Archiv der Kategorie: erste Schritte

A wie Antarktis

Da hat man nun die ganze Welt gesehen, Pizza in Neapel gegessen, Kokosnüsse am Pazifik genossen, einen Höhenrausch in den Anden erlebt. Und dennoch gibt es ein Land, einen ganzen Kontinent, über den man so gut wie gar nichts weiß: Die Antarktis. Das fängt schon bei der Namensgebung an. Die Griechen – nein, sie waren nicht dort, zumindest nicht die „Alten Griechen“, von denen man so gern spricht – gingen davon aus, dass jeder Punkt auf der Welt einen entsprechenden Gegenpunkt hat. Der Nordstern im Sternbild Bär, griechisch arktos – wie in Arktis – muss also irgendwo im Süden, dem Gegenteil des Nordens, also einen Gegenpunkt haben. Anti, ante, Antarktis – so einfach ist das!

Naja ganz so einfach ist dann doch nicht alles. Wenn man zum Beispiel die Antarktis auf einer Karte abbilden will, nimmt sie einen enormen Platz ein. Sie reicht vom linken Rand einer Karte bis zum rechten. Und dabei ist sie „nur“ 20 bis 30 Prozent größer als Europa, je nach Jahreszeit. Denn, wenn bei uns sommerliche Temperaturen herrschen, ist es am Südpol bitterkalt. Bis zu minus 89 Grad Celsius. Die höchste jemals gemessene Temperatur in der Wüste – ja, es ist eine Wüste, in der weniger Niederschlag fällt als in der Sahara – betrug plus 17 Grad Celsius.

Kindern einen so extremen Kontinent nahezubringen, ist ein schwieriges Unterfangen. Nur allzu oft tappt man in die Falle, und lässt es beim „Da unten ist es verdammt kalt“ einfach bewenden. Wobei das mit dem „unten“ auch schon wieder so eine Sache ist, weiß Autor David Böhm zu berichten. Es begegnet dem Kontinent, der nun wirklich allen gehört, auf dem mehrere Länder Forschungsstationen unterhalten, dem ewigen Eismeer mit Landmasse, mit dem nötigen Respekt. Zahlreiche Abbildung dienen dazu das geschriebene Wort noch einmal zu verdeutlichen. Die ausklappbaren Schautafeln sind das Highlight des Buches großformatigen Bandes. Von Amundsen bis Tierarten, von Landkarten bis Eisbergen, vom Leben in der Antarktis bis zu den zahlreichen Südpolen (nicht gewusst, dann wird es Zeit einen Blick in dieses Buch zu werfen) – wer als Elternteil dieses Buch nur dem Nachwuchs überlasst, wird früher oder später vom enormen Wissensschatz des Kindes überrascht werden.

Die Aufbereitung des Themas ist in diesem Buch erstklassig gelungen. Alles, was jetzt noch an Wissen fehlt, kann nur vor Ort erfahren werden. Am besten mit diesem Buch im Handgepäck, so wird es in der eisigen Ödnis niemals langweilig!

Chlodwig

Na das ist ja ‘ne Überraschung! Der neue setzt sich genau neben Bert. Bert, der eigentlich Bertolt heißt, rümpft innerlich die Nase. Der soll ihn bloß in Ruhe lassen. So gestriegelt wie der aussieht … das kann nichts werden. Im Sportunterricht bekommen seine Befürchtungen neue Nahrung. Der gescheitelte Junge und ein Ball werden wohl niemals Freunde werden. Schule kann hart sein. Das sieht auch Chlodwig so.

Seine Eltern lassen es ihm an nichts fehlen. Leckere Pausenbrote, ordentliche Klamotten und eine Frisur. Bei Bert sieht alles ein bisschen unaufgeräumter aus. Das fängt auf dem Kopf an und hört bei den immer mal wieder fehlenden Pausenbroten auf.

Als Herr Wentzl, der Lehrer der beiden eine Projektarbeit ankündigt, kommt es wie es kommen musste: Bert und Chlodwig müssen zusammen sich Fragen ausdenken und auf der Straße Leute zum Thema Umweltschutz interviewen. Einhellige Meinung unter den beiden so unterschiedlichen Burschen: Muss das sein?!

