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Wien Schmäh Hauptstadt capitol

Styleguide Wien

Styleguide Wien

Styleguide – das Wort hat irgendwie was Modernes an sich. Ein Reiseband für den modernen Reisenden, der immer nur das Neueste, das Abgefahrenste, das Außergewöhnliche sucht. Also kein Reiseband für die ganze Familie?

Ganz im Gegenteil! Denn die beiden Autorinnen sind Familie, sind Mutter und Tochter. Und sie wohnen in Wien, lieben Wien und – was ganz wichtig ist – sie kennen Wien. Und von wegen immer nur das Moderne … sie kennen beide Seiten Wiens. Die altehrwürdigen Bauten mit ihren Geschichtchen und das sich immer wieder verändernde Wien.

Wien zu erfassen ist nicht einfach. Die Stadt bietet sich an sie schlendernd zu erkunden. Staunenden Blickes mit hoch erhobenen Haupt schreitet man durch das Vermächtnis von k.u.k. und erblickt so manches Kleinod und großartige Errungenschaften. Aber hat man dann Wien wirklich gesehen? A bissl! Mehr net!

Angie und Brigitte Rattay helfen dem Neugierigen gehörig auf die Sprünge. Schon beim ersten Durchblättern hat man das Programm für zwei volle Tage zusammen. Die beiden Autorinnen gliedern ihr modern gestaltetes Buch (mit Gummiband als Lesezeichen) nach den Stadtteilen Wiens. Sie beginnen natürlich im Ersten, soll heißen im ersten Bezirk, dort wo Stephansdom, Café Korb und Albertina von außen und innen den Gast „verwienern“. Selbst wer Wien schon kennt, beißt sich vor Wut in den Allerwertesten, und fragt sich „Wieso kenne ich das nicht?“. Tja, ganz einfach, den falschen Reiseführer befragt. Aber keine Angst, beim nächsten Mal wird alles besser! Denn dieser Reiseband gehört einfach zu Wien wie Walzer, Eitrige und Schmäh.

Bildreich mit kurzen, prägnanten Texten ist dieses Buch ein ständiger Begleiter, der regelmäßig Tipps gibt. Und da man sich vorrangig in einem Bezirk bewegt, muss man nicht andauernd die kompletten über zweihundertfünfzig Seiten durchblättern, sondern bleibt in der „Umgebung“.

Neben den offensichtlichen Highlights, die natürlich nicht in einem Buch über Wien fehlen dürfen – Naschmarkt und Donauinsel – sind auch kleinere, vielleicht nicht so bekannte Anlaufpunkte vermerkt. Heißhungerbefriediger im 12 Munchies, Cineastische Hochgenüsse im Votivkino oder was auf die Ohren in Teuchtlers Plattenladen im Sechsten. Drei Orte, die nur in wenigen Reisebänden stehen, und doch das komplette, wahre Wien zeigen.

Wer Wien besucht, nur um behaupten zu können auch hier einmal gewesen zu sein, braucht dieses Buch nicht, der braucht überhaupt kein Reisebuch. Wer Wien jedoch als Höhepunkt seiner Reisen erleben will, kommt an diesem Buch nicht vorbei. Wohlfühlen in einer der schönsten Städte der Welt mit einem der befriedigendsten Bücher über die Stadt wird man voller Eindrücke wieder an den heimischen Herd zurückkehren und sich schwören, dass man beim nächsten Mal wieder mit diesem Buch Wien aufs Neue erkunden wird.

Wien abseits der Pfade, Band II

Wien abseits der Pfade 2

Man hätte es sich ja schon fast denken können. Ein etwas anderer Reiseband durch Wien, der die Wege neben den ausgetretenen Pfaden beschreibt reicht nicht aus. Schnell war die Idee von einem Nachfolgeband geboren und nun ist die Geburt vonstattengegangen, das Neugeborene erfreut sich bester Gesundheit. Jetzt kommen die alle Neugierigen, um das neue Produkt zu begutachten. Doch sie bringen keine Geschenke, sie wollen etwas von dem Neuen. Dann sollen sie es auch bekommen, meint der stolze Vater Georg Renöckl. Aber seien Sie gewarnt: Die Postkarenidylle der Donau-Metropole wird ganz schön ins Wanken geraten!

