Archiv der Kategorie: 2018

Kalender Reise

Kunst 2.0 Kalender

„Das ist doch … na wie heißt er gleich. Der mit den Farben. Ach nee, is er doch nich!“ Oder doch? Nein, ist er nicht, könnte er aber sein. Und das da, das ist doch … aber nicht von dem mit den Farben. Stimmt. Könnte aber sein! Die Kunstwelt ist in Aufruhr. Neue Werke von längst verstorbenen Künstlern zieren auf einmal die Wände der Nation. Ein Manet, ein van Gogh oder ein Klee. Wer kann sich das schon leisten. Selbst Drucke sind oftmals unverschämt teuer. Zwölf Mal Kunst in seiner modernsten Form. Am Computer entstehen oft die dollsten Dinge. Und dieser Kalender ist eines davon. Stadtimpressionen von Paris im Stile von Gustav Klimt, London mit den Augen von Henri Rousseau oder Rom in Anlehnung an Hioeronimus Boschs „Garten der Lüste“. Die Monatsblätter nehmen nicht nur Anleihen von den großen Meistern, sondern sogar von einem bestimmten Werk.

Schon bevor das neue Jahr beginnt, kann man ein Quiz veranstalten, wem denn nun der Juli oder der September zugeschrieben werden kann. Die seltsame Pinselführung mit dem kräftigen Gelb … mmh, erinnert an Sonnenblumen, an südliche Gefilde. Irgendwie ein bisschen verrückt. Schon erraten, wer da Dezember und das Titelbild gestaltet haben mag?

„Die Frau mit Sonnenschirm im Garten“, ein Bild von Pierre-August Renoir. Doch was sucht die chinesische Mauer da im Hintergrund. Also doch kein echter Renoir. Doch nicht minder beeindruckend.

Alles Kunst, alles falsch, alles umso beeindruckender, da sich der Künstler seine Kollegen genau angeschaut und deren Stile studiert hat. Hier sind nicht zwölf Fälschungen im Umlauf, sondern es sind zwölf Kniefälle vor dem Hohen Gericht des guten Geschmacks. Jeder Monat eine Verbeugung vor dem Werk der Farbenmeister der vergangenen Jahrhunderte.

Wenn die Golden Gate Bridge in Flammen zu stehen scheint, hat August Macke seine farbverschmierten Finger im Spiel. Wenn ein Sturm über dem Burj al Arab aufzuziehen scheint, lässt William Turner grüßen. Und wenn Rot und Blau Rom regieren, lugt Ernst Ludwig Kirchner um die Ecke. Ein Museumsspaziergang ganz ohne zu laut eingestellte Audioguides, einfach nur Kunst für jeden Tag und jede Jahreszeit. So haben es sich die meisten Künstler sicher irgendwann mal vorgestellt. Jetzt wird ihr Traum wahr. Auf alle Fälle nicht zu spät!

City Maps – Die Metropolen der Welt in alten Stadtplänen

Es gibt Dekogegenstände, die muss man sorgsam aussuchen. Denn sie begleiten einen das ganze Jahr hindurch. Sie sollen im Winter wie im Sommer Freude bringen. Die Suche kann anstrengend sein. Aber wenn man dann das Richtige gefunden hat, ist die Freude umso größer und anhaltender. Drei Viertel unserer Lebenszeit soll diese Freude dreihundertfünfundsechzig Tage andauern. So ist es zum Beispiel bei einem Kalender. Die Tage soll er anzeigen. Diese Funktion haben nunmal Kalender. Wandkalender sollen hingegen noch ein bisschen mehr. Sie sollen so richtig was hermachen. Ausdrucksstarke Bilder sollen Sehnsüchte wecken, motivieren, vielleicht sogar ein (Reise-)Ziel schmackhaft machen.

Landkarten und Stadtpläne sind seit der digitalen Revolution zu blassen Linienformationen in einfachen Farben geworden. Sie sollen einen ans Ziel bringen mehr nicht. Es gab Zeiten, da waren Karten wahre Kunstwerke. Eben echte Handarbeit von echten Künstlern. Achtung Phrase: So was gibt’s heute nicht mehr!

Doch! Und zwar das ganze Jahr über. „City Maps – die Metropolen der Welt in alten Stadtplänen“ nennt sich ein Kalender, der großformatig (50 mal 66 Zentimeter) das historische Auge schult. Wer weiß schon wie Sydney im 19. Jahrhundert aussah. Kleiner Tipp: Wer die Oper sucht, tut dies vergeblich. Als die Karte, die den Mai 2018 ziert, erstellt wurde, war Jørn Utzon, der Architekt der Oper, noch nicht einmal geboren, auch Harbor Bridge sucht man vergebens. Dafür findet man im März ganz leicht die Verbotene Stadt in Peking oder im April die Tower Bridge und Tate Gallery.

