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Das schmutzige Geld der Diktatoren

Das schmutzige Geld der Diktatoren

Kaum eine Nachrichtensendung auf der Welt kommt ohne die schlechten Nachrichten aus. Keine Sendung ohne Mord, Gewalt und schlechten Prognosen. Auch Namen werden genannt. Jeder kennt sie, staunt über ihr riesiges Vermögen und was sie damit für jeden sichtbar, veranstalten. Doch ist es wirklich so offensichtlich, das Geld der Anderen, der da oben? Das Geld der Diktatoren? Der Schurken? Wohl eher nicht. Denn da würde ja auch jeder wissen, wie das Geld sich binnen kurzer Zeit so enorm vermehren konnte. Legal ist das bestimmt nicht passiert…

Wenn man sich die Liste der reichsten Männer der Welt anschaut, so sind dort mehr oder weniger berühmte Firmeninhaber wie Bill Gates von Microsoft vertreten, Ölbarone und Stahlfabrikanten, aber auch sehr viele Personen, deren Geschäftsfeld so verzweigt ist, dass Forbes – das Magazin, das jährlich diese Liste erstellt – es nur mit dem Wort „investments“ betiteln kann. Durch geschicktes Investieren das Geld maximal vermehren, und das mit dem geringstmöglichen Aufwand. Maximalprinzip nennt das der Fachmann. Davon träumt so mancher Kleinanleger. Doch bei denen bleibt es oft beim Traum.

Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion haben sich viele Staaten neu gebildet. Man kennt die Namen vom Hören-Sagen. Manch einer weiß vielleicht sogar wo sie im Atlas zu finden sind. Aber so richtig wissen die meisten doch gar nicht, was in Aserbaidschan, Georgien, Tadschikistan oder Kirgisien vor sich geht. Der Glanz der arabischen Ölstaaten lenkt von den humanitären Problemen vor Ort ab. Woher das Geld stammt, mit dem ganze Städte aus dem unfruchtbar geglaubten Boden gestampft wurden, ist unklar. Florian Horcicka beleuchtet die dunklen Machenschaften der Diktatoren und zeigt mit einfachen Worten dem Leser, woher das Geld kommt, wie es gewaschen wird und wie schwer es ist den Handlangern das Handwerk zu legen. Die Liste der Initiatoren und ihrer willigen Helfer ist lang und liest sich in Teilen wie das Who-Is-Who der internationalen Politik und Finanzwirtschaft – von Gaddafi, den Clans der Marcos‘ und Duvaliers über Berlusconi, Schröder, Blair, Sarkozy bis hin zu den Potentaten Indonesiens, Syriens, Tunesiens. Alle an den Geschäften Beteiligten machten ihren Reibach, Diktatoren wie Vertreter demokratischer Länder. Die Zeche zahlt … na wer schon?

Florian Horcicka nennt Ross und Reiter. Die Nennung der Namen verursacht ein „ich hab’s ja schon immer gewusst!“ – die Weg des Geldes rufen Staunen und Ahas hervor.

Steuerberater, Wirtschaftsanwälte und günstige Gesetze (und behäbig arbeitende Behörden) beispielsweise in Österreich, der Schweiz und Liechtenstein (aber auch Deutschland) ergeben eine Mischung, die es skrupellosen Anlegern erlauben Renditen zu erzielen, die Otto Normalverbraucher niemals erreichen kann. Diese Geflechte versucht Florian Horcicka aufzudröseln.

Dem Autor wurde Geld geboten, damit dieses Buch nicht erscheint – erfolglos! Wer reist, sollte das Land kennen, das er besucht. Politisch korrekt zu reisen, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Überall auf der Welt sitzt mindestens einer, der mit nicht ganz rechtschaffenden Mitteln zu Reichtum gekommen ist und dadurch Macht und Einfluss gewonnen hat. Deswegen aber gleich komplett auf Reisen und fremde Kulturen zu verzichten, ist der falsche Weg. Denn nur weil eine sehr kleine herrschende Clique scheinbar eine ganze Region in Verruf bringt, muss man nicht auf das natürliche Recht auf Bildung verzichten. Dieses Buch schärft den Blick für die Ungereimtheiten des Weltenlaufes. Und das ist schon eine Menge wert!