Stephansdom, das Kunsthistorische, Stadtgarten – alles wunderbare Plätze, an denen es sich aushalten lässt. Keine Frage. Aber das kennt man schon, ist so bekannt, dass man es kaum noch wahrnimmt. Links und rechts schauen, immer mal wieder abbiegen, schnüffeln, stöbern, erkunden – das steht von nun an auf dem Eroberungsplan für Wien.

Auf den ersten Blick klingt es nicht besonders schmeichelhaft, wenn eine Tour durch Wien angeboten wird, die die hässlichsten Orte der Stadt zeigt. Doch Mr. Ugly macht das mit so viel Charme, dass es selbst dem weltberühmten Wiener Schmäh die Schamesröte in die Wangen schießen lässt. Eugene ist Engländer mit irischen Wurzeln und hat nun selbige in Wien geschlagen. Er will nicht den Ruf der Stadt zerstören, sondern eine Auseinandersetzung mit der Gegenwart und ihren Auswirkungen auf die Zukunft in Gang bringen. Seine Touren sind also keine reinen Touristenangebote. Aber für Besucher sicherlich erkenntnisreicher als so manch andere begleitende Führung.

Eine Großstadt wie Wien bringt man nur schwerlich mit Landwirtschaft in Verbindung. Und mit Schnecken schon gar nicht! Doch sind sie es, die vor den Toren der Stadt zu tausenden wachsen, gedeihen, ja sogar gezüchtet werden. Und zwar vom einzigen Schneckenzüchter Wiens. Zum Abschied gibt es für den neugierigen Leser noch ein Rezept für Schneckenbeuschel, bzw. Altwiener Schneckenragout. Altwien – also keine Erfindung der Moderne wie beruhigend.

Beruhigend kann man nun auch wieder nach Wien reisen. Denn es gibt ein neues Buch, das die (bisher) unbekannten Seiten zeigt. Vorbei die Zeiten, in denen man – wie immer – das ewig Gleiche betrachtet, nur weil man einmal da ist. Die Spannung war irgendwie weg. Jetzt kommt neuer Schwung in die Wien-Besuche. Und dieses Mal lohnt es sich wirklich den reiseband vorher komplett durchzulesen und einzelne Ausflüge zu planen. Am Ende gibt es ausgewählte Tipps für Orte zum Verweilen und Vertiefen.

Bei so viel neuen Orten, die man noch nicht kennt, und die man unbedingt sehen will und muss, stellt sich nur noch eine Frage: Wann kommt Band 3?

50 Dinge, die ein Wiener getan haben muss

50 Dinge die ein Wiener getan haben muss

Sich einmal so fühlen wie ein Wiener, die Stadt genauso gut kennen wie die Bewohner der Stadt an der Donau. Als Tourist hat man meist nur das im Auge, was Prospekte groß ankündigen: Hofburg, Kunsthistorisches und Stephansdom. Doch selbst die Wiener kennen ihre Stadt meist nicht so gut wie man meint.

Bleiben wir beim allgemein sichtbaren Wahrzeichen der Stadt, dem Steffl, oder Stephansdom. Ein imposantes Gebäude, ohne Zweifel. Von da aus die der Stadt „auf den Kopf spucken“, ist nur wenigen vorbehalten. Arbeitern, die das Dach instandhalten, zum Beispiel. Nicht nur. Denn in den Sommermonaten, samstags, ab 19 Uhr, bei schönem Wetter, kann man den Dachboden besichtigen und … in der Dachrinne „spazieren gehen“. Ja, das geht tatsächlich! Die Rinne ist kein handelsübliches Blech von ein paar Zentimetern Breite, einen halben Meter ist sie breit. Damit nichts passiert, ist sie mit Balustrade umzäunt. Zehn Euro kostet das einzigartige Vergnügen, das selbst nur wenige Wiener überhaupt kennen. Dieser Geheimtipp bildet den Auftakt zu neunundvierzig weiteren Dingen, die man in Wien erleben kann. Egal, ob man nun Einheimischer oder Gast ist. Und was für Wiener gut ist, muss für die Besucher der Stadt ja nicht schlecht sein.

