Sara Cross – Florida

Es gibt Besseres, was man einer alleinerziehenden Mutter eines krebskranken Kindes wünscht als mitten in der Nacht auf abgelegenen Straßen Floridas eine Leich zu inspizieren und der Ex-Freund steht daneben. Sara Cross ist Polizistin, Billy Flynn, Ihr Kollege und Ex-Freund Billy hat Derek Willis Mann bei einer Verkehrskontrolle erschossen. Derek kam aus Newark, aus dem Norden und passte äußerlich – viel zu elegante Klamotten – nicht in diese Gegend. Der Sheriff warnt Sara schon mal vor: Die Beziehung, die Sara und Billy schon seit zwei Jahren nicht mehr führen, wird bei der Untersuchung des Todesfalls auf alle Fälle zur Sprache kommen. Wenn sie sich clever verhält, sich bedeckt hält, könnte … könnte sie eines Tages einmal sogar den Sheriff um seinen Job beerben.

Aber Sara ist keine Frau, die brav die Füße stillhält nur um Karriere zu machen. Und außerdem war sie die erste – nach Billy – am Tatort. Ein Umstand, der ihr noch zu schaffen machen wird. Das, was Billy zum Tathergang zu sagen hat, klingt plausibel. Was allerdings nicht passt, ist die Witwe des Toten. Sie vermutet, dass Billy und Sara unter einer Decke stecken. Doch Simone, so ihr Name, handelt nicht komplett aus freien Stücken. Sie wurde in den Süden geschickt, um zu eruieren, was vorgefallen war und was noch zu retten ist. Denn Derek war mit ziemlich teurer Fracht unterwegs.

Außerdem tritt noch der Profikiller Morgan auf den Plan. Ein Gentleman-Killer der alten Schule, der gern mal Tipp gibt, um die Zahl derer überschaubar zu halten, die ihm an den Kragen gehen könnten. Ein ausgebuffter Typ, dem niemand etwas vormachen kann. Schnell hat er Billys Spur aufgenommen und auch Sara ist mit einem Mal nicht mehr sicher. Danny, ihren Sohn, aus der Schusslinie zu bringen – was mehr als nur sprichwörtlich zu nehmen ist – hat oberste Priorität.

Knackiger Name, knackige Dame – Wallace Stroby hat ein Faible für starke Frauen. Vier Mal hat er Crissa Stone bereits Staub fressen und sich selbigen immer wieder aus den Klamotten schütteln lassen. Nun lässt er seiner Phantasie auf der anderen Seite des Gesetzes freien Lauf. Sara Cross muss sich als Frau in Uniform sicherlich öfter beweisen als ihre männlichen Kollegen. Für sie ist das aber normal und kein Feministen-Job, den es zu erledigen gilt. Wenn sie gelobt wird, dann nur, weil sie gute Arbeit leistet und nicht, um eine Quote erfüllen zu müssen. Dass ausgerechnet in ihrem ersten (literarischen) Fall ihr Ex eine entscheidende Rolle spielt, öffnet ihr einmal mehr die Augen für die Verkommenheit der Menschen in ihrem Revier.