Einziger Nachteil: Das Buch sollte nicht in jedes Urlaubsland mitgenommen werden…

Die Magie des Südens

Die Magie des Südens

Wenn man den Atlas betrachtet, gibt es wirklich nur wenige Destinationen, die alles bieten: erhabene Berge, besänftigendes Meer, pulsierende Städte, eine reichhaltige Kultur. Spanien in der privilegierten Lage eines dieser Länder zu sein. So umfassend das Land, so prall gefüllt ist auch dieses Buch.

Edwine Bollman und Peter Rieprich waren oft und lange in Spanien. Zeitweise leben sie dort. Es sind also echte Kenner. Und das merkt man mit jedem Wort. Die Reise beginnt auf Tabarca, der kleinsten Mittelmeerinsel Spaniens. Kaum bekannt und unberührt, eher was für Tagesausflügler. Die beiden Autoren machen für den Leser Geschichte erlebbar. Wuchtige Festungsbauten und leichter Müßiggang verbinden sie zu einem kurzen Erlebnisbericht, der o manchen staunen lässt.

Bilbao und Barcelona nehmen sie anders wahr als so mancher Besucher. Guggenheim und Sagrada familia – klar daran kommen auch die beiden nicht vorbei – sind für sie Ausgangspunkte für Ausflüge in die Kulturgeschichte.

Doch auch menschliche Schicksale gehören für die beiden in ein Buch über Spanien. Wenn auch die Geschichte für die Protagonistin nicht gut ausgeht (ie wird beim Hausverkauf kräftig übers Ohr gehauen), so ist sie Teil der besonderen Magie des Südens. Dieses große Wort Magie, das so oft überstrapaziert wird, verwandelt sich aus der Feder der Autoren in greifbare Faszination. Selbst wer noch nicht den Orangenduft in den Gassen vernommen oder bei einer der zahlreichen Prozessionen teilgenommen hat, wird schlagartig in die Szenerie versetzt. So ganz nebenbei geben die beiden Tipps wann welche Region am besten zu bereisen ist. Valencia zum Beispiel sollte man Mitte März besuchen, wenn es hier an allen Ecken und Enden knallt und zischt. Fallas nennt sich das mehrere Tage dauernde Fest und versprüht schon beim Lesen so viel Lebensfreude, dass man zwischen den Einheimischen gar nicht mehr als Gast fühlt.

Überraschende Begegnungen lautet ein Teil des Untertitels. Wer Spanien nicht kennt, wird mit einem Lächeln das Buch beiseitelegen. Lächelnd, weil man nun beruhigt und gut vorbereitet den nächsten Urlaub plant. Und der führt einen nach … Spanien.

Ein letzter Tag Unendlichkeit

Ein letzter Tag Unendlichkeit

Na das ist doch mal eine Einladung! Eine Schifffahrt auf dem Zürichsee. Die Einladenden versichern dem Eingeladenen die ungeteilte Zuneigung der Damen. Ein jeder wird seine Dulcinea dabeihaben. Welch prachtvolles Wort für Freundin! Klingt ein bisschen anrüchig, oder?! Nun ja, es mag an der Zeit liegen, in der dieser Roman spielt. Juli 1750. Es mag aber vielleicht auch an der Gesellschaft liegen, die die Ungeziemtheit vergessen machen lässt. Der der Eingeladene ist Friedrich Gottlieb Klopstock, mit Mitte zwanzig schon ein gefeierter Dichter. Die Fahrt soll in die Geschichtsbücher eingehen…

Die Gesellschaft versammelt sich am Ufer des Sees. Alle sind gespannt auf den Dichterfürsten. Treten von einem Bein aufs Andere. Dann kommt er. Aufgebrezelt. Mit Perücke. Ein bisschen dandyhaft. Er genießt es bewundert zu werden. Und ein bisschen freut er sich auch auf das versprochene Rahmenprogramm…

