Archiv der Kategorie: Bildgewaltig

My big art show

My big art show

Fünf in einem – das klingt doch nach fünf Mal Spaß, fünf Mal Wissen. Es klingt nicht nur danach, es ist fünf Mal Spaß, fünf Mal Wissen.

Zuerst einmal muss man die Box öffnen – es handelt sich um Kunst also ist das Öffnen gar nicht so einfach. Denn die Box hat einen Magnetverschluss an der Seite. Man öffnet sie wie ein Buch. Unter den Spielregeln befinden sich 54 große Spielkarten in Postkartengröße. Diese sind markiert mit der Stilepoche, den Motiven, Bekanntheitsgrad und dem Wert der Bilder. Und natürlich sind Titel und Künstler vermerkt.

Nun kann es losgehen. Man spielt es entweder wie Rommé. Die Karten sollten in Stilrichtung und Thema passen. Oder! Man sucht Kunstpaare. Oder! Man spielt es wie beispielsweise ein Autoquartett, der höchste Wert gewinnt. Oder! Man sammelt Karten für eine Kunstausstellung. Das Thema muss also vorher festgelegt werden. Oder! Man errät durch geschickte Fragen den Künstler. Hilfestellung gibt das beiliegende Heft.

Aber Vorsicht! Es gibt auch Sonderkarten, die die ganze Arbeit eines Spiels zunichtemachen können!

Wem Kunst bisher nur als „Ist das Kunst oder kann das Weg?“ unter die Augen kam, wird schon nach der ersten Spielrunde Blut lecken. So anschaulich wurde Kunst und ihre Geschichte noch nie vermittelt.

Bestiarium

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Im Zoo ist das Staunen oft groß, ob der Dinge die die Insassen vollführen. Doch diese Tiere gibt es wirklich. Was ist aber mit den Arten, die in den Lexika der Fauna nur noch als Zeichnung existieren? Tiere, die mal waren, und die es nicht mehr gibt? Sollen sie dem Vergessen anheimfallen? Luc Semal hat ihnen ein prächtiges Denkmal gesetzt.

Neunundsechzig Tiere hat er in seinem Bestiarium gesammelt und die Ergebnisse seiner Recherchen niedergeschrieben.

In chronologischer Reihenfolge, nach dem Zeitpunkt ihres Aussterbens, gibt er dem Leser einen beeindruckenden Überblick über die Tiere, die man so nie wieder zu Gesicht bekommen wird. Nicht in Zoologischen Gärten und schon gar nicht in freier Wildbahn.

Dabei kommen zum Teil kuriose Gestalten zu Tage. Der Elefantenvogel wurde bis zu drei Meter groß. Und er wurde – das sind allerdings vage Vermutungen – in der Mitte des 17. Jahrhunderts ausgerottet.

Jedem Tier widmet der Autor eine Seite, gegenüberliegend ein großformatiges Bild des „Opfers“.

„Bestiarium“ ist durch die Gewalt der Bilder ein Mahnmal für Artenschutz. Denn dieses Buch ist mit über 160 Seiten dick genug. Da muss nicht noch ein Kapitel hinzugefügt werden. Der elegante Schwarzdruck – alle Seiten sind im bedeutungsvollen schwarz gehalten – verleiht dem Buch den nötigen Nachdruck. Wer noch keine Weihnachtsgeschenke hat, kann die Suche hier abbrechen. Dieses Buch ziert jeden Gabentisch!

50 Tiere, die unsere Welt veränderten

50 Tiere, die unsere Welt veränderten

Wenn man sich den Titel durchliest, kommt man automatisch ins Grübeln. Klar, mein Fiffi hat mein Leben bereichert. Und Miezi ebenso. Aber dann darüber ein Buch zu verfassen, scheint reichlich übertrieben. So weit, so richtig. Wenn es denn nur um Hunde und Katzen gehen würde. Wenn man sich weiter mit dem Thema beschäftigt, kommen Einem noch ganz andere Viecher in den Sinn. Ratten – wer will die schon um sich haben? Wanderfalken sind mancherorts so teuer wie hierzulande hochpreisige Autos. Rinder – na klar, als Steak, Milchlieferant, Bekleidungssichersteller etc.

