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Meine Gourmet Tour de France

Tres bien! Das war lecker! Den Col de „Gefüllte Taschenkrebse“ erklommen, als Rolleur „Normannische Brioche“ und „Milchreis“ genossen, und zum Abschluss eine „gratinierte Zwiebelsuppe“ obendrauf. Das, was den Teilnehmern der Tour de France während ihrer dreiwöchigen Rundreise vorenthalten wird, darf man nun nachkochen, mit allen Sinnen genießen und das tagein, tagaus. So macht Frankreich, so macht Urlaub, so macht ein Kochbuch Spaß!

Julie Andrieu nimmt die Strapazen der Tour auf sich und klappert mit den Kochtöpfen für den Leser die schönsten Passagen der Küchen an der Wegstrecke ab. Und genau wie jede Etappe ihre Eigenheiten hat, so ist eben auch die Küche Frankreichs nicht zu verallgemeinern. Dort, wo die Tour de France seit 1975 endet, in Paris, beginnt sie ihre Gaumenrundfahrt. Gleich die zweite Etappe hat es in sich. Nur 20 Minuten lang (also Zubereitungszeit), doch voller Geschmacksexplosionen: Entenleberpastete mit Nussaromen. Da steigt man gern vom Drahtesel und genehmigt sich noch Nachschlag. Vorbei an Louvre und Eiffelturm – das Auge isst doppelt mit, denn Fotos aus den vorgestellten Regionen sind hier mehr als nur das Salz in der Suppe – geht es weiter über Hasenpastete mit Cidre und Hähnchen mit flambierten Calvados-Äpfeln zu rosa Venusmuscheln, womit wir schon im Nordwesten angekommen sind. Hier, wo der Wind den Pedalrittern seitwärts das Vorwärtskommen gern mal erschwert, tischen die Autorin Rezepte auf – übrigens allesamt von passionierten Amateuren (als Gegenentwurf zum Profi) der Autorin verraten – deren Name schon das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen. Seebarsch in Salzkruste mit weißer Buttersauce.

Oder wie wäre es mit einer Tarte? Tarte Kougin-Amann aus Buchweizenmehl. Typisch für die Bretagne, dass man hier Buchweizenmehl verwendet. Originell und traditionell.

Der sonnige Süden, dort, wo die Berge nur echte Kerle zu sich herauflassen, wartet am Ende der Etappe Mandelpudding und Mandelgebäck. Und das alles ohne unerlaubte Zutaten. Alles, was hier in den Töpfen verschwindet, in den Backformen zur Hochform aufläuft, duftend aus Kellen serviert wird, nur darauf wartet nachgekocht zu werden, verdient das Prädikat lecker. Deftig und süß, raffiniert und bodenständig, exquisit und neu interpretiert – hier kommt man nach einem anstrengenden Tag im Sattel wieder zu Kräften. So eine Tour de France lässt man sich nicht entgehen!

100 Fingerfoods

Der Titel nimmt es vorweg: Zehnmal die Finger an beiden ablecken – so ergeht es dem Leser und leckermäuligen Nachkocher! War es bis vor wenigen Jahren noch so, dass man mit Fingerfood niemand hinter dem Ofen bzw. an den Tisch locken konnte, so ist Fingerfood heute ein eigenständiges Genre. Die Zeiten von Resteverwertung auf mehr oder weniger hohem Niveau sind passé!

Sebastian Schauermann führt den Leser in eine Welt, eine Essenskultur, die durch Geschmack, Raffinesse und mit viel Liebe zum Detail zu verzaubern mag. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Ob vegetarisch, vom Vieh, aus dem Meer, vom Grill, süß oder herzhaft, Großes ganz klein – in diesem Buch findet jeder was!

