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Tea Time

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Jede Revolution braucht eine Bibel, eine Art Leitfaden zum Aufstand. Tea Time ist die Kampfschrift für die Abschaffung der Tea Time. Um fünf Uhr! Scones, Shortbread und Co. at five o’clock – das war einmal. Jetzt heißt es sen- und Erdbeer-Macarons, Kastanien-Birnen-Kuchen und Mini-Gugelhupf mit Honig around the clock. Das rockt!

Klein undhandlich, ein bisschen unschuldig kommt dieses Büchlein daher. Törtchen mit Heidelbeeren und Zuckerglasur machen Appetit auf mehr. Doch dann bricht der Kampf los: Warum bis um Fünf warten? Erst anheizen und dann hinhalten! Das geht so nicht weiter! Tea time is anytime, heißt die Parole der Stunde. Jeder Kampf braucht seine Pause und die füllt man mit dem wofür man eben noch kämpfte: Schokoladen-Whoopie-Pies, Holunder-Cupcakes oder Battenberg-Kuchen. Oder hier: Schokoladen-Gewürz-Tartelettes. Oder Doch vielleicht mit traditionellem Shortbread? Mit Cranberries. Bild und Text lassen keine andere Wahl als Zutaten zurechtlegen, Ofen vorheizen, mischen, kneten, naschen (so viel Zeit muss ein) und ab in den Ofen. Wer mutig (und vor allem schmerzfrei ist) kann sich ja die Nase am Backofenfenster plattdrücken. Aber Vorsicht heiß!

Als Trostpflaster gibt’s dann was Leckeres in den wässrigen Mund.

Es sind Bücher wie diese, die die Discounter-Back-„Kreationen“ in den Schatten stellen. Kein großer Aufwand, meist schnell zubereitet und gebacken. Traditionen pflegen wird in Zeiten von Smartphones und Tablets schnell vergessen. Alles sofort und überall verfügbar. Doch mal ganz ehrlich: Selbst gemacht schmeckt immer noch am besten. Und wenn’s mal misslingt, na und, nochmal probieren. Weiterblättern und sich ans nächste Rezept wagen. Und zwar so lange bis alles passt. Knapp dreißig Rezepte stehen zur Auswahl. Das findet sich immer was. Und zwar genau neunundzwanzig Mal.

Erdbeerglück

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Erdbeeren können für so viel stehen: Den Sommer, Frische, Gesundheit. Aber vor allem für Lecker, Schlemmen und mmmhh. Sobald die ersten Erdbeeren aus der Region im Handel sind, verwandeln sich Erdbeerholiker (gibt es das Wort überhaupt? – egal, jeder weiß, was gemeint ist) in wahre Raubtiere. Erdbeertorten werden in Windeseile gebacken und genauso schnell vertilgt. Es gibt kein Halten mehr. Selbst ansonsten wohl erzogene Teenager können bei Kindergeburtstagen nicht mehr an sich halten und verleiben sich eine ganze Torte allein ein.

Doch Erdbeeren sind nicht nur für den schnellen Kick gut. Und schon gar nicht nur für Torten! Für alle Nussliebhaber – denn die Erdbeere ist eigentlich ein Nuss, wer genau hinsieht und mal kurz innehält, kann sie sehen, die kleinen Nüsschen – ist dieses Buch eine Art heiliges Buch. Smoothies, Pavolova (mit leckerer Sahne und Passionsfrucht) … kurze Pause gefällig? … denken Sie nicht an Erdbeeren, denken Sie nicht an Erdebeeren … funktioniert nicht?, okay, dann weiter – Financier, Hippen mit Erdbeersahne. Puh, da kommt man aus der Puste, und das schon beim Lesen des Inhaltsverzeichnisses.

Alle Rezepte sind schnell und einfach nachzubacken, -kochen, -machen. Die Zutaten sind in jeder gut sortierten Küche immer vorhanden. Fehlen nur noch die glücksbringenden Nüsse. Dass die Erdbeere nicht allein für den Genuss herhalten muss, zeigt unter anderem Rezept Nummer Zwei. Erdbeer-Melonen-Suppe. Beides in gleicher Menge mit Honig und Zitronensaft mixen. Ein bisschen Buttermilch dazu, abkühlen lassen. Danach noch einmal vier Esslöffel Buttermilch dazugeben, mit Minze und Erdbeerstückchen garnieren und … genießen.

