Archiv der Kategorie: 2019

Kalender 2019

Geheimnisse der Mode

Die Mode ist wohl der einzige Teil einer Kultur, der seine Geheimnisse preisgibt wie kaum eine andere Branche. Designer, Experten, Influencer haben nur ein Ziel: Trends zu setzen. Und sie bedienen sich – alle miteinander – der selben Sprache. Alles kommt wieder, alles ist erlaubt. Doch ganz ehrlich: Wenn es wirklich so wäre, wie langweilig wäre dann die Mode?

Wenn dem so wäre, dann könnte man mit diesem Kalender aber so richtig Staat machen. Kann man aber auch so! Elegante Kamelhaarmäntel, Leggings oder die Abendtasche – unverzichtbar oder doch nur Mittel zum Zweck? Völlig egal, der Träger bestimmt, was passt. Sich auf die Spielarten der Mode einzulassen, ist der eigentliche Charakter der Mode. Kombinationen, Variationen, Mut und Stilfindung gehören dazu wie ausdrucksstarke Bilder. Und gleich mehr als fünfzig davon bereichern 2019 die modischen Entscheidungen im Wochenrhythmus. Doch nicht nur allein die eindrucksvollen Abbildungen sorgen für erhöhten Herzschlag eines jeden fashion victims, sondern auch die kurzen Erläuterungen woher beispielsweise die Baskenmütze stammt. Die Basken waren nämlich keineswegs die Erfinder der flachen Kopfbedeckung mit dem Zipfel…

Stilikonen wie Marlene Dietrich zeigen, dass Stil nicht zwingend eine Frage des Geschlechts ist. Sie war der Archetyp des Rollenspiels. Eine Marlenehose, gehört heutzutage zum guten Ton und ist eindeutig dem ersten Superstar der deutschen Filmgeschichte zuzuordnen. Im April zeigt sie mit der ihr eigenen Eleganz, dass Fliegen nicht mit der Klatsche gejagt werden sollten, sondern eine Zier eines jeden Halses sein können.

Dieser Wochenkalender ist ein echtes Füllhorn an modischen Highlights. Aus allen Zeiten, aus allen Himmelsrichtungen. Und dabei geht es nicht nur Kopftücher und Manschetten. Wer sich die Texte genau durchliest, entdeckt garantiert auch noch das Eine oder Andere, was bisher im Verborgenen agierte. Wer kennt schon die Gibson Girls?! Keine Girlband, vielmehr das Ergebnis der Illustrationen eines gewissen Charles Dane Gibson. Was sie so besonders macht? Die Antwort gibt’s in der Woche nach Ostern 2019.

Ring, Rosa, rote Haare geben den Modetakt im Herbst an. Sneaker und Tattoos holen im trüben November die warme Jahreszeit noch einmal zurück. Bevor im Dezember Western-Mode, Wasserwelle und Yves Saint Laurent als Vorboten des Zylinders das Modejahr 2019 mit allerlei (Neu-)Entdeckungen ausklingen lassen.

Bei der Schar an Modehomepages und Modesendungen kommt man schnell ins Schwitzen, wenn man modisch was hermachen will. Hose, Shirt, Schuhe sind probates Mittel, doch noch lange nicht alles, was „etwas für die tun kann“. „Geheimnisse der Mode“ ist ein Hingucker, der voll im Trend liegt.

Nomen est omen

Das Jahr beginnt mit dem Wolf. Nein, kein neuer Kalender oder eine neue Kalenderrechnung – seit einem halben Jahrtausend lebt der Großteil der Erdbevölkerung nach dem gregorianischen Kalender. Wolfsmonat ist eine alte Bezeichnung für den Januar. Und der wiederum bezieht sich auf Janus, was dem Wort „ianua“, Tür, bedeutet. Man kann von zwei Seiten hindurch gehen, hat also zwei Blickwinkel. Daher wird der Januskopf gern auch als Sinnbild für Zweispalt gesehen.

Das Jahr hat kaum angefangen und schon wird alles, was bisher war in einem anderen Licht dargestellt. Denn schon einen Monat später beginnt Hornung. Auch DIE Hornung, wenn zum Beispiel die Hirsche ihr Geweih abwerfen. Das ist zwar nur eine Theorie, aber eine, die Sinn macht. Wer will schon gern als Narr bezeichnet werden, nur weil er im Narrenmond geboren wurde?!

