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Florenz & Chianti mit Siena und San Gimignano

Florenz und ChiantiWillkommen bei „Was bin ich!“ – dem heiteren Destinationsraten aus der ersten Reihe der Reisebücher! Welches Schweinderl hätten’s denn gern? Das Rote oder das Weiße? Das Rote, bitteschön. Machen Sie bitte noch eine typische Handbewegung. Die Handflächen sind aneinander gepresst, öffnen sich nun gleichzeitig im gleichen Winkel.

Der Guido fängt an: Gehe ich recht in der Annahme, dass Sie eine Region im südlichen Europa sind? Ja. Griechenland? Nein! Kloing, schon wandert das erste Fünf-Euro-Stück ins Schweinderl. Und weiter geht’s mit der Marianne. Sind Sie in Italien beheimatet? Ja! Mmmh, da gibt es ja viele schöne Regionen. Ich selbst bin ja gern am Gardasee. Sind Sie der Gardasee? Nein! Und wieder scheppert‘s im Schweinderl. Hans: Das macht es jetzt auch nicht einfacher für mich. Marianne, Du hast recht, Italien ist voller schöner Regionen, in denen man erstklassig urlauben kann. Muss ich weit fahren, um Sie zu besuchen? Bitte nur Fragen, die man mit Ja oder Nein beantworten kann! Entschuldigung, ich bin schon fast im Urlaub. Also gut, sind Sie Sizilien? Nein! Kloing! Annette, bitte! Ich war ja schon oft in Italien. Und in München, wo ich arbeite und wohne, fühlt man sich ja besonders im Sommer wie im Land von Vino und Pasta. Meine Lieblingsregion ist ja die Toskana. Florenz mit seiner reichhaltigen Renaissance-Kultur, den Uffizien, Siena mit dem historischen Palio, der exzellente Chianti und San Gimignano mit dem Palazzo del Podestá. Ich riskiere es jetzt einmal: Sind sie die Toskana? Ein leichtes Kopf-Hin-Und-Her-Bewegen. Jjjjjein! Ja wie jetzt? Ja oder Nein. Der Spielleiter gibt schlussendlich nach und bejaht. Es ist zwar die Toskana, jedoch ein Reiseband über Florenz und Chianti sowie Siena und San Gimignano.

Und im Schweinderl sind genau die 16,90 Euro für dieses Buch.

Wie immer stellt sich nun der Gast genauer vor: Ich bin das jüngste Kind der Italienreisebände aus dem Hause Michael Müller, und der Chef selbst hat mich erschaffen. Nach langer Recherche bringe ich 252 Seiten mit 107 Farbfotos in die Regale. Mein Anliegen ist es die Essenz der Toskana, ja vielleicht Italiens unters Volk zu bringen. Dabei verzichte ich – sehr zum Wohlgefallen vieler Kunden des Verlages – auf die üblichen (verdächtigen) Schemata wie zum Beispiel ellenlange Beiträge zur Renaissance und den ohnehin offensichtlichen Hotspots. Vielmehr hat mein schreibender Vater sein Augenmerk auf die unzähligen Sinnesschmeicheleien abseits der ausgetretenen Pfade gelegt. Er mag’s gern bunt – das sieht man schon am regenbogenfarbenen Buchrücken und den schon erwähnten 107 Farbfotos. Außerdem hat er kleine gelbe Infokästen, in denen die Leser und garantiert baldigen Besucher der Region kleine Anekdoten und Trivia finden. Da steht das, was sonst nirgendwo steht. Wenn man vor Ort kann man so immer etwas mehr erfahren und wissen als die Anderen, die sich genauso erschöpft ob der Pracht der Region kurz niederlassen.

Ich bin ein Sammelsurium an Informationen und echten Tipps für Jedermann, Neun Touren biete ich im Inneren an. Egal ob meine Leser gern essen, sich an Kultur nicht sattsehen können oder einfach nur Italien in seiner schönsten Form erleben wollen – wer mich im Reisegepäck hat, findet sich zurecht.