Die Gesellschaft besteht auf honorigen Bürgern Zürichs, allesamt mit tadellosem Ruf. Das Boot legt ab, der Tag kann beginnen. Alle hängen an den Lippen Klopstocks. Der fabuliert, sinniert, sinniert. Feuchte-Augen-Garantie bei den Damen, stolz geschwellte Brust bei den Herren. Und ein jubilierendes Herz beim Gast. Denn er hat Anna Schirz ins Visier genommen. Dem Liebreiz der jungen Dame ist ab dem ersten Zusammentreffen verfallen. Unerhört, denn die junge Dame ist nicht allein gekommen. Hartmann Rahn ist ihr eigentlicher Begleiter, aber auf der Einladung stand ja …

Schlussendlich „bekam“ keiner der beiden Anna Schinz. Rahn wurde später Klopstocks Schwager und der Schwiegervater des Philosophen Johann Gottlieb Fichte.

Oft hapert es bei historischen Romanen an der Detailgenauigkeit. Lucien Deprijck richtet anhand der unwiderruflichen Fakten dieses Sittengemälde auf. Zwei Kapitel, gibt er zu, sind nicht verbürgt. Der Rest … der Rest hat sich genauso zugetragen. Wenn man dann noch Klopstocks „Fahrt auf der Zürcher See“ liest (zu finden auf der Homepage des Verlages), bekommt man eine ziemliche genaue Vorstellung von diesem historischen Tag im Zürich des Jahres 1750.

Natürlich süß und himmlisch lecker

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Wer kann schon an einem himmlischen duftenden Gebäck vorbeigehen? Wenn der Duft von frischem Teig, von leckeren Früchten von exotischen Gewürzen einem in die Nase steigt, meldet sich sofort der Magen. Er knurrt, er verlangt nach Besänftigung. Leider haben die Leckereien einen ungewollten Nebeneffekt. Eine Sekunde im Monat, ein Leben lang auf den Hüften. Oh wie gern würden wir durchgehend schlemmen?! Und das gesunde Zeug schmeckt nicht! Pah, falsch! Es schmeckt doch! Und wie! Ditte Ingemann beweist, dass süß und lecker mit gesund und schlank bleiben einhergehen können.

Der Diätwahn der Neuzeit hat dazu geführt, dass sich der Eine oder Andere so manche süße Belohnung verkneift. Das führt dazu, dass die Hose vielleicht ein paar Wochen länger nicht kneift, der Kopf jedoch anhaltend nach Belohnung ruft. Was nützt es einem, wenn man zeitgemäß schlank durchs Leben läuft, jedoch im Kopf ausgebrannt ist und stets Gefahren aus dem Weg gehen will / muss? Nichts!

Ditte Ingemann hat in ihrem sehr persönlichen Buch (auf Seite 9 weiß der Leser was die Autorin im Küchenschrank hat) einige Diäten und Hilfsmittel zusammengefasst, die dem süßen Leben Tür und Tor öffnen. Und diese Sachen findet man in fast jedem Haushalt. Also alles nichts Besonderes. Die Dosis und die Zusammenstellung der Zutaten machen es halt aus.

Glutenfreies Backen gehört zum A und O des gesunden Schlemmens. Cupcakes mit schwarzen Bohnen. Klingt erst einmal … na sagen wir ungewöhnlich. Ansonsten benötigt man Speiseöl, Kokoszucker, Vanillepulver, Salz und Kakaopulver. Klingt doch gar nicht so ungewöhnlich, oder?! Aber es schmeckt, und schlägt sich nicht sofort auf den Hüften nieder.

Ein paar Seiten weiter wird’s echt kurios. Sahnetorte, die gesund ist. Geht da überhaupt? Na klar, mit Mandelmehl statt Weizenmehl und noch ein paar anderen Zutaten, die alle aufgelistet sind. Schon das Nachbacken wird zum Ereignis. Wer kann schon von sich behaupten sich in eine Sahnetorte gelegt zu haben (sinnbildlich) ohne dabei an die Figur gedacht zu haben (wortwörtlich)? Ab jetzt ist das keine Utopie mehr.

