten.

Die Schweizer Garde ist die wohl am wenigsten Schaden anrichtende Söldnerarmee der Welt. Wer mitmachen will, muss sich einer strengen Prüfung unterziehen. Wenn Alter, Größe, Herkunft, Konfession, Familienstand stimmen, gibt’s eine schicke Uniform. Und die schneidert Ety Ciccioni. Rund 150 Uniformen schneidert er pro Jahr. Die Farben setzen sich aus den Familienfarben früherer Päpste zusammen, das Blau von den Medicis und das Gelb-Rot aus dem Geschlecht der della Rovere. Wegen des Gehalts nimmt keiner der Gardisten diesen Job an. Tausendvorhundert Euro gibt’s jeden Monat vom Chef.

Die Lesereise Vatikan besticht durch die sorgfältige Auswahl der Themen und die lesenswerte Umsetzung selbiger. Christine Höfferer ist eine echte Kennerin der Geheimnisse des Vatikans. Als Tourist wird man dieses Buch verschlingen. Und immer wieder lesen. Und immer dabei haben. Sei es als Zeitvertreib in der Warteschlange, oder als Nachschlagewerk, wenn man vor Ort ist. Denn hier lauert nicht an jeder Ecke ein Histörchen, sondern im wahrsten Sinne des Wortes in Schrittlänge.

Das Format ist außergewöhnlich: Passt in jede Tasche, beult nicht aus und der Inhalt der Serie im Allgemeinen und dieses Buches im Speziellen trägt dazu bei den Urlaubsort eingehend zu begreifen.

City Trip Breslau

CityTrip Breslau

Jedes Jahr dürfen sich zwei Städte in Europa mit dem Titel „Kulturhauptstadt Europas“ schmücken. Über Sinn und Unsinn des Titels lässt sich vortrefflich streiten. Den Städten bringt es über alle Grenzen hinweg Anerkennung und Bekanntheit. 2016 sind es das nordspanische San Sebastian und Wrocław in Polen. Der Name Wrocław ist für alle, die des Polnischen nicht mächtig sind ein wahrer Zungenbrecher, weshalb wohl auch die offizielle Homepage wro2016.pl genannt wurde. In Deutschland hat die Stadt als Breslau immer noch einen klingenden Namen.

Man kann jetzt schon davon ausgehen, dass während des umfangeichenen Programms so viele Touristen aus aller Herren Länder die Stadt besichtigen werden. Und jeder Veranstalter wird einen kleinen Stadtführer für Ortsunkundige im Gepäck haben. Am Ende einer Woche hat man zahllose kleine (praktisch – damit wird jeder werben) Stadtführer, in denen immer das Gleiche steht. Als wissbegieriger Besucher stößt man damit schnell an die Grenzen.

Der CityTrip Breslau nimmt den Kamp mit der Flut von knappen Reiseführern auf und schreitet voran durch eine der interessantesten Städte Polens. Über tausend Jahre haben ihren Spuren hinterlassen. Als eines der bekanntesten Bauwerke gilt der gotische Dom, der im 13. und 14. Jahrhundert erbaut wurde. Weit über eine halbe Million Menschen dürfen Wrocław ihre Heimatstadt nennen. Somit gilt sie wohl als eine der größten noch unentdeckten Städte Europas.

Izabella Gawin macht ab der ersten Seite Lust Wrocław aus dem Dornröschenschlaf zu wecken. Für jeden ist was dabei. Sie beginnt mit den Schnellbesuchern: Ein Wochenende – eine Stadt. In Wrocław kein Problem. Backsteingotik, Flußfahrt, Geschichte und Szeneviertel. Kurz und knapp ohne dabei etwas Wegweisendes zu vergessen. Wie zum Beispiel die älteste Kneipe Europas. Seit 700 Jahren lässt man im „Schweidnitzer Keller“ bei Bier und Snacks den Tag ausklingen. Das Farbenspiel der Gaslaternen auf der Dominsel ist mehr als nur ein gelungener Abschluss eines ereignisreichen Tages.