Eric Chaline hat noch weitere Tiere gefunden, die unser Leben nachhaltig beeinflusst haben. Vor gar nicht mal so langer Zeit, wenn man bedenkt wie alt unsere Welt schon ist, wurden unteranderem Lampen mit Fischöl betrieben. Im Zeitalter von „Stecker rein – fertig“ undenkbar.

Löwen haben unser Leben ebenso verändert. Ganz simpel: Man denke nur daran wie viele Wappen und Flaggen durch einen Löwen gekrönt werden. Oder wie viele Menschen sich einen Löwenkopf als Tattoo stechen lassen. Unzählige Reliefs, Bilder und Statuen ziert ein Panthera leo.

Beim Lesen verfällt man schnell in eine Staun- und Wissensstarre. Staunend liest man von Tieren, die man zwar kennt, aber über deren Bedeutung man niemals auch nur einen Gedanken verschenkt hat. Sie waren halt da. Ein Pferd zum Beispiel. Das kennt man. Sieht man oft genug im Fernsehen. „Lieblingsspielzeug“ von Mädchen. Ob als Springpferd, zum Ausreiten, zum Striegeln – in historischen Filmen sieht man Pferde als Nutztiere, die den Acker pflügen. Alles schon mal gesehen. Bei Pferdewurst hört der Spaß allerdings auf.

Eric Chalines Buch öffnet die Augen für die Bedeutung von Tieren, mit denen wir seit Ewigkeiten zusammenleben. Sie bereichern nicht nur unser Leben, sie haben es entscheidend beeinflusst. Und das Buch trägt zum Nichtvergessen bei. Oder haben Sie schon mal einen Dodo gesehen? Und warum hat der Kabeljau unser Leben verändert? Und welchen Einfluss hat ein Pärchenegel auf unser Leben?

Brunos Kochbuch

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Erfolg dauerhaft halten – ein schwieriges Unterfangen. Martin Walker hat mit seinem Bruno chef de police schon ein halbes Dutzend Mal bewiesen, dass es möglich ist. Fans des Lebemanns warten schon sehnsüchtig auf Band sieben, acht, neun … Und normalerweise muss man immer ein Jahr warten bis ein neues Abenteuer in die Buchläden kommt. Dieses Jahr ist ein besonderes Jahr. Denn Martin Walker beglückt seine treue Leserschaft mit einem ganz besonderen Buch: Brunos Kochbuch.

Die Romane um den sympathischen Ermittler leben von allerlei Zutaten. Zum Ersten – natürlich – von den spannenden Fällen, die er lösen muss. Zum Anderen von der unbändigen Lebenslust, die im Perigord, dem Handlungsort der Krimis, vorherrschen muss. Will Bruno sich entspannen, stellt er sich an den heimischen Herd. Dann wird gekocht, dass einem das Wasser im Munde zusammenläuft. Selbst ein schnödes Omelette wird mit Trüffeln zu einem Hochgenuss mit Sternepotenzial.

Doch dieses Kochbuch darf nicht einfach nur als Kochbuch angesehen werden. Es ist eine amuse gueule, ein Appetitanreger auf das Perigord, auf savoir vivre, auf Leben wie Gott in Frankreich, auf urtypische Märkte, auf Geschmacksexplosionen. Auf alles, was die Krimis um den chef de police ausmacht.

Eindrucksvolle Bilder (ganzseitig) und Rezepte wie süß-saures Gurken-Carpaccio, Zucchini-Krapfen oder Rotweinpfirsiche lassen den Leser erst einmal innehalten. Kurz schlucken. Einkaufsliste schreiben und sich dann das Perigord in die heimischen vier Wände holen.

