Archiv der Kategorie: erste Schritte

Leonard Erlbruchs Kinderzimmerkalender 2018

Wenn man klein ist, findet man das Kleinsein als nicht besonders vorteilhaft. Da braucht es schon ein wenig Unterstützung, um die das Nach-Oben-Schauen in ein Nach-Vorn-Schauen für sich ummünzen kann. Und diese Unterstützung kommt für ein Jahr aus der Feder von Leonard Erlbruch. Ein Jahr lang Anregungen das Kleinsein als etwas Schönes anzusehen.

Schon das Deckblatt zeigt einen gewaltigen Vorteil. Auf einem Tandem kann man es sich auf dem Rücksitz bequem machen während der Große die ganze Arbeit erledigt. Oder eine Rutschpartie im Tiefschnee. So was funktioniert aber nur als Duo! Und wenn man gerade so an die Tischkante reicht ist der Weg zum Futternapf nicht mehr so weit … Anregungen hierzu im März.

Der großformatige Kalender lädt in ein ganzjährig rund um die Uhr geöffnetes Museum ein. Kräftige Farben, ausdrucksstarke Charaktere in alltäglichen Situationen. Die Großen werden schmunzeln, wenn nicht sogar sich auf die Schenkel schlagen vor Freude. Die Kleinen erkennen vielleicht die eine oder andere Begebenheit aus ihrem kurzen Leben wieder. Wenn Hilfestellung gegeben wird, wenn einfach nur das Leben ein wenig näher herangeholt wird als man es sich jemals erträumen dürfte. Ganz egal, ob die Augen wieder mal größer waren als der Mund oder versucht wird in die Fußstapfen zu treten, die man früher als erhofft ausfüllen können wird.

Der Kinderzimmerkalender gehört seit Jahren schon an jede Wand, die von Kinderherzen erhellt wird. Die Fröhlichkeit der Bewohner spiegelt sich so unangestrengt in den Bildern wider, dass man einfach nicht anders kann als ein tief empfundenes „Ja, so ist es!“ herauszublasen.

Kleine haben immer bestimmt Privilegien. Das war so, das ist so, und das soll auch immer so bleiben. Wenn man es so sehen will, ist dieses Kunstwerk auch der Denkanstoß, gerade dieses Privileg nicht zu ändern. Denn nur wer als Kleiner Großes erlebt hat, wird als Großer die Kleinen (Dinge) zu schätzen wissen.

Maxima und ich

David ist ganz traurig. In der Schule wurde er wegen seiner Hautfarbe gehänselt. In Nigeria, wo er geboren wurde, gab es solche Probleme nicht. Sein Papa war dort Arzt. Als es zu gefährlich wurde, gingen seine Eltern mit ihm zurück nach Deutschland. Mama und Papa sind nämlich nicht seine richtigen Eltern, doch irgendwie schon. Und Mama weiß immer wie sie ihren Sohn beruhigen kann. Dann weiß David noch besser wo er zuhause ist.

Die blöden Junges in der Schule sind schnell vergessen. Und erst recht als Maxima ihm ihre Liebe gesteht. Sie malt ein Herz und schreibt ihrer beider Namen rein. Von nun an sind David und Maxima ein Paar. Sie darf sogar bei ihm übernachten. Sie tauschen die Schlafanzüge, was zu Verwechslungen am Tisch sorgt. Denn David will auf einmal gar nicht mehr so viel essen. Und Maxima dafür umso mehr. Doch die Liebe währt nicht lang…

Hanna Jansen gelingt es mit spielerischer Leichtigkeit ein Kinderbuch zu schreiben, das nicht nur Kinder, sondern vor allem auch deren Eltern begeistert. Wo einst Regenwolken den Tag, die Woche, ja das gesamte folgende Leben noch zu verdunkeln drohten, lacht postwendend nicht minder langanhaltend wieder die Sonne. Und egal, welche Hautfarbe man hat, sind die Probleme der Kinder doch immer und überall dieselben.

Die Zeichnungen zum Buch hat Leonard Erlbruch erstellt. Mit minimalistischer Farbgestaltung schafft er das Bindeglied zwischen Text und Leser.

„Maxima und ich“ ist ein Kinderbuch ab sieben Jahren, das immer wieder gelesen werden kann. Autorin Hanna Jansen drückt den Finger in die Wunde, die Kinder leicht schließen können und ihren Eltern oft genug ein Vorbild sein können.