Nur Mut, möchte man ihnen zurufen. Und siehe da. Es klappt. As Bert die üppig ausgestattete Wohnung von Chlodwig sieht, fallen ihm die Augen raus. Alles so sauber, so ordentlich. Beim Gegenbesuch einen Tag später geht es Chlodwig nicht anders. Alles ist so chaotisch, so lebendig. Ohne groß nachzudenken, lassen Chlodwig und Bert ihren Bauch entscheiden. Sie sind gar nicht so verschieden. Sie leben nur in unterschiedlichen Wohnungen, mit unterschiedlichen Eltern. Ihre Interessen sind die gleichen. Die Möglichkeiten, diese Interessen auszuleben, sind unterschiedlich. Aber das hält weder Bert noch Chlodwig davon ab diese zu verfolgen.

Ein wunderschön gestaltetes Kinderbuch, das mit dem Vorurteil aufräumt, dass Vorurteile aus dem Weg geräumt gehören. Es so zu machen wie Bert und Chlodwig – Vorurteil, hä, was’n das? – ist der richtige Weg. Denn wo nichts ist, kann auch nicht beseitigt werden.

Die Illustrationen von Jens Rassmus entlocken ein ums andere Mal dem Leser ein Schmunzeln. Zum Beispiel, wenn Bert vorwitzige Schwester Miezi sich nur allzu gern als Interviewte zur Verfügung stellt.

Mein Opa ist Imker

Na das war doch wieder mal ein Thema für die Massen: Die Bienen sterben. Allenthalben schlagen alle um sich, wenn sich die fleißigen Bienchen auch nur auf Armlänge nähern und plötzlich wird jeder zum Bienenfreund. Vorteil der ganzen Diskussion ist, dass nun wirklich jeder weiß wie wichtig die Insekten sind. Und dass wir ihnen außerdem noch den Honig verdanken, versüßt uns die innere Aufruhr.

Bienen stechen, das tut weh. Einem Kind die Nützlichkeit der Bienen nahezubringen, wird also nicht ganz einfach sein. Bienen sind die Tiere, die maßgeblich dazu beitragen, dass die Pflanzen sich vermehren. Das geschieht durch bestäuben. Das weiß nun wirklich jedes Kind! Nicht erst seit den endlosen Jammerarien in den Medien.

Nils ist ein aufgeweckter kleiner Junge, der sich mindestens genauso viele Fragen stellt, wie so mancher, der das Bienensterben beklagt. Nils hingegen weiß auf Anhieb, wo er Hilfe findet. Bei seinem Opa. Denn der ist Imker. Vor diesem Hintergrund schreiben Patricia Günther und Hirst Lengning ihr Buch zum Naturschutzthema Nummer Eins in Deutschland. Sie verzichten auf detailversessene Nahaufnahmen der geflügelten Agrarhelfer. Die Zeichnungen von Maria van de Rae sind eindrucksvoller als jede Naturaufnahme. Im Inneren des Buches wird neben der Geschichte um Nils und seinen Opa ein kleines Lexikon der Bienen zum Leben erweckt. Was unterscheidet eine Amme von einer Königin? Warum sind Drohnen so wichtig? Und warum sollte man sich kein Gelée Royale aufs Brot schmieren?

Ein wichtiger Beitrag zur Zeit, der nicht nur Zeitgeist widerspiegelt, sondern aktiven Naturschutz unterstützt und befeuert.

Lord Lasse und Prinz Willi

Da ist ja wieder einiges los auf dem Hof von Pauline und ihren Eltern. Eine neues Fohlen springt quietsch vergnügt über das Anwesen, Rosa-Rosinchen schläft lange, nur Lord lasse, der Hofhund wirkt irgendwie ein bisschen betrübt. Sind es die überzähligen Pfunde, die ihn träge werden lassen? Oder hat er den Blues? Oder ist er am Ende sogar krank? Keine Bange. Lord Lasse fehlt einfach nur ein Gleichgesinnter zum Spielen.

Zum Glück hat die Hündin von Oma Herz, gleich die Straße runter, Welpen zur Welt gebracht. Und einer dieser tapsigen Gesellen soll nun der neue Spielgefährte von Lord Lasse werden. Pauline ist schon ganz aufgeregt. Zum Einen, weil sie zu Oma Herz darf, hier ist es wie im Paradies mit Kakao und Keksen. Zum Anderen, weil sie weiß, dass Lord Lasse nun wieder ein fröhlich herum hopsender Hund sein wird. Wie wird der neue Mitbewohner aussehen, welchen Schabernack wird er treiben?