Doch Bruno kocht nicht allein. Pamela – was Sie kennen Pamela nicht? Dann erstmal einen Martin-Walker-Krimi lesen! – kocht für den Leser ihre Fischpastete. Mit Lorbeer, Garnelen, Muskatnuss. Auf Französisch klingt das alles noch viel leckerer: Parmentier du Pecheur facon Pamela.

Wem die Rezepte noch nicht reichen, der sollte ganz schnell auf die letzte Umschlagseite blättern. Als Magenschließer gibt es zwei neue – kulinarische Fälle.

In Zukunft werden die Abenteuer von Bruno chef de police anders gelesen. Neben dem Leser liegt dieses Buch. Und immer, wenn Bruno kocht, wird sofort nachgeschlagen, wie dieses Rezept entstanden ist. Auch wenn es schwer fällt, legt man dann den Krimi kurz (!) beiseite, und kocht brunoesk wieder in Leselaune.

Regensburg

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Sollte man eine Aufstellung von deutschen Städten machen, die in der Gunst der Touristen ganz oben liegen, wären Städte wie Berlin, München, Nürnberg und Dresden ganz vorn. Wer Zeit hat, nimmt sich dann die Zeit für Ausflüge in die Umgebung, um Leipzig, Bamberg und Regensburg zu besuchen. Apropos Regensburg. Diese Stadt hat es verdient, dass man sie besucht. Denn hier weht der Hauch von zwei Jahrtausenden durch die alten, engen, hübsch herausgeputzten Gassen. Das weiß man entweder weil man schon mal da war oder man dieses Buch gelesen und vor allem mit den Augen verschlungen hat.

Thomas Ferber hat mit seiner Linse die Schönheiten ins rechte Licht gerückt und Peter Morsbach hat den visuellen Preziosen den textlichen Rahmen verpasst. Entstanden ist so eine gedruckte Hommage an eine der eindrucksvollsten Städte Deutschlands, und ganz nebenbei an den Verlagssitz des Herausgebers.

Die Römer erkoren den Platz an der Donau zu einer ihrer Niederlassungen auf dem Weg gen Norden. Hier kreuzten sich schon vor hunderten von Jahren die Handelswege in alle Herren Länder. Die steinerne Brücke über die Donau gehört nicht nur zu den beeindruckendsten Bauwerken in optischer Hinsicht, sie ist ein technisches Meisterwerk. Schließlich führt sie nicht über ein kleines Rinnsal, sondern über einen Fluss, der Jahr für Jahr noch heute die Menschen vor besondere Herausforderungen stellt diesen in Krisensituationen zu bändigen.

Kriege konnten der Reichstagsstätte kaum etwas anhaben. Die Fliegerbomben der Alliierten machten einen großen Bogen um die Donaumetropole, so dass der Besucher heute durch eine Stadt gehen kann, die stetig verändert wurde, jedoch ihren Charakter nur schrittweise veränderte.

Das Buch ist gerade in einer –  wie der Verlag sagt – „aufgefrischten“ Neuauflage erschienen. Neben der Ausgabe in deutscher, englischer und italienischer Sprache, gibt es jetzt auch eine Ausgabe in Französisch, Spanisch und Russisch. Das deutet darauf hin, dass die Tourismusmanager der Stadt sich nicht nur auf die veränderten Reisegewohnheiten der Welt einstellen, sondern, dass die Welt sich auf Regensburg eingestellt hat. Und dieses Buch ist es wert, dass es auch in weiteren Sprachen erscheint…

Mona Lisa forever

Mona Lisa forever

Wenn man sich die Musikcharts – egal welches Jahres – anschaut, fällt auf, dass immer mindestens ein Titel mit einem Frauenname auffällt: Leonard Cohen brachte gleich zwei Damen ins Spiel, Suzanne und Marianne und  Paul McCartney grüßte seine Jude. Doch es gibt einen Namen, der alle Kunstgenres vereint: Mona Lisa. Vor mehr als fünfhundert Jahren pinselte Leonardo da Vinci die Lisa del Gioconda auf seine Leinwand. Heute schwadronieren Millionen Besucher an ihr vorbei.