Die Autoren Alexandra Gruber und Marliese Mendel geben dem Begriff „Geheimtipp“ einen ganz besonderen Glanz. Die kokettieren nicht mit dem abgedroschenen Klischee des Geheimtipps, sie zeigen sie auf, führen den Leser an sie heran und können sich der ewigen Dankbarkeit der Leser sicher sein.

Wer durch Wien schlendert – hetzen ist keine gute Idee in einer Stadt, die derart viel Kultur zu bieten hat – hat sie bestimmt schon bemerkt: Die Schlange vor der Staatsoper. Meist schon in den frühen Morgenstunden. Und das fast täglich in der Saison von September bis Juni. Klar, die stehen alle nach Karten an. Und jeder bekommt nur eine. Warum? Sie warten auf Stehplatzkarten. Die kosten nur ein paar Euro und garantieren Operngenuss auf höchstem Niveau. Wer eine Karte ergattert hat, stellt sich gleich in der nächsten Schlange an. Denn es geht bald los.

Unterirdisch, ebenerdig und überirdisch sind die Tipps, die in diesem Buch dem Leser offeriert werden. Selbst bei dem eher nicht so preiswerten Julius Meinl, einem der edelsten Kalorientempel Wiens, kann man sich mit einem nicht ganz so prall gefüllten Geldbeutel kulinarisch verwöhnen lassen.

Ein Teil des Autorenhonorars wird an das unbegleitete Mädchen im Haus Ottakring gespendet, einer Einrichtung für Mädchen im Alter von 14 bis 18 Jahren, die ohne Eltern auf der Flucht waren.

Wanderungen in und um Wien

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Zweiundzwanzig Genusstouren verspricht dieses kompakte und handliche Reisebuch. Wien bietet sich an es zu Fuß zu erkunden. Nicht nur, weil die Ausdehnung der Stadt überschaubar ist, sondern vor allem, weil es an jeder Ecke etwas zu entdecken gibt. Die Prachtbauten an der Ringstraße, die kleinen Gassen und Straßen mit ihren pittoresken Fassaden und einladenden Geschäften sind ein Augenschmaus und lassen die Wegstrecken schnell vergessen.

Und doch bietet es sich an einen Wegbegleiter zur Hand zu haben. Den Einstieg, in die Stadt als auch im Buch, bietet sich das Obere Belvedere an. Und wohin geht’s? Natürlich zum Stephansdom, dem Wahrzeichen der Stadt, an den Ort, den jeder Wiengast besuchen muss. Die Kunstsammlung in den beiden Schlössern (Unteres wie Oberes Belvedere) sollte man sich nicht entgehen lassen, bevor man sich auf den Weg zum Steffl macht. Unterwegs empfiehlt es sich links und rechts das Auge schweifen zu lassen. Der Stadtpark ist die erste Oase der Ruhe. Kurz gefolgt von der Zweiten. Den ersten Zwischenstopp (zweite Ruheoase) sollte man im Café Frauenhuber einlegen. Das älteste Caféhaus der Stadt steht seit über zweihundert am Platz. Hier musizierten schon Beethoven und Mozart. Und schon ist man fast am Ziel angelangt.

Wien auch mal von oben erleben, das geht nicht nur im Prater, auf dem Riesenrad. Wer ein wenig nach außen wandert, kann den Hermannskogel erklimmen, den höchsten Berg Wiens. Los geht‘s am Sievering und dann durch den Wienerwald. Wer den Gipfel geschafft hat, kommt in den Himmel. Versprochen. Was es damit auf sich hat, muss es erleben oder zumindest ein wenig in diesem Buch blättern.