Beim Juli ist die Namensgebung etwas einfacher. Sie stammt vom Julius Cäsar. Der, der den julianischen Kalender ins Leben rief, bzw. der Namensgeber war. Doch der ist seit Ende des 16. Jahrhunderts wegen Ungenauigkeit in Reich der Antiquitäten verbannt worden. Bärenmonat, Heuert oder Honigmond wird der Juli auch genannt. Honeymoon, die Flitterwochen haben der ihren Namen und ihre Bedeutung. Es wurde also im Juni vermehrt geheiratet. Kennt man sonst nur aus amerikanischen Soaps („Oh mein Gott, es wird eine Junihochzeit“ – kaum eine Serie kommt ohne dieses Zitat aus, warum auch immer). Und im Juli wird dann geflittert.

Nicht zu verwechseln mit dem Julmond. Der kommt erst zum Ende des Jahres. Er war ja mal der zehnte Monat des Jahres, decem=zehn, und geht auf das germanische Julfest zurück.

2019 wird das Jahr der Zahlen und der Monate. Wie achtlos man doch mit dem Kalendermonaten umgeht. April, Mai, September – die Namen sprudeln nur so aus einem heraus. Doch ihre Bedeutung kennen nur die wenigsten. Am dem ersten Hartung wird das nun alles anders. Über Bleuet, Brachet bis zum letzten Tag des Dustermond kann man sich mit den kurzen Texten als wissender Neuerer der Semantik hervortun. Ach ja, die Wochentage kann man an diesem Kalender auch ablesen. Da muss man sich allerdings konzentrieren. Denn die Zeichnungen, die Anna Gusella den jeweiligen Monaten als farbenfrohe Untermalung im Hochformat zur Seite stellt, lecken schnell vom eigentlichen Sinn des Kalenders ab. Blau, rot, gelb strahlen heroische Gestalten, genießen wohlgeformte Körper die freie Zeit, geben Jagdszenen einstimmungsvolle Denkstöße. Nur drei Farben, die vollkommen ausreichend sind, um diesem anspruchsvollen Kalender den passenden künstlerischen Rahmen zu geben.

Archäologischer Kalender 2019

Das Jahr 2019 wird ein Jahr des vollen Hauses. Schon am Ende 2018 schaut der Himmelsträger aus dem Schneckenhaus vorbei und kündet von weiteren Gästen, die in den nächsten reichlich zweiundfünfzig Wochen hier einkehren werden. Er selbst ist schon ziemlich betagt. Als kunstvoller Nachweis der Maya-Kultur erblickte er irgendwann zwischen 600 und 900 n.Chr. das Licht der Welt.

Gleich zu Beginn des Jahres kündigt sich ein Pärchen an. Sie sind noch älter, wurden knapp zweieinhalb Jahrtausende v.Chr. in der fünften Dynastie in Ägypten erschaffen. Ende Februar ist eine treue Gattin auf der Suche. Sumana heißt die Frau, und sie stammt aus Indien.

Der Archäologische Kalender aus dem Verlag Philipp von Zabern ist auch im Jahr 2019 wieder eine Zierde jeder Wand, die er mit seinem Füllhorn der Schönheit und der Pracht der Kulturen die Betrachter erstaunen wird. Zwei Wochen hat man nun Zeit sich sattzusehen und einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Denn auf den Rückseiten der Kalenderblätter werden die dargestellten Objekte detail- und kenntnisreich beschrieben. Statuen, Reliefs, Mosaiken aus Elfenbein, gemalt mit Tinte, Farbe oder Edelmetallen, aus Nigeria, China oder Italien regen ab dem ersten nur leichten Anheben der Blätter die Neugier an.

Einen Museumsbesuch erspart der Kalender nicht. Im Gegenteil: Er regt dazu an, sich endlich z erheben und die Originale in Tel Aviv, Rom oder Stuttgart einmal in ihrer vollen Pracht sich anzuschauen.

Kalender Mucha 2019

Alfons Muchas Werke sind unsterblich. Seinen Stil kopierten viel, doch erreicht haben sie ihn nie. Und doch ist die Person Alfons Mucha weniger Menschen bekannt als sein Werk.