Ein Stern, der in dein Fenster schaut

Die Sonne scheint überall, und zu jeder Tageszeit. Auch wenn manche das nicht wahrhaben wollen. Doch was wissen wir schon über „Die da“? wie bringen sie ihre Kinder zu Bett? Welche Gute-Nacht-Geschichten werden Kindern in Afghanistan, Syrien, Burkina Faso oder dem Irak erzählt, damit sie am nächsten Tag trotz aller Qualen ausgeschlafen ihr Kinderleben leben können?

„Ein Stern, der in dein Fenster schaut“ vereint Geschichten aus eben diesen Ländern in einem Buch, und zwar auf Deutsch und der entsprechenden Landessprache, und vor allem deren Buchstaben. Das viel gescholtene und fast schon abgedroschene Wort von der Integration wird hier umgesetzt.

Schnell stellt man fest, dass die Bettappetizer sich nicht viel von denen unterscheiden, die einem einst von der Oma vorgelesen wurden. Zwei Freunde, die trotz eines heftigen Streites in der Not füreinander da sind. Geschwister, die sich gegenseitig die Angst vor der dunklen Nacht nehmen. Kinder, die nur Unfug im Sinn haben und ihren Eltern Sorgenfalten auf die Stirn zaubern.

Das Besondere an diesem Buch ist die sprachliche Vielfalt und die Hingabe, mit der jede einzelne Geschichte illustriert ist. Wenn Menschen ihre Heimat verlassen müssen, weil wirtschaftliche Interessen (und nur darum geht es weltweit, egal wie man es nun nennt) schwere wiegen als das Wohl einzelner oder einer Gemeinschaft, hinterlässt das Spuren. Kinder sind dafür besonders empfänglich. Und sie leiden mehr als andere, können aber ihren Kummer nicht artikulieren. Umso erhabener ist der Moment vor dem Schlafengehen, wenn ein bisschen Vertrautes wenigstens am Ende des Tages vorhanden ist. Und so ist dieses Buch auch zu verstehen. Nicht jeder von uns spricht aramäisch, geschweige denn, dass er es lesen kann. Wohl aber viele Englisch oder Französisch. Und warum nicht einmal eine Gute-Nacht-Geschichte mit den Worten eines Anderen (vor)lesen?

Thomas Max Pfeifer ist es zu verdanken, dass diese Geschichten aus fernen Ländern nicht in Vergessenheit geraten. Zusammen mit den zahlreichen Übersetzern und Illustratoren hat er ein Buch zusammengestellt, dass Groß und Klein, fernab von Herkunftsdenken und abseits jeglicher Vorurteile zusammen im Lesesessel vereinen wird.

Kiki die Mäusedame

„Ih, eine Maus, mach sie weg“, so reagiert wohl so mancher hysterische Mieter, wenn eine Maus seinen Weg kreuzt. In der Fliederstraße 15 in Stockholm, bei den Gulbranssons ist das ein bisschen anders. Arne, der Sohn der Gulbranssons ist der Grund, warum Kiki hier lebt und nicht bei Onkel Björk. Der wohnt nämlich in einem Supermarkt. Dort ist zwar der Tisch immer gedeckt, aber es ist eben auch sehr laut und hektisch.

Kiki, die eigentlich Kinuski Kielo Lundgren heißt, ist eine Dame ersten Ranges. Die schönen Dinge des Lebens haben es ihr angetan – allein schon das Bild, auf dem Kiki (mit Schleife im Haar) zufrieden grinsend mit einer Tasse in ihrem Bettchen verstohlen in die Luft schaut, zeigt die ganze Eleganz der Maus und das Können der Illustratorin Marion Schickert. Zum Piepen!

Das Leben könnte so schön sein, wenn das nicht das dicke Katervieh Percy wäre. Zum Glück ist er ein fauler Kater. Dick und rund, und unbeschreiblich bequem. Und berechenbar. Pünktlich um acht Uhr morgens und um sechs Uhr abends trabt er zum Futtertrog.