Kleines Buch, große Wirkung. Jeder kennt im Bekanntenkreis oder unter Verwandten, der bei Erdbeeren die gute Erziehung vermissen lässt. Ein ideales Geschenkbuch, mit dem jeder gewinnt. Der Schenkende wird von nun an immer mit einem Lächeln begrüßt. Der Beschenkte freut sich darüber, dass er / sie so viele Möglichkeiten aufgezeigt bekommt, was möglich ist. Und beim Zusammentreffen gibt es immer Erdbeerschachbrettkuchen, Erdbeer-Carpaccio mit Nougat, Erdbeersalsa, Rucola-Erdbeer-Salat und ein dankbares Lächeln.

Do schmeckts!

Do schmeckt's!

Jedes Jahr das gleiche Spiel: Was kochen wir an Weihnachten? Etwas Besonderes soll’s sein, etwas, was wir sonst nie essen. Ein echter Festbraten. Man denkt zurück an das fast vergangene Jahr, erinnert sich an erholsame Tage in fernen Ländern, in denen man exotische Speisen genossen hat. Doch um die zuzubereiten, benötigt man mehr eine Landkarte als einen Einkaufszettel, denn nicht alles ist im Supermarkt um die Ecke zu bekommen. In den Kochshows im Fernsehen reden immer alle von regional und saisonal einkaufen und kochen. Das wäre eine Alternative! Jetzt fehlt nur noch die zündende Idee wie diese relativ leicht zu besorgenden Zutaten zu einem köstlichen Mahl zusammengefügt werden. Und zwar so, dass alle sagen: „Es schmeckt“. Do, im Bücherregal, ja, genau do, do steht die Antwort auf diese eine spezielle Frage nach der besonderen Zubereitung. „Do schmeckts!“. Wenn’s der Titel sagt, wird’s schon stimmen.

Und in diesem Fall stimmt’s auch! Schlagen wir das Buch auf: Eine Landkarte, auf der die Quellen der Rezepte eingezeichnet sind. Freiburg und Umgebung. Die Nähe zu Frankreich und der Schweiz verheißt schon exquisiten Geschmack. Auf Seite Drei wird dieses Vorurteil um ein weiteres ergänzt. Das Buch wurde von Corinna Brauer und Michael Müller gestaltet. Die beiden „Gscheitgut“-Bände mit leckeren Gerichten aus Franken waren der Beweis, das Reisen und Schlemmen unverzichtbar einhergehen. Nun also Freiburg, Kaiserstuhl, Markgräflerland. Wer den Sommer in Freiburg einmal genießen durfte, weiß, dass es ein ganz besonders entspanntes Leben zu leben gilt. Die klimatische Sonderstellung in Deutschland lässt die Sonne nicht nur am Himmel strahlen. Die beiden Herausgeber stromern immer der Nase nach durch die Jahreszeiten und diese besonders reiche Gegend. Hier und da stecken sie ihre Nasen in die Töpfe der Köche der Region, entlocken den Küchenzauberern ihre Geheimnisse und lassen dem Leser keine andere Wahl – man greift ganz automatisch zu Stift und Papier, um den Einkaufszettel für den nächsten Einkauf zu schreiben. Wer hat schon Schnecken zuhause, um eine Badische Schneckensuppe zu kochen. Klingt erstmal für Viele gewöhnungsbedürftig, ist aber der Kracher bei jedem Essen. (Viele halten es erstmal für ein Pilzsüppchen, lassen Sie sie in dem Glauben bis die Teller leer geputzt sind.) Und weiter geht die Schnitzeljagd. Wildkräuter-Tiramisu, Spargelmousse, Lammrücken mit Tomatenkruste, Balsamico-Jus und Kartoffelgratin. Wer das jeden Tag auf den Tisch zaubern kann, verdient damit garantiert sein Geld. Doch als Hobbykoch, und vor allem als Gast, geraten die Geschmacksnerven gehörig in Wallung. Und zum Dessert ein Sauerampfereis.

