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Kalender 2022

Gedichtekalender 2022

Wenn das Wort schärfer als das Schwert ist, sitzt der Schnitt meist tiefer als man meint. Wie tief, das hängt vom Betrachter ab. Ein tiefer Schnitt muss aber nicht immer mit einer Verletzung einhergehen. Oft reicht schon ein kleiner Ritzer, um sich dauerhaft an ihn zu erinnern. Der Gedichtekalender für das Jahr 2022 wird auf alle Fälle Eindruck hinterlassen. Verletzungen ausgeschlossen. Ebenso die „kleinen Ritzer“.

Schon das Deckblatt verrät wo die Reise hingeht. Albert Einstein ist nun wahrlich nicht für seine Gedichte bekannt. Bonmots hatte er viele parat. Den Schalk im Nacken spürt man sofort. Denn egal wie das alte Jahr war, das nächste kann nur besser werden. Basta. Keine Diskussion. Schließlich hat es Einstein gesagt.

Zwei Gedichte pro Monat – das muss reichen, um sich den einen oder anderen Morgen das zerknitterte Gesicht mit einem Lächeln zu verschönern. Von Goethe bis Sappho, von Eichendorff bis Mörike. Rilke, Fontane, Storm und Politycki – selbst wer bisher nicht viel am Hut hatte mit dem vermeintlichen „Reim Dich oder ich beiß Dich“ erklimmt schnell den bisher scheinbar scher zu bezwingenden Berg der Poesie. Und als wenn das noch nicht reicht, sind alle Gedichte in schönster Handschrift vom Herausgeber Hubert Klöpfer selbst geschrieben. Schmierfinken senken beschämt den Kopf, Stilisten heben wohlwollend ihr Haupt und legen das schönste Sonntagsgrinsen auf ihr Antlitz. Zweifler schlagen hektisch die letzte Seite auf und lesen die Gedichte noch einmal in technisch einwandfrei gedruckter Form nach.

Doch das Original in schönster Schreibschrift ist immer noch das Nonplusultra der Poesie in diesem Kalender. Erhaben, ein wenig elitär – wer kann den noch sooo schön schreiben? – nachdenklich, erfrischend. Jede Zeile trifft den Leser ins Herz. Ob der folgende Tag dadurch besser wird? Nicht immer. Aber auf alle Fälle wird der durch die Gedichte nicht schlechter. Man selbst wird wissender, geistreicher. Kann die Kollegen mit den Zeilen selbst erfreuen. Der Möglichkeiten Vielfalt ist keine Grenze weit genug.

Als Abwechslung zum bunten Allerlei der alljährlichen Wandverzierung ist diese Wahl eine einzigartige und überlegenswerte Alternative. Einsteins Augenzwinkern, Mörikes Abschiedsschmerz, Rilkes Romantik – hier wird jeder fündig, der im Hirn ein bisschen Platz für Poesie gelassen hat.

Landlust Kalender 2022

Nun sind wir alle durch die Pandemie zu einem anderen – neuen – Lebensstil bzw. –ablauf gezwungen worden. Viele lernten sich einmal mit sich selbst zu beschäftigen und auseinanderzusetzen. Andere suchten und fanden neue Hobbies. Ein nicht geringer Teil nutzte die gewonnene Zeit sich auf die eigenen Wurzeln zurückzubesinnen, das Einfache schätzen zu lernen. Der optische Reiz, den man täglich kaum noch wahrnahm, verstärkte sich erst wieder als der Aktionsradius sich langsam wieder ausdehnte.

Das Jahr 2022 wird hoffentlich das Jahr, in dem der Aktionsradius wieder Ausmaße annehmen wird, die uns allen als „normal“ erscheinen. Als kleiner Appetitanreger kann man sich jetzt schon auf den 1. Januar 2022 freuen. Die Völlerei liegt hinter uns, das aufregende Jahr noch genauso lange vor uns. Dann darf man wieder tief einatmen und vor allem stark auspusten. Das entspannt. Und man darf sich auf das freuen, was es (wieder) zu entdecken gibt. Die ersten zarten Triebe an Bäumen und Sträuchern. Eisgebilde an Ästen und Zweigen. Zerbrechliche Blüten an zierlichen Pflanzen. Es wird zeit sich die Natur zurückzuerobern, sie sich in die eigenen vier Wände zu holen. Und in freier Wildbahn der Fauna fröhlich zuzuwinken. Wenn im späten Frühjahr, im frühen Sommer die Blüten überbordend ihren Farbspeicher leeren und knallbunt die Sinne erfreuen, ist es bald schon soweit, dass der Herbst mit der Kraft der letzten Sonnenstrahlen sich gegen die einbrechende Kühle mit Vielfalt entgegenstemmt. Das Winterfell wird rausgekramt. Mutter Natur hüllt sich ein ums andere Mal in wohlige Formen. Sieht so das Jahr 2022 aus?