Mit Freja, ihrer besten Freundin, ist es ein besonderes Vergnügen die Sonnenstrahlen unterm Brombeerbusch zu genießen. Dort sehen sie auch wie Arne von zwei Größeren drangsaliert und ihm sein Fernrohr, das er gerade erst von Onkel Peer geschenkt bekommen hat, weggenommen wird. So eine Frechheit. Das muss man einschreiten. Doch Kiki und Freja sind zu klein. Doch nicht im Kopf… Kiki und die anderen Mäuse fassen einen Entschluss. Sie wollen Arne helfen. Man muss es eben nicht nur hier haben, sondern auch hier. Jeder muss sich nun die entsprechenden Gesten dazu selbst ausdenken…

Das Buch entstand in Zusammenarbeit mit Vier Pfoten – Stiftung für Tierschutz. Im hinteren Teil des Buches wird es so richtig melodiös. Autor Olaf Krätke hat eigens für dieses Buch ein Lied komponiert, das inkl. Noten hier abgedruckt ist. Und ganz am Endes des ersten Abenteuers von Kiki – JA! – es wird weitergehen – ist eine CD mit zwei Liedern beigelegt.

Sibylla und der Tulpenraub

Dreihundertfünfzig Jahre ist es her, dass Sibylla Maria Merian geboren wurde. Wenn man sich ihre Biografien (im Jahr 2017 gibt es gleich mehrere davon – Jubiläum!) durchliest, wird man das Gefühl nicht los, das man es hier mit einer der ersten weiblichen Wissenschaftlerinnen zu tun hat, die systematisch und analytisch gearbeitet hat. Und trotzdem ist sie (fast!) in Vergessenheit geraten. Aber die Zeiten sind ja nun vorbei.

Die E. A. Seemanns Bilderbände sind ein Grund dafür. Diese Reihe bietet Kindern die unterschätzte Möglichkeit sich der Kunst spielerisch zu öffnen. Und so ganz nebenbei lernt man auch noch was…

„Sibylla und der Tulpenraub“ stellt die kleine Sibylla vor. Weit bevor sie weite Reisen nach Surinam machte, wo sie Schmetterlinge beobachtete und in einzigartiger Weise festhielt. Bis heute faszinieren ihre Bilder der bunten Welt der Schmetterlinge die Betrachter.

Sibylla ist ein Einzelgänger. Sie interessiert sich für Dinge, die Andere einfach nur eklig finden: Kreuzottern, Gelbbauchunken, Ungetier. Eines Tages dringt ein seltsamer Duft in ihre Nase. Ein wohltuender Duft. Ein Duft, der die Kleine neugierig macht. Er weht von den Tulpen aus Nachbars Garten. Der Graf, dem der Garten und die Tulpen gehören, wird sicher niemals der „kleinen Göre von nebenan“ erlauben diese zu betrachten, geschweige denn zu malen. Und wie das eben so ist mit den verbotenen Früchten und Kindern – man nimmt sich, was man nicht haben kann. Sieht man heute noch öfter an Supermarktkassen.

Das Geschrei am nächsten Tag ist natürlich groß. Doch der Gärtner des Grafen hat schon einen Verdacht: Sibylla. Die kecke Nachbarstochter wickelt den aufgebrachten Mob jedoch schnell um den Finger. Die von ihr gemalten Bilder des Diebesgutes besänftigen im Handumdrehen die erhitzten Gemüter.

So einfach war Sibylla Merians Leben nicht immer, so schwierig wie diese Kindheitsepisode schon. Ein Frau, die wissenschaftlich arbeiten will – wo gibt’s denn sowas?! Doch sie setzte sich durch, wie schon in Kindertagen. Text und Illustration stammen von Benita Roth, die in diesem Buch mit Weiß und grellen Farben arbeitet. Mit viel Lieb zum Detail würdigt sie die Arbeit der vor dreihundert Jahren gestorbenen Forscherin und Künstlerin, deren Werke bis heute in Königlichen Galerien ausgestellt sind.

Ich wär so gern …

… dachte das Erdmännchen. Ja, was wäre es denn so gern? Neugierig erkundet der niedliche Erdbewohner seine Umgebung. Links – rechts – links – überall gibt es was zu entdecken. Zum Beispiel andere Tiere. Bären, Löwen, Schimpansen. Sie sind mal stark, mal lustig. So will das Erdmännchen auch sein. Ein bisschen neidisch ist er schon, der niedliche kleine Kerl. Doch den Anderen geht es nicht anders! Sie wollen so sein wie das Erdmännchen.

Werner Holzwarth und Stefanie Jeschke haben mit diesem Buch wahrhaft einen bleibenden Wert geschaffen. Stefanie Jeschke ist für die Zeichnungen verantwortlich. Die großen Augen, die kleinen Füßlein, die tapsige Art zaubern ein Lächeln in die Gesichter der großen, vor allem aber der kleinen Leser. Ja, so muss ein echtes Kinderbuch aussehen! Die verstärkten Pappseiten erleichtern es weiterzublättern. So müssen Mama und Papa nicht immer dabei sei, wenn einem die Lese- oder Bilderlust packt. Das Buch bereitet genauso viel Freude wie den Bewohnern des Zoos, wenn sie ihre Nachbarn entdecken.