Zahlreiche kleine Informationstafeln, Höhenprofile und ansprechende Karten verschaffen dem Wanderer und Leser einen exakten Überblick, was Wien zu bieten hat. Die Touren sind für jedermann zu schaffen undkompakt beschrieben. Wie lange man sich Zeit nimmt, entscheidet man selbst. Drei Kilometer Zentralfriedhof sind in normalem Schritttempo in einer Stunde zu schaffen, doch dann geht der Reiz der Parkanlage verloren. Auch Schloss Schönbrunn kann man in relativ kurzer Zeit bewältigen. Wer mit dem Schrittzähler Wien beschreitet, wird Wien nicht kennenlernen. Genussvoll voranschreiten, verweilen, Atmosphäre aufsaugen, einkehren – die Vielfalt an Gestaltungsmöglichkeiten ist unbeschränkt. Franz Wille hat mit seinem Wanderführer ein handliches Buch erstellt, das in jede Tasche passt und immer schnell und übersichtlich Auskunft gibt, wo man ist und was es zu erkunden gilt.

Wiener Witz

Wiener Witz

 

Einen Hang zum Morbiden sagt man den Wienern nach. Todessehnsucht. Naja, so arg ist es dann doch nicht. Aber einen ganz eigenen Witz und Charme kann man den Bewohnern der österreichischen Hauptstadt nicht absprechen. Den Beweis liefert Richard Weihs mit seinen eintausenddreihundertdreiunddreißig Wuchteln. Achtung Wortspiel: Sie sind alle eine Wucht. Sie stammen nicht alle aus der Feder des Autors, er hat sie gesammelt und für alle Wiener und Wienbesucher in diesem Buch vereint.

Dieses Buch ist eine langwierige Aufgabe. Denn alle Seiten komplett und auf einmal zu lesen, würde dann doch jedes Zwerchfell zum Bersten bringen. Immer stückchenweise, maximal eine Seite pro Tag. Dann ist man auf der sicheren Seite, wenn beim Heurigen gefrotzelt wird: „A so a hundsgemeiner Hundling, des Hundstuttl, des hundsordinäre!“. Oder man hält es mit Georg Kreissler: Wenn einer fragt, was denn heute noch so ansteht, kann man – mit Wiener Zungenschlag am besten mit „Geh’n mer Tauben vergiften im Park“ kontern. Bitte nur als Zitat verwenden!

Witz, also das Wort Witz, bedeutet im Wienerischen nicht zwangsläufig einen Schenkelklopfer, vielmehr ist es ein anderes Wort für Frechheit. Wer also WitzE erwartet, kann seine Erwartungen gleich auf dem Zentralfriedhof begraben. Wer aufmerksam liest, kommt schnell dahinter was sich hinter dem Schmäh, den man den Wienern nachsagt, verbirgt. Wer sich „Wiener Witz“ zulegt, bekommt einen echten Ratgeber für Wiener Umgangsformen. Doch sollte man es nicht übertreiben! Wer permanent mit Sprüchen um sich wirft, könnte in den Verdacht des Anbiederns kommen. Und dann haben die Wiener Sprüche drauf, bei denen jedem Touristen die Ohren schlackern werden. „Er hot vü mitgmocht – owa do kummt a nimma mit!“, versteht jeder und ist wohl eher noch die harmlose Variante der dann folgenden Tiraden. Dieses kleine Büchlein ist als Ergänzung zur Vorbereitungslektüre auf die Donaumetropole zu verstehen. Ein Leckerli zum gebundenen Infopaket. Immer wieder gern kramt es heraus und amüsiert sich über die Sprüche. Diese sind zweisprachig abgedruckt: Einmal im Original, und einmal auf Hochdeutsch. Das versteht dann wirklich jeder!

Auf den Spuren von Prunk und Pomp

Auf den Spuren von Prunk und Pomp

Wien gehört mit seiner städtischen Architektur zu den schönsten Städten der Welt. Das ist unbestritten. Wozu also noch Werbung machen, die Touristen kommen eh an die Donau. Doch sie wollen auch was erleben, erfahren, nachvollziehen. Da Wien sich nun aber rühmen kann für jeden Geldbeutel, jede Art des Reisens, für jeden Geschmack etwas anbieten zu können, braucht man einen gedruckten Ratgeber.

Christina Rademacher hat nach ihrem Erstling „Vom Hinterhof in den Himmel“, in dem sie die versteckten Kleinode der Metropole offenlegte, nun den offensichtlichen Prachtbauten der Stadt gewidmet. Denn auch hier gib es noch so manches zu entdecken, was in kaum einem Reisebuch steht.