Alle, die ein bisschen mehr Zeit in Wrocław investieren, werden aus dem Staunen nicht mehr rauskommen. Schon beim losen Durchblättern des Reisebandes fühlt man sich in die schlesische Metropole versetzt. Kunstgewerbeläden wechseln mit einladenden Cafés sich ab. Die Markthalle am Oderufer ist nicht nur zum Einkaufen da, hier lässt sich auch vorzüglich flanieren. Zahlreiche Museen zu allen Epochen und Kunstrichtungen verführen ebenso wie die zahlreichen Gärten Parks. Um die Altstadt herum führt ein grünes Band, hier vergisst man, dass man in einer Großstadt ist.

Wrocław zeigt sich dem begeisterungsfähigen Besucher von seiner schönsten Seite. Viele Orte, die es wert sind besucht zu werden, muss man suchen. Mit diesem handlichen Buch jedoch wird die Suche zu einer wahren Freude.

Wer dennoch nicht auf die kleinen Stadtführer verzichten will, weil da immer so kleine, hübsche Stadtpläne drin sind, wird mit diesem CityTrip nicht enttäuscht. Denn bei ReiseKnowHow gehört es zum Standard einen kleinen Faltplan beizulegen. Da fühlt man sich auch wieder als Tourist der alten Schule. Als Zugeständnis an die moderne Art des Reisens gibt aber für alle, die auch im Urlaub nicht aufs Smartphone verzichten wollen, eine Gratis-App.

City impressions Rom

City Impressions Rom

Wer Rom verschläft, hat die Welt nicht gesehen. Jahrein, jahraus reisen, ja pilgern Millionen von augendurstigen Touristen in die Ewige Stadt. Und alle sind mit Kameras – teils – bewaffnet. Und alle machen das Bild ihres Lebens! Doch nur ein verschwindend geringer Prozentsatz kann seine gepixelten Ergebnisse hinterher auch wirklich vorzeigen. Und noch weniger als Buch drucken lassen. Und zu denen gehört Bernd Rücker.

Selbst in einer Reihe wie City impressions von vagabond books sticht der Band über Rom nicht durch Quantität, sondern durch Qualität heraus. Sicher hätte Bernd Rücker auch ein Werk mit eintausend Seiten machen können. Doch er entschied sich für die „schmale Variante“ von dreihundert. Wie immer darf der Leser schon auf Anhieb einen Schlüssellochblick durch den Einband werfen. Die Silhouette der Stadt gibt den Blick frei auf ein Abenteuer.

Ein Bildband über Rom ist eine Herzensangelegenheit. Jede Sparte der Buchkunst kann mit einem Bildband aufwarten. Von der Archäologie über die Kunst bis hin zu Reiseführern – Rombücher verkaufen sich wie geschnitten Brot. Und ab und zu finden sich auch wahre Kleinode unter den Neuerscheinungen. Dieses Buch gehört nicht dazu, es ist ein Großod – wenn es denn dieses Wort überhaupt gibt. Mächtig die Ausmaße (325 mal 300 mm), beeindruckendes Gewicht (ca. drei Kilo) – doch das sind nur die oberflächlichen Merkmale. Wie in einer guten Beziehung geht es um die inneren Werte. Hier gibt es kein Gut oder Böse, kein Schwarz oder Weiß. Dieses Buch ist einzigartig (gut) in all seinen Schattierungen. Der Hell-Dunkel-Kontrast als Symbol des Unverfälschten. Keine Bonbonfarben, die den Blick trüben und die Konturen verwischen lassen. Licht und Schatten als Denkschrift des Details.

Und Details findet man bei jedem Durchblättern immer wieder aufs Neue. Ein Kinderlachen, graziler Alltag, pures Leben, eine Mauerspalte. Und auf jeder Seite die Aufforderung die kleinen grauen Zellen anzustrengen und sich selbst eine Geschichte auszudenken. Bernd Rücker tut dies auch und liefert wie beiläufig eine Geschichte gleich mit.