Kaum bei Oma Herz angekommen, scheint das neue Familienmitglied schon gefunden zu sein. Denn ein kleines Wollknäuel löst sich aus der Gruppe der Welpen und wankt auf samtenen Pfoten zu Lord Lasse herüber. Wenn es so was wie Liebe auf den ersten Blick gibt, dann hier.

Da Lord Lasse schon adeligen Blutes ist, versteht es sich von selbst, dass der Neuling dem in nichts nachstehen darf: Prinz Willi.

Welche Abenteuer die beiden erleben werden – und das werden sie – verrät Gabi Meyer sicherlich im nächsten Band ihrer Kinderbuchreihe um Pauline, ihre Eltern und die zahlreichen Tiere auf ihrem Bauernhof.

Waldo und Schnövenichvanschnöf. Abenteuer am Meer

Was ist das Schönste am Urlaub? Die Vorfreude! Neue Welten, neue Menschen – aber der Weg dorthin führt meist durch den Gang der Transportbox oder im Körbchen. Wie jetzt? Transportbox? Körbchen? Die Welt eines Hundes – in diesem Fall zweier Hunde – weist die eine oder andere Gemeinsamkeit mit der des Menschen auf. Aber eben auch Unterschiede. Waldo döst vor sich hin und das leise Klackern des Rollkoffers signalisiert ihm, dass große Veränderungen anstehen. Mit der Nase eines Spürhundes kann er an der Anzahl der Schlüpfer im Koffer erkennen wie lange diese Veränderung andauern wird. Doch Frauchen findet das gar nicht witzig, dass ihr Waldo im Koffer rumwühlt.

Schnövenichvanschnöf, die Grand Dame im Haushalt, ahnt schon, was kommen wird. Sie ist älter und weiser. Transportbox: Dieses Wort klingt allerdings gar nicht nach Erholung, neue Welten und erst recht nicht nach Abenteuer. Während Waldo im Wald (wo sonst?!) den letzten Haufen setzt, zerbricht sie sich ihren Hirn(chen) wie sie dem Reisegefängnis entkommen kann. Es nützt nichts! Mallorca ohne Transportbox – für sie nur ein Traum. Waldo hat es da besser, er darf ins Körbchen, die erste Klasse für niedliche Köter der unteren bis mittleren Größenkategorie. Und er weiß wie man die Aufmerksamkeit der Passagiere auf sich zieht. Er lässt einen nach dem Anderen ziehen…

Noch ist Waldo im Vorteil, er hatte die Reise-Luxus-Variante bekommen. Doch im Auto vergeht ihm bald das Grinsen. Schnövenichvanschnöf setzt sich permanent auf ihn. Er ist nun mal der Kleine. Und als das Meer ist Sichtweite ist, weicht auch der letzte Gedanke von Fröhlichkeit von ihm. Alle wollen ihn immer in das endlose Nasse zerren. Prrr, das behagt ihm so gar nicht. Zuhause ist es doch immer noch am schönsten. Wenn man will, kann man überall seinen Haufen machen. Doch hier? Am Meer?

Schnövenichvanschnöf hingegen träumt schon von einer zweiten Karriere, als Rettungshund, der sich todesmutig in die Fluten stürzt und zum Helden wird. So schäumend die Gischt der Meeres, so schäumend auch der Wunschtraum. Denn insgeheim ist die Hundedame mindestens genau so wasserscheu wie Waldo. Das darf aber niemand wissen. Schon gar nicht Waldo! Der Schisser, der lieber zuhause vor sich hindöst.

Doch so schlimm wie es sich die beiden Hunde ausmalen, wird der Urlaub dann doch nicht. Der Strand ist der größte Abenteuerspielplatz ihres Lebens. Da kann man herumtoben, Sandburgen bauen, sie wieder einstürzen lassen (gewitzt wie Schnövenichvanschnöf Waldo zeigt wer hier die Hosen an hat). Und wer nun denkt, dass die beiden es wohl niemals ins Meer schaffen werden, der irrt. Denn Waldo und Schnövenichvanschnöf sind trotz ihrer Bequemlichkeit pfiffige Hunde. Sie finden schon einen Weg dem Meer das Grauen zu nehmen.