Doch zurück zum Winter, und zum Weihnachtsmenü. Es soll ja was ganz Besonderes werden. Ohne Wertung hier ein paar Vorschläge aus dem Buch: Rotkohlcremesuppe, Linsen-Kartoffelsalat, Schwarzwurzeltörtchen mit Rehfilet und Pinienkern-Vinaigrette … kurz innehalten, schlucken, und weiter geht’s … Schweinefilet in Backpflaumensauce, Kaiserstühler Baeckeoffe, und als krönenden Abschluss Mohnparfait oder Lebkuchentiramisu oder Kirschwasserbömble mit warmen Sauerkirschen.

Wer jetzt noch nicht weiß was am Ende des Jahres selbiges kulinarisch verabschiedet, der liest das Buch noch einmal. Wer dann immer noch nichts findet, feiert Weihnachten bei Wasser und Brot.

Das Buch hat einen bzw. noch viel mehr Vorteile. Die Frage, was in den nächsten Wochen auf den Tisch kommt, wird gleich mit beantwortet. Und weil’s so gut schmeckt, fängt man immer wieder von vorn an…

Weihnachtsgeschenke aus der Küche

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Jedes Jahr dieselbe Frage: Wie beschenke ich meine Liebsten? Es soll was Besonderes sein. Denn die Beschenkten sind es auch. Selber basteln hat immer einen Hauch von „Gewollt und nicht gekonnt“. Was dann? Weihnachten ist auch die Zeit, in der der Backofen in die Knie zu gehen droht. Es ist die Zeit, in der zigfach Weihnachtsbäckereien aus dem Boden sprießen. Sabine Fuchs und Susanne Heindl nehmen denen, die Angst davor haben zu backen, deren Backofen seit Jahren wie geleckt aussieht, weil er maximal zum Pizzabacken benötigt wird. Und deren Herd sonst nur Tütensuppen „kreieren“.

Das „mh“ statt „danke“ weicht von nun an einem „mmmhhh“ wie „Mehr davon, wann ist wieder Weihnachten?“. Bei Rezepten mit so wohlklingenden Namen wie Feuerpflaume, Kumquat-Chutney oder Chili-Parmesan-Plätzchen weiß jeder, dass er mit diesem Buch die richtige Wahl getroffen hat.

Mal ordentlich was Originelles aufs Brot mit Orangenaufstrich mit Kardamom. Oder außergewöhnliche Saucen wie Mangoketchup, Korianderpesto oder eine selbstgemachte Senfsauce. Wer‘s würziger mag, der wird sich sofort daran machen sein eigenes Rosmarin-Salz mit Orangenaroma zusammenzustellen.

Schleckermäulchen können sich kaum noch beherrschen, wenn Fuchsplätzchen in den Ofen geschoben werden oder weiße Kokos-Schokocrossies aufgeschlagen werden. Zum Knabbern gibt’s anschließend Röte-Bete-Chips und Zimt-Apfelscheiben.

Die Küche sieht wie ein Schlachtfeld aus. Mit immer noch höher schlagendem Herz sucht man den passenden Ort für dieses kleine Büchlein, das so Viele glücklich machen wird. Stellt sich noch die Frage: Wie soll man das alles weihnachtlich verpacken? Auch hierfür haben die beiden Autorinnen einiges parat. Am Ende des Buches sind einige Etiketten abgebildet. Kopieren ausdrücklich erwünscht! Nun nur noch ausdrucken, aufkleben und sich ein Lächeln abholen. So einfach geht Freude schenken!

Ein Bauch spaziert durch Paris

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Sternekoch, Musiker, Autor … und nun auch noch Reiseleiter in Sachen Kulinarik. Vincent Klink nur als Fernsehkoch zu sehen, wäre schändlich. Denn viele seiner Kollegen haben nicht mal ein Restaurant (was zumeist auf der ersten Silbe betont wird, klingt wahrscheinlich fachmännischer). Schändlich wäre es auch in Paris sich nicht den lukullischen Genüssen hinzugeben. Und so trägt Vincent Klink seinen Bauch vor sich her – der Titel verrät es bereits – und die magenlärmende Sehnsucht im Herzen. Alle Sinne sind geschärft.