Zwei Männer – der Eine hätte sich nie zu träumen gewagt diese Stadt, Rom, je besuchen zu können. Der Andere will eigentlich weg, aus familiären Gründen, doch kann sich nicht lösen. Ihre Geschichten bilden den Rahmen um die oft doppelseitigen Bilder. Keine Stadtrundfahrt mit „Schauen Sie links, rechts sehen Sie …“ – nein es sind Spaziergänge, die den Alltag bestimmen und erst bei genauerem Hinsehen diesen zu einem Höhepunkt machen. So wie einst Tom Ripley als er in Rom den Halt suchte, den er brauchte, um sich seinen Häschern stellen zu können. Er durchstreifte schon nach wenigen Tagen die Stadt wie ein alter Hase. So ergeht es auch dem Betrachter dieses Buches.

Wer zum ersten Mal Rom besucht, findet kaum die Zeit den Alltag der Metropole einzufangen. Zu groß das Angebot an Geschichte – jede Ecke erzählt vom einstigen Ruhm des allmächtigen Römischen Reiches. Wer zum zweiten Mal nach Rom reist, holt nach, was er beim ersten Mal verpasst hat. Die ersten Eindrücke Roms bekommen langsam Konturen. Die City impressions Rom vermitteln sofort den Eindruck als kenne man die Stadt am Tiber schon seit Ewigkeiten. Gelato in historischer Kulisse. Espresso vorm Palazzo. Siesta dort, wo es sich einst der Adel gutgehen ließ. Grandezza auf höchstem Niveau für nicht minder höchste Ansprüche.

Bleibt noch die Frage offen, für wen dieses Buch gemacht ist. Für alle, denen Formensprache und Ästhetik nicht einerlei sind. Für alle, die Rom ins Herz geschlossen haben. Für alle, die Rom noch einmal – auch anders – erleben wollen. Für alle, die feststellen mussten, dass Rom doch mehr als Pantheon, Colosseum und Petersplatz ist. Für alle, die Rom nicht nur als Reiseziel betrachten, sondern als Fest für alle Sinne. Die City impressions Rom sind Augenschmaus und Herzschmerz zugleich. Das Auge erfreut sich aufregenden Perspektiven, expressionistischen Einstellungen und grandiosen Bildkompositionen. Das Herz blutet, weil der nächste Flieger gen Roma ohne es abhebt. Wenn es heißt, dass in Rom Licht und Schatten oft eng beieinanderliegen, so hat sich Bernd Rücker dies zu Herzen genommen. Er passt genau den Augenblick ab, in dem das Gut-Und-Böse-Spiel von Hell und Dunkel zur vollen Entfaltung kommt. Das ist der Augenblick, in dem er abdrückt und das Drama seinen Lauf nimmt… Der Leser darf dieses Drama beobachten. Ein Auf und Ab der Gefühle gibt es bei ihm nicht. Es dominiert das Auf.

Dieses Buch einfach nur anzuschauen, ist ein Fest. Doch es reicht nicht. Man muss Rom nun endlich selbst sehen, es schmecken, es in sich aufsaugen. Als Urlaubslektüre empfiehlt sich „Der talentierte Mr. Ripley“. Wer genau liest, erkennt den einen oder anderen Ort aus den City impressions wieder…

Wie immer sind die Bücher in zwei Sprachausgaben erhältlich – deutsch/englisch und französisch/spanisch. Auf der Suche nach dem besonderen Geschenk kommt man nur schwer an diesem Bildband vorbei.

Skandale in Berlin

Skandale in Berlin

Skandale und Berlin. Das passt, wenn man sich die aktuellen Ereignisse um den Flughafen betrachtet. Doch Skandale und (und in) Berlin sind keine Erfindung der Gegenwart. Regina Stürickow reist zusammen mit dem bis ans Ende des 19. Jahrhunderts. Schon damals erschreckten underschütterten Skandale die Hauptstadt.

