Crissa Stone – USA

Buchbesprechung folgt

 

Zündschlüssel rumdrehen und schon prallen hunderte PS auf den Betonpfeiler. Ein bisschen nachjustieren. Und ab mit der wertvollen Fracht auf den Pickup. Abrechnen. Fertig. Nie mehr einen Bankautomaten mit einer Radlader klauen. Die Masche ist durch. Crissa Stone will weiterziehen. Ein paar hunderttausend Dollar hat sie sich in der letzten Zeit so ergaunert. Doch jetzt ist Schluss. Schluss mit dieser Masche!

Zur gleichen Zeit wird Benny, Koch in einem Diner, von den langen Schatten der Vergangenheit eingeholt. Zwei Typen fragen nach ihm. Den Einen, den Älteren, kennt er. Den Jüngeren nicht, wohl aber die Art dieser Menschen. Hut Kirschen essen, mit dem, kannste vergessen! Sie haben (gute oder schlechte – das wird sich noch zeigen) Nachrichten für den alten Benny dabei. Ein alter Bekannter hat das Zeitliche gesegnet. Das heißt nun aber auch, dass fest jeder, der sich in ihren Kreisen auskennt – Mafia, Einbrüche, das volle Programm – nun auf die eine Beute aus ist, die niemals gefunden wurde. Kleiner Abstecher in die Vergangenheit: Kurz vor Weihnachten 1978 erbeuten Gangster bei einen Raub auf dem John F. Kennedy International Airport mehrere Millionen Dollar. Die Täter wurden fast alle gefasst oder starben eines mehr oder weniger natürlichen Todes, so dass schlussendlich niemand abschließend dafür verurteilt werden konnte.

Und um genau dieses Geld geht es. Auch Crissa Stone hat von der Sache Wind bekommen. So ein richtig großer Fischzug würde sich gut in ihrer Vita machen. Doch zwischen Wollen und Tun hat Wallace Stroby noch die Untiefen der New Yorker Unterwelt gesetzt. Denn mit ein bisschen Recherche und der ihr eigenen Chuzpe allein kommt Crissa Stone nicht an das ersehnte Ziel.

Die Fortsetzung einer Krimireihe entscheidet sich oft schon mit dem zweiten Buch. Ist es schlecht, weil es zu schnell nachgeschoben wurde, kann man die Reihe meist vergessen. Crissa Stone zweites Abenteuer – mittlerweile hat sich ihr Leben gravierend verändert, denn im ersten Teil geschah etwas, mit dem sie nie in Berührung kommen wollte – sprüht nur so vor schnellen Wendungen und unweigerlicher Improvisation.

Wallace Stroby gelingt es einmal mehr dem männerdominierten Hard-Boiled-Genre einen weiblichen Part zu schmücken. Crissa Stone muss sich Partner suchen, ihre Schäfchen ins Trockene bringen und dabei niemals den Plan aus den Augen verlieren. Denn noch immer sitzt ihr Wayne im Knast. All ihr Tun dient nur einem Zweck…