Thomas R. Hoffmann hat sich intensiv mit dieser Frau auseinandergesetzt hat daraus einen Hit gemacht. Denn er verzichtet wohlwollend auf das ganz ausführliche Tamtam „Wer ist das?“, „Ist es gar Leonardo selbst?“ und die sinnlosen Untersuchungen zur Wirkung. Er reißt sie an, die Geschichten, doch sein Augenmerk liegt auf der Faszination der Mona Lisa in der Kunst. Denn das Portrait wurde sehr oft kopiert, dient noch öfter als Vorlage und unendliche Male als Inspirationsquelle.

Marcel Duchamp zeichnete seine Hommage mit Bart – allerdings mit deftigem Spruch. Dali tat es ihm gleich, jedoch ohne Hinweis auf den nicht sichtbaren hinteren Teil ihres Körpers. Andy Warhol vervielfachte sie. Das sind die Beispiele der Moderne, doch schon im 19, sogar schon im 16. und 17. Jahrhundert war die Mona Lisa Vorlage für Portraitmalerei. Leicht eingedreht, fast schon starrer Blick, die toskanischen Hügel im Hintergrund. Manche sind gelungen, manchen hätte ein Alternativmodell besser zu Gesicht gestanden, manche sind grandiose Weiterentwicklungen.

Der Autor gibt einen umfassenden Überblick in Bildern wieder. Jasper Johns, Oskar Kokoschka, sogar Pablo Picasso sind dem Reiz der Mona Lisa verfallen, genauso wie der Leser diesem Buch.

Kuchenfest

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Um einen Kuchen zu backen, dafür braucht man keinen besonderen Anlass. Einfach mal so, für zwischendurch einen leckeren Kuchen in die Röhre schieben, abkühlen lassen, servieren und die Dankbarkeit in den Augen der Gäste ist garantiert.

Doch wenn besondere Anlässe ins Haus stehen, sollte es öfter mal eben auch was Besonderes sein. Nicht unbedingt ausgefallene, exotische Früchte auf dem Kuchen sorgen für Begeisterungsstürme, sondern die Präsentation steht dann im Vordergrund. Da muss alles stimmen, und da ist es gut, wenn man sich fachmännischen (fachfraulichen) Rat holen kann.

Annie Rigg ist da eine hervorragende Adresse. Sie ist Food-Stylistin. Das heißt sie weiß wie man Leckeres lecker anrichtet. Und sie hat beim Verlag Jan Thorbecke schon zwei Titel veröffentlicht, die ihr Können unter Beweis stellten, „Feine Macarons“ und „Brownies“.

Der Titel „Kuchenfest“ und vor allem das tolle Cover lassen das Buch nach viel Arbeit erscheinen. Für Ungeübte eine Herausforderung. Ach gar nicht! Das geflügelte Wort „Jeder kann backen“ wird hier eindrucksvoll bewiesen. Um den neugierigen Leser bei der Stange zu halten, beginnt die Autorin mit dem Wichtigsten: Der Deko. Streusel und Glitzer sind hier nicht das Salz in der Suppe, jedoch das Tüpfelchen auf dem i.

Dann geht es schon an die Grundlagen. Vanille-, Früchte- oder Schokoladenkuchen ist kinderleicht zu backen. Das wird auf den ersten Seiten klargemacht.