Auch Salat kann als Fingerfood gereicht werden. Ganz einfach und doch erstaunlich. Pfifferlingssalat: Schalotten, Olivenöl, Essig, Parmesan, Lauch, Butter, Tomate, Petersilie, Haselnüsse und ein Salatherz. Hat jeder in der Küche, die Pfifferlinge sind Saisonware. Schon das erste Rezept macht Appetit auf mehr, also weiterblättern. Die Schicksalszahl Dreizehn ist da schon etwas aufwändiger. Vegetarische Fritters mit Apfel-Karotten-Chutney. Das erste Viertel wird mit Tiger Cheeks, Ceviche aus Dorschbäckchen mit „Tigermilch“ abgeschlossen. Und bei der Hälfte gibt es Regenbogenforelle, Baconmarmelade (kein Schreibfehler!), Eiercreme und Senfblätter.

Wer gern isst und gern kocht, könnte auf die Idee kommen die Leibgericht einfach etwas kleiner zu gestalten und voilá!, schon hat man Fingerfood. Das würde allerdings dem eigenen Anspruch nicht genügen. Es gehört schon einiges mehr dazu einen Abend mit ansprechendem Fingerfood zum Erfolg zu führen.

Die meisten Zutaten sind bekannt und in der Regel sofort verfügbar. Die Raffinesse der hier vorgestellten Fingerablecken verursachenden Gulliveresken erhalten ihren besonderen Kick durch Beigaben, die frisch besorgt und verarbeitet werden müssen. Darin unterscheidet sich die Kunst der Fingerfoods in Nichts von ihrer „großen Küchenschwester“.

Fingerfood mit einem Happen runterzuschlingen, ist dem Hungrigen vorbehalten. Es zu genießen, als gleichwertiges Mahl zu betrachten, ist vielen noch fremd. Sebastian Schauermann ist der kundige Reiseleiter durch das oft unbekannte Land der gesunden, frischen, Häppchenküche.

Es ist eine Kunst Genuss und Heißhunger so gekonnt zu verbinden, dass die Auswahl den Esser nicht erschlägt und immer noch Appetit besteht, wenn der Abend mit dem Festmahl schon einige Stunden alt ist. Immer wieder wird nachgereicht, Neues und Bekanntes gehen Hand in Hand in der Hand in den Mund, Geschmacksexplosionen inklusive!

Fein und festlich

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Das kennt jeder: Weihnachten steht vor der Tür. Es sind nur noch ein paar Wochen, und man hat keine Ahnung, was auf den Tisch kommt. Die Kochbücher geben auch nicht so richtig was her. Alles schon mal dagewesen. „Fein und festlich“, was gut gern noch durch das Wörtchen „Dein“ ergänzt werden kann, bietet dreißig Möglichkeiten die Advents- und Weihnachtszeit lukullisch auf originellem Niveau zu bereichern.

Mal Zutaten kombinieren, die auf den ersten Blick zu zusammenpassen, wie Rehbraten mit Esskastanien und Schokoladensauce oder gebratenen Seeteufel mit Speck und Herbsttrompeten, einer Pilzsorte. Wer’s ganz exquisit mag, greift zur Foie gras mit Feigen und Honigkuchen. Wenn noch was von der Foie gras übrig sein sollte, macht man aus den Resten Häppchen mit Zwiebel-Konfitüre. Eine Topinambur-Velouté mit Jakobsmuscheln klingt schwieriger als zuzubereiten ist. Opinambur-Knollen und Kartoffel schälen, würfeln und mit Milch aufgießen. Mit Vanille und aufkochen. In der Zwischenzeit die Jakobsmuscheln anbraten (wie sie richtig gelingen, steht natürlich auch im Rezept, wird aber an dieser Stelle nicht verraten). Würzen, alles zusammengeben und voilá: Fertig ist das schmackhafte Festmahl, das so einfach ist. Resteverwertung deluxe verspricht der Kartoffel-Apfel-Salat mit Trüffel. Oder auch Scampi in Champagne-Creme. Als Sättigungsbeilagen gibt es Pürees aus Sellerie, Süßkartoffeln, Pastinaken oder Kürbis.