Und zum Beginn gleich eine saftiger Aufreger: Sex im Königshaus! Doch nicht Wilhelm II. und seine Angetraute sind darin verwickelt – naja irgendwie schon, aber erst im Nachgang, also zumindest er, der Kaiser – sondern seine Entourage, der Adel, die Schmeißfliegen, die sich gern im Glanze des Staatsoberhauptes sonnen. In diesem Falle muss es wohl eher heißen: Sich im Glanze des Kaisers suhlen. Es ist Januar im Jahre 1891. Der Grunewald ist schneebedeckt. Er ist der einzig Jungfräuliche in dieser Geschichte. Über ein Dutzend Männer und Frauen treffen sich zu einer, heute würde man Party sagen. Es wird königlich gespeist. Man ist gesättigt und doch noch hungrig. Der Magen ist gefüllt, das Blut in Wallung, und schon ist man in einer wüsten Orgie. Wer mit wem, wie oft, warum, in welcher Konstellation – das war, ist und bleibt verborgen. Doch dass es stattgefunden hat, daran wird jeder einzelne bald und eindringlich erinnert. Denn schon kurze Zeit später tauchen Briefe auch. Briefe an die Teilnehmer. Wer ist denn nun der Übeltäter? Oder ist es eine Übeltäterin. Charlotte von Hohenau soll angeblich hinter den Briefen stecken. Wenn das rauskommt! Oh je. Doch eine weitere Charlotte, die Schwägerin des Kaisers, hat ihre Finger im Spiel. Ihr ist das (liebs-)tolle Leben ihrer Namensvetterin ein Dorn im Auge. Auch der Zeremonienmeister des Hofes von Kotze – wie er wohl die ganze Sache empfindet? – ist verdächtig. Und wird auch angeklagt. Aber freigesprochen. Es kommt zum ersten Duell. Später folgen weitere. Wenn man ihm etwas anhaben will, ist nun der Zeitpunkt gekommen ihm einen Strick zu drehen. Denn Duelle sind verboten. Doch der Kaiser wiegelt ab. Von Kotze wird zwar nicht verurteilt, doch all seiner Ämter enthoben. Außer Spesen nichts gewesen? Nicht ganz. Die Beteiligten, ob nun bekannt oder nicht, haben einen der ersten Skandale produziert. Dank der Skandalpresse – warum verwendet man dieses eindeutige Wort heute eigentlich nicht mehr? Regenbogenpresse klingt so harmlos! – werden auch die Berliner darüber mehr oder weniger detailreich informiert. Heute würde so ein Skandal nur noch zum Schmunzeln taugen. ’Ne Orgie bei Hofe – na und! Lass sie doch!

Und weiter geht der wilde Ritt durch die Geschichte(n) Berlins. Friedrich Ebert in Badehose, Unterschlagungen und Erpressung – alles Histörchen, die heute in Vergessenheit geraten sind und erst durch dieses Buch wieder ans Tageslicht geholt werden. Und einige kommt einem seltsam bekannt vor: Wetten, Bauskandale … Berlin ist halt immer für einen Skandal gut!

„Skandale in Berlin“ ist das Schwesterbuch von „Verbrechen in Berlin“, beide aus der Feder von Regina Stürickow. Mit akribischer Recherche und einer ordentlichen Portion Neugier ist sie den Skandalen, die Berlin und oft darüber hinaus erregten. Sie skizziert die Gesellschaft der Zeit und zeigt somit dem Leser die Parallelen zur Gegenwart auf. Vieles hat sich seit den ersten Skandalen geändert, so manches ist auch heute noch für einen Skandal zu gebrauchen.

Prag

Prag MM-City

Literatur aus Prag – da klingelt bei vielen das Kafka-Glöckchen: Alles irgendwie ein bisschen verschroben, verwirrend, Nichts für Mal-Eben-Zwischendurch-Ein-Paar-Zeilen-Lesen.

Literatur aus Prag – da klingelt bei erfahrenen Reisenden das Michael-Müller-Glöckchen: Klare gegliedert, immer wieder ein paar „bunte“ (im doppelten Sinne – bunte Meldungen bzw. Hinweise, die farbig unterlegt sind) eingestreute Anekdoten, die, wenn man vor Ort ist mit einem Schmunzeln goutiert. Schließlich ist man der Einzige, der sie kennt, weil man eben einen Reiseband aus dem Michael-Müller-Verlag besitzt und gelesen hat. Selbst Einheimischen kann man mit der einen oder anderen Geschichte noch etwas erzählen.