Ja! Und dieser Kalender beweist jeden Monat aufs Neue.

Das großformatige Wandgemälde in zwölf Variationen lässt keinen Zweifel offen, dass Großes bevorsteht. Im Wechsel der Jahreszeiten verschönert der Kalender den Raum, beflügelt die Phantasie, erfreut das Auge, macht Lust auf Land und Leute. Egal wo. Egal wann. Hauptsache endlich wieder Lust!

Kalender 2022 Wildwuchs

Das schönste Unkraut ist das, was man nicht als solches erkennt. Wo Gärtner sich die Haare raufen, erkennt der Genießer die Schönheit der Natur. Disteln gehören nicht zu den Freunden im eigenen Planquadrat des Wochenendglücks, doch wenn man sie – aus sicherer Entfernung – in all ihrer Pracht betrachten kann, kann man sich ihnen nicht entziehen.

Wildwuchs das ganze Jahr über. Von Lauch über Schlüsselblumen bis zu Ochsenzungen (ja, das ist ein Pflanze und keine unerwartete Liebesbezeugung eines Tieres, dem man zu nahe gekommen ist) begleiten den naturliebenden Betrachter durch gesamte Jahr. Jeder Monat hält ein üppiges Füllhorn an Simsenlilien, Herbstzeitlosen und Pfeifenwurzgewächsen parat. Schon beim Lesen der Namen kommen Erinnerungen hoch an das, was die Oma noch wusste. Die Natur ist ihr bester Repräsentant. Sie braucht keinen überflüssigen Schnickschnack, um den Betrachter zu gefallen. Sie ist sich selbst genug.

Die nostalgischen Abbildungen auf dem Graspapier unterstreichen den gemütlichen Charakter, den dieser Kalender Monat für Monat verströmt. Und man lernt sogar noch was dabei. Nicht nur, dass sie allesamt im Mai abgebildet sind, sie gehören zu einer Familie: Vielblütiger Weißwurz, Quirlblättriger Weißwurz, Maiglöckchen (ah jetzt klingelt’s) und Echtes Salomonssiegel. Jeder Pinselstrich ist gewollt und lädt zur Schnitzeljagd auf das nächste Detail ein.

Diese Illustrationen verschönern jede Wand, an der sie zum Verweilen einladen. Die Größe der Abbildungen verstärkt die Wirkung der Pflanzen, die man sonst mühevoll suchen muss. Von Gewürzen wie Thymian und Oregano (wer hat das schon mal in „freier Wildbahn gesehen“? – die wachsen nicht im Glas mit Dosierhilfe!) über Sanddorn bis hin zu den giftigen Pflanzen wie Tollkirsche und Stechapfel bietet die botanischen Illustrationen ein Potpourri, das man sich gern und lange anschaut. Ein echter Appetitanreger!

Kalender 2022 Kulinarische Plakate GenussKunst

Wie oft benutzt die euphemistischen, übertriebenen, oft auch falschen Aussagen aus der Werbung?! Wenn man ein „Ich tu doch schon mein bestes“ zu hören bekommt, kontert man mit einem „Mühe allein genügt nicht“. Oder wenn von einem selbst drei Sachen auf einmal verlangt werden, fühlt man sich wie ein Überraschungsei. Und wer will schon „gleich in die Luft gehen“? Erkannt, um welche Spots es sich handelt?

Werbung war schon immer ein probates Mittel eigene Produkte in einem besonders schimmernden Licht erscheinen lassen zu können. Es gab eine Zeit, in der die Macher der gedruckten Werbung – weit vor Radio und Fernsehen, und noch viel eher als das Internet uns permanent mit schlecht gestalteten Slogans penetrierten – echte Künstler waren. Lyonel Feininger zum Beispiel begann seien beeindruckende Karriere als Werbegrafiker.