Gebrauchsanweisung für Rom

Gebrauchsanweisung für Rom_2

Rome – the place to be. Rom, die Stadt der Plätze, an denen man gewesen sein muss, an denen das Leben, das römische Leben spielt. Autorin Birgit Schönau begibt sich mit und für den Leser auf eine aufregende Schnitzeljagd durch die Ewige Stadt. Sie hüpft von Platz zu Platz und gibt mehr als nur ihre Eindrücke wieder. Sie erklärt, warum nie seine Faszination verloren hat und sie auch niemals verlieren kann.

Die Neuauflage des Buches hält zahlreiche neue Kapitel und Anekdoten parat, die den Gebrauchenden, den Reisenden, den Staunenden immer wieder überraschen werden. Wie zum Beispiel die Reportage über die Piazza Vittorio Emanuele. Hier, wo die Welt aufeinander trifft, miteinander lebt, leidet, feiert, so das skurrilste Kaufhaus der Stadt steht. Im MAS können sich Chirurgen einkleiden, Militaria- und Papst-Andenken-Sammler ihr El Dorado finden, Schnäppchenjäger sich austoben. Ganz Rom und seine Besucher werden hier fündig.

Mit Leichtigkeit setzt Birgit Schönau ihrer Stadt – denn seit Jahren wohnt sie hier, an immer wieder neuen Orten – ein leicht verdauliches Denkmal. Sie verzichtet auf das „Da müssen Sie hin“ und „Wer das nicht gesehen hat, kennt Rom nicht wirklich“, nein, sie gibt Rom ein anderes, freundliches, offenes, licht durchflutetes Gesicht. Keine hektische Betriebsamkeit, die jedem Gast die Lust an der Erkundung der jahrtausendealten Stadt nimmt. Mit einem Lächeln im Gesicht schreibt sie Anekdoten nieder, die dem Leser ein ebenso breites Grinsen ins Gesicht zaubern werden.

Diese Gebrauchsanweisung ist für Neuankömmlinge genauso erkenntnisreich wie für erfahrene Hasen. Letztere benötigen nur dieses Buch. Wer Rom noch nie gesehen hat, sollte diese Gebrauchsanweisung gleich neben den Reiseführer liegen haben. Denn wo Reiseleiter ihre Ausführungen beenden müssen, weil der Platz nicht mehr ausreicht, platziert Birgit Schönau ihre Geschichten. Man sollte sich die Zeit nehmen und kurz innehalten, ein bisschen lesen und die Piazza, an der man gerade rastet mit den Augen der Autorin sehen. Vieles erstrahlt nun im neuen, anderen Licht. Rom wirkt bunter, froher, familiärer, wenn man die kurzen Abschnitte aus diesem Buch immer und immer wieder liest. Fast konnte man meinen selbst ein Römer zu sein.

Die Neuauflage besticht durch den Abwechslungsreichtum der Autorin bei der Auswahl ihrer Texte und die Vielfalt der Themen. Von Fußball über Küchendüfte bis zu unverwechselbaren Klängen der Straßen und Plätze. Rom ohne Gebrauchsanweisung zu erkunden – kann man tun. Aber sollte man nie behaupten Rom wirklich zu kennen.

Romeo und Julia

Romeo und Julia

Montague und Capulet. Wer zu den Einen gehört, darf sich nicht mit den Anderen verbünden. Die beiden Familien hassen sich bis ins Mark. Doch das ist Romeo (Montague) und Julia (Capulet) egal. Ihre Liebe zueinander ist stärker als jede Fehde. Aber nicht stärker als der Tod. Verona im ausgehenden 16. Jahrhundert ist der Tatort der berühmtesten Tragödie der Literatur. Heute ein Tummelplatz für alle, die dem Mythos auf der Spur sein wollen.