Die Illustrationen von Marion Schickert lassen gar keine Fragen aufkommen, wer hier die Stars in diesem Buch sind. Keck, mit einem Augenzwinkern, unschuldig dreinblickend schaffen die Vierbeiner mit einem Pfotenstreich den Leser, Vorleser und Betrachter in ihren felligen Bann zu ziehen. Ohne falsche Bescheidenheit tun sie im Buch das, was ohnehin jeden Tag auf der Straße von ihnen zu sehen ist. Und wieder gilt es: Wer genau hinsieht, entdeckt immer wieder Neues!

Die kleine Elster Elsa „Aber ich bin doch ein Krokodil!“

Es blitzt und blinkt, es schimmert im Sonnenlicht und ein großes Geschrei ist zu vernehmen. Eine Elster kann gar nicht weit weg sein, es die Sonne sich bunt spiegelt. Immer wieder macht eine Elster Erkundungsflüge, um das Farbenspiel zu begutachten. Es glitztert halt so schön!

Elsa ist da nicht anders. Warum auch? Sie ist ja eine Elster. Gerade hat sie sich wieder einmal an ihrem Schatzsee vergnügt. Den nennt sie so, weil … man ahnt es … alles so schön glitzert. Das Dämmerstündchen bringt ihre Phantasie in Wallung. Sie träumt sich nach Afrika. Hier scheint immer die Sonne. Und somit glitzert es hier überall und zu jederzeit. Dort trifft sie ein Nilpferd. Ein riesiges Nilpferd. Zigfach größer als die kleine Elster Elsa. So ein massiger Körper muss natürlich in Form gehalten werden. Mit Fressen. Viel Fressen. Sehr viel Fressen. Und so lässt sich das Nilpferd auch nicht aus der Ruhe bringen als die Elster es nach seinem Namen fragt. Nahrungsaufnahme ist wichtiger als so ein kleiner Piepmatz, der aufgeregt und energisch nach dem Namen fragt. Fast verschluckt sich das Nilpferd als das kleine Vögelchen behauptet es sei ein Krokodil. Jetzt ist aber Schluss! Schluss mit Mampfen! Jetzt wird dem Vogel gezeigt, dass man als Nilpferd so gar nicht als Nahrung für so ein kleines Vögelchen mit Persönlichkeitsstörung taugt. Allein das Maul ist so groß, das Elsa einen ganzen Tag darin herumfliegen kann ohne einen Ort zweimal zu besuchen. Die beiden freunden sich an. Und das Nilpferd lässt nicht locker dem kleinen Vögelchen auf den Boden der Tatsachen zu holen. Da wird Elsa ganz traurig. Denn sie ist ja so klein. Doch das Nilpferd bewundert Elsa für ihre Fähigkeit Kokosnüsse zu knacken oder zu fliegen und alle anderen vor Gefahren zu warnen. Wenn beispielsweise ein Krokodil im Anmarsch ist…

Hanna Trunk schafft es mit ihrer Geschichte den vermeintlich Kleinen, die ja nur körperlich klein sind, Mut zu machen und nicht vor jedem vermeintlich Großen in die Knie zu gehen. Die farbenfrohen und lebendigen Illustrationen von Marion Schickert sind die Kirsche auf diesem Eisbecher dieses empfehlenswerten Kinderbuches. Wer genau hinsieht, entdeckt immer wieder Neues: Ein grinsende Libelle oder die wackelnden Ohren des Nilpferdes. Und wenn das Nilpferd sein Maul aufreißt, sind nicht nur die Moskitos und Elsa verblüfft. Das gesamte Buch scheint darin zu verschwinden. Was zum Glück nicht der Fall ist, denn sonst würde ein liebevoll gestaltetes Kinderbuch weniger in den Regalen der Kinderstuben fehlen.

Fluffl und Sumsi

Fluffl, die Fledermaus flattert herum. Sie genießt die letzten Sonnenstrahlen. Denn bald schon kommt der Herbst mit all seinen Unbilden. Die Vögel fliegen dann gen Süden.

Plötzlich hört Fluffl ein Wimmern. Neugierig wie die kleine Fledermaus ist, muss sich sofort nachschauen, was da los ist. Eine kleine Schwalbe schluchzt fürchterlich. Sie hat ihre Eltern verloren, weiß nicht wo sie sind. Kopfüber am Schwalbennest hängend, aber nicht kopflos, fasst Fluffl den Entschluss Sumsi zu helfen. Zusammen flattern und fliegen sie herum. Doch keiner weiß wo die Eltern sein könnten. Nur der alte Rabe kann sich denken, was passiert ist. Die Eltern sind schon „abgereist“. In den warmen Süden. Und sie haben Sumsi wohl vergessen.