Dass ein so kleines Buch so vielfältig und nachhaltig den Gaumen erfreuen wird, ist selten. Auf jeder Seite kommt man schon beim puren Durchblättern in Weihnachtsstimmung. Man kann es kaum erwarten, endlich das eine oder andere Rezept als Weihnachtsüberraschung zu kredenzen. „Oh, es riecht gut. Oh, es riecht fein“, wird schnell zum Küchencoral, wenn es an die Zubereitung geht.

Ob als Nachtisch oder als Belohnung für den Koch gibt es Trüffelpralinen, mit Kokosraspeln, Rum oder Pfeffer. Dieses Jahr gibt es keine Ausreden, wenn es um das Weihnachtsmenü geht. Dreißig Rezepte, die entweder gekonnt abgewandelt oder neu interpretiert oder eigens fürs Fest kreiert wurden. Einzig allein Entscheidungsunfreudige werden sich an diesem Buch die Zähne ausbeißen. Da gibt es nur eine Lösung: Seite für Seite nachkochen, nachbacken und genießen!

24 Winterwohlfühlrezepte

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Es klingt schon fast wie eine magische Zahl: Vierundzwanzig. Jetzt weiß jeder, dass die Tage kürzer werden, die Temperaturen sinken, in absehbarer Zeit Schnee fällt und rote Mäntel Mangelware werden. Hardcore-Romantiker krallen sich krampfhaft an Tassen mit heißen Getränken fest und mummeln sich in weiche Decken ein. Beim Blick aus dem Fenster graut’s einem: Dicke, fette Wolken, verschleiern den Horizont, ein (im besten Fall leichter) Wasserfilm liegt über der Natur. Das Licht am Ende des Tunnels lässt so manchen auch diese ungemütliche Zeit überstehen. Weihnachten steht noch nicht ganz vor der Tür, aber bald bevor.

Und schon beginnt der Stress. Was kochen? Wie dekorieren? Wen womit beschenken? Nur allzu gern lässt man sich von Hektik leiten und den eigentlichen Sinn von Weihnachten hinten anstehen. Zumindest, was das Kochen betrifft, gibt es Abhilfe. Und das gleich – Achtung, it’s magic – vierundzwanzig Mal!

Die Adventszeit dauert nur ein paar Wochen. Da fühlt man sich schon ein wenig unter Druck gesetzt, will man sich und seinen Lieben die Zeit des Wartens so außergewöhnlich gestalten wie nur irgendwie möglich. Das schnöde Frühstücksei ist passé. Ebenso der Toast am Morgen. Jetzt gibt es Maronenwaffeln. Vielleicht nicht unbedingt zum Frühstück – schließlich werden die Waffeln mit Puderzucker karamellisiert und mit Calvados abgelöscht. Zur Stärkung einen orangenglühwein gefällig? Oder doch lieber was Herzhaftes wie ein Nudelgratin mit Kürbis, Tomaten und Ziegenkäse? An dieser Stelle dieser ungewöhnlichen Rezeptesammlung ist noch nicht einmal Nikolaustag. Und schon läuft einem das Wasser im Munde zusammen. Ungewöhnlich ist das Buch auch wegen der Aufmachung. Kein Buch, das man von links nach rechts durchblättert. Wie ein Kalender – gerade zur Weihnachtszeit ein beliebter Artikel, nicht nur bei Kindern – schlägt man Seite für Seite um.

Neben Klassikern wie Bratapfel (hier verfeinert mit Ingwer) stehen auch traditionelle, fast schon vergessene Zutaten und Rezepte auf dem Plan,  Pastinaken und Jakobsmuscheln stehen so selbstverständlich neben- bzw. hintereinander wie heiße Schokolade und Apfel-Cidre-Tarte. Weihnachten wird vielleicht nicht weißer oder schneesicherer durch dieses Buch. Aber es wird weihnachtlicher, genussvoller und zufriedener.