Nun hat man ein ganzes Jahr Zeit sich noch einmal mit seinen Werken, zumindest mit einem Dutzend davon, auseinanderzusetzen. Und das wird man. Die reichen Verzierungen, ein typisches Stilmittel des Jugendstils, rhythmisch-geometrische Grundformen sind ein Markenzeichen der Plakatkunst des Jugendstils. Nicht ganz so erotisch und exotisch wie der Stil aus dem gar nicht so fernen Paris, doch immer noch anstößig genug, um die Gemüter zu erhitzen und gegen sich aufzubringen.

Lüsterne Orchideen umranken eine züchtige Dame. Alles fließt, und doch ist eine gewisse Dynamik im Bild erkennbar. Verspielte Linien und die meist sparsam verwendete Farbpalette lassen das Auge entspannen. Und dann wieder Werbung. Alfons Mucha begann seine Laufbahn in Paris als Plakatmaler. Zufällig erfuhr er, dass Sarah Bernard, die damals wohl berühmteste Actrice ihrer Zeit, einen Künstler suchte, der ihr ein Plakat binnen kurzer Zeit kreierte. Mucha bot sich an, man nahm ihn an, er wurde unsterblich. Er entwarf Plakate für die Weltausstellung 1904 in St. Louis genauso wie für nestle oder Biscuit. Briefmarken und Geldnoten waren dank seiner Kunst nicht nur Zahlungsmittel, sondern Kunst für jedermann.

Als die Nazis in seiner Heimat Tschechien einmarschierten, wurde Mucha verhaftet und weggesperrt. Er starb 1939 an den Folgen einer Lungenentzündung.

Kalender Bäume 2019

Wie leckerer Pudding am Schneebesen hängt der Schnee an den Bäumen. Ein genussvoller Start ins Jahr 2019. Schon einen Monat später scheint schon wieder die Sonne wie auf Teneriffa und lässt einen Drachenbaum erstrahlen. Ob verwunschene Eiche oder witterungsgestählter Olivenbaum im Reigen des Lavendel – dieser Kalender wird bewundernde Blicke hervorzaubern. Knorrige Äste, durch die Jahreszeiten geformte Rinden, die, wenn sie sprechen, Geschichten erzählen könnten. Ein Farbenspiel der Natur, das den Betrachter wie in einem Museum erstarren lässt.

Wie in einem Märchenwald fühlt man sich. Das Moos hat schon vor Äonen den Baum in Beschlag genommen und verleiht ihm etwas Geheimnisvolles. Erhaben stehen sie fest im Boden und wiegen sich sanft im Winde. Die Stille dringt aus den Bildern hinaus in die Welt.

An diesem Kalender geht man nicht so schnell vorbei. Lediglich die angezeigten Tage verweisen darauf, dass die Zeit vergänglich ist.

Hofgenuss Kalender 2019

Erst, wenn man etwas so richtig nahekommt, erkennt man seine wahre Schönheit. Das können die unterschiedlichsten Dinge sein. Zum Beispiel eben auch eine Schinkenplatte. Lässt einen erst einmal schmunzeln. Doch wer das Glück im Februar 2019 diesen Kalender um sich zu haben, wird diese Worte spätestens dann verstehen, wenn er einen Monat lang an dieser – leider nur zweidimensionalen – Schinkenplatte innehält. Denn einfach nur vorbeilaufen kann man daran nicht.

Zwölf Mal wird man so ein Erlebnis haben und das immer einen Monat lang. Schon das Titelbild macht Appetit auf das neue Jahr. Mutig, einen Blumenkohl zu wählen. Denn so manche weniger gute Kindheitserinnerung hängt wohl mit diesem zu Unrecht verschmähten Gemüse zusammen. Und wer macht sich schon die Mühe sich so ein Gemüse mal genauer anzusehen? Kaum jemand, oder?!

Ein Abtropfsieb mit leckeren Johannesbeeren erregt im Allgemeinen schon eher die Aufmerksamkeit des Betrachters. Knalliges Rot, das das pure Leben in sich trägt. Saftiges Gurkenscheiben mit knackigen Paprika und frischem Käse, aufgespießt … der Juli wird zum Grillmonat. Nicht kleckern, heißt es im November, wenn das volle Glas Honig noch einmal die Sonnenmonate zurückzuholen versucht. Langsam, aber unaufhörlich rinnt der goldene Saft des Sommers am Glas herunter…

Der Kalender ist ein Farbenspiel von Mutter Natur. Hungrig nach Leben, neugierig auf das nächste Motiv macht dieser Kalender Lust auf die Vielfalt, was da von draußen auf unseren Tischen landen kann. Den größten Teil der Monatsblätter nehmen natürlich die Abbildungen ein. Nur am unteren Rand ist der so genannte Nutzteil zu sehen. Also die Wochentage. Die interessieren eh niemanden mehr, wenn die Motive erst einmal aufgeschlagen sind.