Auf nach Afrika! Ein Gedanke, den sich nicht nur Vögel machen, wenn es draußen anfängt zu stürmen und zu regnen. Doch die Reise ist für Fluffl zu beschwerlich. Denn Fledermäuse verschlafen den Winter gern.

Gerade noch rechtzeitig erreichen sie die afrikanische Küste. Mit Hilfe des Kranichs und völlig erschöpft, hängt sich Fluffl erstmal an den nächsten Ast. Sumsi, voller Sorge um den neuen Freund, versorgt ihn mit unzähligen Tropfen Wasser.

Doch Sumsi muss immer noch ohne seine Eltern auskommen. All das Fragen, das Herumfliegen führt einfach nicht zum gewünschten Erfolg. Zwischenzeitlich geht es Fluffl wieder besser. Bis eines Tages Sumsis Vater neben Sumsi auf einem Ast Platz nimmt. Das war knapp! In dem Sturm hatten sie irrtümlich ein anderes Vogelkind mitgenommen und Sumsi zu Hause im Nest gelassen. Jetzt wird erst einmal die Wärme Afrikas genossen und Kraft getankt für den langen Rückflug in ein paar Monaten.

Eine Schwalbe und eine Fledermaus als Helden eines lehrreichen Kinderbuches, das durch seine Illustrationen Groß und Klein begeistert.

Joki und die Wölfe

Wo sind denn alle hin? Die waren doch eben noch da! Joki ist gerade umgezogen. Mit seiner Mutter zu Knut. Weg von der Oma und dem gelben Haus, das roch wie es aussah. Sanja von nebenan war immer für ihn da, wenn es jemanden zum Spielen braucht. Auch wenn sie ab und zu mal ein bisschen rauften, waren sie doch unzertrennlich.

Wo sind denn alle hin? Die waren doch eben noch da! Schwarzohr hat gerade ein bisschen herumgetollt. Eine Maus, wollte sich aus dem Staub machen. Nicht mit ihm. Sein Jagdinstinkt ist geweckt. Eben hatte er noch mit seinen größeren Geschwistern ein bisschen gerauft … bis eben die Maus ihren Weg kreuzte. Doch nun sind alle weg.

Joki, hat ein Schwesterchen bekommen. Deswegen waren Mama und Knut auch nicht da, als er im neuen Heim aufkreuzte. Zuvor hatte er im Wald gespielt. Schon vor Tagen, noch vor der Zeugnisausgabe, hatte er noch nie gesehene Spuren im märkischen Boden entdeckt. Sanja meinte es sei ein Wolf. Aber das kann doch nicht sein! Die gibt es allenfalls noch im Märchen.

Zwei laute Knalle verändern das Leben von Joki und Schwarzohr. Schwarzohrs Eltern wurden von einer Kugel getroffen und sind nun auf der Flucht. Schwarzohr, der inzwischen bei Joki untergekommen ist, geht mit Joki auf eine lange Reise…

Grit Poppe zieht gekonnt Parallelen zwischen den beiden Welt der beiden Protagonisten. Doch anders als in der Mathematik kreuzen sich die beiden Lebenswege an einem dramatischen (Wende-)Punkt. Joki, der kleine zehnjährige Junge erfährt in seinen Schulferien das Abenteuer seines Lebens. Während zu Hause Fienchen (Jokis Schwester) mit allen Würden begrüßt und umhegt wird, kümmert sich Joki liebevoll darum, dass Schwarzohr wieder zu seinem Rudel kommt. Ohne die Wölfe zu vermenschlichen, wird eines offensichtlich: In Freud und Leid kommen sich Wölfe und Menschen so nah wie man es nicht für möglich hält. Die Fürsorge schweißt die Familien zusammen. Gefahren besteht man am besten gemeinsam.