„Romeo und Julia“ als Schulstoff – ein schwieriges Unterfangen für Lehrer. Den Jungens ist es zu kitschig, sie genieren sich. Die Mädchen sind genervt vom albernen Getue der Jungens.

Ein Erzähler führt durch das Stück, das mit den wichtigsten Stellen des Stückes auf dieser CD dem Hörer nahegebracht wird. Die Inszenierung ist so offen und allgemein verständlich wie geheim die Beziehung von Romeo und Julia. Junge Schauspieler besetzen die Rollen und geben dem Stück den modernen Rahmen, den es verdient. Wer bei Quizshows immer die Augen verdreht, wenn die Fragen sich um die Tragödie drehen, wird ab sofort mit einem Lächeln diese beantworten können. Denn „Romeo und Julia“ ist kein Hexenwerk, kein verzwicktes Konstrukt, das nur Theaterleute verstehen. Es ist der Beginn des modernen Theaters. Und nicht wenige Liebesgeschichten haben dieses Schicksal als Basis.

La bohème

La Bohème

Bohème – wie wundervoll altertümlich, vertraut und melancholisch das klingt. Die Betroffenen selbst könnten sich auch ein anderes Leben vorstellen. Rodolfo und Marcelo geht es nicht anders. Arme Künstler, das sind sie. Glücklich? Naja, zeitweise sind sie es. Immer dann, wenn Brennholz da ist. Oder, wenn das Magenknurren wieder einmal gestillt werden kann. Oder, wenn sie mit ihren Liebsten beisammen sind. Doch das Schicksal meint es nicht gut mit ihnen und den auserwählten Damen. Hinzu kommen noch Stolz, falsch verstandene Fürsorge und Eifersucht. Giacomo Puccini verzaubert mit seiner Oper jeden Besucher. Zu Beginn des Jahres 2010 wurde die Oper unter die Top Ten der besten Opern gewählt. Wer den Einstieg ins Opernfach sucht, kommt an „La Bohème“ nicht vorbei. Die gängigen Melodien sind auch für ungeübte Ohren ein Wohlklang.

Und für kleine Opernfreunde und –einsteiger ist diese CD ein wahres Goldstück. Denn zwischen den Gesangspassagen erklären die Darsteller, was nun kommen wird. Kein Lehrerunterton, vielmehr gesprochene Passagen, die das Kommende (wer spricht schon perfekt Opernitalienisch?!) erläutern. Denn gerade Opernneulinge – egal welchen Alters – können sich an den Arien und Melodien erfreuen, der Handlung jedoch kaum folgen. Werdas immer noch als Ausrede benutzt sich Opern zu verweigern, bekommt mit dieser CD ein stimmungsvolles Gegenargument.

Alessandro und Assunta

Alessandro und Assunta

Eine echte Eisenbahnerdynastie, die Familie Asor Rosa. Nur Alberto schlägt ein wenig aus der Art, er ist Autor. Und nun schreibt er die Familiengeschichte nieder. Und so ganz nebenbei auch die Geschichte Italiens, zumindest einen Teil davon.

Alessandros Verwandte wandern teilweise aus. Nach Amerika. Aus Enrico wird Henry, und bleibt es. Er selbst gehört in die Reihe seiner Familie, die sich bei aller Verbunden- und Zerrissenheit, die durch einen einzigen Punkt für Immer und Ewig miteinander verwoben sind: Das A am Anfang des Namens. Alessandro. Es scheint fast logisch, dass er sich Assunta zur Frau nimmt. Sie stammt aus der Gegend um Ancona (!). Dort war Alessandro einst stationiert. Damals, als er im Krieg kämpfen musste. Beziehungsweise kommandieren. Beides behagte ihm nur theoretisch, praktisch widersprach es seiner Natur.