Ihm geht es nicht anders wie den meisten von uns. Vor Aufregung kann er die Nacht vor der Abfahrt kaum schlafen, ist überpünktlich am Bahnhof. Mit dem TGV dauert die Fahrt nur rund dreieinhalb Stunden. Dreieinhalb Stunden bis man an der Gare de l’Est endlich Pariser Luft schnuppern kann. Und dann raus in die Stadt der Liebe, in die Stadt des Genusses, auf nach Paris. Würde er in der Gare de Lyon ankommen, würde die Flucht in die Stadt etwas länger dauern. Denn hier gibt’s das eindrucksvollste Restaurant der Pariser Bahnhöfe, das Le Train bleu.

Vincent Klink ist angekommen in Paris. Ein kühles Bier wäre ihm jetzt am liebsten, doch der heißeste Tag des Jahres verbietet dieser Leidenschaft nach zugehen. Ein kühles Blondes und die geballte Wucht der Sonnenstrahlen hätten nur eines zur Folge: Er würde noch mehr schwitzen. So macht er sich auf seinen ersten Erkundungsgang bevor es ins Hotel geht. Und das Rezept für die Jüdische Hühnersuppe liefert der Küchenmeister gleich mit.

„Ein Bauch spaziert durch Paris“ ist mehr als nur eine Reiseschilderung eines neugierigen und hungrigen Chefkochs. Es ist ein Kulturführer der besonderen Art für alle, die die Attraktionen der Stadt an der Seine bereits kennen. Es ist kein reiner Restaurantführer. Wie zufällig nimmt Vincent Klink Platz, studiert die Karte und beobachtet die anderen Gäste. Er formt sich ein Bild von Paris, das jeder nachvollziehen kann, der sich wie der Autor die Zeit nimmt Paris einzuatmen, es zu riechen, zu fühlen und zu schmecken. Immer wieder streut er Rezepte ein, man kann es zu Hause nachkochen oder man fährt selbst nach Paris. Denn auch Restauranttipps gibt der Koch aus Leidenschaft zuhauf.

So hat man Paris noch nie erlesen! Als belesener kulturinteressierter Mensch – seine Geschichten reichen von den Templern und Napoleon III. über Heine und Wagner bis zu den Impressionisten und den französischen Präsidenten – ist Vincent Klink der ideale Reiseleiter. Auch hat er sich seine neugierige Ader bewahrt. Nichts liegt ihm fern als den Leser zu bevormunden. Er gibt Hinweise und Tipps, wo man einkehren kann, und liefert dazu das passende Rahmenprogramm. Zahlreiche Anekdoten sind die Würze während der gastronomischen Ausflüge. Wenn Vincent Klink nicht schon einen Stern hätte, müsste man ihm einen für dieses exzellente Werk einen verleihen.

Dieses Buch genießt man wie ein Sterne-Menü. Jeder Gang, jedes Kapitel ein Genuss für sich. Wer die Zutaten, die Seiten hinunterschlingt, ist zwar satt, aber der Schmerz der Fülle fällt dem Vergessen anheim. Was ein Frevel!

Es ist erstaunlich, dass es immer wieder neue Bücher über Paris gibt. Die Seine-Metropole ist noch nicht satt an guter und bildgewaltiger Literatur. Die einschlägigen Hotspot-Aufzähler weit hinter sich lassend, sind es Bücher wie dieses oder die City impressions Paris, die es dem Leser schwer machen sich von Paris fernzuhalten. Ob nun mit dem geschulten Auge eines Fotografen oder der lukullischen Schnitzeljagd (nur im übertragenen Sinn) eines Sternekochs: Paris erobern ohne diese Bücher vorher gelesen zu haben, wäre wie Paris ohne die Seine. Möglich, aber nur die Hälfte wert.

Zauberkuchen

Zauberkuchen

Christelle Huet-Gomez hat wenig Zeit. Der Gedanke drängt sich unweigerlich auf, wenn man sich ihre Bücher anschaut. Tassenkuchen in wenigen Minuten und jetzt ein Teig gleich drei Schichten. Aber wer sagt denn, dass schnell gleich nicht gut ist? Sie beweist, dass Schnelligkeit weder Hexerei noch mindere Qualität bedeuten müssen. Nur weil etwas lange dauert, muss es ja nicht gut sein. Beim Verreisen ist ja auch das Gegenteil der Fall.

Einmal Buch aufschlagen, zweimal umblättern und schon stellt sich ein Aha-Effekt ein. Neun Bilder zeigen das, was man mit geringem Aufwand erreichen kann.