Naserümpfen bei dem Wort Dinkel, Angst vor zu vielen Kalorien und schlechtem Naschwerk gehören ab sofort der Vergangenheit an. Viele neue Ideen, wie die nicht so bekannte Paleo-Diät (auch Steinzeitdiät genannt), kollidieren nicht mit den Rezepten. Ab sofort wird in vollen Zügen genossen. Ob mit oder ohne Diät.

Kräuterwissen aus dem Kloster

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Hilfe zur Selbsthilfe – eine gern benutzte Phrase. Doch wie? Wenn einem das Wissen fehlt. Dann doch lieber der Griff in den Apothekenschrank. Apropos Apothekenschrank. Heutzutage wird jeder Quadratzentimeter des weißen Giftschranks ausgenutzt. Alle Verpackungen haben gerade Kanten, lasen sich gut stapeln. Vorteil Pharmaindustrie. Doch wer wird schon von einer gut passenden Verpackung von seinem Leiden erlöst?!

Der Inhalt macht’s! Das trifft auch auf dieses Buch zu. „Nimm doch ‘ne Pille!“ wird nun durch „Blättere mal hier drin!“ ersetzt. Die satanische Bibel für „Big Pharma“. Es gab Zeiten, in denen es kein Aspirin oder ähnliches Teufelszeug gab. Da griff man auf Mutter Natur zurück. Und Mutter Natur wurde im klostereigenen Kräutergarten beobachtet und für die eigenen Zwecke benutzt. Das Wissen aus diesen Jahrhunderte währenden Beobachtungen ist in diesem Buch zusammengefasst worden.

Schon beim zufälligen Aufschlagen des Buches spart man Geld. Frauenmantel hilft gegen Darmkrämpfe und Durchfall. Ein Medikament aus der Apotheke muss man für einige harte erarbeitete Euro kaufen. Und dann kommen die Nebenwirkungen. Man braucht noch ein Mittelchen und dann noch eines und so weiter. Frauenmantel ist seit Hildegard von Bingen bekannt. Und wird immer noch verwendet. Leider ist das Wissen darüber durch angeblich schnell wirkende Medizin verdrängt worden.

Es sind Bücher wie diese, die unsere hochzivilisierte, bis ins Letzte durchorganisierte Welt immer wieder vor neue (eigentlich alte) Herausforderungen stellen. Natürlich ist der Weg in die Apotheke der einfachste Weg. Aber eben nicht immer der segensreichste. Und für die Gesundheit lohnt es sich mehr als nur einen Blick in dieses wissensreiche und zudem liebevoll gestaltete Buch zu werfen. Historische Abbildungen der Kräuter, verständlich geschriebene Texte und Anleitungen zur Selbsthilfe machen dieses Buch zu einem besonderen Schatz im Bücherregal und Apothekenschrank.

Es muss nicht immer die Chemiekeule sein, wenn es hier und da mal zwickt. Die hier beschriebenen Kräuter sind leicht zu beschaffen, da sie oftmals vor der eigenen Haustür wachsen und wuchern. Brennnessel, Kamille, Fenchel- das sind doch alles Sachen, die man kennt. Warum also nicht mal einen Schritt zurückgehen, um vorwärts zu kommen?!

Soča – Isonzo, Juwel zwischen Alpen, Karst und Adria

Soca Isonzo

Die Soča ist ein Fluss in Slowenien, der vorbei am Trubel des Tourismusbooms weiter seine Kreise zieht. Sein smaragdgrünes Wasser, seine natürliche Unbändigkeit verleihen ihm den besonderen Charme. Im weiteren Verlauf erobert er Italien und wird von nun an Isonzo genannt. Der Untertitel dieses Buches „Juwel zwischen Alpen, Karst und Adria“ verrät es schon: Destination-Goldgräber kommen hier voll auf ihre Kosten.

Die Region um, an und auf der Soča muss erwandert werden. Querfeldein, über Stock und Stein – so, und nur so, erschließt sich der Reiz der Flusslandschaft dem Reisenden. Autor Wolfram Guhl hat vierunddreißig Touren zusammengestellt – mehr als ausreichend für einen Urlaub. Jede einzelne Tour wird ausgiebig vorgestellt, die Höhepunkte hervorgehoben. Am Ende gibt es eine kurze Zusammenfassung und eine kleine Übersichtskarte.