Nachdem die Kanonen ruhen, trifft er endlich Assunta. Die Frau, die sein Leben bereichern wird. Er findet rasch eine Anstellung bei der Staatlichen Bahngesellschaft und engagiert sich bei den Sozialisten und der Gewerkschaft. Als die Faschisten die Macht übernehmen, ahnen er und seine Frau die drohende Gefahr. Doch auch dieses düstere Kapitel übersteht die Familie.

Wer denkt, die weibliche Hauptfigur bewegt sich zwischen Carbonara und „Dio mio“ irrt. Vielmehr jongliert Alberto Asor-Rosa zwischen Palindrom und liebevoll erzählter Familiengeschichte. Alessandro und Assunta sind seine Eltern. Einfache Menschen mit Träumen, erfülltem Leben und den ganz normalen Sorgen. Der Autor kleidet seine Familiengeschichte in ein außergewöhnliches Gewand: Das des Jahres. Jeder Monat ein Abschnitt des Lebens und der Familie und der Zufälle. Nach dem Dezember kommt nichts mehr. Außer Bilanz zu ziehen.

Weniger emotional als rational folgt Alberto Asor Rosa den Spuren seiner Familie. Das Buch kann man auf verschiedene Arten lesen. Zum Einen eine Familiengeschichte, die fast ein ganzes Jahrhundert umspannt. Zum Anderen die Geschichte Italiens anhand der Asor Rosas. Beide Sichtweisen sind auf ihre Weise spannend und interessant zu lesen. Keine Gefühlsduselei, keine überflüssigen und abgedroschenen Floskeln, vielmehr eine Abrechnung mit der eigenen Vergangenheit.

Mondo Veneziano

Mondo veneziano

Jeder, der außerhalb(!) einer Touristengruppe Venedig für sich entdeckt, hat unweigerlich das Gefühl ein Buch z schreiben. Und so verwundert es nicht, dass es über die Lagunenstadt – neben Paris und Rom – die meisten gedruckten Reiseimpressionen gibt. Von grandiosen Bildbänden wie „City impressions Venedig“ über Reisebände wie „MM City Venedig“ bis hin zu historischen Aufarbeitungen wie „Venedig erobert die Welt“.

Heidrun Reinhard hat die Herausforderung angenommen und ein weiteres Buch dieser prachtvollen Reihe hinzugefügt. Und das mit Erfolg! Denn „Mondo Veneziano“ gehört wie die eingangs erwähnten Bücher ebenso zur Pflichtlektüre eines Jeden, der Venedig auf eigene Faust und mit fundiertem Wissen erkunden will. Sie nimmt den Leser mit auf eine Reise vorbei an den Palästen der Stadt. Übrigens erkennt man Touristen und Gäste daran, dass sie die Häuser der Stadt, von den Einheimischen meist nur „Ca‘“ genannt, auch wirklich als Paläste bezeichnen.

„Menschen und Paläste am Canale Grande“ lautet der Untertitel des Buches. Die Paläste, oder „Ca‘“, sind hinlänglich bekannt bzw. für jedermann leicht zu erreichen. Man kennt sie aus Reportagen, aus Büchern und vom Vorbeigondeln. Dass sie Geschichte in sich bergen, ist auch jedem klar, der sich nur ein wenig mit der Geschichte der Serenissima beschäftigt hat. Doch welche Geschichten sich darin zutrugen, wer sie erbaute, wer wem an die Wäsche wollte, das sind die Geheimnisse, die in diesem Buch so eindrucksvoll und lebendig beschrieben werden.