Die kleine Raupe Nimmersatt – Mein Babyalbum

Im Freundes-, Bekannten, Kollegenkreis kündigt sich Nachwuchs an. Ein freudiges Ereignis. Für die Eltern sowieso, aber auch für alle, die gern eine Freude machen. Nun ist es so, dass es besonders schwierig ist, ein persönliches und nützliches Geschenk zu machen, wenn man sich eigentlich nicht verpflichtet fühlen muss, dem neuen Erdenbürger bzw. seinen „Vorgesetzen“ eine Freude zu machen. Strampler und Co. werden sicher schon von Oma und Opa in spe en masse geschenkt werden. Die Grundausstattung besorgen sich die werdenden Eltern schon selbst.

Jetzt kann man tagelang Babykataloge wälzen, über die Preise staunen, das (Über-)Angebot gutheißen oder auch nicht. Doch letztendlich kommt man immer wieder auf klassische Geschenke zurück. So wie dieses Babyalbum.

Das erste Zeitdokument, das einen immer begleiten wird. Die ersten großen Schritte – symbolisch als auch real – werden hierin festgehalten. Geburtstag, Größe, Gewicht. Und viel Platz für eigene Gedanken und Ideen – also, die der Eltern. Und für Fotos. Ja, die kann man immer noch ausdrucken!

Oder man führt dieses Buch im Geheimen. Und dann an einem passenden Jubiläum, vielleicht der achtzehnte Geburtstag – wenn die Kinderzeit vor dem Gesetz zu Ende ist – hat man eine wirklich gelungene Überraschung.

Die kleine Raupe Nimmersatt hat schon viele Kinder, Generationen von Kindern durch ihre Entwicklungsphasen geführt. Als Buch, als Spielzeug, oder eben als Babyalbum. Liebevolle Zeichnungen machen das Buch so wie das Leben sein soll: Bunt!

Endlich mal ein Buch schreiben, die Familie richtig in Szene setzen, Bilder von besonderen Momenten für die Ewigkeit festhalten. Und immer mit dabei die gefräßige, zum Knuddeln verführende kleine Raupe Nimmersatt.

Das Babyalbum gibt es in Blau und Rot. Neben der erstklassigen Gestaltung der einzelnen Seiten, sticht vor allem das Verschlussbändchen am Buchrand hervor. Wer jetzt noch weiter nach Geschenken suchen wird, kann eigentlich nur danebenliegen…

Stempelset mit Anhängern

stempelset

Das Schönste an der Weihnachtszeit ist die Vorfreude. Kindern die Zeit bis es endlich soweit ist zu verkürzen, grenzt an eine Marathonaufgabe. Basteln, ja. Aber wo anfangen? Und wo aufhören. Was dieses Jahr unterm Baum liegen wird, muss jeder für sich selbst entscheiden. Da helfen weder Ratgeber noch kluge Sprüche. Aber um das stilvolle Verpacken muss man sich keine Sorgen mehr machen. Selbst gestaltete Geschenkanhänger werden immer honoriert.

Einfach mit dem Stempelstift die entsprechenden Stellen des Stempels übermalen, langsam den Stempel auf die Anhänger drücken und fertig ist ein persönlicher Gruß.

Dieses Stempelset bietet sechs verschiedene Motive Geschenkanhänger zu kreieren. Angefangen vom weihnachtlichen Rudolf-Motiv, der mit der roten Nase, bis hin zum „Für… Von“-Stempel. Die Macher haben sich richtig was einfallen lassen als sie den zweifarbigen Stempelstift dem Stempelset beigelegt haben. Denn so kommt Farbenfreude auf! Grün und Rot sind nunmal die Farben der Saison.

Im Set sind außer den sechs Stempeln und dem zweifarbigen Stempelstift noch je sechs Geschenkanhänger in zwei Größen.

Kaleidoskop

kaleidoskop

Für die Einen ist es die ungewöhnlichste (und gesündeste) Art einen Trip zu erleben. Für Andere ist es einfach nur eine Kindheitserinnerung. Für Dritte, und das ist die wichtigste Gruppe, ist es Farbenspaß par excellence: Das Kaleidoskop. Die beruhigende und zugleich aufwühlende Farben- und Formenvielfalt, wenn man durch das kleine Loch durchschaut, ist für Kaleidoskop-Neulinge ein nie versiegender Quell der Freude. Allen anderen geht es nicht anders. Sind das nun Blüten oder doch strenge geometrische Formen?