Das Großformat erlaubt es die Karten durchaus als naturgegeben anzusehen. Einzelne Spazierfahrten und –gänge können teils noch einmal mit dem Finger abgegangen werden. Von schachbrettartigen Stadtplanungen wie New York oder Mexico-City über dreidimensionale Abbildungen von Los Angeles bis hin zum königlichen Oslo und dem habsburgischen Wien legen die Städte ihre geheimsten Wege frei.

Die zarten Farben machen den Kalender passend für jeden Wohnungstyp, von antik über rustikal bis zur modernen Wohnungseinrichtung: Dieser Kalender ist eine Zier für jeden Haushalt. Wer reist, braucht Orientierung. Wer außerdem noch geschmackvolle Erinnerungsstücke sein eigen nennt, wird an diesem Kalender seine helle Freude haben.

Archäologischer Kalender 2018

Wie lang dauert eine Weltreise? Ein paar Monate sollten es schon sein, um von China und Griechenland über Syrien, Italien und Persien bis nach den Irak bis nach Mali zu reisen. Und wie lang dauert dann eine Zeitreise, die mehrere Jahrhunderte, so gar Jahrtausende zurückreicht? Ca. ein Jahr! Genauer gesagt vom ersten Weihnachtsfeiertag 2017 bis zu Heilige Drei Könige 2019. Dazwischen hat man im –Zwei-Wochen-Rhythmus immer wieder Reiseziel, die so nicht, ja sogar niemals wieder so zu sehen sind.

Der archäologische Kalender aus dem Philipp-von-Zabern-Verlag ist eben mehr als nur ein A4-Wandschmuck, den Gäste sich gern betrachten, der einen selbst immer wieder zum Anhalten und Bestaunen anhält, sondern der ein ganzes Jahr lang Reisen in ferne Welten parathält. Zwei Wochen hat man jeweils Zeit, um vielleicht eine kleine Museumstour zu erstellen. Denn die abgebildeten Objekte entspringen nicht der Phantasie, sondern sind hier und da tatsächlich in Museen rund um den Globus zu betrachten.

Amulette, eine Wangenplatte einer Pferdetrense, Mosiaken, antike Flaschen und ein wahres Füllhorn an archäologischen Fundstücken erster Klasse machen es schwer nicht schon mal weiterzublättern, um die Neugier zu stillen.

Es passiert zum ersten Mal, dass ein Montag so sehnsüchtig erwartet wird. Dann darf endlich – beim Adventskalender darf man ein weiteres Türchen öffnen, allerdings nur vierundzwanzig Mal – umgeblättert werden. Die Rückseite wird als detailreiches Infoblatt genutzt. Kurze Texte geben einen exzellenten Einblick in das, was Geschichte ausmacht: Spannende Alltagsgeschichten zu den abgebildeten Objekten und eine zeitliche Einordnung. Ägypter, Paestanier und Babylonier haben viel zu erzählen. Da sie es nicht mehr können, machen sich seit Ewigkeiten Wissenschaftler daran die Geheimnisse der verschwundenen Reiche aufzudecken. Und das auch anhand von Hinterlassenschaften. Und die sind in diesem Kalender ein Jahr lang zu bestaunen.

Kalender „Two Of Us“

„Let’s Talk“, „Telling Time“ und nun „Two Of Us“. Soll die Kalender-Trilogie mit Werken von Mehrdad Zaeri und Freunden schon zu Ende sein? Dann wäre 2018 ein trauriges Jahr. Zwei Jahre haben seine Kalender den Betrachter durchs Jahr begleitet, haben die Bilder zum Nachdenken angeregt, ein Schmunzeln ins Gesicht gezaubert, die Kunstwelt bereichert. Doch sind wir optimistisch und wagen schon mal schon mal einen Blick ins neue Jahr.

In jedem Monat zeigen Mehrdad Zaeri und einer Freunde wie Reza Riahi, Ellie Zahedi, Marie Lafrance und Nelleke Verhoeff, wie sie sich Zweisamkeit vorstellen. Und wie in jedem guten „Schöner-Schreiben-Seminar“ kommen unterschiedliche Ergebnisse heraus. Schwarz-Weiß, knallbunt, Skizzen, Farbexplosionen, skurrile Charaktere, stilistische Brüche – die ganze Vielfalt der künstlerischen Phantasie wird auf Papier gebannt. Man kann es kaum erwarten nach zwei Wochen endlich umblättern zu dürfen.