Die alte Dogenmacht Venedig war im Mittelalter ein ernst zu nehmender Handelsriese. Ein global player, der überall auf der Welt seine Finger im Spiel hatte. Von Konstantinopel über die Adria gehörte mehr als nur der Mittelmeerraum zum Einzugsgebiet der venezianischen Handelshäuser. Auch die Deutschen hatten hier eine Niederlassung, ein deutsches Haus, in dem täglich so viel umgesetzt wurde wie ein durchschnittlicher venezianischer Mittelständler sonst in einem Jahr verdiente. Hier wurde kaum produziert, dafür aber umso mehr ge- und verkauft. Die Dogen und auch der zehnköpfige Rat der Stadt, die Regierung, ließen sich ihre erbaulichen Ideen etwas kosten. Als Tourist kann man heute nur noch die Pracht der Stadt vor fünf-, sechs-, siebenhundert Jahren erahnen. Aber das reicht schon, um sich verzaubern zu lassen.

Dass Venedig nicht nur glorreiche Zeiten erlebte, zeigt Heidrun Reinhard, die die Stadt als ihre zweite Heimat bezeichnen darf, in der zweiten Hälfte des Buches. Denn an die Spitze gelangen, ist bei Weitem einfacher als diese zu behaupten. Als Konstantinopel in die Hände der Araber fiel, schwanden auch der Ruhm und der Einfluss Venedigs. Bis die Intelektuellen und Künstler Venedig wiederentdeckten. Verdi, Wagner, Thomas Mann – sie alle setzten der Lagunenstadt ein weiteres Denkmal. Die Venezianer sind ja in Sachen Denkmäler setzen nicht so spendabel.

„Mondo Veneziano“ ein Buch für alle, die Venedig nicht nur als Tages- oder gar nur Stundenausflug erleben wollen. Schon vor dem Besuch weiß man – gefühlt – mehr als so mancher Einheimischer. Vor Ort ist man der kundige Betrachter, der sich von keinem Reiseleiter etwas vormachen lässt. In Erinnerungen schwelgend nimmt man dieses Buch immer wieder gern zur Hand und stimmt Seite für Seite kopfnickend zu: Venedig ist mehr als nur eine Reise wert!

Lesereise Apulien

Lesereise Apulien

Deutschen Sprichworten mangelt es häufig nicht an Doppeldeutigkeiten bzw. doppelten Bedeutungen. Wer als in einen Haufen tritt, hat nicht nur buchstäblich die „… am Hacken“, sondern auch – so will es die Tradition – Glück. Wenn Letzteres stimmt, muss Apulien bzw. müssen die Menschen in Apulien die Glücklichsten der Welt sein. Denn sie leben am Stiefelhacken Italiens. Eine Milchmädchenrechnung, zugegeben. Doch Stephanie Bisping hält diesen Mythos mit ihrer „Lesereise Apulien“ aufrecht und befeuert ihn noch zusätzlich.

Einzigartige Natur, stets sonniges Wetter, freundliche Menschen und eine verwöhnende Küche – als Tourist wähnt man sich hier den Garten Eden. Stephanie Bisping ist angetan von Apulien. Beim Leser dauert es noch ein wenig – erst alle Seiten lesen. Das Ergebnis ist dasselbe. Liebe geht durch den Magen. Auch und besonders die zu Apulien. Gleich mehrere Kapitel widmen sich der den angebauten Produkten. Olivenbäume werden über hundert Jahre alt. Sie sind oftmals der Familienschatz, der das Überleben von Generationen sichert. Und somit sind sie auch das Objekt der Begierde von denen, die sie so sehr begehren. Olivenbaumklau – ein Straftat, die man hierzulande nicht kennt.

Wenn Stephanie Bisping von Kochkursen, unter anderem für Kinder, spricht, schwingt immer eine Spur Sehnsucht mit. Orecchiette, die kleinen Öhrchennudeln oder eine andere Pasta, Pizza – damit kann man immer punkten. Für die Erwachsenen schwärmt die Autorin von Oliven und Mozzarella oder erzählt die Geschichte eines Fischers, der heute nur noch zum Vergnügen aufs offene Meer hinaus fährt, um aus Spaß an der Freude zu fischen. Er hat Viele und Vieles kommen und vor allem gehen sehen. Sein Arbeitsalltag war hart und ehrlich. Kein technischer Schnickschnack half ihm den Fang einzufahren. Beobachtungen, Traditionen und Erfahrungen halfen ihm seinen Unterhalt zu bestreiten. Heute sind die Meere fast leergefischt.

