oh! Verona

Verona war noch nie einfach nur ein Geheimtipp. Mal Julia an die Brust fassen oder sich im antiken Theater ein grandioses Opernerlebnis gönnen, das ist Verona für die meisten. Doch das kann doch nicht alles sein?! Schließlich wollen die über vier Millionen Übernachtungsgäste bestens unterhalten werden.

Und vor allem verköstigt werden. Risotto kommt hier auf den Tisch. Meistens sogar mit Reis aus der direkten Umgebung. Und dann hat man die Qual der Wahl – dabei kann auch dieses Buch nicht helfen. Bei allem anderen ist „Oh! Verona“ die beste, wenn nicht sogar die einzige Wahl. Diese Qual ist dem Veronabesucher also schon einmal genommen.

Als Ausgangspunkt für die meisten Erkundungen bietet sich das antike Amphitheater an. Es liegt zentral und man immer jemanden fragen wie man dorthin kommt, falls man sich einmal im Straßengewirr verlaufen hat. Und das schon seit zweitausend Jahren! Siebenhundert Jahre ist es her, dass Dante Alighieri nach seiner Flucht aus Florenz hier Asyl fand. Und ihm begegnet man auf Schritt und Tritt. Ideal für ein Sammelspiel: Wie oft trifft man Alighieri während eines Spaziergangs in Verona? Kleiner Trick für alle, die gern schlaumeierisch sich einen Vorteil verschaffen wollen: Mal ins Portemonnaie schauen – Dante ist auf den italienischen Zwei-Euro-Münzen.

Überall in der Stadt findet man eingemauerte Löwenmäuler. Die Löwen sind Symbole der Republik Venedig, die hier lange Zeit die Geschicke der Stadt leitete. Wer will kann einen Denunziationszettel einwerfen. Früher konnte man – aber nur mit Unterschrift – so jemanden eines Vergehens bezichtigen ohne ihm gegenübertreten zu müssen. Anonyme Anzeigen wurden vernichtet – für alle Demokratieverteidiger von heute ein gefundenes Fressen…

Von nicht ganz so geheimen Tipps für Spartickets über Familiengrüfte bis hin zu verdammt alten Graffiti hat Autorin Maria Kampp eine Menge Verona-Safari-Tipps zusammengetragen, die Verona zu einem prall gefüllten Erlebnis machen. Ohne dabei die gehypten Hotpsots außeracht zu lassen. Auch hier weiß sie geneigten Besuchern Rat zu geben. Was aber an dieser Stelle geheimbleibt… psst.

Leere Gräber und Göttinen, architektonische Fundstücke und grandiose Aussichten – man muss ein bisschen suchen, um Veronas Schätze zu finden. Oder man wirft einen Blick in diesen exzellenten Reiseband. Auch für unterwegs bestens geeignet.