I love Paris

I love Paris

Paris kulinarisch – ein Gedicht! An jeder Ecke gibt es eine lukullische Entdeckung zu machen. Wozu also ein Restaurantreiseführer durch die Stadt der Liebe? Ganz einfach, weil auch hier vieles der Qualitätsminimierung zum Opfer fällt. Paris hat tausende von Restaurants, Brasserien und ähnlichen Angeboten zu bieten. Mal ein Croque auf die Hand ist ja ganz nett, doch den Tag mit einem ordentlichen Mahl, besser einem Menü, ausklingen zu lassen, hat schon einen ganz anderen Stellenwert. Und schließlich ist man in Paris.

Da hat man ganz automatisch höhere Ansprüche. Doch wie soll man aus der scheinbar unendlichen Menge die Lokalität auswählen, die für einen das magenfreundliche, sinnestimulierende Mahl bereithält? Wen soll man fragen? Warum nicht beim Besten höflich anklopfen? Alain Ducasse gelang was noch keinem zuvor gelang: Dreimal drei Sterne vom Guide Michelin. Er muss es also wissen, wo es am besten schmeckt.

„I love Paris“ – so schlicht und auffallend zugleich, so reicht bestückt und voller Geschmack. Acht Gebiete von Paris, zwanzig Kategorien und fünf Preisklassen. Jedes Lokal mit zahlreichen Bildern und einem kurzen, knackigen Text, der schon beim Lesen Appetit macht. Das ist alles, was das Herz bzw. der Magen bzw. das Auge bzw. die Nase verlangen.

Jedes Restaurant, jede Cafébar, jedes Hotel, jede Vinothek oder Eisdiele bekommt die Würdigung, die es verdient. Und da jeder Paristourist nicht immer über ein flexibles (sprich unendlich dehnbares Portemonnaie verfügt) gibt ein weiteres Piktogramm die ungefähren Preise an. Das reicht von unter zwanzig Euro bis über 250 Euro. Doch wer die Texte aufmerksam liest, und dem dann das Wasser im Munde zusammenläuft, sollte wirklich von oben nach unten lesen. Denn erst am Ende kommt manchmal der monetäre Schock, der den Appetit vor der möglichen facture kapitulieren lässt. Dann sucht man sich eben was Preiswerteres aus dem Buch aus.

Wer Paris schon bereist hat, kennt vielleicht das eine oder andere Restaurant. Und er kennt vielleicht auch das eine oder andere Restaurant, das er links (oder rechts) liegen ließ. Das wird nun nicht mehr passieren! Einhundert Adressen, Gourmetadressen – vom Wochenmarkt über Kaffeeröstereien bis zum „stellaren Verwerter“ – lassen die Vorfreude auf eine der schönsten Städte der Welt wachsen. Ein Gummiband hält alles zusammen, ein Lesezeichen erleichtert die Orientierung.

„I love Paris“ ist keine Neuerfindung. Reisebände über Paris gibt es wie Sand am Meer. Aber, und das ist ein großes Aber: Selten zu vor wurde so kompakt und umfassend zugleich, so leidenschaftlich und informativ die Stadt an der Seine als eleganter Futtertrog dargestellt. Ein Futtertrog für die Innentasche, den man immer zur Hand haben sollte. Sonst geht garantiert kein kulinarisches Bonbon verloren!

Tea Time

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Jede Revolution braucht eine Bibel, eine Art Leitfaden zum Aufstand. Tea Time ist die Kampfschrift für die Abschaffung der Tea Time. Um fünf Uhr! Scones, Shortbread und Co. at five o’clock – das war einmal. Jetzt heißt es sen- und Erdbeer-Macarons, Kastanien-Birnen-Kuchen und Mini-Gugelhupf mit Honig around the clock. Das rockt!