Der Kalender „GenussKunst“ macht dem im Jahr 2022 ein Ende. Stilvolle Werbung, deren künstlerische Gestaltung vielleicht nicht zum Kauf des einen oder anderen Produktes animiert, dem Betrachter jedoch die „gute alte Zeit“ zurückholen wird.

Das Jahr beginnt süß. Pudding ist die Belohnung für harte Arbeit oder braves Benehmen. Je nach Alter des zu Beglückenden. Man fühlt sich wie ein König, genießt man die Desserts von La Favorite. Die Firma gibt es so nicht mehr, deswegen kann hier beruhigt der Name genannt werden. Die Werbung hingegen bringt es gekonnt auf den Punkt. Ein Pudding von dieser Firma und dem Tag wird die Krone aufgesetzt.

Und so verstreicht kein Monat, in dem einen nicht der Mund wässrig gemacht wird. Von Zitronenlimonade aus England über Yoghurt (mit Y!) aus der Schweiz bis hin zu Olivenöl aus dem Süden Frankreichs. Man kann nicht anders als hinzusehen. Je näher man den Abbildungen kommt, desto mehr Details erkennt man. Die provenzalische Tracht der wenig marktschreierischen Anpreiserin, die harte Arbeit der Weinbauern, die sich in ihrer Körperhaltung widerspiegelt oder die unbändige Lust, die einen überkommt beim Genuss eines Tellers Spaghetti. Skurrile Gestalten lassen einen den strengen Geruch des Dargebotenen vergessen. Und wenn Schwein und Stöhr ein Glas umarmen, muss man schon genauer hinsehen, um die Hintergründe zu erforschen. Gar nicht so einfach, denn die kyrillischen Buchstaben sind nicht jedem geläufig.

Dass Werbung nicht nur störend sein kann, sondern durchaus die Sinne anregt, zeigt dieser Kalender ein Dutzend Mal. Sich die Zeit nehmen und die Tafeln sich aus der Distanz, dann wieder von Nahem anzusehen, lohnt sich wirklich. Man muss ja nicht gleich losrennen und Käse, Kakao und Würzmischungen kaufen…

Kalender 2022 Österreichische Geschichte

Franz-Josef, Rudolf, Maria Theresia und natürlich Sisi – Österreichs Geschichte verbindet man oft mit Namen, den Namen gekrönter Häupter. Doch die Alpenrepublik auf ein paar Namen zu reduzieren, wäre fatal. Auch wenn die Hinterlassenschaften der Adligen bis heute sichtbare und wahre Besuchermagnete sind. Wenngleich man zugeben muss, dass 2022 mit vielen Berühmtheiten einhergehen wird.

So begeht man 2022 den 150. Todestag von Franz Grillparzer, dem österreichischen Nationaldichter, feiert den 225. Geburtstag von Franz Schubert und erinnert sich am 4. September an ein einhundertfünf Jahre zurückliegendes Ereignis, dessen Entstehung man oftmals den Beatles zuspricht. Alexander Moissi war ein Schauspieler. An diesem 4. September im Jahr 1917 – in Europa wütete unerbitterlich der Krieg – stand er auf der Bühne der Volksbühne Wien. Sein Spiel, vor allem aber sicher sein Aussehen ließ die Massen an Mädchen und jungen Frauen anschließend die Orchesterreihen stürmen. Massenhysterie. Ein Fall für Freud und Schnitzler, der übrigens am 15. Mai seinen 160. Geburtstag feiern würde.

2022 wird für viele ein besonderes Jahr werden. Irgendwann einmal wird es vielleicht das Jahr sein, in dem man die Pandemie mit dem allzu plakativen Wort Covid-19, das eher an eine militärische Spezialeinheit erinnert als an eine weltumspannende Angst, in den Griff bekam.

Österreichs Geschichte in Bildern: Jede Woche ein Jubiläum, das man feiert, sofern man sich erinnert, oder zumindest ein erinnerungswürdiges Ereignis, das man dank dieses Kalenders mindestens für sieben Tage (man kann diese beiden Worte auch ohne das derzeit anschließende „Inzidenz“ verwenden, tatsächlich!) im Kopf behält.