Michael Bussmann und Gabriele Tröger erweisen auch dem großen Meister – Franz Kafka – ihre Ehre, doch nicht indem sie ihren Reiseband als Rätsel anlegen, sondern als wiederkehrenden Part in ihren zahlreichen Spaziergängen durch die Stadt an der Moldau, die sie so kenntnis- und detailreich beschreiben. Prag ist wohl die Hauptstadt der ehemaligen östlichen Hemisphäre, so es sie denn jemals gab oder noch gibt, die am häufigsten von Deutschland aus besucht wurde und wird. Sie ist das Synonym für Tschechien. Die Architektur der Stadt und der teils noch vorhandene rustikale Charme der Jazzkeller, die knatternde U-Bahn-Ansage, dass man jetzt den Hauptbahnhof erreicht („Hlavní nádraži“) sind die prägendsten, im Unterbewusstsein abgespeicherten Eindrücke von Prag. Oder ist es das süffige Bier, das man mit ein „bisschen fester Nahrung“ zu sich nimmt, das Pistazien-Eis am Rathaus schleckt, um dem mittäglichen Figurenspiel zu folgen, gefolgt vom Gewühl in der Masse im Goldenen Gässchen? Egal, wie man Prag wahrnimmt – es war, ist und wird immer eine pulsierende Metropole bleiben.

Apropos touristische Highlights, die „man gesehen haben muss“. Klar, Altstädter Ring, Hradschin und Karlsbrücke gehören zu Prag wie Bier mit Knedlíčky und Braten. Doch Praha nur darauf zu reduzieren wäre ein Frevel, den der Golem postwendend „korrigieren würde“. Denn der Golem wurde der Legende nach von Rabbi Löw in Prag gestaltet und zum Leben erweckt. Babelsberg und Hollywood haben ihm dann später für ein breites Publikum mit allerlei Tricks lebendig gemacht. Und wenn wir schon bei jüdischen Legenden sind, das Jüdische Viertel mit dem leider viel zu oft maßlos überlaufenen Friedhof, lädt trotz aller Massen zum Verweilen und zum Verschnaufen ein. Gleich am Rathaus vorbei, die Kutschen rechts liegen lassen (für einen Fotostopp reicht’s gerade noch, höflich mal nachfragen, ob man mit den Pferden oder in der Kutsche ein schnelles Bild machen darf lohnt sich), halb links halten und schon ist man in einer anderen Welt. Wenn Schulklassen unterwegs sind, wird’s naturgemäß etwas lauter. Doch das Erinnerungszentrum sorgt schon für eine angemessene Lautstärke. Wem’s trotzdem zu laut ist, der kommt eben später noch einmal vorbei. Sollte man auch.

Eine Millionenstadt wie Prag birgt natürlich eine Menge Schätze in sich. Doch die Prager verstehen es die wahren Schätze zu behüten und nicht so stark nach außen zu tragen wie die Offensichtlichen: Das Brauhaus U flekú war schon vor Jahrzehnten die personifizierte Wiedervereinigung. Hier feierten in entspannter Atmosphäre Bielefelder und Münchner mit Leipzigern und Rostockern… Lokalkolorit ist heute hier nur noch sehr wörtlich zu nehmen. Einheimische sind in der Minderheit, dafür ist der Bierpreis hier doppelt so hoch. Da geht man lieber ins Containall. Hier stehen zwei Container. In dem einen wird ausgeschenkt, was man im anderen wieder entsorgen kann. Ist urig und typisch Prag.

Dieser Reisebegleiter muss mit – egal wie. Knapp dreihundert Seiten, vollgestopft mit dem Prager Leben. Wer das Gewicht reduzieren will, kann sich – Achtung jetzt kommt’s! – kostenlos das Buch aufs Smartphone laden. Einfach den QR-Code scannen und dem in der ersten Umschlagseite angezeigten Code eingeben und schon ist man Prag-Reisender mit Spezialkenntnissen. Ob als Familie, als Single oder in der Gruppe. Ob als Kulturschnüffler, Feierbiest oder Spaziergänger. Ob als Architekturliebhaber, Leckermäulchen oder Geschichtsfanatiker. Prag zeigt gern was es hat. Oft muss man suchen, um das Richtige zu finden. Oft werden einem Sachen als Geheimtipp  angeboten, die eh auf der Hand liegen. Ob man dieses Buch in gedruckter oder digitaler Form nutzt, ist jedem selbst überlassen. Prag sich selbst überlassen, wäre unklug. Besser man hält sich an jemanden, der sich damit auskennt. Und das sind zweifelsohne Michael Bussmann und Gabriele Tröger. Schon beim ersten Durchblättern kann man eine erste Route ohne Probleme zusammenstellen. Mit allem Drum und Dran: Vom Aha-Erlebnis für die Augen – Architektur, auch verborgene Objekte – über die notwendige Wegzehrung – Bier gilt als Grundnahrungsmittel, der Braten als Beiwerk – und Museumsbesuche, Spaziergänge und Ratsmöglichkeiten bis hin zum chilligen Ausklang eines erlebnisreichen Tages – bei Gegrilltem und wie soll es anders sein Bier.