Klein undhandlich, ein bisschen unschuldig kommt dieses Büchlein daher. Törtchen mit Heidelbeeren und Zuckerglasur machen Appetit auf mehr. Doch dann bricht der Kampf los: Warum bis um Fünf warten? Erst anheizen und dann hinhalten! Das geht so nicht weiter! Tea time is anytime, heißt die Parole der Stunde. Jeder Kampf braucht seine Pause und die füllt man mit dem wofür man eben noch kämpfte: Schokoladen-Whoopie-Pies, Holunder-Cupcakes oder Battenberg-Kuchen. Oder hier: Schokoladen-Gewürz-Tartelettes. Oder Doch vielleicht mit traditionellem Shortbread? Mit Cranberries. Bild und Text lassen keine andere Wahl als Zutaten zurechtlegen, Ofen vorheizen, mischen, kneten, naschen (so viel Zeit muss ein) und ab in den Ofen. Wer mutig (und vor allem schmerzfrei ist) kann sich ja die Nase am Backofenfenster plattdrücken. Aber Vorsicht heiß!

Als Trostpflaster gibt’s dann was Leckeres in den wässrigen Mund.

Es sind Bücher wie diese, die die Discounter-Back-„Kreationen“ in den Schatten stellen. Kein großer Aufwand, meist schnell zubereitet und gebacken. Traditionen pflegen wird in Zeiten von Smartphones und Tablets schnell vergessen. Alles sofort und überall verfügbar. Doch mal ganz ehrlich: Selbst gemacht schmeckt immer noch am besten. Und wenn’s mal misslingt, na und, nochmal probieren. Weiterblättern und sich ans nächste Rezept wagen. Und zwar so lange bis alles passt. Knapp dreißig Rezepte stehen zur Auswahl. Das findet sich immer was. Und zwar genau neunundzwanzig Mal.

Erdbeerglück

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Erdbeeren können für so viel stehen: Den Sommer, Frische, Gesundheit. Aber vor allem für Lecker, Schlemmen und mmmhh. Sobald die ersten Erdbeeren aus der Region im Handel sind, verwandeln sich Erdbeerholiker (gibt es das Wort überhaupt? – egal, jeder weiß, was gemeint ist) in wahre Raubtiere. Erdbeertorten werden in Windeseile gebacken und genauso schnell vertilgt. Es gibt kein Halten mehr. Selbst ansonsten wohl erzogene Teenager können bei Kindergeburtstagen nicht mehr an sich halten und verleiben sich eine ganze Torte allein ein.

Doch Erdbeeren sind nicht nur für den schnellen Kick gut. Und schon gar nicht nur für Torten! Für alle Nussliebhaber – denn die Erdbeere ist eigentlich ein Nuss, wer genau hinsieht und mal kurz innehält, kann sie sehen, die kleinen Nüsschen – ist dieses Buch eine Art heiliges Buch. Smoothies, Pavolova (mit leckerer Sahne und Passionsfrucht) … kurze Pause gefällig? … denken Sie nicht an Erdbeeren, denken Sie nicht an Erdebeeren … funktioniert nicht?, okay, dann weiter – Financier, Hippen mit Erdbeersahne. Puh, da kommt man aus der Puste, und das schon beim Lesen des Inhaltsverzeichnisses.

Alle Rezepte sind schnell und einfach nachzubacken, -kochen, -machen. Die Zutaten sind in jeder gut sortierten Küche immer vorhanden. Fehlen nur noch die glücksbringenden Nüsse. Dass die Erdbeere nicht allein für den Genuss herhalten muss, zeigt unter anderem Rezept Nummer Zwei. Erdbeer-Melonen-Suppe. Beides in gleicher Menge mit Honig und Zitronensaft mixen. Ein bisschen Buttermilch dazu, abkühlen lassen. Danach noch einmal vier Esslöffel Buttermilch dazugeben, mit Minze und Erdbeerstückchen garnieren und … genießen.