Die Hofburg im Herzen der Stadt ist ein Muss für jeden Wienbesucher. Wie ein offenes Buch lädt sie ein zum Verweilen, zum Staunen, zum Kopf-in-den-Nacken-legen. Kolossale Skulpturen, herrschaftlich Gänge und eine großzügige Auslegung des Begriffes Platz beeindrucken den Betrachter. Die kleinen Anekdoten und Histörchen, die Christina Rademacher gesammelt hat, machen jeden Spaziergag zu einem besonderen Erlebnis. Und was ist schöner als zu erfahren, was bei Königs früher los war und wie sich ihr Wirken bis heute auswirkt?!

„Auf den Spuren von Prunk und Pomp“ passt zu Wien wie die Faust aufs Auge. Kaum eine andere Stadt hat so viele royale Hinterlassenschaften, die so eng mit der Gegenwart verbunden sind. Als Zusatz zu einem Reiseband der Stadt Wien ist dieses Buch eine ideale Ergänzung für einen kurzen oder längeren Trip an die Donau. Selbst wer mehrere Tage die Schlösser in und um Wien besuchen will, findet immer wieder Neues in diesem Buch. Ob nun die Top-Attraktionen wie Hofburg oder Schloss Schönbrunn oder die nicht so bekannteren Schlösser Alterlaa, Liesing, Altmannsdorf, Hetzendorf, um nur ein paar zu nennen, Christina Rademacher lässt den Leser / Besucher nicht im Regen stehen.

Wien abseits der Pfade, Band 1

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Wien liegt seinen Besuchern zu Füßen. Wie ein offenes Buch zeigt es, was es hat. Wien erkunden ist ein Leichtes. Doch das wahre Wien zu entdecken, bedarf einiger Kniffe. Einer dieser Kniffe ist Wolfgang Salomon gelungen. „Wien abseits der Pfade“ klingt auf den ersten Blick wie eines der abgedroschenen Bücher, die mit viel Tamtam Großes ankündigen und dann doch nur das Offensichtliche halten. Dieses Buch bildet die rühmliche Ausnahme!

Der viel zitierte Wiener Schmäh und die Todessehnsucht bekommt man als Tourist nur mit, wenn man Augen und Ohren offenhält. Sehr weit offen! Für viele ist der Zentralfriedhof deswegen der zentrale Ausgangsort für Erkundungen. Stundenlang kann auf ihm herumschlendern. Wolfgang Salomon überlässt dieses touristische Highlight den Touristen und trifft auf dem Friedhof des Kahlenbergerdorfes Monika Pluhar. Von hier hat man den schönsten Blick auf die Donau. Die in Deutschland vor allem als Schauspielerin bekannte Wienerin sinniert mit ihm über Marisa Mell. Ihr abwechslungsreiches Leben (sie drehte mit Mastroianni, verarmte und starb mit knapp über fünfzig an Krebs) machen diesen Ausflug zu einem bemerkenswerten Seelentrip ins Herz Wiens. Das am Rande gelegene Gebiet wird dadurch ins Zentrum gerückt.

Filmisch hat Wien so einiges zu bieten. „Der dritte Mann“ wurde hier gedreht. Eine Führung auf den Spuren des dritten Mannes lohnt sich vor allem für Cineasten. Doch auch hier gilt wieder: In Wien wurde nicht nur einmal für Höhepunkte gesorgt. Das Volxkino sorgt seit über zwei Jahrzehnt für Leinwandhöhepunkte. Nicht als Produzent, sondern als fahrendes Kino. Märkte, öffentliche Plätze und Parkanlagen werden zu Kinosesseln für blockbustermüde Augen und Ohren.