Die Bandbreite ist enorm. Vom Jubiläum der Vierschanzen-Tournee und der „Schande von Gijón“ über Eroberungen von Festungen wie der von Belgrad bis hin zur Geburtsstunde der österreichischen Eisenbahn findet jeder etwas, um näher an den Kalender heranzurücken und sich der Geschichte bewusst zu werden. Denn eines ist sicher: Geschichte wird niemals enden!

Vogel Kalender 2022

Die Vögel sind schon da – dass wusste schon die Oma in Kindertagen so nachdrücklich darzubringen. Und nun ist es auch der nostalgische Kalender aus dem Jan Thorbecke Verlag. Schon seit Jahren beeindrucken diese Kalender durch ihre stilsichere Erscheinung ein ganzes Jahr lang. Woche für Woche taucht ein neues Bild an der Wand auf, das den Blick auf die Wochentage vergessen lässt.

Das beginnt schon kurz nach Weihnachten. Drei Merline sitzen auf einem Baum. Sie verzaubern – das Wortspiel musste sein – durch feine Pinselstriche, die das Federkleid so lebensecht aussehen lassen, dass man die Greifer fast schon füttern möchte. Im kurzen Text neben der Abbildung erfährt man, dass die kleinen Verwandten des Falken in Skandinavien zuhause sind und im Winter oft bis ans Mittelmeer fliegen. Ihre Beute ergreifen sie in der Luft, meist kleinere Vögel.

Im Laufe des Jahres lernt man auf diese äußerst beschauliche Weise Sperber, Tannenhäher, Schafstelze und Wiesenpieper kennen. Alle in ihrer natürlichen Umgebung, alle aus historischen Zeichnungen entlehnt. Groß, klein, bunt, unscheinbares Gefieder, mit und ohne Beute im Schnabel, mal scheinbar posierend, mal im natürlichen Habitat – ein abwechslungsreicher Fortgang des Jahres, der den Genießer erfreut und Kunstfreunde verwöhnt.

Jede Woche pfeift man vor Erstaunen wie vielseitig und kunstvoll Mutter Natur ihr Werk vollbringt.

Kalender 2021 Wilde Tiere

Was ist (nicht nur für Kinder) das Schlimmste am Zoobesuch? Dass er einmal zu Ende ist und der Weg nach Hause das sichere Ende eines ereignisreichen Tages bedeutet. Es gab Zeiten, da wurde diese sichere Erkenntnis um ein weiteres Highlight hinausgezögert. Denn war man dann wieder in den eigenen vier Wänden, wurden diese umgehend mit einem farbenprächtigen Plakat in Übergröße verschönert. Dann strahlten buntgefiederte Papageien von der Wand, jede Schwanzfeder bei genauerem Betrachten ganz deutlich sichtbar. Oder das gefleckte Felle des Leoparden, den man einige Stunden zuvor noch in seiner arenaartigen Umgebung um dessen Geschmeidigkeit bewunderte. Der kolossale Elefant, der freundlich mit dem Kopf nickte, zwinkerte einem nun vor dem Zu-Bett-Gehen zu. Tja, diese Zeiten sind vorbei.

Nicht ganz! Das Jahr 2021 bringt diese kinderaugenleuchtenden Zeiten mit einem Umblättern zurück. Jede Woche ein neues wildes Tier, das im nostalgischen Gewand mehr als nur Wandschmuck ist. Die kurzen Infotexte lassen die Abbildungen lebendig werden, und so ganz nebenbei kann man auch noch den Wochentag ablesen wie es sich für einen Kalender gehört.

Hingucker sind und bleiben aber die wilden Tiere und ihre Darstellung, die den Forschergeist im Betrachter ein ums andere Mal befeuern.

Feinste Pinselstriche lassen das Fell der Giraffe greifbar machen, kunstvoll gesetzte Farbtupfer glänzen auf so manchem Federkleid mit der Sonne um die Wette.