Fast schon gedankenverloren dreht man das vordere Ende, immer wieder entstehen neue Bilder vor dem eigenen Auge in Blau, Rot, Rosa, Grün. Ein Farbenrausch ohne Reue verursacht Kichern, breites Grinsen und regt zum Entschlüsseln der Formen an.

Farbtransfer

Farbtransfer

Der Herbst wird bunt! Weihnachten wird bunt! Das ganze Jahr wird bunt! Denn jetzt wird gemalt, gedruckt – farbenfrohe Resteverwertung par excellence! Der Titel „Farbtransfer“ klingt auf den allerersten Blick etwas schwerfällig. Dabei handelt es sich um nichts anderes als Farbe auf ein Objekt aufzubringen. Keine Angst, Autorin Courtney Cerruti gibt Tipps, dass es klappt mit den farbenprächtigen Geschenken für sich selbst oder andere. Pinsel werden getauscht gegen Plastikkarten. So erhalten ausrangierte, ungültige Kreditkarten einen neuen, langlebigeren Verwendungszweck. Die Farbpalette überlässt sie ganz dem Leser und anschließenden Bastelprofi.

Wie jedes Jahr steht man kopfschüttelnd vor der Frage wie man an Weihnachten eine Freude machen kann. Parfüm und Krawatten (oder schlimmer: Socken) sind keine Option. Dem Klischee entgegenwirken, lautet das Schenkemotto für dieses Jahr. Selber basteln … naja. Hat immer was von Kindergeburtstag. Man ist beschäftigt, es sieht ja auch alles ganz gut aus, aber ist es auch gut genug, um es zu verschenken? Ein bisschen Übung gehört natürlich dazu, wenn man sich an die verschiedenen Drucktechniken wagt. Aber die detaillierten Bilder und die exakten Beschreibungen lassen diese Ängste schnell verfliegen. Ob Holzmaserungen auf Notizbüchern, Farbverläufe auf Armreifen oder sogar Tellern, oder fantasievolle Tücher und T-Shirts bis hin zu Schuhen – Courtney Cerruti ist die Basteltante mit der Extraportion Raffinesse. Ja, auch Schuhe werden hier zu besonderen Designobjekten, die so in keinem Geschäft stehen und bei denen man nie in Verlegenheit kommt, wenn jemand vor Begeisterung schreit: „Die habe ich mir gestern auch kaufen wollen, waren mir aber zu teuer!“. Einzigartig werden alle selbst gestalteten Objekte sein. Denn hier geht es um Handwerk, mit Betonung auf Hand. Wie immer gilt, die Masse macht’s bzw. die geringe Menge.

Die Hilfsmittel sind zum größten Teil in jedem Haushalt vorhanden. Einige Zutaten wie Gelatine oder Farben müssen selbstredend besorgt werden, doch das ist kein Problem, weil sie so ausgefallen nun auch wieder nicht sind. Seit der Erfindung der Blogs tummeln sich viel Kreative mehr oder weniger erfolgreich und vor allem mehr oder weniger unabhängig (Modebloggern wird fot nicht zu Unrecht die Unabhängigkeit von Labels nachgesagt) im virtuellen Raum. Wer dieses Buch als Grundlage eines Geschäftes nutzen will, ist herzlich eingeladen dies zu tun. Doch die Exklusivität bleibt auf der Strecke. Denn dieses Buch wird Viele ansprechen. Und wenn’s jeder kennt, ist der unique selling point schnell flöten.

Besonders beeindruckend ist die Vielfalt an Gestaltungsmöglichkeiten und Einsatzgebieten. Von Buchrücken über Geschirr, Postkarten, Geschenkpapier und –bändern, bis hin zu Girlanden und Mobiles wird dem Leser ein Füllhorn an Möglichkeiten präsentiert sich auszudrücken und auszutoben. Wem regelmäßig die Ideen ausgehen, um Freunden und Familie einzigartig und originell eine kleine Aufhellung in den Alltag zu zaubern, wird hier auf lange Zeit Anregungen und Hilfestellung finden. Es als pures Bastelbuch zu bezeichnen, wird dem Buch nicht gerecht. Es ist ein reich bebildertes  Lexikon der Phantasie für alle Altersklassen, Jahreszeiten und Interessensgebieten, das nie aus der Mode kommen wird.