Danach ein paar Cremes und Füllungen. Und schon hat man den größten Teil der Arbeit hinter sich gebracht. Jetzt geht es ans Dekorieren. Wem schnell das Wasser im Munde zusammenläuft, muss jetzt ganz tapfer sein. Zitronen-Mohn-Torte (schlucken) mit Heidelbeeren und Zitronen-Baiser-Buttercreme. Diese Kreation muss man sich noch einmal durchlesen. Zitronen-Mohn-Torte (schlucken) mit Heidelbeeren und Zitronen-Baiser-Buttercreme. Und daneben dieses Bild! Göttlich! Kurz die Mundwinkel abputzen … so … kurz schlucken. Und ab in die Küche. Nachbacken. Wohlgemerkt, da befindet man sich erst auf den Seiten 24/25. Es kommen noch einhundert!

Und dort findet man vergoldete Schokoladentorte, Super Disco-Baisers, Himbeer-Zitronenrolle, Ingwer-Rum-Kuchen mit kandierter Ananas und Schleifen- und Bändertorte.

Die Dekotipps sind wie die Einführungen und die Rezepte sehr einfach beschrieben. Mit ein wenig Konzentration wird man vom Gelegenheitsbäcker zum Profi für die ganz großen Anlässe.

Heilende Gewürze

Heilende Gewürze

Was wäre ein asiatisches Menü ohne Koriander? Oder ein Steak ohne Pfeffer? Oder Spaghetti Bolognese ohne Basilikum? Nicht mal halb so lecker. Gewürze verleihen den Gerichten Pfiff, Geschmack und das besondere Etwas! Doch sie sind mehr als nur schnöde Veredler! Denn so manches Pülverchen ist ein wahres Gesundheitswunder. In den richtigen Mengen. Muskatnuss zum Beispiel – fein zerrieben über die Speise verteilt, ist es auf einen Schlag ein vollkommen verändertes Geschmackserlebnis. Und Forscher fanden heraus, dass die Muskatnuss eine krampflösende Wirkung hat. Bei Epilepsie kann das durchaus hilfreich sein. In Thailand belegten Forscher, dass Muskatnussextrakt Leukämiezellen tötet. Ein verbessertes Gedächtnis, ein sinkender Cholesterinspiegel und eine beruhigende Wirkung werden ihr ebenso nachgesagt. So eine kleine Nuss (eigentlich es „nur“ der Kern des nussartigen Samens) und so eine große und umfängliche Wirkung! Dr. Bharat B. Aggarwal arbeitet seit über zwei Jahrzehnten am Anderson-Krebszentrum der Uni Texas. Künstlich hergestellte Medikamente sind bei der Gesundheitsvorsorge und Krankheitsbewältigung nicht das alleinige helfende Mittel. Ob als Begleitmittel oder als Präventivzusatz sind Gewürze eine willkommene Alternative. Dass sie dabei oft noch den Geschmack der Speisen verfeinern ist ein mehr als willkommener „Nebeneffekt“. Auf über fünfhundert Seiten gibt der Autor hilfreiche Anregungen zum Kauf, worauf man achten sollte, zur Aufbewahrung und zur richtigen Dosierung von Gewürzen. Das Inhaltsverzeichnis ist zweigeteilt. Zum Einen nach den Gewürzen, zum Anderen aber auch nach den Wehwehchen. Und er gibt Tipps welche Gewürze zu welchen Rezepten passen. Denn schmecken soll es ja auch!

Von Elefanten und Menschen

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„Ach wie süß“, „So tapsig“ – wer einen Elefanten sieht – egal ob im Zoo oder in „freier Wildbahn“ – ist fasziniert. Dieses erhabene Wesen begleitet den Menschen seit Jahrtausenden durch sein Leben. Und immer noch sind wir kleinen Menschen vom Riesen Elefant verzückt. Da wird es Zeit sich langsam vom verklärten Bild des gemütlichen Giganten zu verabschieden. Fred Kurt kennt die asiatischen Elefanten wie kaum ein anderer. Er kann dem Leser viel über das Wesen erklären. Und das tut er mit Leidenschaft in diesem Buch.