Wer bisher noch nicht vom Wanderfieber gepackt wurde, wird es spätestens bei diesem Buch. Einfache Wanderungen für Anfänger erleichtern es sich für diese Art des Reisens zu erwärmen. Wanderprofis werden es die schwierigeren Touren antun. Allen gemeinsam ist die Bewunderung für die zahlreichen wunderschönen Abbildungen. Der Blick auf den tief unten liegenden Križ-See. Wie ein verborgener Schatz liegt er tiefgrün vor dem Betrachter. Ringsherum massige Bergformationen.

Der beginnende Morgen mit Blick auf die Triglav-Nordwand entschädigt für die eine oder andere Strapaze der vergangenen Tage.

Wolfram Guhl ist es gelungen eine Region umfassend vorzustellen, die vielen bisher unbekannt war. Jede Wanderung entlang der Soča – Isonzo ist ein Highlight für sich. Das Buch ist das dazugehörige Rüstzeug.

Das Kanaltal

Kanaltal

Dreiländerecke haben ihren besonderen Reiz. Denn hier hat man auf engstem Raum einen Mix aus mindestens drei Kulturen. Im Dreiländereck Österreich-Italien-Slowenien liegt das Kanaltal. Und mittendrin liegt die Stadt Tarvis. Umgeben von den Julischen Alpen und den Karawanken entstand hier eine Landschaft und eine Kultur, die Ihresgleichen sucht. Hans Messner ist dem Geheimnis dieses einzigartigen Landstriches auf der Spur.

Er folgt zwei Flüssen (Fella und Slizza), erlebt drei Kulturen und vier Sprachen (Italienisch, Deutsch und Slowenisch). Schon die Römer wussten schon, dass es sich hier gut leben lässt. Nachfolgende Regenten zerrten das Gebiet mal auf ihre Seite, mussten es anschließend wiederum an Andere abgeben.

Den ersten Kontakt mit dem Tal – sozusagen das erste Highlight – ist die Küche. Hier muss der Leser das erste Mal innehalten. Leberknödelsuppe, Tellerfleisch und Gurkensalat mit süßem Rahm. Klingt vertraut und doch ein wenig anders. Probieren. Genießen. Sich zurücklehnen.

Der Kanaltaler Kulturverein ist das Gewissen des Tals. Hier wird die Tradition nicht nur hochgehalten, sie wird gelebt. Die siebentausend Einwohner des Kanaltals sind stolz auf ihr Tal und ihre Herkünfte.

Hans Messner besucht nun die Orte des Tals. Tarvis, Camporosso, Ugovizza, Malborghetto, Pontebba – sie alle haben ihren Reiz und Charme. Um es dem Leser / Reisenden einfacher zu machen, werden einzelne Persönlichkeiten vorgestellt. Sie bieten das, was man im Urlaub sucht: Erholung, eine Ruhestätte, eine Einkehr nach erlebnisreicher Wanderung oder haben das im Angebot, womit man die Daheimgebliebenen überraschen kann.

Die große Anzahl an eindrucksvollen Bildern – viele vom Autor selbst – vermitteln einen Einblick ins fast unbekannte Kanaltal. Wer im Herzen Europas noch etwas Neues entdecken will, der muss ins Kanaltal kommen. Den Reiseband gibt es nun bereits…

Der liebste Ort auf Erden

Der liebste Ort auf Erden

Seit fast dreißig Jahren treibt Kritiker und Zuhörer die eine Frage um: „Wo ist das Papier?“. 1987 trällerte Jürgen von der Lippes Ohrwurm „Guten Morgen liebe Sorgen“ durch den Äther („.. der Bettvorleger gibt uns Schwung bis direkt vor’s Klosett. Und wo wir schon mal hier sind, da bleiben wir auch hier … fertig … wo ist das Papier?“

Jetzt gibt’s endlich die Antwort! Es ist zwischen zwei Buchdeckel gepresst und mit (auf)rührenden, nachdenklichen, historischen, humorvollen, poetischen, ermahnenden Gedanken beschrieben worden. Herzlich grüßt das Cover. Der Riss, der es nicht teilen kann, verrät die Herkunft: Draußen, immer der Nase nach.