Doch zuerst einmal: Was ist ein Zauberkuchen? Eier, Zucker, Mehl, Butter und Milch. Bei 150°C backen (Ober- und Unterhitze, Umluft ist eher ungünstig). Die untere Schicht (Puddingschicht) bäckt gar während die zweite Schicht noch flüssig bleibt. Der Eischnee der oberen Schicht cross und verbindet sich nicht mit der Milch. Zauberhaft! Doch keine Magie, alles reine Physik. Wenn man die fünf goldenen Regeln beachtet: Die Größe der Form muss der des Rezeptes exakt entsprechen, Eischnee behutsam unter den Teig unterheben, Backzeit und Konsistenz des Teiges beachten, den Teig ganz vorsichtig aus der Form heben und schlussendlich der Genuss.

Auch hier – wie schon bei den Crumble mug cakes – darf es gern auch mal herzhaft sein. Senf-Quiche oder Feigen-Ziegenkäse-Wunder. Wer das Buch von vorn durcharbeiten will, dem wird bei Erdbeer-Rhabarber-Zaubertarte oder Aprikose-Orangenblüte-Kranz oder einem Französischen Weihnachtsbaumstamm das Wasser im Munde zusammenlaufen. Selbst die immer beliebteren Cupcakes sind mit dem einen Teig ein Gedicht für alle Sinne.

Wenn es in der Zeit kurz vor dem Ende des Jahres wieder mal etwas hektischer werden sollte, dann braucht man nur einen warmen Backofen und einen kühlen Kopf und dieses Buch, und schon sind alle Sorgen hinweggefegt. Alle Rezepte sind auch für Neulinge am Backofen leicht nachzuvollziehen. Lobeshymnen aus allen Himmelsrichtungen sind garantiert.

 

 

Crumble mug cakes

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BLM – nein, nicht die Bayrische Landeszentrale für neue Medien, nein, Becher, Löffel, Mikrowelle. Und fünf Minuten Zeit. Mehr braucht man nicht, um einen schnellen, leckeren Kuchen zuzubereiten. Und Backmuffel, pardon, bisherige Backmuffel, werden gleichauf den ersten Seiten davon überzeugt, dass Backen keine Hexerei sein muss. Abmessen ohne Waage, perfekte Streusel und für alle, bei denen es nie schnell genug gehen kann: Drei Minuten Backzeit. Eine Umrechnungstabelle Augenmaß in Gramm befindet sich am Ende des Buches. Was ganz praktisch auch für diejenigen ist, die sich ein bisschen mehr Zeit nehmen. Ein gestrichener Teelöffel sind ca. zehn Gramm. Ebenso praktisch ist die überschaubare Menge an benutztem Geschirr. Man braucht ja eh nur einen Becher.

Die Rezepte sind allesamt so einfach nachzubacken, dass es von nun ab keine Ausreden mehr gibt. Einfach das Buch durchblättern und probieren wie es sich anfühlt. Zwei Äpfel schälen und würfeln, Karamell-Bonbons in Stücke schneiden, einen Esslöffel Schlagsahne (laut Umrechnungstabelle sind das zehn Gramm). Für die Streusel, oder Crumbles wie man auf Neudeutsch sagt, eine Scheibe Butter (halber Zentimeter oder 15 Gramm), einen Teelöffel Vollrohrzucker, zwei gehäufte Esslöffel Mehl, eine Prise Salz, und noch einmal Karamell-Bonbons. Erstmal die Bonbons zusammen mit den Apfelwürfeln in einer Tasse für eine Minute in die Mikrowelle stellen. Sahne dazu. Jetzt die Streusel: Die Zutaten gut vermengen und anschließend über den Becher zerbröseln und90 Sekunden bei 800 Watt in der Mikrowelle backen. Ja, so einfach ist backen. Und jetzt? Löffeln!

Und weiterblättern. Von Rhabarber-Mandel-Tassencrumble, einer Tasse voll mit Birne und Schokolade oder einem Tassencrumble mit Pflaume und bretonischen Butterkeksen träumen. Die man als nächstes zubereiten wird.