Die historische Darstellung des Nashorns stammt aus einer der berühmtesten Künstlerphantasien: Albrecht Dürer. Er kannte das Rhinocerus nur aus Erzählungen, er hat nie eines gesehen. Dennoch malte er ein Exemplar so detailreich, dass es jahrhundertelang als gegeben angesehen wurde. Erst mir den menschenverachtenden Kolonialshows, einer Art Zirkus, wurde das Abbild eines der Big Five zurechtgerückt.

Doch auch kleinere „Wilde“ erstaunen den Faunafreund. So große Hirschkäfer sieht man in freier Wildbahn nicht. Die Zeichnungen sind so exakt, dass sogar kleinste Härchen zu erkennen sind. Trollige Tiere wie das Gürteltier, imposante Herrscher der Lüfte wie der Königsgeier, wendige Jäger wie die Klapperschlange zeigen das enorme Spektrum, dass Mutter Natur ihren Geschöpfen angedeihen ließ. Die Zeichnungen sind nicht einfach alt und vergilbt. Sie sind Zeugnisse ihrer Zeit und haben seit ihrer Entstehung nichts an Anziehungskraft verloren.

Kalender Berliner Geschichte 2021

Was haben Ely Beinhorn, Jesse Owens und Papst Johannes Paul II. gemeinsam? Im Jahr 2021 denken wir an sie an einem bestimmten Tag. Ende Juni ist es ein Vierteljahrhundert her, dass der Papst die deutsche Hauptstadt besuchte. Im Januar vor neunzig Jahren bestieg Ely Beinhorn ihr Flugzeug, um – nach einem kurzen Zwischenstopp im Schwarzwald – nach siebzig Stunden am Äquator ankam. Für das Jahr 1931 eine erstaunliche Leistung, als Frau eine echte Pionierarbeit zu der Zeit.

Und Jesse Owens? Klar, dass sein Jubiläum nur mit den Olympischen Spielen 1936 zu tun haben kann. Den Hundert-Meter-Lauf, den Sprint über die doppelte Strecke und den Weitsprung hatte er schon mit Olympischen Rekord vergoldet und seine eigene Zielsetzung erfolgreich gestaltet. Am 9. August 1936 setzte er seiner Legende die Krone auf als er mit der 4x100m-Staffel zum vierten Mal Gold gewann. Am Tag zuvor hatte die Staffel im Vorlauf mit glatten vierzig Sekunden den bestehenden Weltrekord egalisiert. Bei angenehmen 22 Grad spurteten Jesse Owens, Ralph Metcalfe, Foy Draper und Frank Wykoff allen andern davon und unterboten ihre Bestmarke vom Vortag noch einmal um zwei Zehntel. Gastgeber Deutschland verbesserte sich gegenüber dem Vortag zwar auch, es reichte dennoch nur für Bronze. Auf der Tribüne schäumte die Lamettafraktion.

Geschichte und geschichtliche Daten waren im Schulunterricht meist eine langweilige Sache, wenn man mit dem Gesicht zur Tafel saß. Dieser Kalender, der von Marc Lippuner mit viel Herzblut gestaltet wurde, ist das komplette Gegenteil. Ob die Eröffnung des Palastes der Republik, dem Tod am Kleinen Wannsee, einem Attentat auf Bismarck oder der Geburt einer der wenigen echten deutschen Legenden – „Berlins janze Jeschichte“ übers Jahr verteilt sichtbar, lesbar, erlebbar.

Woche für Woche bewegt die Berliner das, was in ihrer Stadt vorgeht. Vieles geht im Laufe der Jahre wieder verloren und kommt danke solch eines Kalenders nach und nach wieder ans Tageslicht. Ein Stimmungsfänger für das ganze Jahr!

World of food Kalender 2021

Wenn jemand dicke Backen macht, ist er erstaunt über das Erlebte. Wer die Welt mit dem Gaumen erforscht, hat noch einen Grund mehr dicke Backen zu machen. Er isst dann baff erstaunt!

Wer reist, staunt je nach Reiseart mal mehr, mal weniger über die kulturellen Unterschiede, besonders bei der Nahrungsaufnahme, bei der Zubereitung und bei der Darstellung in den Auslagen. Ein schier unendliches Feld mit roten … ja womit eigentlich? Es ist rot. Aber was ist dieses ES? Es sind Süßigkeiten. In Vietnam. Zum Trocknen in die Sonnen gelegt, damit Kinder – große und kleine – sich später an ihnen laben können und ihnen ein Lächeln ins Gesicht gezaubert wird.