Ja, in diesem Buch geht’s ums Klo, Klosett, Tö, Toilette, WC, 00, Abort, den Porzellanthron, das Sch… haus – ach was, sagen wir wie es ist: Scheißhaus. Und um die Geschäfte, die hier getätigt werden. Nase rümpfen? Nein, warum? Jeder tut’s. Keine Scham. Na klar weiß jeder, was man mit dem Toilettenpapier unterm Arm vor hat! Warum auch nicht? An diesem Ort sind alle gleich. Jeder tut’s, jeder muss es tun. Mal laut, mal leise, mal nachhaltig, aber immer erleichternd.

Die in diesem Buch zusammengetragenen Texte verblüffen nicht nur, weil es sich nicht gehört darüber zu sprechen (bei Tisch ist das ja noch okay, aber ansonsten kann man doch hier und da das eine oder andere Wort fallen lassen – schließlich kann jeder mitreden). Sie verblüffen wegen der schieren Masse die da zu Tage tritt. Bertolt Brecht, Erich Maria Remarque, Herta Müller, Joseph Roth – sie alle haben einige oder mehrere Zeilen der natürlichsten Sache der Welt gewidmet. Remarques Zeilen stammen aus „Im Westen nichts Neues“, dem eindrucksvollsten Buch über (und vor allem GEGEN) den Krieg. Brecht reimt sich was zusammen. Bei Herta Müller sind es eingebrannte Erinnerungen.

Die Frage wie man dieses Buch liest, erübrigt sich. Stückchenweise. Immer ein paar Seiten, je nach Länge des … Sie wissen schon. Es schließt sich der Kreis zu Jürgen von der Lippe. In seiner Sendung „Was liest Du?“ gab es eine Rubrik, die sich „Klolektüre“ nannte. Darin las er aus Büchern, die man in vielen kurzen Sitzungen lesen kann. Und was passt das besser als „Der liebste Ort auf Erden“?!

Ralf Schock und seinen unermüdlichen Helfern ist eine exzellente und angstnehmende Zusammenstellung mit Texten zum notdürftigsten Thema der Menschheit gelungen. Verhalten wie Goethe, direkt wie Robert Gernhardt, satirisch wie Hans Dieter Hüsch, intelligent wie Bodo Kirchhoff. Die Liste der Schreiber ist stilistisch abwechslungsreich und spannungsgeladen wie ein Vollgefressener. Sie lassen ihren Gedanken freien Lauf. Dem Leser wird jeder Gang zum Buch wie eine Erlösung vorkommen.

Lesereise Rom

Lesereise Rom

Rom noch einmal beschreiben? Warum? Kennt man doch alles! Das Forum Romanum, den Petersplatz, Kolosseum etc. Auch verzichtet sie auf übliche Wegweiser wie man von A nach B kommt. Sie unternimmt eine echte Reise. Neugierig, wissensdurstig und eloquent. Dem Leser soll’s recht sein auf den Spuren berühmter Leute zu wandeln, das einfache Leben zu erlesen und Rom (noch einmal) kennenzulernen.

Und so beginnt Christina Höfferer ihre Reise durch die Ewige Stadt damit, dass sie nachweist, dass Rom schon immer Künstler zu Höchstleistungen angespornt hat. Sie folgt den Stationen Ingeborg Bachmanns in Rom, besucht den Strand von Ostia, wo Pasolini einst den Tod fand und spürt den Geist von Fellini im Studio 5 der Cinecitta.

Wer Rom noch nicht kennt, wird mit diesem Buch angestachelt die Stadt am Tiber zu bereisen. Abseits der Touristenpfade findet die suchende Seele Ruhe und Erholung. Wer Rom schon kennt, wird es noch einmal kennenlernen. Caffè dort trinken, wo es die Römer tun. Flanieren, wo das römische Nachtleben beginnt und das Besondere der römischen Küche schmecken. All das steht in keinem Reiseführer. Das steht nur in diesem Buch.

