Südtirol und Trentino

Hat man sich erst einmal daran gewöhnt, dass in Italien durchaus auch deutsch klingende Namen (von Orten) gebräuchlich sind, stellt sich ziemlich schnell ein ausgeprägtes Italienurlaubsglücksgefühl ein. Denn das weiche Bressanone klingt doch viel italienischer als das harte Brixen. Aber das sind nur Augenaufreißer, die sich schnell wieder verflüchtigen, wenn man erstmal in die beeindruckende Natur Südtirols eingetaucht ist.

Und um das auch wirklich ganz und gar erleben zu können, ist es wichtig zu wissen, was man sehen muss, und was auf gar keinen Fall verpassen darf. Gunnar Strunz ist hierfür der richtige Wegweiser und sein Reiseband „Südtriol Trentino“ das prall gefüllte Reisewissenspaket, das als Schwergewicht nicht zur Last fällt.

Die Regionen Vinschgau, Meran, Bozen, Eisacktal, Pustertal, Südtiroler Dolomiten und Trentino werden so ausführlich beschrieben, dass Scheitern oder gar Auslassen von wichtigen Sehnsuchtsorten ausgeschlossen wird. Auf über 500 Seiten – der Urlaub beginnt also schon viel früher vor dem Abflug – werden ausführlich und reich bebildert Orte vorgestellt, die man eventuell schon von so mancher Wintersportübertragung aus dem Fernsehen kennt oder aus vereinzelten Heimatfilmen. Vielleicht sind es ja sogar diese Filmausschnitte, die einem dazu brachten Südtirol und Trentino zu besuchen.

Endlose Wanderungen (die natürlich nicht endlos sind, sondern doch irgendwann enden müssen, auch wenn man es sich nicht wünscht) beispielsweise entlang des Avisio sind gespickt mit Zwischenhalten, um die Seele baumeln zu lassen und Augen und Beine zu entspannen. Man gelangt hier auch zum Lago di San Pellegrino. Eine Umrundung dauert nicht einmal eine halbe Stunde. Im Sprudelwasser kann man hier nicht baden, das ist lombardischen Ursprungs – da muss man sich schon rund drei Stunden ins Auto setzen und Richtung Südwesten fahren.

Wenn man doch motorisiert unterwegs ist, so sind sämtliche Hinweisschilder auf Italienisch und Deutsch verfasst. Wer weiß schon, dass Vipiteno auch als Sterzing bekannt ist?! Und je ländlicher es wird, kommt auch noch ladinisch hinzu. Eine Sprache, die stellenweise vertraut klingt, doch im Gegenzug schwer verständlich ist. Aber das gibt sich schnell, wenn man den empfohlenen Routen des Buches folgt man sich der Umgebung hingibt.

Dieser Reiseband ist ein Leisetreter. Kaum merklich wird man dazu verführt Südtirol, Trentino zu besuchen. Die Angst, sich hier zu verlieren, verschwindet hinter der Aufregung vor den unzähligen Abenteuern, die man hier noch erleben kann. Überraschungspaket mit Erlebnisgarantie.