Der Fiaker-Willi ist selbst für einen erfahrenen Wiener wie den Autor ein Füllhorn an Geschichten. Schon vor dem Einsteigen wird einem klar, dass das nun Folgende einzigartig sein wird…

Wiens ausgetretene Touri-Pfade zu verlassen, kommt einer Pilgerfahrt gleich. Wolfgang Salomon sorgt mit seiner beschwingten Schreibweise für Kurzweil. Das Klappern der Hufe während der Fiakerfahrt, das Rascheln der Bäume, die ihre Geschichten erzählen oder das Schwelgen in transdanubischer Lebenslust, wenn er durch Floridsdorf schlendert, machen dem Leser den Mund wässrig. Als Zusatz zu einem Reiseband ist dieses Buch ein wahres Kleinod. Leider viel zu schnell zu Ende. Doch es gibt Hoffnung! Noch 2015 soll der zweite Band erscheinen.

Lesereise Wien

Lesereise Wien

Ein Spaziergang durch Wien hinterlässt Spuren. Spuren, denen man folgen kann. Im Falle von Christoph Braendle sogar folgen muss. Er scheint wie ein Geist durch die Straßen und Gassen der Donau-Metropole zu schweben, weiß von allerlei Klatsch und Tratsch zu berichten, kennt ihre verborgensten Geheimnisse. Die Protagonisten sind skurril, belesen, schrill, geschäftstüchtig … kurz: Anders. So wie Wien.

Doch dieses Buch ist auch gefährlich. Denn es lässt den Leser nicht mehr los. Er will Wien genauso erleben wie in diesem Buch beschrieben. Also Nase in Buch und auf geht’s! Doch dann verpasst man doch die Schönheiten der Stadt, möchte man einwenden. Ja, mag sein! Aber der besondere Reiz von Schönbrunn, St. Stephan und Co. wird von Christoph Braendle erstklassig eingefangen. Fast muss man schon gar nicht mehr nach Wien fahren.

Wie paradox! Ein Buch, das Appetit macht, aber das Mahl vergessen lässt. „Wiener Sonaten“ lautet der Untertitel. Eine Sonate ist ein Musikstück, das in mehrere eigenständige Teile gegliedert ist. Jeder Satz kann für sich allein stehen, aber erst als Gesamtwerk erschließt sich dem Empfänger die wahre Pracht.

Die einzelnen Kapitel, man kann sie auch als Spaziergänge sehen, sind jeder für ich genommen wahre Kleinode. Literarisch gesehen, was der Besucher daraus macht, bleibt ihm überlassen. Wer dieses Buch als Leitfaden für eine Wien-Stippvisite heranzieht, kommt dem Kern der Stadt schon verdammt nah. Die Stadtführerinformationen werden hier nicht nur als Fakten aufgezählt. Die kleinen, versauten, dunklen, Aufsehen erregenden Anekdoten will der Leser (und der Wiener erst recht!) hören und lesen. Und die bekommt er! Hundertzweiunddreißigfach. Auf den einhundertzweiunddreißig Seiten dieses Buches erfährt man mehr über Wien als in so manchem Reiseband.

Gute Reise, einen schönen Tod und unschlagbare Erfahrungen sind die Resultate einer Wien-Reise, die mit diesem Buch im Handgepäck geplant und durchgeführt wird. Schauen Sie links und rechts des Weges, schauen auf die Fassaden. Was dahinter steckt, erzählt Christoph Braendle.

Sehnsucht nach dem Alten Wien

Sehnsucht nach dem alten Wien

Sehnsucht kann man nach Vielem haben. Nach den Kochkünsten der Oma, nach Geborgenheit, nach fernen Ländern. Oder auch vergangenen Zeiten. Den Orten, die man als Kind auskundschaftete. Orten, die man nie gesehen hat, und so wohl auch nie mehr erleben kann. Den Wienern sagt man einen ausgeprägten Hang zur Sehnsucht nach. Todessehnsucht – dieses Wort wird häufig benutzt. Aber eben auch nach dem alten Wien. Sehnsucht nach k. und k., nach Geschichte und Geschichten. Helga Maria Wolf gießt mit ihrem Buch noch Öl ins Feuer der Leidenschaften. Denn Wien ist und bleibt eine Stadt, die man gesehen haben muss. Sie beeindruckt durch ihre Präsenz, die weit in der Weltgeschichte zurückreicht. Kaum auszumalen, wie sich die Stadt präsentieren würde, könnte man sie wie vor hundert oder zweihundert Jahren erkunden.