Sein erstes Kapitel nennt er „Das Einmaleins der Elefantologie“. Wer bis dahin noch nicht gefangengenommen wurde von den grauen Riesen, der liegt jetzt endgültig in Ketten. Hier werden Grundlagen gelegt, die auch den Autor nicht mehr losließen. In Riesenschritten führt Fred Kurt den Leser durch das Dickicht unseres Unwissens und seiner Forschungen. Vom Zirkuselefanten bis hin zum dringend benötigten Arbeitsbullen, vom Wissen der Menschen, die den Elefanten schon immer zum Nachbar hatten bis hin zum Kindersegen – Fred Kurt lässt keinen Aspekt elefantastischen Lebens aus. Die fast zweihundert Abbildungen ziehen den Leser sofort in ihren Bann. Dramatische Rettungsaktionen, jahrhundertealte Reliefs oder die imposanten Abbildungen von Elefantenherden beeindrucken wegen ihrer Einzigartigkeit.

Wer sich von Elefanten angezogen fühlt, wird dieses Buch zur Bibel erklären. Fred Kurt lässt nicht unbemerkt, dass die sanften Riesen aber auch eine gefährdete Spezies sind. Sie werden drangsaliert und geprügelt. Als Arbeitstiere im wahrsten Sinne des Wortes missbraucht. Auch davor verschließt der Autor nicht die Augen und zeigt die oft unwürdigen Bedingungen unter denen die Tiere leben.

„Von Elefanten und Menschen“ ist ein faszinierendes Buch über faszinierende Tiere, die dem Menschen dienen, ihn erfreuen und oft so schlecht behandelt werden.

Köstliche Marmeladen und Brotaufstriche

Köstliche Marmeladen

Es kommt immer einmal im Leben die Zeit, in der alt Hergebrachtes wieder chic wird. Omas Wissen wird hervorgekramt und man erfreut sich am bewährten Wissen der Ahnen. Nun gut, wir werden sicher nie mehr mit Pfeil und Bogen auf Fleischjagd gehen. Aber mit einem Feuerstein ein wärmendes Licht zu erzeugen ist schon ein Abenteuer. Omas Rezepte auszuprobieren hingegen hat sich als Marke „Was Oma noch wusste“ längst etabliert.

Was gibt es Schöneres am Frühstückstisch als eine dicke Scheibe Brot, die ebenso dick bestrichen ist mit selbstgemachter Marmelade, hineinzubeißen. Das sind die echten Wachmacher, die den perfekten Start in den Tag garantieren! Ernst Rehren hat seinen Finger zum Kosten in Europas Marmeladentöpfe vom Atlantik über den Ural hinaus bis ins asiatische Sibirien gesteckt. Und dabei hat er Leckeres zum Munde geführt. Er ist so freundlich und lässt nun den Leser an seiner Lukulli-Tour teilhaben. Wem schnell das Wasser im Munde zusammenläuft, der sollte sich beim Lesen eine Serviette unterlegen. Frisches Weißbär-Eisbär Gelee, mmmmh mit Johannisbeersaft und Pfefferminzblättern – die Info, dass sich die Blättern erst rot färben, das Gelee dann bernsteinfarben wird und nach einem halben Jahr die Pfefferminze an Geschmack verliert, erübrigt sich: So lang hält sich das Gelee eh nicht! Das steht schon beim Lesen fest.

Britisch erhaben kommt Pink Gin daher. Grapefriut (pink please), Gin, Wacholderbeeren, Vanille und weitere Zutaten aus dem Asialaden ergeben einen erfrischenden Brotaufstrich, jedoch erst ab 18.

Wem das alles noch nicht reicht, der bekommt auch ein paar geistreiche Beigaben in flüssiger Form. Quittenlikör, Schlehenlilör oder auch Fasanenbrause.

Dieses unscheinbare Buch hat es in sich. Denn es ist eines der wenigen Kochbücher, das von der ersten bis zur letzten Seite ausnahmslos nachkochbar ist. Und man wird jedes einzelne Rezept nachkochen. Das ist garantiert!