Kleines Buch, große Wirkung. Jeder kennt im Bekanntenkreis oder unter Verwandten, der bei Erdbeeren die gute Erziehung vermissen lässt. Ein ideales Geschenkbuch, mit dem jeder gewinnt. Der Schenkende wird von nun an immer mit einem Lächeln begrüßt. Der Beschenkte freut sich darüber, dass er / sie so viele Möglichkeiten aufgezeigt bekommt, was möglich ist. Und beim Zusammentreffen gibt es immer Erdbeerschachbrettkuchen, Erdbeer-Carpaccio mit Nougat, Erdbeersalsa, Rucola-Erdbeer-Salat und ein dankbares Lächeln.

Do schmeckts!

Do schmeckt's!

Jedes Jahr das gleiche Spiel: Was kochen wir an Weihnachten? Etwas Besonderes soll’s sein, etwas, was wir sonst nie essen. Ein echter Festbraten. Man denkt zurück an das fast vergangene Jahr, erinnert sich an erholsame Tage in fernen Ländern, in denen man exotische Speisen genossen hat. Doch um die zuzubereiten, benötigt man mehr eine Landkarte als einen Einkaufszettel, denn nicht alles ist im Supermarkt um die Ecke zu bekommen. In den Kochshows im Fernsehen reden immer alle von regional und saisonal einkaufen und kochen. Das wäre eine Alternative! Jetzt fehlt nur noch die zündende Idee wie diese relativ leicht zu besorgenden Zutaten zu einem köstlichen Mahl zusammengefügt werden. Und zwar so, dass alle sagen: „Es schmeckt“. Do, im Bücherregal, ja, genau do, do steht die Antwort auf diese eine spezielle Frage nach der besonderen Zubereitung. „Do schmeckts!“. Wenn’s der Titel sagt, wird’s schon stimmen.

Und in diesem Fall stimmt’s auch! Schlagen wir das Buch auf: Eine Landkarte, auf der die Quellen der Rezepte eingezeichnet sind. Freiburg und Umgebung. Die Nähe zu Frankreich und der Schweiz verheißt schon exquisiten Geschmack. Auf Seite Drei wird dieses Vorurteil um ein weiteres ergänzt. Das Buch wurde von Corinna Brauer und Michael Müller gestaltet. Die beiden „Gscheitgut“-Bände mit leckeren Gerichten aus Franken waren der Beweis, das Reisen und Schlemmen unverzichtbar einhergehen. Nun also Freiburg, Kaiserstuhl, Markgräflerland. Wer den Sommer in Freiburg einmal genießen durfte, weiß, dass es ein ganz besonders entspanntes Leben zu leben gilt. Die klimatische Sonderstellung in Deutschland lässt die Sonne nicht nur am Himmel strahlen. Die beiden Herausgeber stromern immer der Nase nach durch die Jahreszeiten und diese besonders reiche Gegend. Hier und da stecken sie ihre Nasen in die Töpfe der Köche der Region, entlocken den Küchenzauberern ihre Geheimnisse und lassen dem Leser keine andere Wahl – man greift ganz automatisch zu Stift und Papier, um den Einkaufszettel für den nächsten Einkauf zu schreiben. Wer hat schon Schnecken zuhause, um eine Badische Schneckensuppe zu kochen. Klingt erstmal für Viele gewöhnungsbedürftig, ist aber der Kracher bei jedem Essen. (Viele halten es erstmal für ein Pilzsüppchen, lassen Sie sie in dem Glauben bis die Teller leer geputzt sind.) Und weiter geht die Schnitzeljagd. Wildkräuter-Tiramisu, Spargelmousse, Lammrücken mit Tomatenkruste, Balsamico-Jus und Kartoffelgratin. Wer das jeden Tag auf den Tisch zaubern kann, verdient damit garantiert sein Geld. Doch als Hobbykoch, und vor allem als Gast, geraten die Geschmacksnerven gehörig in Wallung. Und zum Dessert ein Sauerampfereis.