Wie Atlas, der die Welt auf seinen Schultern trägt, wirkt ein weiteres Kalenderblatt dieses außergewöhnlichen Kalenders. Ein Fischer auf dem Mekong in Thailand. Er wirft sein Netz in den Fluss. Das hat die Form eines riesigen Balles, fast wie ein Erdball. Ein Schnappschuss, der für Innehalten sorgt. Oder ein total überladenes Fahrzeug, das unter der Last der Paprikaschoten einzuknicken droht. Überfluss mal anders. Ganz im Gegensatz zur kontemplativen Stimmung im April. Eine Gruppe von Reisebäuerinnen zieht im Morgengrauen über eine endlos erscheinende Plantage. Das zarte Grün der terrassenförmigen Anbaufläche ist für sie nur Staffage. Für den Betrachter eine Augenweide.

Wer Essen nur als Energiegewinnung betrachtet, wird mit diesem Kalender eines Besseren belehrt werden. Diese Welt des Essens ist eine Welt voller Genüsse. Ob ein Basar, der ohne das Übermaß an Gewürzen nur eine Halle im shabby look wäre oder ein kleiner Laden, der so unscheinbar wirkt, dass man ihn glattweg übersehen könnte, dessen Angebot aber so manches Leckermäulchen ins Schwärmen geraten lässt – hier ist die Welt noch in Ordnung.

Zwölf Kalenderblätter, die intensiv unseren Hunger nähren und stillen zugleich.

Farbwelten Kalender 2021

Das Jahr 2021 wird bunt! Nicht im Vergleich, sondern besonders zu diesem Jahr. So könnte man diesen Kalender jetzt schon als hoffnungsvollen Farbschimmer für ein rotes, grünes, blaues, gelbes, violettes Jahr sehen. Erlebnisse, die an einem haften bleiben, sind mit unseren Sinnen verknüpft. Ein duftendes Mahl, ein knalliger Augenschmaus, ein wohlklingendes Geräusch. Damit verbinden wir schöne Ereignisse, eine gute Zeit.

Als optisch eingestelltes Wesen, was der Mensch nun mal ist, gehört es zum guten Ton (ein Sinn allein kann nicht existieren) ein Farbenspiel als Assoziationsmöglichkeit zu empfinden.

Rot ist eine Signalfarbe. Und so beginnt in diesem Kalender das Jahr 2021 mit eben diesem Alarm. Es sticht ins Auge, ohne Schmerzen zu verursachen. Vielmehr ist es „Hallo-Wach-Erlebnis“, dass das Jahr 2021 einläutet. Weiß und Rot, wobei das Weiß lediglich die Leinwand bildet, um dem Rot den Raum zu geben, den es verdient. In China gilt Rot als Farbe des Lebens. Ein Farbe, die Glück verheißt. Deswegen werden in China zum Neujahrsbeginn auch gern rote Dinge verschenkt. Wer Rot trägt (und zwar so eng am Körper wie möglich), dem wird ein glückliches Jahr beschieden sein. Gerade nach dem Jahr 2020 ein Hoffnungsschimmer, eine Verheißung, ein gutes Omen.

Blau beruhigt das Auge. Kalte Fließenornamente bestimmen den Fortgang des Jahres.

Nicht minder entspannt, doch schon ein wenig lebendiger zeugt der März vom aufziehenden Frühling. Ein Kirchendach, dessen Dachziegel in Gelb, Grün und Schwarz in der Sonne glänzen, lässt den Betrachter die kalte Zeit vergessen.

Vom überbordenden Farbrausch kann man 2021 nicht genug bekommen. Jedes Kalenderblatt zeigt in jeweils drei übereinander gestapelten Bildern die Pracht einer oder mehrerer Farben. Alltägliche Ansichten, die man allzu oft übersieht, weil der Weg nicht als Ziel, sondern als nötiges Übel hingenommen wird. Ein Blick nach Oben, nach Links oder Rechts, manchmal auch nach Unten, fördert so manche Überraschung ans und ins Licht. Mal verträumt, mal nachdenklich, mal melancholisch, mal Abenteuer verheißend. Diese Farbwelten sind eine eigene Welt für sich!