Doch Tassencrumbles sind nicht nur für Süßkram-Junkies. Ein Tassencrumble mit Lachs, Zucchini und Haselnüssen oder ein Tomatencrumble mit drei Sorten Käse verwöhnen den Gaumen ebenso.

Die Autorin ist versiert, wenn es darum geht kleine Küchenrevolutionen anzuzetteln. Ihr Blog hat vierhunderttausend Besucher pro Monat. Und die können nicht irren.

Puntarelle & Pomodori

Puntarelle und Pomodori

Puntarelle e Pomodori – klingt nach Lausbubengeschichten aus Italien. Der kleine Puntarelle und sein Freund Pomodori machen es den Händlern in der Straße um die Piazza del Popolo nicht leicht sie zu mögen. Laut lärmend machen sie ihr Viertel unsicher, immer irgendeinen Schabernack ausheckend fallen sie über Gemüsestände, prall gefüllte Obstauslagen und die Süßigkeiten her.

So weit gefehlt, ist es dann doch nicht. Puntarelle ist auch als Vulkanspargel bekannt und Pomodori sind Tomaten. Und um die geht es bei Luciano Valabrega. Vor allem um deren Zubereitung. Ein Kochbuch also?! – Auch! Vor allem aber ein Buch zum Schwelgen, lesen, Lippen lecken und nachkochen. Luciano Valabrega beschreibt sein Leben, vor allem aus kulinarischer Sicht. Als Kind jüdischer Eltern gab es auch für ihn eine Zeit, in der Schweigen mehrzählte als ein gefüllter Magen. Die Händler des Viertels in Rom, in dem die Familie lebte versorgten ihn und seine Familie mit allerlei Lebensmitteln. Nachdem die Faschisten mit eingekniffenem Schwanz die Regierungsbank und die Straßen räumten, begann für sie alle ein neues Leben. Doch die Verbindungen von einst hielten und halten bis heute.

Die Obstlerin Trieste hatte immer die besten Früchte, Arnaldo das feinste Fleisch und Feinkosthändler Ruggero sorgt für den Rest des gedeckten Tisches.

Zu dieser Zeit begann Luciano Valabrega die Ereignisse zu Tisch niederzuschreiben. Nun lässt er den Leser an der gedeckten Tafel platznehmen. Das Aufgetischte ist so typisch italienisch, dass es einem schon beim bloßen Lesen der Gerichte das acqua im bocca zusammenlaufen lässt.

Er belässt es aber nicht bei einer schnöden Essenseinladung. Schwungvoll – wir sind schließlich in Italien! – gibt er noch die eine oder andere Anekdote zum Besten. Und gibt Ratschläge, wo in Rom man am besten welche Zutat einkauft. Rogen zum Beispiel für die Bottarga: In den Feinkostläden im Zentrum, beim Sarden, in der Nähe der Synagoge. Beim nächsten Rom-Besuch sollte man mal schauen, ob das stimmt.

Was wäre Italien, Rom ohne Pasta? Wie Hamburg ohne Fischbrötchen, London ohne Fish ‘n Chips, Wien ohne Schnitzel – nur die Hälfte, wenn überhaupt. Die Hingabe, mit der Luciano Valabrega Puttanesca, Amatriciana, Carbonara und Arrabiata bzw. deren Zubereitung beschreibt, macht die Menüwahl für die kommenden Tage zu einer leichten Aufgabe. „Puntarelle & Pomodori“ ist ein Appetitmacher. Ein Appetitmacher auf leckeres Essen, auf Italienurlaub, auf einen Rom-Trip, den man so wahrscheinlich nie machen würde.

Kinder Kochset

Kinder-Koch-Set

Die erste Begegnung mit Arbeit macht jedes Kind in der Küche. Mami – oder auch Papi, wir sind schließlich alle emanzipiert – zuschauen wie sie / er etwas Leckeres auf dem Herd zu bereitet, bedeutet nicht nur der Geruch in der Nase, den man nie mehr vergessen wird, sondern auch das Bedürfnis nachzustellen, was „da oben“ geschieht. Kochen ist niemals nur Nahrungszubereitung oder nur sinnliches Vergnügen. Es ist der erste Schritt zur Selbstständigkeit. Da kann man nie früh genug anfangen. Hier kommt das Einsteiger-Set für die eigene Zukunft! Topf (mit Deckel), Pfanne, Kochlöffel, Schneebesen und Topflappen und Kochhandschuh sowie einem Maßlöffel-Set.