Weltweiten Ruf erlangten die Trulli von Apulien. Diese eigenartigen Zipfelmützen-Häuschen, die ganze Landstriche ihren unverwechselbaren Glanz verleihen. Die schlichte Bauweise hat ihren Grund. Sobald der Steuereintreiber kam, wurde ein Stein entfernt, das Haus fiel in sich zusammen und schon war der Steuereintreiber überzeugt, dass hier nichts zu holen ist. Heute gehören sie zum UNESCFO-Weltkulturerbe.

Lesend die Welt erobern, ist das Anliegen der Lesereise-Reihe. Stephanie Bisping hat bisher einige Bücher dazu beigetragen. Estland, die Normandie und Bretagne, die Emilia-Romagna, die Malediven und nun der glücklichste Süden der Welt, Apulien. Ihre leidenschaftlichen Reportagen sind das Salz in der Reisesuppe eines jeden Lesers. Einziges Haar in der Suppe: Man kann sie nicht einfach durchlesen: Immer wieder muss man absetzen und seinen eigenen Träumen Platz einräumen. Das ist durchaus zu verschmerzen. Oder?!

Gebrauchsanweisung für Mailand

Gebrauchsanweisung Mailand

Zwei tolle Jahre für Mailand: 2015 die Expo, 2016 das Champions League Finale in San Siro. Klar, dass da so mancher auf die Idee kommt der lombardischen Hauptstadt einen Besuch abzustatten. Die Stadt, in der Shopping-Event und Kultur-Overkill zusammen gehören wie Pizza und Vino. Das ist nicht alles? Echt? Henning Klüver hat da noch ein paar andere Tipps parat. Er weiß wie man die Stadt für sich einnimmt. Denn er lebt hier, seit über zwanzig Jahren.

Henning Klüver hat auch gleich das Einzigartige an Mailand ausgemacht, ohne das die Stadt ihr Antlitz verlieren würde: Den Dom. Ohne Inter und ohne den AC Milan wäre Mailand noch zu verkraften. Aber ohne den Dom wäre Mailand … nichts. Der Dom ist aber nicht einfach nur ein Gotteshaus mit einer mehr als sehenswerten Architektur. Man kann ihn sogar besteigen. Dann fühlt man sich wie im Panoptikum. Dutzende und Aberdutzende Figuren weisen den Weg über die Dächer der Stadt. Siehe Titelbild.

Den Vergleich mit Rom muss Mailand nicht scheuen. Es ist ein bisschen enger als in der Hauptstadt. Rom ist vielleicht schöner, reicher an Geschichte. Doch – und da sind sich alle Mailänder einig – zum Arbeiten zieht es die meisten nach Mailand. Aber als Tourist will man von Maloche nichts hören und so schiebt Henning Klüver den Leser sanft weiter durch die Stadt.

Da Mailand flächenmäßig eine kleine Stadt ist, kann man vieles schnell erreichen. Eine Fahrt mit der Straßenbahn bietet sich da an. Und schon ist man im nächsten Klischee. Mailand, die Elegante. In der Linie Eins sind die Türen aus Teak gefertigt. Seit sechzig Jahren rattert sie durch die Stadt und quietscht vergnügt im die Ecken. Teak! Ja, Teak in der Tram. Das nennt man dann wohl Lebensqualität. Doch auch Bausünden finden sich hier. Doch die Mailänder haben sich daran gewöhnt und machen sich einen Spaß daraus den Gebäuden passende Namen zu verpassen. Da gibt es das Haus mit Hosenträgern, die Krumme, die Bucklige und die Gerade.