Mit jedem (Fort-)Schritt wurde die Sehnsucht nach dem Alten, den Traditionen größer – das liegt wohl in der Natur des Menschen. Im ersten Teil führt die Autorin den Leser wohlformuliert in die Mitte des 18. Jahrhunderts. Barocke Pracht und Perspektiven nennt sie eines der ersten Kapitel – da ist jedem klar, dass Wien von jeher Sehnsucht verhieß und sich dem Fortschritt nicht verschloss. Wie eine gefräßige Raupe arbeitet sich der Leser durch die Lektüre. Historische Abbildungen zeigen ein exaktes Bild der Donaumetropole.

Nach dem ersten Viertel werden die ganz großen Geschütze aufgefahren: Eindrucksvolle Bilder mit knappen Texten zeichnen die Entwicklung der mondänen Siedlung am Fluss zu einer modernen Metropole nach. Daumenkino für die ganz großen Momente. Immer wieder weiß Helga Maria Wolf Anekdoten zu erzählen. So Geschichte kann schon mal langweilig werden. Nicht in diesem Buch!

Im Gegenteil: Das Buch beiseitelegen, fällt schwer. Denn mit jeder Seite wächst die Sehnsucht sich zu einer ausgewachsenen Sehsucht aus. Sehsucht nach dem aktuellen Wien. Und sicherlich wächst dann auch die Sehnsucht nach dem alten Wien…

Wien

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Haben Sie Wien schon bei Nacht gesehen? Sicherlich ein Hingucker. Aber erst bei Tag! Annette Krus-Bonazza beweist auf 276 Seiten, dass Wien bei Nacht sehr reizvoll ist, bei Tagesanbruch sich in eine florierende Metropole im Herzen Europas verwandelt und im Laufe des Tages mit einer geballten Ladung Historie, Kunst, Kultur und unzähligen Wows aufwarten kann, um bei untergehender Sonne nichts davon verschwinden lässt.

Neun Touren hat sie durch die Stadt erstellt und keine davon sollte man auslassen. Klingt anstrengend. Ja, aber anstrengend schön. Und das Buch würde nicht beim Michael-Müller-Verlag erscheinen, hätte die Autorin nicht ausreichend Tipps für Leib und Magen im Buch verewigt.

Die Standards wie Stephansdom, Prater und Josefstadt werden auf eine andere Art erkundet. Sie stehen nicht im Mittelpunkt der Touren, sie sind vielmehr gleichberechtigter Bestandteil der gesamten Tour. Das erlaubt dem Besucher sich schon von vornherein als kleiner Wienkenner zu erkennen zu geben. Man stolpert nicht mit weit aufgerissenen Augen durch die Stadt, man ist erfahrener Kenner, der ohne Zögern die Schönheiten der Stadt realisiert und einzuordnen vermag.

Der Menschenschlag in der österreichischen Hauptstadt ist bekannt als ein bisschen besonders. Todessehnsüchtig sollen sie sein die Wiener. Ihr Schmäh ist weltbekannt. Die erstklassig erhaltenen Bauten vermitteln weltläufiges Flair. Prachtbauten, die vom einstigen Ruhm der Monarchie künden. Und das alles sieht man in Wien. Doch vieles übersieht man auch im Taumel der Gefühle.

Gut, wenn man einen erfahrenen Reisebegleiter hat. An dieser Stelle auf jede einzelne Tour einzugehen, würde den Rahmen sprengen. Und ein bisschen Spannung sollte man sich für das Lesen und die Stadtspaziergänge aufheben.

Annette Krus-Bonazza treibt den Leser an Wien zu erobern. Sie hält den Leser zurück, wenn er auszubüchsen versucht. Ihre Touren sind abwechslungsreich in jeder Hinsicht. Museen und Cafébesuche bilden genauso eine Einheit wie Nackenstarre (vom vielen Nach-Oben-Schauen) und erholsame Stunden auf einer Parkbank. Ihre Passion für die Donaumetropole ist auf jeder Seite spürbar. Das macht diesen Reiseband zu etwas ganz Besonderem.