Doch zurück zum Winter, und zum Weihnachtsmenü. Es soll ja was ganz Besonderes werden. Ohne Wertung hier ein paar Vorschläge aus dem Buch: Rotkohlcremesuppe, Linsen-Kartoffelsalat, Schwarzwurzeltörtchen mit Rehfilet und Pinienkern-Vinaigrette … kurz innehalten, schlucken, und weiter geht’s … Schweinefilet in Backpflaumensauce, Kaiserstühler Baeckeoffe, und als krönenden Abschluss Mohnparfait oder Lebkuchentiramisu oder Kirschwasserbömble mit warmen Sauerkirschen.

Wer jetzt noch nicht weiß was am Ende des Jahres selbiges kulinarisch verabschiedet, der liest das Buch noch einmal. Wer dann immer noch nichts findet, feiert Weihnachten bei Wasser und Brot.

Das Buch hat einen bzw. noch viel mehr Vorteile. Die Frage, was in den nächsten Wochen auf den Tisch kommt, wird gleich mit beantwortet. Und weil’s so gut schmeckt, fängt man immer wieder von vorn an…

Weihnachtsgeschenke aus der Küche

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Jedes Jahr dieselbe Frage: Wie beschenke ich meine Liebsten? Es soll was Besonderes sein. Denn die Beschenkten sind es auch. Selber basteln hat immer einen Hauch von „Gewollt und nicht gekonnt“. Was dann? Weihnachten ist auch die Zeit, in der der Backofen in die Knie zu gehen droht. Es ist die Zeit, in der zigfach Weihnachtsbäckereien aus dem Boden sprießen. Sabine Fuchs und Susanne Heindl nehmen denen, die Angst davor haben zu backen, deren Backofen seit Jahren wie geleckt aussieht, weil er maximal zum Pizzabacken benötigt wird. Und deren Herd sonst nur Tütensuppen „kreieren“.

Das „mh“ statt „danke“ weicht von nun an einem „mmmhhh“ wie „Mehr davon, wann ist wieder Weihnachten?“. Bei Rezepten mit so wohlklingenden Namen wie Feuerpflaume, Kumquat-Chutney oder Chili-Parmesan-Plätzchen weiß jeder, dass er mit diesem Buch die richtige Wahl getroffen hat.

Mal ordentlich was Originelles aufs Brot mit Orangenaufstrich mit Kardamom. Oder außergewöhnliche Saucen wie Mangoketchup, Korianderpesto oder eine selbstgemachte Senfsauce. Wer‘s würziger mag, der wird sich sofort daran machen sein eigenes Rosmarin-Salz mit Orangenaroma zusammenzustellen.

Schleckermäulchen können sich kaum noch beherrschen, wenn Fuchsplätzchen in den Ofen geschoben werden oder weiße Kokos-Schokocrossies aufgeschlagen werden. Zum Knabbern gibt’s anschließend Röte-Bete-Chips und Zimt-Apfelscheiben.

Die Küche sieht wie ein Schlachtfeld aus. Mit immer noch höher schlagendem Herz sucht man den passenden Ort für dieses kleine Büchlein, das so Viele glücklich machen wird. Stellt sich noch die Frage: Wie soll man das alles weihnachtlich verpacken? Auch hierfür haben die beiden Autorinnen einiges parat. Am Ende des Buches sind einige Etiketten abgebildet. Kopieren ausdrücklich erwünscht! Nun nur noch ausdrucken, aufkleben und sich ein Lächeln abholen. So einfach geht Freude schenken!

Ein Bauch spaziert durch Paris

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Sternekoch, Musiker, Autor … und nun auch noch Reiseleiter in Sachen Kulinarik. Vincent Klink nur als Fernsehkoch zu sehen, wäre schändlich. Denn viele seiner Kollegen haben nicht mal ein Restaurant (was zumeist auf der ersten Silbe betont wird, klingt wahrscheinlich fachmännischer). Schändlich wäre es auch in Paris sich nicht den lukullischen Genüssen hinzugeben. Und so trägt Vincent Klink seinen Bauch vor sich her – der Titel verrät es bereits – und die magenlärmende Sehnsucht im Herzen. Alle Sinne sind geschärft.