Dieses Buch hetzt den Leser nicht durch die Stadt a Olona und Lambro. Vielmehr ist es über zweihundert Seiten langer Spaziergang durch Mailand, der einem stetig fließenden Wissensfluss ähnelt. So umfassend und detailreich wurden bisher nur wenige Städte vorgestellt.

Henning Klüvers Gebrauchsanweisung für Mailand ist ein doppelter Gewinn für den Leser. Nicht nur, weil auch die umliegende Region vorgestellt wird, sondern, weil es Wegweiser und Reiseführer in Einem ist. Der Autor stellt Orte vor, die man gesehen haben muss, bringt sie aber immer in Verbindung mit den Menschen, die diese Orte geprägt haben. Leonardo da Vinci und Guiseppe Verdi sind ebenso präsent wie hierzulande unbekannte Publizisten und Blogger, die ihrer Stadt wortgewaltig ein Denkmal setzen. Es empfiehlt sich dieses Buch in Milano immer dabei zu haben. Bei einer kurzen Rast lohnt es sich immer wieder einen kurzen Blick ins Buch zu werfen.

CityTrip Mailand und Bergamo

Mailand CityTrip

Mailand, Milano, gehört zu den Städten, von denen man selbst ohne einen einzigen Besuch meint, sie zu kennen. Doch geht es an die Reiseplanung stellt man schnell fest, dass nur Bruchstücke bereits bekannt sind. 2015 war das große Jahr der Lombardei-Metropole. Eins Komma Drei Millionen Menschen leben hier und selbst sie wissen nicht alles über ihre Heimat. Den Dom, die Scala und die Einkaufswelt der Galleria Vittorio Emanuele II sind auch Besuchern, die noch nie hier waren ein Begriff.

Doch Mailand nur auf diese drei Hotspots zu beschränken, wäre frevelhaft und würde selbst dem kürzesten Kurztrip nicht gerecht werden. Jens Sobisch stellt in seinem Reisebuch CityTrip Mailand und das nahegelegene Bergamo vor, so dass jeder Besuch zu einem Erlebnis wird.

Einfach mal kurz durchblättern und das ganze Ausmaß des kommenden Urlaubs wird sichtbar: Kurze Verhaltensregeln (Stichwort bella figura), Tipps für Herz und Magen sowie ein farbig untermaltes Textfeld mit der unerwarteten Überschrift „Mailand preiswert“. Ja, auch das ist möglich. Wenn das überteuerte Image der Stadt bisher einige abgehalten hat Mailand zu besuchen, wird hier nun auch diesem Vorurteil ein knackiges Ende gesetzt. Wer zum Beispiel ein 24-Stunden-Ticket erwirbt, spart schon mal – je nachdem wie häufig er die öffentlichen Verkehrsmittel benutzt – ab der vierten Fahrt bares Geld. Denn es kostet nur dreimal so viel wie ein „normales Ticket“. Und wer sich vor Reisebeginn die Mühe macht das Internet zu durchforsten, wird feststellen, dass zahlreiche Museen und weitere Sehenswürdigkeiten an bestimmten Tagen einen kostenlosen Eintritt offerieren. Das Gesparte kann man dann getrost in primo und secondo anlegen. Denn wie der Autor zu berichten weiß, ist es üblich in den (besseren) ristorantes zwei Gänge zu bestellen. Und wo am besten? Das gibt er auch gleich noch bereitwillig preis.

Wer seinen Erstbesuch am Dom beginnen will – den findet man sicher am ehesten in der gewaltigen Stadt – wird es zu schätzen wissen, dass sich die Tipps nicht nur auf das Areal direkt herum beschränken. Links, rechts und hindurch erkundet man mit dem kleinen praktischen CityTrip Mailand die Stadt und fühlt sich wie ein sanfter Eroberer. Und so gelangt man von einem Highlight zum Anderen. Der dem Ende des Buches beigefügte Stadtplan zeichnet einem als Besucher aus und führt sicher ans Ziel. Auf der Rückseite ist die Innenstadt noch einmal detaillierter kartographiert.