Was kochen wir denn heute? Nudeln! Klar, was sonst! Wasser in den Topf, Deckel drauf, und ab auf den Herd. Immer wieder mal nachschauen, ob es denn schon blubbert. Oh, der Deckel klappert. Es dampft. Jetzt können die Nudeln in den Topf – Kindermundgröße! Immer wieder mal umrühren. Wozu hat man schließlich den Holzlöffel?!

Mmmh … selbst gekocht schmeckt’s immer noch am besten! Und wenn das Kochen mal nicht auf dem Tagesplan steht, kann man auch hervorragend Musik mit dem Topf, Deckel und Pfanne machen… Schließlich ist das Kinder Kochset aus Edelstahl. Also unverwüstlich!

Europa isst vegan

Europa isst vegan

Das im unschuldigen Weiß daherkommende Europa im roten Meer der Fleischfresser? Naja, ganz so martialisch sollte man vegane Küche und dieses Buch nicht sehen und nehmen. Veganes Kochen ist keine Modeerscheinung, auch wenn man meint, dass jeder, der das Kochen ohne Butter und Fleisch ausprobiert hat gleich als Experte seine Weisheiten im Fernsehen kundtun muss. Veganes Kochen ist eine weitere Facette des lukullischen Buhlens um die Geschmacksknospen des Körpers. Außerdem ist veganes Kochen gesund.

Für Viele ist veganes Kochen die letzte Revolution und das letzte unbekannte Sachgebiet im Schlachtfeld Küche. Schlachtfeld ist sicher der falsche Begriff, denn Gemüse zubereiten ist eine unblutige Sache. Und es ist bei Weitem keine Modeerscheinung, wobei der Siegeszug der tierproduktlosen Küche scheinbar erst seit Kurzem existiert.

Der Aufwand beim veganen Kochen, also beim Kochen ohne jegliche tierische Produkte – schauen Sie mal auf ihren Tisch des heutigen Tages, Sie werden staunen, wie wenig übrigbleibt, wenn man auf Butter, Schmalz, Fleisch und Käse verzichtet – ist überschaubar. Im Gegensatz zum verzichtsfreien Kochen ist kaum ein Unterschied zu erkennen. Nur wer noch Frischling ist, ist bei der Nahrungssuche auf erfahrene Veganer angewiesen. Überall lauern Fallen. Gelatine ist ein gern genommenes Beispiel hierfür. Denn meist werden darin Reste vom Schwein verwendet. Also nicht verboten, aber es ist dann eben kein veganes Mahl.

Mark Reinfeld kocht schon seit Jahren vegan und ist erfolgreicher Chefkoch. Auf seinen Reisen hat neben den Sehenswürdigkeiten auch eine ganze Menge Restaurants und Küchen besucht und in die Kochtöpfe gelinst. Die gefundenen Rezepte hat er – nach Ländern sortiert – in diesem Buch zusammengefasst. Italien, Frankreich, Spanien und Portugal, Großbritannien und Irland sowie Griechenland und Deutschland werden ausführlich als vegan affine Nationen vorgestellt. Schon das Inhaltsverzeichnis lässt den Leser staunen: Gyros? Vegan? Ja! Am besten mit Pommes und Tsatsiki. Alles ganz ohne tierische Produkte. Die Zutatenliste ist nicht weiter ungewöhnlich: Olivenöl, Zwiebel, Paprikaschoten, Knoblauchzehen, Oregano, Rosmarin, Zitronensaft, schwarzer Pfeffer. Erst jetzt wird’s neuartig. Seitan ist Gluten mit fleischähnlicher Konsistenz. Auch Liquid Smoke klingt erst einmal fremd, aber macht neugierig – flüssiger Rauch. Hat was Magisches. Statt Seitan kann auch Tofu verwendet werden. Wie’s zubereitet wird, steht im Buch auf Seite 225. Alle Gerichte sind Fast-food-geeignet. Mehr als eine halbe Stunde braucht man nicht, um sich vegan, gesund und – ja jetzt kommt’s – fair zu ernähren. Ein Buch nicht nur für bereits Überzeugte, sondern für alle, deren Magen immer wieder für Neues offensteht.