Auf ihren Streifzügen durch Rom stößt Christina Höfferer auf unerhörte Gegensätze. Wenn der Chef des MAXXI, des Museums des 21. Jahrhundert, Hou Hanru von einer chinesischen Migrationswelle spricht, sieht er darin eine Chance. Denn die Nachfolgegeneration wird künstlerisch im Stande sein einen entscheidenden Beitrag leisten zu können. Wenn sie das Lager der Sinti und Roma besucht, schwingt Resignation in ihren Worten. Hoffnungsvoll wiederum das Kapitel über den Obstreichtum Roms.

Rom ist immer eine Reise wert. Dieser abgedroschene Satz birgt – gerade in Rom – so viel Wahrheit. Einer Stadt, die so präsent ist in den Köpfen der Menschen weltweit noch das eine oder andere Geheimnis abzuringen, bedarf größter Sorgfalt und offener Augen. Christina Höfferer geht mit offenen Augen und Ohren durch die pulsierende Metropole und macht dem Leser Appetit auf Rom und seine Einwohner.

Lesereise Bretagne

Lesereise Bretagne

Die Bretagne passt so gar nicht ins Bild vom eleganten Frankreich. Hier ist alles etwas robuster, ursprünglicher, mythisch. Stefanie Bisping lässt sich von der Idylle einfangen und verführt den Leser zu einer einzigartigen Reise in den Nordwesten Frankreichs.

Der Einstieg gestaltet sich schwierig. Beziehungsweise der Ausstieg. Denn die Landung in Brest findet in Quimper statt. Zu viel Nebel in Brest. Und schon ist man mitten in der Bretagne. Die Meeresnähe sorgt für ein rustikales Klima, trotz Golfstrom. Plamen und sturmgepeitschte Küstenabschnitte müssen sich nicht zwangsläufig ausschließen. Und schon gar nicht hier, am Ende der Welt. Für die Bretonen übrigens der Anfang der Welt. Und schon ist man wieder mittendrin, in der Bretagne.

Nantes, die größte Stadt der Bretagne, war einst eine blühende Handelsmetropole. Hier wurde das Wertvollste auf der Welt „umgeschlagen“: Menschen. Vom Image als einer der größten „Umschlagplätze“ für Sklaven konnte sich die Stad mittlerweile befreien. Vom Schock des Zusammenbruchs der Industrie nur schwer. Seit einem Vierteljahrhundert ist man auf der Suche nach einem Konzept, das nachhaltig Geld in die Kassen von Nantes spült. 2013 war sie die Grüne Hauptstadt Europas. Auf fünfzehn Kilometern kann man hier sinnlich und poetisch die Stadt erkunden. Als Geburtsstadt des Fantasten Jules Verne war es nur ein gedanklicher Katzensprung die riesigen beweglichen Skulpturen in und auf Nantes aufmerksam zu machen. Tonnenschwere Ungetüme, auf denen man die Stadt aus einer bisher unbekannten Methode erkunden kann.

Doch die Bretagne ist mehr als die Hafenstadt Nantes. Pont Aven zum Beispiel ist durch Pal Gauguin weltberühmt geworden. Dieser kleine verschlafen wirkende Ort ist ein wahres Kleinod. Da reihen sich unzählige Galerien aneinander, geschickt durchbrochen von markanten Cidre-Läden. Idyllische Terrassen laden an sanft plätschernden Kanälen zum Tagebuchschreiben ein. Man sieht förmlich Stefanie Bisping den Stift schwingen. Vor ihr ein Glas Cidre, gerade noch in Sichtweite eine Wassermühle und kleine im Spiel der leichten Wellen sich wogende Boote. Die Luft ist rein, der Wind weht mal schwächer, mal stärker durch das satte Grün der umgebenden Flora.

Alsbald trägt es die Autorin wieder hinaus auf See, in die tosende Brandung des Atlantiks. Wenn sich das Meer zurückzieht, kommt die Zeit des Jagens. Die Jagd nach der Schwertmuschel. Mit einem geübten Jäger kommt sie dem Geheimnis der Jagd auf die Spur.

Selten zuvor wurde die Bretagne so lebensnah und echt dargestellt. Ein echter Reiseband mit Nachahmungscharakter.