Der „CityTrip Mailand und Bergamo“ ist der allzeit bereite und willige Helfer in einer der aufregendsten Städte Italiens und Europas. Bei so viel Information muss man allerdings achtgeben, dass man nicht vergisst den Kopf zu heben und die Stadt Eins zu Eins aufzusaugen. Denn nur sie kann mehr erzählen als das Buch…

smart Italienisch

smart italienisch

Kommt Ihnen das bekannt vor? „Ich, äh, bondschorno, hätte gern drei Brötchen … äh Brötchinos“, prego“. „Schatz, das heißt Panini!“. „Quatsch, das sind die Alben, die ich seit der WM 74 sammle. Panini, also weißt Du?!“. Tja, hätte er mal lieber jemanden gefragt, der sich damit auskennt. Nein, nicht die Übersetzungs-App auf dem Handy – die liefert nur einzelne Wörter. Wer Italien als Urlausbland erwählt hat, sollte zumindest ein paar Brocken Italienisch beherrschen. Leider sind Sprachführer immer etwas zu groß geraten oder zu unübersichtlich oder nur nicht gebrauchter Ballast auf Reisen. Und die ganz kleinen Sprachführer, kommen über „Ciao“ und „Ti amo“ nicht hinaus. Es kann schon ziemlich nervenaufreibend sein, den richtigen Sprachführer zu finden.

Dabei ist es so einfach: Klein, so klein, dass die Ausrede „Der passt nicht in meine Hosentasche“ nicht mehr zieht. Rot, Rot mit einem roten Fiat vorn drauf. Und wer’s gern original haben will, mit mp3-Download aller Audiotracks. Gratis! Das ist sozusagen das Vorspiel.

Zur Einstimmung auf die für viele melodischste Sprache der Welt gibt es ein paar einführende Worte inkl. Aussprache und Handhabung des Buches. Und dann geht’s schon los: „Non La capisco.“ Ein Satz, den man anfangs öfter benutzen wird. „Ich kann Sie nicht verstehen.“ Wenn man diesen Satz fehlerfrei aussprechen kann, hat man schon mal gewonnen. Denn dann ist das Eis gebrochen. Apropos Eis. Nach de colazione und der obligatorischen Pasta zur Mittagsstunde erfrischt ein gelato ungeheuer. Vielleicht fragola? Oder doch lieber limone?

Nochmal zurück zum Mittagstisch. Die Sonne prasselt erbarmungslos hernieder. Das acqua läuft in Strömen über den Körper. Und das Essen? È freddo! Das möchte man dann doch lieber mandarlo indietro, zurückgehen lassen. So ganz banale Dinge wie die Nahrungsaufnahme, und schon kann man sich im gediegenen Italienisch ausdrücken. Nur einmal das Buch aufschlagen! Tutto molto semplice. Ganz einfach.

Dieses Buch immer dabei zu haben, erleichtert sich das Zurechtfinden und nimmt ein wenig die Angst vor dem Fremden. Es vor lauter Aufregung in der Hand zu kneten, bringt nichts. Man muss schon reinschauen, um stets ein freundliches Ciao, per favore, prego, grazie zu ernten. In einer Erholungspause bietet es sich regelrecht an etwas Italienisch zu büffeln. Allerdings mit Spaß! Und wer immer noch nicht überzeugt ist, der sollte den Preis mal umrechnen, also in Lire. Das waren mal 12.000 Lire. Jetzt nur knapp sechs Euro. Wenn das kein Argument ist…

Und in Zukunft heißt es dann „Vorrei tre panini, per favore“. Es ganz einfach, wenn man den richtigen Sprachführer hat. Dann gibt es auch kein mitleidiges Schulterklopfen mit einem „Hier, nehmen Sie meinen Hueber!“.