Ihm geht es nicht anders wie den meisten von uns. Vor Aufregung kann er die Nacht vor der Abfahrt kaum schlafen, ist überpünktlich am Bahnhof. Mit dem TGV dauert die Fahrt nur rund dreieinhalb Stunden. Dreieinhalb Stunden bis man an der Gare de l’Est endlich Pariser Luft schnuppern kann. Und dann raus in die Stadt der Liebe, in die Stadt des Genusses, auf nach Paris. Würde er in der Gare de Lyon ankommen, würde die Flucht in die Stadt etwas länger dauern. Denn hier gibt’s das eindrucksvollste Restaurant der Pariser Bahnhöfe, das Le Train bleu.

Vincent Klink ist angekommen in Paris. Ein kühles Bier wäre ihm jetzt am liebsten, doch der heißeste Tag des Jahres verbietet dieser Leidenschaft nach zugehen. Ein kühles Blondes und die geballte Wucht der Sonnenstrahlen hätten nur eines zur Folge: Er würde noch mehr schwitzen. So macht er sich auf seinen ersten Erkundungsgang bevor es ins Hotel geht. Und das Rezept für die Jüdische Hühnersuppe liefert der Küchenmeister gleich mit.

„Ein Bauch spaziert durch Paris“ ist mehr als nur eine Reiseschilderung eines neugierigen und hungrigen Chefkochs. Es ist ein Kulturführer der besonderen Art für alle, die die Attraktionen der Stadt an der Seine bereits kennen. Es ist kein reiner Restaurantführer. Wie zufällig nimmt Vincent Klink Platz, studiert die Karte und beobachtet die anderen Gäste. Er formt sich ein Bild von Paris, das jeder nachvollziehen kann, der sich wie der Autor die Zeit nimmt Paris einzuatmen, es zu riechen, zu fühlen und zu schmecken. Immer wieder streut er Rezepte ein, man kann es zu Hause nachkochen oder man fährt selbst nach Paris. Denn auch Restauranttipps gibt der Koch aus Leidenschaft zuhauf.

So hat man Paris noch nie erlesen! Als belesener kulturinteressierter Mensch – seine Geschichten reichen von den Templern und Napoleon III. über Heine und Wagner bis zu den Impressionisten und den französischen Präsidenten – ist Vincent Klink der ideale Reiseleiter. Auch hat er sich seine neugierige Ader bewahrt. Nichts liegt ihm fern als den Leser zu bevormunden. Er gibt Hinweise und Tipps, wo man einkehren kann, und liefert dazu das passende Rahmenprogramm. Zahlreiche Anekdoten sind die Würze während der gastronomischen Ausflüge. Wenn Vincent Klink nicht schon einen Stern hätte, müsste man ihm einen für dieses exzellente Werk einen verleihen.

Dieses Buch genießt man wie ein Sterne-Menü. Jeder Gang, jedes Kapitel ein Genuss für sich. Wer die Zutaten, die Seiten hinunterschlingt, ist zwar satt, aber der Schmerz der Fülle fällt dem Vergessen anheim. Was ein Frevel!

Es ist erstaunlich, dass es immer wieder neue Bücher über Paris gibt. Die Seine-Metropole ist noch nicht satt an guter und bildgewaltiger Literatur. Die einschlägigen Hotspot-Aufzähler weit hinter sich lassend, sind es Bücher wie dieses oder die City impressions Paris, die es dem Leser schwer machen sich von Paris fernzuhalten. Ob nun mit dem geschulten Auge eines Fotografen oder der lukullischen Schnitzeljagd (nur im übertragenen Sinn) eines Sternekochs: Paris erobern ohne diese Bücher vorher gelesen zu haben, wäre wie Paris ohne die Seine. Möglich, aber nur die Hälfte wert.