Paradiesvogel Kalender 2019

Na, das sind ja ein paar schräge Vögel! Und so erhaben. So bunt. So farbenprächtig! Das neue Jahr beginnt mit dem Silvesterabend dieses Jahres. Eine rauschende Party mit so manchem Paradiesvogel läutet das neue Jahr ein. Der Große Paradiesvogel macht den Anfang. Sein braun-gelbes Gefieder erlaubt es ihm ohne Unterlass unterm Himmelszelt herumzufliegen. Und nie den Boden zu berühren. Weswegen sie auch keine Füße haben. Legende? Nein. Real. Im pazifischen Raum, südlich Neuguineas, wo sie beheimatet sind, nennt man sie auch Göttervögel.

Neben der eindrucksvollen Abbildung hat man in dem kurzen Text schon wieder was gelernt. Aber vor allem das Auge verwöhnt. Ende Februar breitet der Grünflügelara sein Gefieder vor dem Betrachter aus. Geschickt krallt er sich an einem Zweig fest. Wer ganz nah an das Bild herantritt, erkennt die detailreiche Arbeit an den Federn. Wieder einen Schritt zurück und das Bild erscheint in einem völlig neuen Licht. So geht es über fünfzig Mal im kommenden Jahr. Elfenbeinspechte aus Nordamerika, der Arfak-Strahlen-Paradiesvogel (aha, es gibt also mehrere Paradiesvögel –wie im richtigen Leben) oder der Goldfasan, den man fast überall auf der Welt besichtigen kann, zeigen sich von ihrer besten – gezeichneten – Seite.

So verleiten sie den Betrachter zum Genauer-Hinsehen. Feinste Striche, elegante Schattierungen und eine üppige Farbpalette lassen das Auge kaum satt sehen. Die Schwarzkehl-Paradieselster verheißt auf den ersten Blick nicht gerade Farbenvielfalt. Vielmehr fällt das Verhältnis von kleinem Körper und langen Schwanzfedern als Erstes auf. Doch das Grün der Bauchfedern lässt einem schon mal einen genaueren Blick riskieren. Dann erst sieht man, dass Braun nicht automatisch gleich braun ist.

Die nostalgischen Abbildungen sind ein Hingucker und eine Zierde für jede Wohnungswandgestaltung. Und jede Woche gibt es ein neues paradiesisches Wunder.

Küste & Meer Kalender 2019

Das Leben entstand bekanntlich im Meer. Und als es an Land kam, hinterließ „im Kindergarten“ einiges, was bis heute für Überraschungen sorgt. Da schwimmen Fische, die flach wie eine Scholle sind. Oder Seesterne, deren Farbigkeit und Formenvielfalt für offene Augen und Münder sorgen. Oder Muscheln, die in Form und Farbgestaltung jeden Malermeister und jeden Stiftakrobaten vor Neid erblassen lassen.

Jedes einzelne Wochenblatt ist ein Augenschmaus und Glücklichmacher. Die nostalgischen Zeichnungen sind einfach nicht zu übersehen und laden zum Verweilen ein. Schatzsuchen am Strand, Beobachtungen in Meeresnähe und Tauchgänge werden von nun an von der Sehnsucht getrieben die Abbildungen nun endlich einmal in realer Umgebung sehen zu dürfen.

Die kurzen Erläuterungstexte informieren kurz und knackig, sie wecken den Forschergeist im Betrachter.

Da ist es fast schon zu schade, dass das Jahr nach nur zweiundfünfzig Wochen schon wieder vorbei ist. Kreisel- und Purpurschnecken, Schirmquallen (allein dieses Kalenderblatt Mitte August wird sieben Tage lang für Innehalten sorgen – also nichts vornehmen für die Zeit vom 12. bis 18. August), Strandastern oder der Weißschwanz-Tropikvogel im Spiel mit dem Fregattvogel erzählen Geschichten, die man in keinem Buch der Welt so kompakt wiederfindet.