Man weiß gar nicht wo man zuerst hinschauen soll, ins Buch oder auf Prag. Im Zweifelsfall natürlich immer auf das Original…

Berlin – satirisches Reisegepäck

Berlin - Satirisches Reisegepäck

Wer auf Reisen geht, muss einiges in seine Tasche(n) packen. Zahnbürste, Klamotten zum Wechseln, ein Reisebuch (am besten vom Michael Müller Verlag). Wer nach Berlin reist, muss gut zu Fuß sein oder zumindest U-Bahn- und Busfahrpläne lesen können. Und er muss neugierig sein! Tilman Birr war neugierig. Er hatte ein bisschen mehr als Zahnbürste und Klamotten im Gepäck als er Anfang des Jahrtausends (klingt mächtig bedeutsam) nach Berlin zog. Nach Mitte. Wohin sonst. Mitten ins neue In-Viertel, als es jedoch schon diesen Ruf hatte. Die Stadt ist ihm ans Herz gewachsen. Doch die rosarote Brille hat er – wenn er sie denn je aufgesetzt hatte – beiseitegelegt.

Mit seinem satirischen Reisegepäck setzt und hält er der Hauptstadt ein weiteres literarisches Werk und den Spiegel vor. Der Schmelztiegel, der Innovations-Hotspot, der Place to be hat es in sich. Wer sich nicht darauf einlässt, ist verloren. Mit einem lockeren Spruch auf den Lippen bzw. in den Fingern, denn Gedanken werden nicht mehr mit der Feder niedergeschrieben, sondern mit den Fingern ins Laptop, Notebook oder Tablet getippt. Und für alle Puristen gibt es die geistigen Ergüsse nun als Buch zu erhaschen.

Wer des Lesens müde ist, wem dies zu old school ist, der kann am Ende einiger Kapitel den QR-Code laden und sich die Texte vom Autor höchstpersönlich vorlesen lassen.

Das satirische Reisegepäck ist eine wohltuende Ergänzung des ohnehin schon lesens- und reisenswerten Programms des Michael Müller Verlages. Wortgewaltig und manchmal überspitzt dreht Tilman Birr seine Runden durch seinen Kiez, erkundet die Burgerexplosion Berlins, gibt Verhaltensratschläge beim Überqueren von Brücken, zeigt, wo der Berliner noch Berliner sein darf und wo man als Tourist sich nicht als selbiger zu erkennen geben sollte.

Fernab von Langem Lulatsch, ostalgischen Schwärmereien und Touristennepp stößt der Leser auf das lebhaft schlagende Herz einer Stadt, die allzu gern als das größte Dorf Deutschlands bezeichnet wird. Das Buch passt locker in jede Tasche, die Kapitel sind innerhalb von zwei, drei U-Bahn-Stationen zu lesen. Herzhaftes Lachen garantiert und erwünscht. Der Berliner Witz – gibt es ihn überhaupt? – reist immer mit. Schnodderschnauze und Herumnörgeln gehört zu Berlin wie Goldelse und Currywurst. Wer meint nur bei Konnopke seine echte Currywurst verspeisen zu müssen, wird Berlin nie richtig erleben. Derjenige wird auch über den Untertitel nicht lachen können „On se left you see se Siegessäule“. Wer den Witz darin erkennt und ihn gut findet, wird dieses Buch bei jedem Capitol-Trip dabei haben. Poetry Slam für die Arschtasche und tröge Unterweltfahrten!