Auch wenn man sich in Bildergalerien nicht heimisch fühlt, kommt man dem Geheimnis der Bilder schnell auf den Grund. Es sind die Perspektiven, die die Protagonisten einnehmen. Wenn zwei Schiffbrüchige sich auf dem Meer begegnen, ein Riese und ein Zwerg, dann erwartet man, dass der Zwerg flehentlich um Hilfe bettelt. Bei „Two Of Us“ wird die Welt auf den Kopf gestellt.

Apropos auf den Kopf stellen. Derzeit scheint ja nichts mehr sicher zu sein. Prognosen fallen ins Wasser wie ein riesiger Felsen am Meeresrand. Alle Analysten werden vollgespritzt mit dem Ergebnis dieses Falls. Ist die Welt aus dem Lot? Ganz so schlimm scheint es doch nicht zu sein. Solange der Humor noch atmen kann, ist Rettung noch in Sicht, ist sie greifbar. So sehen es auch die an diesem Kalender beteiligten Künstler. Mag die Welt auch noch so grau sein, es geht immer weiter. Man muss sich nur aufeinander einlassen können. Ob nun zu Zweit wie in „Two Of Us“ oder im „wahren Leben“.

Dieser Kalender ist zeigt wie man es machen kann, dass zwei mit-, neben- und füreinander da sind. Jedes Bild erzählt gleich mehrere Geschichten. Und jedes Mal, wenn man an diesem Kalender vorbeikommt, fällt einem eine andere Story ein.

Und vielleicht wird ja aus der Trilogie mal eine Tetralogie, Pentalogie, Hexa… Oder es kommt etwas ganz Neues – Hauptsache, dass Mehrdad Zaeris sinnliche Reisen weitergehen.

Thorbeckes Obst Kalender 2018

 

Die Aprikose als Kunstform. Der Apfel als Museumsobjekt. Die Süßkirsche als Bote des Hochsommers. Es müssen nicht immer die großen Meister sein, die uns unseren Alltag ins rechte Licht setzen. Nicht immer nur überladene massive Holztische, von denen die Trauben lust- und bedeutungsvoll so wohlig dargeboten werden. Es gab tatsächlich eine Zeit, in der Erdbeeren als eine Neuentdeckung galt. Und da man nicht mal schnell sein Smartphone zücken und diese Neuentdeckung posten konnte, waren es die Wissenschaftler, die mit dem Stift besonders gut umgehen konnten, die der Nachwelt zeichnerisch ihre Entdeckungen kundtaten. Und jetzt stelle man sich vor, jede Woche eine neue Expedition ins Reich der Vitamin-Fauna unternehmen zu können. Man muss nur den Blick geradeaus richten und sich auf das Abenteuer Nostalgie einlassen.

Dieser Wochenkalender mit seinen sechsundfünfzig Blättern ist mehr als nur eine Zierde einer stilvoll eingerichteten Küche. Feinste Striche, kräftige Farben, klare Konturen zeichnen dieses kleine Kunstwerk für jedermann aus. Mal überladen, mal übersichtlich wie ein Almanach galoppiert der Betrachter durchs Obstjahr und kann sich in kurzen Texten ein wenig informieren, was er denn da sieht. Und schon bekommt man Appetit. Auf Mandeln, auf Papaya, auf Pfirsiche, auf Birnen, auf Reneklode … auf was? Reneklode! Was ist das denn? In der Woche vom 30. Juli bis zum 5. August wird man es erfahren. So viel sei schon verraten, es handelt sich um eine Pflaumensorte, deren Name royalen Ursprungs ist. Und schon hat man wieder was gelernt beim Museumsbesuch in den eigenen vier Wänden.

Oft kommt einem beim Spaziergang das Wort Pracht in den Sinn. Blütenpracht, die einen überwältigt, wenn die Natur in voller Blüte steht. Die Augen quellen über vor Freude über so viel Farben- und Formenspiel. Doch leider ist diese Zeit schnell vorüber. Mit diesem Kalender dauert sie nun exakt dreihunderteinundsiebzig Tage. Ein Jahr und dann noch sechs Tage von 2019. Und jede Woche kommt Obst in den Sinn, auf den Tisch, an die Wand. Und jeden Tag erfreut man sich an der Vielfalt der Natur. Und … und … und.

Es müssen nicht immer die selbst gemachten hochauflösenden Bilder sein, die Erinnerungen hervorrufen. Ein bisschen Nostalgie gefällig? Bitte sehr, hier kommt die Vitaminbombe fürs Auge!