Jedes Kapitel wird sowohl aus der Sicht des Kindes als auch aus der Sicht des Wolfsjungen Schwarzohr erzählt. Die Kapitel sind außerdem in verschiedenen Schriftgrößen und –arten gestaltet. Der Wolf kehrt zurück. Fast scheint es wie ein Hohn, dass die allzu oft und allzu heftig geforderte Rückkehr zur Natur auch Schattenseiten haben soll. Der Wolf ist hungrig, wie alle Lebewesen. Dass er dann auch mal zu eingepferchten Tier greift, ist normal. Doch seine Essgewohnheiten dann als schlecht auf das gesamte Wesen zu übertragen, ist eine mehr als fragwürdige Methode. Joki ist ein Kind. Ein gefühlvolles Kind, das den Wolfsjungen in seine Obhut nimmt, um es vor der Flinte des Stiefvaters zu schützen und zu seiner Familie zurückzubringen. Im Anhang des Buches wird der Jugendroman ins rechte, sachliche Licht gerückt. Fragen wie „Darf man ein Wolfsjunges mit nach Hause nehmen? Werden hier leicht verständlich zusammen mit anderen Fakten beantwortet. Immer noch Angst vorm Wolf? Dann ist dieses Buch die ideale Lektüre!

Mann mit Hund

Das ist der Beginn einer Vielzahl von Abenteuern, einer großen Karriere und einer fantastischen Reise. Leo & Leo sind Bruder und Schwester. Und sie wollen einmal Detektive werden. Dass ihr Wunsch schneller in Erfüllung gehen wird als sie es sich ausdenken können, ahnen sie erst als sie mitten in ihrem ersten Abenteuer stecken. In London wurde das berühmte Gemälde „Mann mit Hund“ gestohlen. Wahrscheinlich vom Professor, dem raffiniertesten Verbrecher der Welt. Ihren Trip in die englische Hauptstadt müssen sie geheimhalten. Und ihre Eltern dürfen nichts mitbekommen. Aber wie?

Der erste Teil der „Leo & Leo“-Reihe ist gespickt mit kniffligen Rätseln,  die das Geschwisterpaar lösen müssen. Auch der Leser kann am Ende der Kapitel die verzwickten Situationen versuchen zu lösen. Und das ist manchmal – auch für geübte Ermittler – gar nicht so einfach.

In London bekommen Leo & Leo Hilfe von … Leo und Leo. Auch ein Geschwisterpaar, die aber bald in Rente gehen wollen, und nun nach einem geeigneten Nachfolgerspürnasenpaar suchen. Ob Leo & Leo die Richtigen sind? Und werden sie dem Professor auf die Schliche kommen? Und was ist Labernade? Und wieso hat die Nachbarin Frau Schmitz die Labernade? Fragen über Fragen, die es zu beantworten gilt.

Die launische Lora

Wenn Tante Lizzy ruft, sind Leo & Leo Feuer und Flamme. Denn für die beiden Detektive mit eigener Agentur bedeutet das wieder ein großes Abenteuer. Und Tante Lizzy ist schließlich nicht irgendjemand: Sie ist die Queen! DIE Queen! Ja, Ihre Majestät ist ein Freund von Leo & Leo.

Einer ihrer Agentenpapageien ist zurückgekehrt von einer geheimen Mission. Aber ohne Agent. Der ist verschwunden. Eigentlich müsste der Papagei reden wie ein Wasserfall – dafür wurde er ausgebildet. Doch Lora hat keine Lust. Vielmehr ist sie traurig.

Für Leo & Leo steht fest: Der Professor hat seine elf Finger im Spiel. Denn an der linken Hand hat der gefährlichste Schurke der Welt sechs Finger. Außerdem niest er ständig. Die beiden pfiffigen Detektive müssen reisen. Aber ihre Eltern dürfen – wie immer – nichts davon mitbekommen. Zum Glück wollen die eh gerade nach Schottland verreisen. Ferien bei Frau Schmitz heißt das offiziell. Die Nachbarin ist die Kidssitterin, wenn Mama und Papa wieder mal verreisen wollen. Doch Frau Schmitz ist die Miss Moneypenny des Geschwisterpaares. Sie kennt ihr (Detektiv-)Geheimnis.

Dieses Mal verschlägt es Leo & Leo und Hamster Kruso nach Guatemala, der Heimat der Charlarito-Papageien. So einer ist nämlich der Agentenpapagei. Es tut ihm bestimmt gut sich mit seinen Freund wieder mal zu treffen. Doch der Trip entpuppt sich als Falle…

Im zweiten Fall von Leo & Leo kommen die beiden dem Supergangster gefährlich nah. Ob er es noch einmal schafft ihnen zu entkommen? Rätselraten mit den Geschwistern nach jedem Kapitel bringt auch den Leser auf die richtige Spur.